Mei­ne Gedan­ken­spie­le: 10 Lese­tipps aus dem Okto­ber 2019

Mei­ne Gedan­ken­spie­le: 10 Lese­tipps aus dem Okto­ber 2019

Auch im Okto­ber gab es wie­der vie­le span­nen­de Bei­trä­ge, Anre­gun­gen und auch etwas trau­ri­ge Ent­schei­dun­gen wie zum Bei­spiel das Ende des Daim­ler-Blogs, auch wenn da ja bald was Neu­es kom­men soll. 10 Lese­tipps rund um mein The­ma Digi­ta­le, stra­te­gi­sche und inte­grier­te Kom­mu­ni­ka­ti­on habe ich in mei­ne Gedan­ken­spie­le aufgenommen. 

Der Erklärbär aus den Gedankenspielen von Dominik Ruisinger
Der klei­ne Erklär­bär hilft bei Begrif­fen und Zahlen.
Nein, wir sind noch nicht alle online!

Nein, wir sind noch nicht alle online!

Es gibt Phra­sen, auf die ich etwas all­er­gisch reagie­re. Und die ich in mei­nen Trai­nings und Work­shops regel­mä­ßig the­ma­ti­sie­re: Die belieb­te gut­gläu­bi­ge Aus­sa­ge, dass ganz Deutsch­land im Inter­net ist. Denn dies ist nicht wahr. Ver­dammt. Noch nicht. Lei­der, wie ich als Bera­ter für digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­on zuge­ben muss.

Vor weni­gen Tagen hieß es zum Bei­spiel im Tea­ser eines Blog-Bei­trags bei news aktu­ell: „Mitt­ler­wei­le ist das World Wide Web (…) fest im All­tag nahe­zu aller Deut­schen eta­bliert. Wie bereits im Vor­jahr sind inzwi­schen 90 Pro­zent der Gesamt­be­völ­ke­rung online. Das ist eines der zen­tra­len Ergeb­nis­se der dies­jäh­ri­gen ARD/ZDF-Online­stu­die.” 

Von halb­wah­ren Zah­len und Aussagen …

Naja! Die­se Aus­sa­ge ist gera­de mal halb­wahr. Denn nicht 90 Pro­zent der Gesamt­be­völ­ke­rung sind bei uns online. Viel­mehr heißt es in der erwähn­ten Grund­la­gen­stu­die, die im Auf­trag der ARD/ZDF-For­schungs­kom­mis­si­on von KANTAR durch­ge­führt wur­de: “2019 nut­zen rund 90 Pro­zent der Bevöl­ke­rung das Inter­net zumin­dest gele­gent­lich.” Also viel­leicht ab und zu, viel­leicht wöchent­lich, viel­leicht monat­lich, über den eige­nen oder einen frem­den Inter­net-Zugang. So fest ist das WWW also doch noch nicht im All­tag der deut­schen Gesamt­be­völ­ke­rung etabliert. 

Key Facts der ARD/ZDF-Onlinestudie 2019
Key Facts zur ARD/ZDF-Online­stu­die 2019 

Im nächs­ten Blog-Absatz heißt es dann kor­rekt: “50 Mil­lio­nen Men­schen in Deutsch­land sind täg­lich online.” Das bedeu­tet: Bezo­gen auf die täg­li­che Nut­zung des Inter­nets haben laut ARD/ZDF-Online­stu­die genau 71 Pro­zent der Befrag­ten ange­ge­ben, an einem nor­ma­len Tag online gewe­sen zu sein. Also doch nicht ganz Deutsch­land – und dazu mit beträcht­li­chen Unter­schie­den zwi­schen den Alters­stu­fen. Über­setzt heißt dies: 29 Pro­zent und damit fast ein Drit­tel der deut­schen Bevöl­ke­rung nut­zen täg­lich nicht das Inter­net, weil sie in der gro­ßen Mehr­heit “gene­rell kein Inter­es­se am Inter­net /​ an die­sem Medi­um” haben, wie der D21-Digi­tal-Index 2018/​2019 konkretisiert.

… die zu fal­schen Schluss­fol­ge­run­gen führen.

Jetzt könn­te jemand die Unter­schei­dung als klein­lich und mei­ne Auf­re­gung als dünn­häu­tig bezeich­nen. Für mich nicht. Als Kom­mu­ni­ka­tor den­ke ich in Ziel­grup­pen – wie dies auch Unter­neh­men und Insti­tu­tio­nen tun (soll­ten). Und gera­de sol­che Stu­di­en und Aus­sa­gen bestim­men die kom­mu­ni­ka­ti­ve Pla­nung ganz vie­ler Orga­ni­sa­tio­nen ent­schei­dend mit. Falsch inter­pre­tier­te Aus­sa­gen füh­ren dazu, dass sie ihr kom­plet­tes Bud­get in den digi­ta­len Bereich umschich­ten, da ja heu­te „jeder online ist“ und ich mei­ne Ziel­grup­pen nur noch dort errei­chen kann. 

Nur: Bei 90 Pro­zent gele­gent­li­cher und “nur” 71 Pro­zent täg­li­cher Nut­zung: Wer­de ich wirk­lich jeden errei­chen kön­nen? Wohl kaum. Nicht mal theo­re­tisch. Denn dass eine Per­son, die gele­gent­lich online ist, zufäl­lig auf mein Online-Ange­bot, mei­nen Social Media Kanal, mei­nen Blog-Bei­trag tref­fen wird, ist nicht wirk­lich wahr­schein­lich – trotz aller SEO‑, Ads‑, Con­tent-Mar­ke­tin­g‑, Social Media- und Mes­sen­ger-Anstren­gun­gen. Es kommt also auch in heu­ti­ger Zeit noch auf den rich­ti­gen Mix, also auf eine stra­te­gisch geplan­te inte­grier­te Kom­mu­ni­ka­ti­on an, um Sta­ke­hol­der pass­ge­nau mit den eige­nen Inhal­ten zu errei­chen – unab­hän­gig ob digi­tal oder analog. 

Dazu mein Rat­schlag: Jeder soll­te sich sol­che Zah­len und Sta­tis­ti­ken genau­er anzu­se­hen und die­se auf Basis der eige­nen zu errei­chen­den Ziel­grup­pen detail­liert für sich ana­ly­sie­ren. Nur so wird er die adäqua­te Gewich­tung für sei­ne Content‑, Media- und Kanal­pla­nung fin­den. Und dazu ste­hen neben der ARD/ZDF-Online­stu­die wei­te­res hilf­rei­ches Daten­ma­te­ri­al bei­spiels­wei­se über die Markt-Media-Stu­die “dai­ly digi­tal facts” der agof oder den erwähn­ten und von mir geschätz­ten D21-Digi­tal-Index zur Verfügung. 

Wenn wir doch etwas online affi­ner wären …

An einem Bahnhof in Deutschland im Jahre 2019
An einem Bahn­hof irgend­wo in Deutsch­land im Jah­re 2019

Ein Ziel­grup­pen-All­heil­mit­tel ist das WWW mit sei­nen Kanä­len – bis heu­te – defi­ni­tiv nicht, und das Social Web erst recht nicht. Und wenn ich mir die lang­sa­me Ent­wick­lung bei uns betrach­te – The­ma WLAN-Ver­brei­tung, Surf-Geschwin­dig­keit, recht­li­che Beden­ken, inter­ne Hin­der­nis­se inner­halb der Orga­ni­sa­tio­nen und poli­ti­sches Unwis­sen – Stich­wort “Ja, Digi­ta­li­sie­rung ist jetzt sicher nicht mein Spe­zi­al­be­reich, aber ein abso­lu­tes Zukunfts­the­ma” der damals neu­en bay­ri­schen Digi­tal­mi­nis­te­rin Judith Ger­lach –, dann wird dies auch so noch eine Wei­le blei­ben. Wie gesagt, leider. 

Daher: Erst lesen, dann inter­pre­tie­ren, dann umset­zen. Und dabei das logi­sche Den­ken bit­te nicht vergessen! ;-)))

Mei­ne Gedan­ken­spie­le: 10 Lese-Tipps aus dem Novem­ber 2018

Mei­ne Gedan­ken­spie­le: 10 Lese-Tipps aus dem Okto­ber 2018

Bench­marks, The­sen, Gewin­ner zu mei­ner neu­en Stu­die #stif­tung­di­gi­tal

Bench­marks, The­sen, Gewin­ner zu mei­ner neu­en Stu­die #stif­tung­di­gi­tal

Wie pro­fes­sio­nell agie­ren Stif­tun­gen im digi­ta­len Zeit­al­ter? Wie ver­hal­ten sie sich spe­zi­ell im Social Web? Wel­che Stra­te­gien sind zu erken­nen? Fra­gen wie die­se stan­den im Zen­trum mei­ner neu­en qua­li­ta­tiv-quan­ti­ta­ti­ven Stu­die #STIFTUNGDIGITAL, die ich ver­gan­ge­ne Woche auf dem Deut­schen Stif­tungs­Tag 2018 (#DST18) in Nürn­berg erst­mals vor­ge­stellt habe.

Wo stehen Stiftungen kommunikativ im digitalen Zeitalter

Stu­die #STIFTUNGDIGITAL von Domi­nik Ruisinger

Zwi­schen Som­mer 2017 und Früh­jahr 2018 habe ich die Online-Prä­senz – Cor­po­ra­te Web­site, Sicht­bar­keit in Such­ma­schi­nen, Social Media Akti­vi­tä­ten – von ins­ge­samt 238 Stif­tun­gen anhand von rund 160 Kri­te­ri­en ana­ly­siert. Die Erkennt­nis­se habe ich mit den Ergeb­nis­sen aus 12 schrift­li­chen Inter­views mit Stif­tungs­ver­ant­wort­li­chen sowie wei­te­ren Hin­ter­grund­ge­sprä­chen ergänzt, die ich im Früh­jahr geführt habe.

Damit jeder Inter­es­sier­te weiß, was er mit der Stu­die erhält und wie er oder sie von den Inhal­ten und Ergeb­nis­sen pro­fi­tie­ren könn­te, habe ich fol­gen­de Infor­ma­tio­nen online bereitgestellt:

  1. Daten und Fak­ten zur Stu­die — samt Bestell-Opti­on.
  2. Eine kom­pak­te Beschrei­bung der Stu­die.
  3. Auf­zäh­lung von 10 Grün­den, war­um die Stu­die Stif­tun­gen bei ihrer eige­nen Kom­mu­ni­ka­ti­on hilft.
  4. Eine Lis­te von Stif­tun­gen, die in den ana­ly­sier­ten Berei­chen beson­ders gut abge­schlos­sen haben.
  5. 9 Schluss­fol­ge­run­gen, die Stif­tun­gen aus den Stu­di­en­ergeb­nis­sen zie­hen soll­ten.
  6. Das Inhalts­ver­zeich­nis zur Stu­die.
  7. Ein Über­blick mit allen im Rah­men der Stu­die ana­ly­sier­ten Stif­tun­gen.

Und wenn sich aus die­ser Fül­le an Infor­ma­tio­nen wei­te­re Fra­gen erge­ben soll­ten, dann hel­fe ich ger­ne.