So pünkt­lich war die Deut­sche Bahn 2020: Das Ergeb­nis mei­nes Experiments.

So pünkt­lich war die Deut­sche Bahn 2020: Das Ergeb­nis mei­nes Experiments.

Als ich im Janu­ar 2020 mein Deut­sche-Bahn-Expe­ri­ment star­te­te, konn­te noch (kaum) jemand etwas vom Coro­na­vi­rus und sei­nen Fol­gen auch für die Rei­sen­den ahnen. Mei­ne Idee damals: Wie pünkt­lich ist die Bahn wirk­lich? Stim­men die vie­len nega­ti­ven Geschich­ten, die wir alle zu erzäh­len haben? War­um schrei­be ich als DB-Viel­fah­rer nicht ein­fach ein Bahn-Tage­buch und über­prü­fe dies aus mei­ner Sicht?

Zoom statt Deut­sche Bahn fahren

Ein paar Wochen nach der Idee sah die Welt schon wie­der ganz anders aus. Der Coro­na­vi­rus schick­te uns in den ers­ten Lock­down. Auch mein Gedan­ke an ein Bahn-Tage­buch bekam dies zu spü­ren. Bin ich nor­ma­ler­wei­se rund 100 Tage pro Jahr bei Work­shops und Coa­chings unter­wegs, hieß es auch für mich 2020 oft­mals meis­tens Zoom, Micro­soft Teams, Wher­eby, Web­ex & Co. statt Deut­sche Bahn. Nicht dass dies unbe­dingt immer schlecht und unan­ge­nehm sein muss – kei­nes­wegs. Nur war dies natür­lich für die­ses Expe­ri­ment – sagen wir – semi-optimal.

Trotz­dem habe ich mein Bahn-Tage­buch über das gan­ze Jahr 2020 hin­durch sorg­fäl­tig geführt – ent­lang von 39 Fahr­ten quer durch Deutsch­land. Natür­lich gab es auch in Coro­na-Zei­ten und – meist – unab­hän­gig vom Virus und sei­nen Fol­gen – pünkt­li­che und ver­spä­te­te Fahr­ten, ent­spann­te und ver­krampf­te Momen­te, net­te und blö­de Men­schen, ver­pass­te Anschlüs­se und tech­ni­sche Macken, aus­ge­fal­le­ne Reser­vie­run­gen und Hei­zun­gen, Pro­ble­me mit Stell­wer­ken, Glei­sen und Wei­chen, feh­len­de Lok­fah­rer und gesperr­te Bahn­hö­fe, aber immer­hin kei­ne über­füll­ten Züge. Zumin­dest auf mei­nen Fahr­ten. Und auch Per­so­nen im Gleis sowie Per­so­nen­schä­den. Lei­der. Detail­liert lässt sich dies in mei­nem Tage­buch nach­le­sen.

Das Resü­mee: 39 Fahr­ten Deut­sche Bahn

Jetzt, genau 1 Jahr spä­ter, ist es Zeit, ein kur­zes Resü­mee zu zie­hen, also abzu­rech­nen: Wie pünkt­lich war sie denn jetzt, die Deut­sche Bahn, im Jah­re 2020? Und dies natür­lich rein auf Basis mei­ner eige­nen Fahr­ten und damit nur begrenzt repräsentativ?

Begin­nen wir mit der zen­tra­len Fra­ge: Ab wann gilt ein Zug als ver­spä­tet? Laut Deut­scher Bahn gel­ten Züge ab 6 Minu­ten als ver­spä­tet. Das ist der Tole­ranz­wert. Das heißt: Jeder Zug, der mit maxi­mal 5 Minu­ten und 59 Sekun­den hin­ter dem Fahr­plan in den Bahn­hof ein­fährt, gilt noch als pünkt­lich. Auch wenn ich per­sön­lich die­se his­to­ri­sche Zahl – sagen wir – sehr groß­zü­gig emp­fin­de, habe ich sie für die­sen Test als Basis genommen.

Fast 50% mit Verspätung

Wer­fen wir also einen Blick auf die Ergeb­nis­se:
Von 39 Ein­zel­fahr­ten mit der Deut­schen Bahn kamen am End­bahn­hof an:

Ver­spä­tung bei der Deut­schen Bahn 2020.
  • 1x zu früh 😉
  • 10x auf die Minu­te pünktlich
  • 11x nach Maß­stab der DB noch pünktlich
  • 11x bis zu einer Stun­de verspätet
  • 3x bis zu 2 Stun­den verspätet
  • 3x über 2 Stun­den verspätet

Dar­aus ergibt sich, dass gut 56 Pro­zent mei­ner Züge pünkt­lich waren – wie­der ori­en­tiert am DB-Maß­stab. Nicht über­ra­schend: Die IC- und Regio-Züge schnit­ten im Ver­gleich zu den ICE deut­lich bes­ser ab.

Nicht immer hat die Deut­sche Bahn Schuld

Bei der Fra­ge nach den Grün­den für die jewei­li­ge Ver­spä­tung unter­schei­de ich – und zwar zwi­schen Grün­den, die

  • die Bahn zu ver­ant­wor­ten hat und den Zug selbst betref­fen – wie feh­len­de Zug­un­ter­la­gen, feh­len­de Lok­füh­rer, aus­ge­fal­le­ne Reser­vie­run­gen und Heizungen;
  • von der DB eben­falls zu ver­ant­wor­ten sind, die aber mehr den Ablauf der Fahrt und damit auch exter­ne Fak­to­ren betref­fen – wie Wei­chen­pro­ble­me, tech­ni­sche Stö­run­gen, Gleis­sper­run­gen, der Aus­fall eines Stell­werks oder die Sper­rung eines Bahnhofs;
  • nicht in die Ver­ant­wor­tung der Deut­schen Bahn fal­len – wie Per­so­nen im Gleis oder gar Per­so­nen­schä­den, die eben­falls zu Ver­spä­tun­gen führ(t)en.
Grün­de für die Ver­spä­tung bei der Deut­schen Bahn

Wie in mei­nem Tage­buch nach­zu­le­sen ist, gab es natür­lich Über­schnei­dun­gen, da bei vie­len Fahr­ten gleich meh­re­re Pro­ble­me und damit Grün­de für eine Ver­spä­tung auftraten. 

Dar­über hin­aus zeig­te sich wie­der: Eines der Haupt­pro­ble­me auch mei­nes Jah­res mit der Deut­schen Bahn bestand im Man­gel an Infor­ma­tio­nen, die weder mich noch ande­re Pas­sa­gie­re erreich­ten. In vie­len Fäl­len hat­te sogar mei­ne App bereits Infor­ma­tio­nen zu Pro­ble­men rund um unse­ren Zug, bevor die­se Infor­ma­ti­on im Zug durch­ge­ge­ben wur­de. War­um klappt so etwas nicht besser?

Freund­lich­keit als gro­ßes Plus

Wenn ich an das Posi­ti­ve zurück­den­ke, bleibt mir vor allem die Freund­lich­keit der Zug-Bediens­te­ten im Gedächt­nis – und dies gera­de in einem Jahr, in dem die­se „an der Front“ täg­lich ihren Job für uns mach­ten und sich nicht immer und über­all mit ver­ant­wor­tungs­vol­len und ver­ständ­nis­vol­len Men­schen „her­um­schla­gen“ muss­ten. Auch für den Top-Ser­vice eines Frank­fur­ter Zug­be­glei­ters inklu­si­ve Twit­ter-Ser­vice muss ich mich für die Hil­fe bedan­ken. Naja, ich war so däm­lich, beim Umstieg mei­nen Lap­top im Zug ste­hen zu las­sen. #glück­ge­habt

Von Japan träumen …

Viel­leicht wer­de ich den Test wie­der­ho­len, wenn wir wie­der nor­ma­ler und regel­mä­ßi­ger auf Rei­sen gehen kön­nen. Und viel­leicht ver­ste­he ich bis dahin auch, war­um die Deut­sche Bahn so star­ken Wert dar­auf legt, mög­lichst immer schnel­ler die Men­schen von A nach B zu brin­gen und statt­des­sen nicht stär­ke­ren Wert auf Pünkt­lich­keit und Orga­ni­sa­ti­on der bestehen­den Züge und Stre­cken legt. Aber viel­leicht bin ich bei die­ser Fra­ge ein­fach von mei­nen Japan-Erfah­run­gen zu sehr beein­flusst, die ich schon vor eini­gen Jah­ren in mei­nem Wunsch­zet­tel an die Deut­sche Bahn fixiert hatte. 

Trotz­dem: Dan­ke für das Jahr, lie­be Deut­sche Bahn. Ich blei­be ein Fan von dir!

#Domi­niksDB

Mei­ne Gedan­ken­spie­le: Stra­te­gie, SEO und vie­le Lesetipps

Mei­ne Gedan­ken­spie­le: Stra­te­gie, SEO und vie­le Lesetipps

Bevor die­ses tur­bu­len­te und für alle nicht gera­de ein­fa­che Jahr all­mäh­lich zu Ende geht, habe ich noch­mals eine Aus­ga­be mei­ner Gedan­ken­spie­le fer­tig­ge­stellt: Mit eini­gen Bei­trä­gen – text­lich wie als Pod­cast – von und mit mir, sowie wei­te­ren Blog-Posts, die mir als lesens­wert erschei­nen, um sich damit die dunk­le Jah­res­zeit etwas zu ver­sü­ßen. Dabei dreht sich alles wie­der um Stra­te­gien, Medi­en­nut­zung, Medi­en­ar­beit, viel SEO und um – Küs­se!

Apro­pos Kis­ses: Ansons­ten sage ich schon heu­te jedem: Passt gut auf euch auf, bleibt bit­te gesund und denkt bei allem, was ihr tut, immer auch an die anderen. 



Mei­ne Bei­trä­ge: Pod­cast und Tex­te zum The­ma Strategie

Mei­ne Gedan­ken­spie­le: 8 Lese­tipps zu SEO, Stra­te­gie & more

  • Medi­en­nut­zung | JIM Stu­die 2020  | mpfs​.de 
    Neben D21 Digi­tal Index, ARD/ZDF-Online­stu­die zählt die JIM-Stu­die zu den wich­ti­gen Stu­di­en rund um das Medi­en­ver­hal­ten in D.. Vor weni­gen Tagen wur­de die neu­es­te Aus­ga­be zum Ver­hal­ten der 12–19-Jährigen publi­ziert. Mit span­nen­den Ergeb­nis­sen. https://​www​.mpfs​.de/​s​t​u​d​i​e​n​/​j​i​m​-​s​t​u​d​i​e​/​2​0​20/
  • Medi­en­ar­beit | 8 Fra­gen zur Pres­se­mit­tei­lung für Fach­me­di­en 
    Wie gestal­te und ver­sen­de ich Pres­se­mit­tei­lun­gen in digi­ta­len Zei­ten? Auf was soll­te ich dabei beson­ders ach­ten? Und wel­che Mate­ria­li­en sind wich­tig? Die­se prak­ti­schen Emp­feh­lun­gen hel­fen nicht nur bei Redak­ti­on und Ver­sand für Fachmedien.
  • Social Media | 10 Tipps für Social Media Mar­ke­ting in Kri­sen­zei­ten 
    Seit vie­len Jah­ren beschäf­ti­ge ich mich mit Digi­ta­len Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gien, Social Media Stra­te­gien und sons­ti­gen stra­te­gi­schen Über­le­gun­gen. Dar­um kann ich der Aus­sa­ge in die­sem BVCM-Bei­trag “Stra­te­gie ist alles — auch in Kri­sen­zei­ten” nur zustimmen.
  • Social Media | For­ma­tie­run­gen in Face­book und Lin­kedIn 
    Emo­jis, Sti­cker, Sym­bo­le, Schrift­ar­ten & Co.: Wie las­sen sich Tex­te und Inhal­te von Social Media Posts for­ma­tie­ren? Die­ser Bei­trag lis­tet hilf­rei­che Quel­len ins­be­son­de­re für Lin­kedIn- und Face­book-Posts auf.
  • SEO | Ran­king­fak­to­ren 2014 revi­si­ted — Wie sieht es 2020 aus? 
    Wel­che Ran­king­fak­to­ren sind zu beach­ten, damit Tex­te und Web­sei­ten eine gute Reich­wei­te erhal­ten? Und dies gera­de auch mit Blick auf 2020? Juli­an von Seo­kra­tie hat die wich­ti­gen Fak­to­ren ange­se­hen und sie kurz bewer­tet. Dabei zeigt sich auch, wie stark hoch­wer­ti­ger Con­tent und sau­be­res SEO zusammenwirken.
  • SEO | So kannst Du SEO sel­ber machen 
    Was soll­te man dabei beach­ten, wenn man selbst SEO umset­zen will? Juli­an Dzi­ki gibt hier eine hilf­rei­che Ein­füh­rung mit hilf­rei­chen Link- und Lese-Tipps.
  • SEO | Goog­le Such­ope­ra­to­ren: 7 coo­le Tricks aus der SEO-Pra­xis 
    Dies gilt nicht nur für SEO-Pro­fis: Auch ansons­ten kann man mit den Goog­le Such­ope­ra­to­ren viel über die eige­ne Sei­te oder ande­re Sei­ten herausfinden.
  • E‑Mail-Mar­ke­ting | E‑Mail-Kenn­zah­len ver­ste­hen 
    Nicht nur Ein­stei­ger fra­gen sich beim E‑Mail-Mar­ke­ting häu­fig: Was ist genau der Unter­schied zwi­schen Öff­nungs­ra­te und Uni­que Öff­nungs­ra­te? Was sagen Uni­que Klick­ra­te oder Con­ver­si­on Rate aus? Und wel­che Zah­len sind eigent­lich gut? Die­ser Spick­zet­tel erklärt 10 Kenn­zah­len kompakt.
Stich­wort Wis­sens­wer­tes: Der Return on Investment

Stich­wort Wis­sens­wer­tes: Der Return on Investment

Zum Abschluss mei­ner klei­nen Serie “Stich­wort Wis­sens­wer­tes” rund um mein neu­es Buch “Die digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie” habe ich mir noch einen kur­zen Bei­trag rund um das The­ma Return on Invest­ment aus mei­nem Buch gepickt. Schließ­lich soll sich jedes Invest­ment letzt­end­lich ja für die Orga­ni­sa­ti­on auch loh­nen. Nur: Ein ROI ist wirk­lich nicht immer ganz ein­fach zu berechnen.

ROI – Der Return on Investment

»Without a stra­te­gy, the­re can be no ROI», schreibt die US-Mar­ke­ting-Exper­tin Dan­na Vet­ter in einem Gast­bei­trag im Blog von Bri­an Solis. »The »R« in ROI implies that the­re is in fact a return to be had.« Mit dem ROI wird das pro­zen­tua­le Ver­hält­nis von inves­tier­tem Kapi­tal und Gewinn gemes­sen, den ein Unter­neh­men oder eine Insti­tu­ti­on erwirt­schaf­ten konn­te. Das heißt: Er bezeich­net das Ver­hält­nis von dem, was man in eine Maß­nah­me inves­tiert hat, zu dem, was am Ende kon­kret herauskommt.

Also ganz ein­fach vor­ge­rech­net: Liegt der ROI über 100 Pro­zent, bedeu­tet dies einen Gewinn für das Unter­neh­men. Dazu muss ein Return on Invest­ment über Ziel­maß­ga­ben ein­deu­tig defi­niert wer­den. Nur dann lässt sich spä­ter beschrei­ben, ob und wie effi­zi­ent sich eine kom­mu­ni­ka­ti­ve Inves­ti­ti­on hin­sicht­lich des Gewinns aus­ge­zahlt hat.

Die ROI-Berech­nung ist nicht immer einfach

Eine Ein­schrän­kung: Gera­de bei Social-Media-Maß­nah­men ist es oft schwer, den ROI ein­deu­tig zu bestim­men. Gene­rell gilt: Erst wenn ein kla­rer Zusam­men­hang zwi­schen durch­ge­führ­ten Social-Media-Maß­nah­men und den Umsatz- und Unter­neh­mens­zie­len her­ge­stellt wer­den kann, lässt sich ein ROI für Social Media über­haupt bemessen.

Ein Bei­spiel: Ein Unter­neh­men bewirbt ein Pro­dukt auf Insta­gram mit spe­zi­el­len, ziel­grup­pen­ge­nau­en Ads, damit mög­lichst vie­le Besu­cher in den Online-Shop auf der Web­sei­te gehen und dort das Pro­dukt kau­fen. Also ROI bezeich­net man in die­sem Fall die Ein­nah­men von Nut­zern, die auf die Insta­gram Ads geklickt haben im Ver­hält­nis zu den Kos­ten für die Erstel­lung und die Bewer­bung des Beitrages.

Bis­her erschie­nen in der Serie “Stich­wort Wissenswertes”:

Die digitale Kommunikationsstrategie von Dominik Ruisinger

Die digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie. Seit Juli 2020 neu.
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Stich­wort Wis­sens­wer­tes: Der Return on Investment

Stich­wort Wis­sens­wer­tes: KISS = Social + Shareable

Zu den alt­ehr­wür­di­gen For­meln, die aus der Wer­be­spra­che kom­men, zählt auch die KISS-For­mel: »Keep it short and simp­le«. Doch in Zei­ten von Social Media lässt sich die­se For­mel neu inter­pre­tie­ren und ihr damals plötz­lich hohe Rele­vanz zutei­len. Kein Wun­der also, dass die­ser Begriff weder bei “Stich­wort Wis­sens­wer­tes” noch in mei­nem neu­en Buch feh­len darf.

KISS: Keep it signi­fi­cant and shareable

Ob die Ver­brei­tung von Owned Con­tent, also über die eige­nen Kanä­le, ob ein­ge­kauf­ter Paid Con­tent oder über nut­zer- oder medi­en­ge­ne­rier­ter Ear­ned Con­tent bzw. Shared Con­tent: All die­se Con­tent-Arten kön­nen zur posi­ti­ven Sicht­bar­keit einer Orga­ni­sa­ti­on bei­tra­gen. Dazu müs­sen sie den zuvor defi­nier­ten Nut­zern einen Mehr­wert lie­fern – und dies nicht nur ein­ma­lig, son­dern regel­mä­ßig. Für ein erfolg­rei­ches Enga­ge­ment ist somit kon­ti­nu­ier­li­cher Mehr­wert mit Wei­ter­erzähl-Poten­zi­al bzw. Con­tent mit Rele­vanz zu generieren.

Denn die pri­va­ten Kom­mu­ni­ka­to­ren betei­li­gen sich nur dann, wenn die Inhal­te für sie bedeut­sam, rele­vant und an ande­re – mög­lichst schnell und ein­fach – mit­teil­bar sind. Dazu lohnt es sich, die klas­si­sche KISS-For­mel (»Keep it short and simp­le«) wei­ter­zu­den­ken und neu zu inter­pre­tie­ren, wie Fre­de­ric Gon­za­lo auf Social Media Today:

»In this day and age of Con­tent-Mar­ke­ting, big data and shrin­king atten­ti­on span for ever-incre­a­sing amounts of shared infor­ma­ti­on, the KISS princip­le is perhaps best sum­ma­ri­zed as: Keep it Signi­fi­cant and Share­ab­le!«

KISS = Social and Shareable

Kon­kret bedeu­tet dies: Gera­de für die Social Media Platt­for­men soll­te Con­tent also mög­lichst »social« und »share­ab­le« sein. Sprich, Orga­ni­sa­tio­nen soll­ten Inhal­te kom­mu­ni­zie­ren, die sich über­all kom­men­tie­ren, ein­fach tei­len und sofort wei­ter­ver­brei­ten las­sen. Nur dann ist die Vor­aus­set­zung gege­ben, dass die Dia­log­part­ner die Inhal­te in ihre eige­nen Kanä­le wei­ter­tra­gen und den Inhal­ten – und damit auch der Orga­ni­sa­ti­on – zu einer grö­ße­ren Sicht­bar­keit ver­hel­fen. Prak­tisch bedeu­tet dies, dass jeg­li­cher vor­han­de­ner oder noch zu pro­du­zie­ren­der Inhalt nach sei­ner Social Sto­ry hin­ter­fragt wer­den sollte.

Wer­den die­se zwei Vor­aus­set­zun­gen dage­gen nicht erfüllt, lässt sich das Wei­ter­erzähl-Poten­zi­al nicht aus­schöp­fen, da die Dia­log­part­ner die Inhal­te nicht mit ande­ren tei­len bezie­hungs­wei­se ihre Erfah­run­gen nicht an ihre eige­nen Com­mu­ni­tys wei­ter­ge­ben. Dies hät­ten bei­spiels­wei­se durch­aus posi­ti­ve Erfah­run­gen mit einem neu­en Pro­dukt, Hin­wei­se auf eine rele­van­te Stu­die oder Lob für einen her­vor­ra­gen­den Ser­vice sein können.

Fazit: »Keep it signi­fi­cant and share­ab­le« ist ein kla­rer Auf­ruf an alle Kom­mu­ni­ka­to­ren. Über­setzt bedeu­tet dies: Ist ein Bei­trag nicht ein­fach teil­bar und rele­vant aus Sicht mei­ner Ziel­grup­pe, wird er kei­ne Sicht­bar­keit erhal­ten und zu kei­ner Inter­ak­ti­on füh­ren. Und nur dann, wenn der Con­tent für Ziel­grup­pen rele­vant und ein­fach teil­bar ist, wird er sich künf­tig verbreiten.

Bis­her erschie­nen in der Serie “Stich­wort Wissenswertes”:

Die digitale Kommunikationsstrategie von Dominik Ruisinger

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Mei­ne Gedan­ken­spie­le: 7+4 Lese­tipps aus Sep­tem­ber 2020

Mei­ne Gedan­ken­spie­le: 7+4 Lese­tipps aus Sep­tem­ber 2020

Stich­wort Stra­te­gie: Bezo­gen auf mein aktu­el­les Buch “Die digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie” habe ich in den ver­gan­ge­nen Wochen regel­mä­ßig Bei­trä­ge zu stra­te­gi­schen The­men hier im Blog publi­ziert. Und die­se Rei­he wird im Okto­ber noch wei­ter­ge­hen. In die­ser Aus­ga­be der monat­li­chen Gedan­ken­spie­le habe ich sie ergänzt mit eini­gen belieb­ten Lesetipps.

Mei­ne aktu­el­len Blog-Bei­trä­ge rund um Strategie

  • Stra­te­gie | Die ein­fa­che Blog-Stra­te­gie: ICH-WIR-IHR 
    Ein Cor­po­ra­te Blog zählt zu den Königs­dis­zi­pli­nen digi­ta­ler Kom­mu­ni­ka­ti­on. Doch wie baue ich ein Blog stra­te­gisch auf? In die­sem Bei­trag stel­le ich das ein­fach ver­ständ­li­che Modell einer 3‑phasigen Blog-Stra­te­gie vor: Ich, wir, ihr.
  • Stra­te­gie | Stich­wort Wis­sens­wer­tes: Ist eine Stra­te­gie immer lang­fris­tig ange­legt? 
    Stra­te­gien soll­ten immer mit­tel- und lang­fris­tig ange­legt sein. Doch gilt dies auch im digi­ta­len Zeit­al­ter und die­sen extrem schnell­le­bi­gen Zei­ten? Ein Stich­wort Wis­sens­wer­tes zum Begriff der “Lang­fris­tig­keit”.
  • Stra­te­gie | Stich­wort Wis­sens­wer­tes: Das Leit­bild als Stra­te­gie-Basis 
    Wer sich an eine digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie her­an­wagt, benö­tigt eine kla­re Unter­neh­mens­stra­te­gie. Schließ­lich soll die Kom­mu­ni­ka­ti­on einen “Impact” haben. Auf dem Weg zu einer Unter­neh­mens­stra­te­gie lohnt es sich, sich mit dem eige­nen Leit­bild auseinanderzusetzen.
  • Stra­te­gie | Stich­wort Wis­sens­wer­tes: Dark Social 
    Seit eini­gen Jah­ren ist auf­fäl­lig, dass gera­de jün­ge­re Men­schen sich immer stär­ker aus Dis­kus­sio­nen auf den Social Media Platt­for­men her­aus­hal­ten. Statt­des­sen schal­ten sie ihre Social Media Kanä­le auf “pri­vat” oder fokus­sie­ren sich auf klei­ne­re wie grö­ße­re Grup­pen z.B. bei Mes­sen­gern. Die­ser Rück­zug ins Pri­va­te wird mit dem Begriff “Dark Social” über­schrie­ben, den ich in die­sem Bei­trag erläutere.

Emp­foh­le­ne Lese­tipps rund um die digi­ta­le Kommunikation 

Stich­wort Wis­sens­wer­tes: Der Return on Investment

Stich­wort Wis­sens­wer­tes: Stra­te­gie + Social Media = Busi­ness Case

Heu­te zur Abwechs­lung “nur” ein kur­zer Video-Tipp als Wis­sens­wer­tes. Die­ses Video zei­ge ich selbst ger­ne in mei­nen Work­shops und Trai­nings, wenn es um das The­ma Stra­te­gie, um Social Media und kon­kret die schritt­wei­se Vor­ge­hens­wei­se – erst der Con­tent, dann die Kanä­le! – geht. Daher passt die Fra­ge nach dem Busi­ness Case sowohl in die­se Serie “Stich­wort Wis­sens­wer­tes” als natür­lich auch in mein Buch “Die digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie”.

Zum Hin­ter­grund: Auch bei vie­len hie­si­gen Unter­neh­men und Insti­tu­tio­nen herrscht wei­ter­hin die Unsit­te, dass sie Stra­te­gie mit Kanal-Wahl ver­wech­seln. Das heißt, bei der Fra­ge nach der Stra­te­gie stür­zen sie sich sofort auf die Kanä­le. Dabei soll­ten sie sich zuerst mit ihrer Unter­neh­mens­stra­te­gie und ihrem Con­tent beschäftigen.

Wer für sich noch nicht voll­stän­dig ver­in­ner­licht hat, war­um er sei­ne Unter­neh­mens- bzw. Busi­ness-Denk­wei­se der Kanal-Den­ke vor­an­stel­len soll­te, dem sei das kur­ze 4‑minütige Video mit dem Digi­tal-Busi­ness-Vor­den­ker Bri­an Solis zu emp­feh­len. In sei­nem wert­vol­len Rat­schlag spe­zi­ell an Social Media Mana­ger macht er deut­lich, dass Unter­neh­men und Insti­tu­tio­nen kei­ne Twit­ter- oder ähn­li­che Kanal-Stra­te­gie benö­ti­gen oder damit Erfolg haben könnten.

Unter­neh­men und Insti­tu­tio­nen müss­ten dar­aus viel­mehr einen Busi­ness Case ent­wi­ckeln, der fol­gen­de Funk­tio­nen hat:

  • deut­lich zu machen, wel­che Unter­neh­mens­zie­le solch ein digi­ta­les Instru­men­ta­ri­um unter­stüt­zen könnte;
  • jedes Kom­mu­ni­ka­ti­ons­in­stru­ment an ein Unter­neh­mens­ziel zu koppeln; 
  • Unter­neh­mens­chefs beim Ein­pla­nen digi­ta­ler Etats und per­so­nel­ler Res­sour­cen zum Umden­ken zu bringen.

Fazit: Auch wenn das Video schon eini­ge Jah­re alt ist, zählt es für mich wei­ter­hin zu den ein­dring­li­chen Stel­lung­nah­men zum Stra­te­gie-The­ma. Es macht die rich­ti­ge Vor­ge­hens­wei­se und gibt Social Media Mana­ger wie auch Digi­tal Com­mu­ni­ca­ti­on Mana­ger eine ent­schei­den­de Auf­ga­be an die Hand: Küm­mert euch als ers­tes um einen Busi­ness Case. Dann wer­det ihr auch in Etat- und Res­sour­cen-Fra­gen eure Chefs bes­ser über­zeu­gen können.

Bis­her erschie­nen in der Serie “Stich­wort Wissenswertes”:

Die digitale Kommunikationsstrategie von Dominik Ruisinger

Die digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie. Seit Juli 2020 neu.
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