by Dominik Ruisinger | 19.03.2026 | Beiträge
Mit dem Buch „Besser Texten mit Kopf und KI“ haben Kai Heddergott und ich einen Leitfaden vorgelegt, der das Schreiben in Zeiten von KI deutlich erleichtern kann. Wir nennen es bewusst „das Neue Schreiben“.
Schließlich gehen wir davon aus, dass künftig kaum ein Text mehr ohne KI ausgekommen wird. Und dies ganz unabhängig davon, ob wir ausführliche Konzepte und Strategien planen, kompakte Social-Media- und insbesondere LinkedIn-Postings entwickeln, längere Blog- und Webseiten-Beiträge schreiben oder zielgruppengenau Interviews und Newsletter texten.
Wer sich kurz und kompakt in unser neues Buch einlesen will, für den stellen wir hier eine Leseprobe bereit.
by Dominik Ruisinger | 04.12.2024 | Blog
Wie entwickelt sich die Welt der digitalen Kommunikation im kommenden Jahr weiter? Diese beliebte Frage wird jedes Jahr von neuem gestellt. Und jedes Jahr liegen die meisten sogenannten Expertinnen und Experten dann doch falsch. Auch ich. Trotzdem will ich es mal wieder versuchen, ein paar Prognosen für 2025 zu erstellen. In gut 12 Monaten wissen wir ja, bei welchen ich wie falsch lag.
Bei meinen Prognosen fokussiere ich mich auf die übergeordneten strategischen Veränderungen im Bereich der digitalen Kommunikation, auf die ich ja schon ausführlich in meinem Buch »Das Ende von Social Media« eingegangen bin. Es geht also weniger um Purpose, Authentizität, sozio-kulturelle Werte oder um Videos, Short-Shorts oder Karussells, sondern um den strategischen Part und die damit verbundenen Instrumente.
1. Organisch heiratet Paid.
Den ersten Trend, den ich für 2025 sehe, ist ein Trend, der schon 2024 galt und in meinem Buch ausführlich ausgeführt wird. Er lässt sich schlicht wie folgt formulieren: wenn Social, dann Paid. Das heißt: Organische Kommunikation wird in den sozialen Medien – mit Ausnahmen – tot sein. Dies gilt ganz besonders für das Meta- und YouTube-Umfeld, aber auch für andere Plattformen.
Jedes organische Posting benötigt folglich sein Ad-Budget, um sichtbar zu werden. Anders gesagt: Nur über dieses Ad-Budget wird sich noch die Erstellung von organischen Postings rechtfertigen lassen, die sich ansonsten bei dem geringen Output niemals lohnen werden.
2. Unternehmensziele ersetzen Social-Media-Ziele.
Apropos lohnenswert: 2025 wird – ja, ich hoffe es wirklich! – das Jahr, in dem wir endlich nicht mehr über Follower, über Fan-Wachstum, über Reichweite, über Interaktionen als Erfolgsfaktoren sprechen. Denn, sorry: Das sind reine Social-Media-Metriken. Und keine Zahlen, die auf Unternehmensziele einzahlen. Ich hoffe, dass 2025 die Führungsebenen stärker mit ihren Social-Media-Teams sprechen, ihnen ihre Unternehmensziele verklickern, auf die die Social-Media-Aktivitäten letztendlich einzahlen sollen.
Nur so werden sich übrigens künftig Social-Media-Aktivitäten überhaupt rechtfertigen lassen – im Wettstreit mit anderen PR- und Marketingaktivitäten. Alles andere ist sicherlich häufig unterhaltsam, aber aus Organisationssicht vor allem eine unrentable Ressourcen-Verschwendung.
3. Kleine Newsletter binden Zielgruppen.
2025 wird – wieder einmal – das Jahr der E-Mail-Newsletter. Warum? Ganz einfach, weil wir ein Instrument benötigen, um Zielgruppen an uns zu binden, Stichwort Customer Loyalty. Und eine Bindung über Facebook, Instagram & Co. ist in Zeiten von Empfehlungen, Algorithmen und KI kaum mehr möglich. Also werden nochmals mehr Organisationen das uralte Instrument des E-Mail-Newsletters aus der unteren Schublade wieder hervorkramen.
Aber nur, wenn diese Informationen auf einzelne Zielgruppen zugeschnitten sind und nicht mehr dem alten Motto »Hauptsache viel und an viele« folgen, werden sie eine positive Wirkung entfalten. Nur dann werden sie ihre Chance in der digitalen Kommunikation wirklich ausspielen können.
4. WhatsApp wird zur Business-Zentrale.
Wer an E-Mail-Newsletter denkt, wird an Channels & Co. nicht vorbeikommen. Und das möglichst DSGVO-konform. Also werden wir – wieder – in ein Messenger-Zeitalter eintreten, in dem die Protagonisten Charles, Sinch, Superchat, Mateo oder Userlike heißen. Also mit dem WhatsApp-Newsletter und mit Channels bei Instagram, Facebook, aber vor allem und in erster Linie bei einem immer stärker kommerzialisierten WhatsApp.
Denn wie sagte Mark Zuckerberg im Juni 2022 gegenüber CNBC:
»Our playbook over time has been build services, try to serve as many people as possible (…) and then we basically scale the monetization after that (…) And we’ve done that with Facebook and Instagram. WhatsApp is really going to be the next chapter, with business messaging and commerce being a big thing there.«
Ich bin gespannt, ob die Menschen dann weiterhin WhatsApp so ungemein treu bleiben.
5) KI pusht LinkedIn-Newsletter.
Wer an E-Mail-Newsletter, an Channels und an WhatsApp-Newsletter denkt, kommt in Konsequenz am LinkedIn-Newsletter nicht vorbei. Ich weiß, nochmals alter Kaffee. Aber um sich von der Masse abzugrenzen, lässt sich daraus durchaus ein pulsierender spanischer Cortado kochen, in dem man seinen LinkedIn-Newsletter einerseits per Newsletter Ads pusht, andererseits ihn mit bereits vorliegenden Informationen füttert – natürlich per KI.
Dazu nehme man einfach den hauseigenen B2B-Newsletter und erstelle per KI einen LinkedIn-Newsletter. Oder einen B2C-Newsletter und erstelle daraus per KI einen Channel für Instagram. Und so weiter. Und ja, das werden viele genau so machen, um als Folge die Kanäle mit noch mehr Content noch mehr verstopfen.
6) Naive CI-Programme scheitern.
Wer bedenkt, dass Organisationen mit ihren Postings gerade auf LinkedIn und Facebook kaum mehr Sichtbarkeit erhalten, kommt an Personen nicht vorbei. Also werden noch mehr Organisationen Corporate Influencer Initiativen und Markenbotschafterinnen-Projekte ins Leben rufen. Und viele übrigens daran scheitern. Da sie nach einer Anfangseuphorie an einen Selbstläufer denken. Und das sind diese Programme keineswegs.
Stattdessen wird es darum gehen, Community-Elemente zu integrieren, Feedback-Mechanismen zu installieren und vor allem aber auch die Postings von Corporate Influencer – oder von »normalen« Mitarbeitenden oder CEOs – zu pushen. Genau dafür hat ja LinkedIn die Thought Leadership Ads ersonnen. Um es daher deutlich zu sagen: Wer 2025 noch verkündet, dass wir als Organisation allein über unsere organisch aktiven Markenbotschafter eine Sichtbarkeit erhalten, hat das finanzielle Interesse der Plattformen nicht verstanden.
7) KI sorgt fürs »Endgame of Content Creation«.
Es ist kein gewagter 7. Trend, wenn ich prognostiziere, dass KI den Rest in der digitalen Kommunikation übernehmen wird. Von den Content-Creatorn und von den Werberinnen. Wie sagte doch der erwähnte Mark Zuckerberg:
»I think individual creators or publishers tend to overestimate the value of their specific content in the grand scheme of this.«
Ach ja. Diese werden – so Mark Z. weiter – auch gleich die Werbung unkompliziert mit übernehmen: »A big deal!« Natürlich. Aus Meta-Sicht. Dies gilt natürlich nicht nur bei Meta: Wenn Richard van der Blom von einem Wachstum von 180 % bei KI-Beiträgen und 340 % bei KI-Kommentaren schreibt, dann wird das Thema KI wie ein Sturm über uns herziehen – mit Sonne sowie kräftigen Unwettern. Und viele menschliche Inhalte aus Kostengründen ersetzen. Also Zielgruppen-genaue Postings? Easy. Werbe-Postings? Done. Die passenden Bilder und Videos dazu? Haken darauf. Und Community Management? No problem.
Wofür benötigen wir dann noch uns Menschen? Ich hoffe zumindest als kluge Korrektoren, als vorausschauende Entscheiderinnen, als waches Auge. Doch auch dies werden wir Schritt und Schritt verlieren. Wird sich künftig also die KI mit der KI unterhalten, wie ich Mitte 2023 in einem Gedankenspiel schrieb?
Ich glaube ja – aber dies erst 2026. Aber wollen wir das wirklich alle?
by Dominik Ruisinger | 09.02.2024 | Blog
Der Beginn jedes Jahres beginnt immer mit Vorsätzen: Mehr Partys, weniger Schlafen, lecker Essen, denn das Leben ist zu kurz. Oder: Mehr Entspannen, weniger Arbeiten, bewusster Leben, damit das Leben lang bleibt.
Statt solcher Vorsätze habe ich lieber ein kleines Projekt gestartet: Mein Bahntagebuch2024. Denn Bahnfahren kann so schön sein; wenn es nicht immer diese Verspätungen und andere Nervereien gäbe. Aber ist es wirklich so? Also mache ich einen kleinen Selbstversuch.
Auch ansonsten habe ich wieder 10 Lesetipps und Trends rund um die aktuelle Kommunikationsbranche zusammengestellt. Enjoy it!
Trends.
- 10 non-obvious trends you need to consider
Eine Generation Z, die immer stärker über die Social-Media-Kanäle sucht, eine Generation Alpha, die ihre eigene Plattform braucht, Discord, das TikTok bei der GenZ den Rang abläuft und Communitys als die Zukunft des Marketings: 10 spannende Trends, die der US-Marketer Mark Schaefer beobachtet.
- 9 Social Media Trends 2024
Nischenplattformen, private Gruppen, Entertainment, Social meets SEO und KI-Content: Ein guter Überblick über Social Media Trends, der sich auch mit meinen Beobachtungen decken und in meinem nächsten Buch verarbeitet sind.
- 4 Kommunikations-Trends 2024
KI vs. Authentizität, Nachhaltigkeit, Dark Social und das große Social-Media-Aufräumen: Auch diesen Trends kann ich nur zustimmen, wenn ich mir die aktuellen Entwicklungen ansehe. Darum lohnt es, sich mit diesen 4 Trends etwas näher auseinanderzusetzen.
Social Media.
- Twitter: Braucht es einen Nachfolger?
Mastodon, Bluesky, Threads: Wer macht das Rennen als Nachfolger von Twitter? Oder ist es letztendlich X selbst? Dieser Vergleich der Herausforderer lässt den Sieger offen. Vielleicht benötigen wir auch gar keinen.
- Soziale Netzwerke: Schnell, bunt, umstritten
Auch bei Stiftungen gehören die sozialen Medien in den kommunikativen Werkzeugkasten. Doch die Arbeit wird immer schwieriger, erfordert sie entsprechende Ressourcen und schnelle Reaktionen auf die Veränderungen. Wie gehen die Organisationen damit um? Einige Beispiele.
- Lohnt Facebook? 135 Medien im Vergleich
Es wird immer wieder geschrieben, dass die Reichweiten bei Facebook eingebrochen sind. Lohnt sich für Publisher Facebook noch? Spannende Analyse des Traffics mit guten Schlussfolgerungen für die eigene Strategie.
- YouTube: Fakten, Daten, Zahlen
Viele Organisationen behandeln YouTube nur als Ablageort für ihre gedrehten Videos. Welche großen Chancen sie dadurch vergeben, verdeutlichen einige dieser eindrucksvollen Zahlen zur YouTube-Nutzung weltweit und in Deutschland.
KI & more.
- Wie KI das Internet kaputt macht
Eine Welle von Schrott- und Klau-Content rollt auf uns mit der KI-Welle zu, so die Computerwoche. Gerade auf Basis bestehender Texte und einfacher Prompts lassen sich in Sekundenschnelle Inhalte kopieren, minimal anpassen und verbreiten. Was ist künftig noch echt und was geklaut?
- 8 KI-Newsletter, die ein Abo lohnen
Welche neuen Trends gibt es in der KI-Branche? Wo finde ich Tutorials und die richtigen Tools? Wie kann ich mich über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden halten? Zum Beispiel über einige der hier vorgestellten E-Mail-Newsletter.
- Words that a text is written by AI
Transformative, foster, tapestry, all about, think of x as …, it’s like … : All dies sind typische Begriffe, an denen erkenntlich ist, dass bei dem Text zumindest sehr stark mit KI gearbeitet wurde. Ob es solche Begriffsliste auch für die deutsche Sprache gibt?
by Dominik Ruisinger | 05.04.2023 | Blog
Die Deutschen scheinen in der digitalen Gesellschaft angekommen zu sein – wenn auch mit kräftigen Unterschieden. So das Fazit des D21-Digital-Index. Diese Spaltung lässt sich auf viele Themen der digitalen Kommunikation übertragen. Denn wer beispielsweise auf KI, AI, ChatGPT & Co. blickt, der wandelt zwischen Begeisterten und Zweiflern, Geübten und Verweigerern, Fans und Gegnerinnen, Unterstützerinnen und Warnern. Laufen wir auf eine immer gespaltenere digitale Gesellschaft hinaus? Mehr Wissen liefern auf jeden Fall und wie jeden Monat meine 10 Lese-Tipps in den Gedankenspielen.
In eigener Sache.
- D21-Digital-Index: Die etwas weniger gespaltene Gesellschaft
Der D21-Digital-Index zählt für mich zu den wichtigsten Studien rund um die Themen Digitalisierung, digitale Transformation und damit digitale Kommunikation. Schließlich liefert er jedes Jahr ein Spiegel- und Lagebild, wie wir auf die digitale Gesellschaft vorbereitet sind. Auch die diesjährige Ausgabe vermittelt ein gespaltenes Bild. 7 zentrale Themen habe ich in diesem Beitrag analysiert. Dabei wird die Spaltung gerade auch beim Thema Resilienz deutlich.
9x Eine digitale Gesellschaft im Wandel
- Trends: Wohin geht das Kommunikationsjahr 2023?
»Was heißt das für die eigene Kommunikations- und Content-Strategie, wenn es keine Unterscheidungsmerkmale mehr zwischen den Plattformen gibt?« Wenn alle wie TikTok sein wollen? Wenn es nur noch um Reichweite und Reactions geht? Und wer behält dann die Deutungshoheit? Daniel Rehn über die anhaltende Identitätskrise der Plattformen u.a.
- Algorithmen: Optimierte Inhalte für LinkedIn
Typische Frage in meinen Trainings: Was bewertet der LinkedIn-Algorithmus wie positiv? »Das Ziel ist nicht mehr, durch Engagement virale Inhalte zu schaffen, sondern die richtigen Inhalte an die richtigen Menschen auszuspielen«, heißt der Ansatz bei t3n, der sich die wichtigsten Faktoren – Relevanz von Kontakten, User-Signale, inhaltliche Relevanz – vornimmt. Lesenswert!
- Kurzvideos: 5 Tipps für die nächste Produktion
Zielgruppen, Emotionen, Kürze, Scrollstopper, Kontinuität: Amelie Marie Weber weiß, wovon sie spricht. Schließlich hat sie den TikTok-Kanal der Funke Mediengruppe aufgebaut. In diesem Beitrag gibt sie 5 wertvolle Tipps, worauf es bei Kurzvideos ankommt, um erfolgreich zu sein. Danke dafür, liebe Amelie.
- ChatGPT: Hilfe beim nächsten Blogartikel
Wie können KI-Tools bei Blog-Texten helfen? »KI ist eine Content-Revolution, die den Menschen benötigt«, schreibt die geschätzte Daniela Sprung. Dazu beschreibt sie die Phasen, bei denen sich ChatGPT & Co. sinnvoll einsetzen lassen: Themenfindung und -recherche, Strukturierung, grobe Texterstellung.
- E-E-A-T: Warum SEO nicht mehr reicht
E-E-A-T zählt heute zu den wichtigsten Komponenten beim Google-Ranking. Gerade bei Keywords mit höherem Wettbewerb. Dabei kommt es darauf an, vom puren SEO-Tellerrand hinweg auf die Content-Marketing-Ebene zu blicken, schreibt Olaf Kopp: »SEO muss sich mehr zu einer Schnittstellen-Disziplin entwickeln, die irgendwo zwischen Marketing, PR, Data, Content-Kreation und IT einen Platz sucht.« True.
- AI-Falle: Google setzt auf Autoren, Vertrauen & Vielfalt
Wie lassen sich künftig Beiträge von Menschen von AI-Texten unterscheiden? Was lassen sich Qualität und Authentizität messen? Dieser Frage stellt sich aktuell auch Google. Wie Sistrix-Chef Johannes Beus in seinem Beitrag schreibt, scheint Google künftig verstärkt auf Autorenqualität, Vertrauen, Vielfalt bei den Inhalten zu setzen.
- SEO: So funktioniert die OnPage-Analyse
Inhaltliche, strukturelle und technische Bereiche der Website zu analysieren, das ist nicht nur die Aufgabe einer OnPage-Analyse; es ist auch die Basis für die darauffolgende OnPage-Optimierung. Wie man am besten bei dieser Analyse vorgeht, beschreibt dieser Beitrag ausführlich.
- Newsletter: Der Guide zur Gen Z
Lässt sich die Generation Z mit E-Mail-Marketing erreichen? Durchaus. Aber nur dann, wenn man gerade in der Ansprache und im Aufbau eines Newsletters einige Punkte berücksichtigt, auf die dieser Fachbeitrag eingeht. Und das sind vor allem Content, Betreff, Ansprache, Signatur.
- Tool-Tipp: Videos zusammenfassen per YoutubeDigest
Keine Zeit, um sich das ganze YouTube-Video anzusehen? Kein Problem mit YouTubeDigest. Dieses KI-Tool fasst das Video zusammen – ob als Fließtext oder als Aufzählungen – und dies in mehreren Sprachen. Okay, auf Deutsch ist es teils noch etwas buggy ;-).