War­um jedes Soci­al Media Enga­ge­ment eine Stra­te­gie benö­tigt.

War­um jedes Soci­al Media Enga­ge­ment eine Stra­te­gie benö­tigt.

Kürz­lich durf­te ich für das Maga­zin Stif­tung & Spon­so­ring einen Gast­bei­trag dar­über schrei­ben, war­um Stif­tun­gen sich stär­ker mit dem The­ma Soci­al Media Stra­te­gie bzw. Digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie aus­ein­an­der­set­zen soll­ten. Als zer­ti­fi­zier­ter Stif­tungs­ma­na­ger und Bei­rat einer Stif­tung zählt dies zu den The­men, die mir aktu­ell viel um den Kopf schwir­ren bzw. an denen ich in lau­fen­den Pro­jek­ten mit Stif­tun­gen arbei­te. In Abspra­che mit dem Ver­lag darf ich die­sen Bei­trag heu­te auch hier publi­zie­ren.

Immer mehr Stif­tun­gen sind heu­te auf den Platt­for­men im Soci­al Web prä­sent. Sie lan­cie­ren Face­book-Pages, Twit­ter- und You­Tube-Accounts, tes­ten Insta­gram-Sto­ries und hof­fen so auf Inter­es­sen­ten, Mul­ti­pli­ka­to­ren oder gar Spen­der. Sie ver­su­chen, ihre Bekannt­heit zu erhö­hen, sich regio­nal stär­ker zu ver­net­zen, sich gegen­über Part­nern und Medi­en zu posi­tio­nie­ren und ein akti­ves Agen­da Set­ting zu betrei­ben. Schließ­lich bie­tet das Soci­al Web durch­aus enor­me Chan­cen, dem eige­nen Anlie­gen im Aus­tausch mit ande­ren eine Stim­me zu geben. Das zen­tra­le Pro­blem: Vie­le die­ser Akti­vi­tä­ten sind vor allem Platt­form getrie­ben, wie bei­spiels­wei­se auch mei­ne eige­ne Stu­die #stif­tung­di­gi­tal: Wo ste­hen Stif­tun­gen im digi­ta­len Zeit­al­ter ver­deut­licht hat­te.

Das Zeit­al­ter digi­ta­ler Kom­mu­ni­ka­ti­on hat gera­de erst begon­nen.

Digitale Kommunikationsstrategie - ein Praxisleitfaden von Dominik Ruisinger - für Stiftungen und für Unternehmen
Die digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie. Ein Leit­fa­den von Domi­nik Rui­sin­ger

Jeder Stif­tung muss bewusst sein: Das Zeit­al­ter digi­ta­ler Kom­mu­ni­ka­ti­on hat erst begon­nen. Die Viel­falt der Platt­for­men wird stei­gen, die Algo­rith­men wer­den neu dazu­ler­nen, die Form der Kom­mu­ni­ka­ti­on wird sich wei­ter ent­wi­ckeln. Immer stär­ker ist bereits das Vor­drin­gen von Bewegt­bild und Live-Video zu beob­ach­ten, von Mes­sen­gern, auto­ma­ti­sier­ten Chat­bots oder Soci­al Col­la­bo­ra­ti­on-Platt­for­men. All die­se drän­gen in die Werk­zeug­kof­fer der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ex­per­ten.

Es bringt wenig, den Platt­for­men hin­ter­her zu hecheln und auf jeden Trend auf­zu­sprin­gen. So schreibt Chris­ti­an Achil­les, Lei­ter Kom­mu­ni­ka­ti­on und Medi­en beim DSGV, in mei­nem Buch „Die digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie“ zurecht, dass sich digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­on nicht dar­in erschöpft, „Soci­al Media zu beherr­schen, neue Apps anzu­bie­ten oder mög­lichst vie­le neue Kanä­le ent­spre­chend schnell wech­seln­der Moden zu beset­zen“ . Kom­mu­ni­ka­ti­on müs­se viel sys­te­ma­ti­scher und in einer die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­dis­zi­pli­nen über­grei­fen­der Wei­se geplant wer­den und dabei auf einer kla­ren Mar­ken­stra­te­gie beru­hen.

Eine Stra­te­gie ist unab­ding­bar. Punkt.

Für Stif­tun­gen heißt dies: Es bedarf einer sorg­fäl­tig erar­bei­te­ten und klar for­mu­lier­ten Soci­al Media Stra­te­gie. Sie ist unab­ding­bar für eine nach­hal­ti­ge Prä­senz im digi­ta­len Zeit­al­ter. Sys­te­ma­tisch abge­stimmt dient sie als Leit­fa­den für eine stra­te­gisch aus­ge­rich­te­te Kom­mu­ni­ka­ti­on im Soci­al Web und dafür, dass ein Enga­ge­ment nicht als Schnell­schuss ver­kommt, son­dern zur nach­hal­ti­gen Erfolgs­ge­schich­te wer­den kann.

Bei der Vor­ge­hens­wei­se unter­schei­det sich eine Soci­al Media Stra­te­gie kaum von der klas­si­schen Kom­mu­ni­ka­ti­on: Zuerst kommt die Ana­ly­se, in der die eige­ne Aus­gangs­si­tua­ti­on ana­ly­siert und die inter­nen Vor­aus­set­zun­gen für ein Enga­ge­ment im Soci­al Web über­prüft wird. Schließ­lich bedeu­tet Soci­al Media Dia­log, Inter­ak­ti­on, Invol­ve­ment. Und zum Dia­log gehört weni­ger Sen­den als viel­mehr Zuhö­ren. Das heißt, Stif­tun­gen müs­sen sich im Rah­men ihrer Con­tent-Stra­te­gie auf die Inhal­te fokus­sie­ren, die für ihre Sta­ke­hol­der von Rele­vanz sind. Dabei müs­sen sie geäu­ßer­te Kri­tik als Chan­ce zur Ver­bes­se­rung wahr­neh­men. Sie müs­sen also den Mut haben, sich Dis­kus­sio­nen offen gegen­über­zu­stel­len und dazu aus­rei­chend Res­sour­cen zur Ver­fü­gung zu stel­len.

Wei­ter basiert jede erfolg­rei­che Kom­mu­ni­ka­ti­on auf mess­ba­ren Zie­len, klar defi­nier­ten Sta­ke­hol­dern, einer nach­hal­ti­gen Posi­tio­nie­rung und dau­er­haf­ter Kon­trol­le. Dazu muss die Stra­te­gie als lau­fen­der Pro­zess ver­stan­den wer­den, die der stän­di­gen Bear­bei­tung, Ergän­zung, Aktua­li­sie­rung bedarf. Erst auf die­ser Basis kön­nen die Platt­for­men und Instru­men­te bestimmt wer­den, wobei gilt: Erst müs­sen die The­men, die Sto­ries, die Inhal­te ent­wi­ckelt wer­den, bevor die pas­sen­den Soci­al Media Kanä­le gewählt wer­den.

Inte­griert in die Stif­tungs­stra­te­gie

Soci­al Media darf zudem nie­mals ein iso­lier­tes Pro­jekt, ein eigen­stän­di­ger Zweck oder ein unab­hän­gi­ger Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nal sein. Die Soci­al Media Akti­vi­tä­ten sind an die über­ge­ord­ne­te Visi­on sowie an die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie anzu­do­cken. Ein gutes Ori­en­tie­rungs­mo­dell lie­fert bei­spiels­wei­se der „Soci­al Media Stra­te­gy Fun­nel“ von Angie Schott­mul­ler, der bereits aus dem Jah­re 2012 stammt und wei­ter aktu­ell bleibt. Dar­in sind die not­wen­di­gen Vor­aus­set­zun­gen auf­ge­zeigt, die den Erfolg mit­be­stim­men: Eine klar dar­ge­leg­te Stra­te­gie mit for­mu­lier­ten Busi­ness-Zie­len, von der die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­zie­le abge­lei­tet wer­den, auf denen die Soci­al Media Zie­le beru­hen, die sich über Inhal­te erfül­len und zur Über­prü­fung jeder­zeit eva­lu­ie­ren las­sen.

Zusam­men­ge­fasst bedeu­tet dies: Bevor Stif­tun­gen also begin­nen, eine Soci­al Media Stra­te­gie zu ent­wi­ckeln, soll­ten sie als ers­ten Schritt ihre Stif­tungs­stra­te­gie einer genau­en Ana­ly­se unter­zie­hen. Dies bil­det die Basis für die wei­te­re Vor­ge­hens­wei­se. Ansons­ten ver­pufft jede noch so gut gemein­te Soci­al Media Stra­te­gie wir­kungs­los.

Neue Stu­die #STIFTUNGDIGITAL: Wo ste­hen Stif­tun­gen im digi­ta­len Zeit­al­ter?

Neue Stu­die #STIFTUNGDIGITAL: Wo ste­hen Stif­tun­gen im digi­ta­len Zeit­al­ter?

Wo stehen Stiftungen kommunikativ im digitalen Zeitalter

Stu­die #STIFTUNGDIGITAL von Domi­nik Rui­sin­ger, 05/​2018

Wie pro­fes­sio­nell agie­ren Stif­tun­gen im digi­ta­len Zeit­al­ter? Wel­che Kanä­le beset­zen sie? Wie ver­hal­ten sich Stif­tun­gen spe­zi­ell im Soci­al Web? Wel­che Stra­te­gi­en sind zu erken­nen? Fra­gen wie die­se stan­den im Zen­trum mei­ner neu­en qua­li­ta­tiv-quan­ti­ta­ti­ven Stu­die #STIFTUNGDIGITAL, die auf dem Deut­schen Stif­tungs­Tag 2018 (DST18)  in Nürn­berg heu­te erst­mals vor­ge­stellt wur­de.

Digi­ta­li­sie­rung und digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­on haben die Stif­tungs­bran­che stark ergrif­fen. Stif­tun­gen befin­den sich heu­te in einem immer stär­ke­ren Chan­ge-Pro­zess. Die­sen soll­ten sie tief ver­in­ner­li­chen. Sie müs­sen sich dazu mit den Ver­än­de­run­gen aktiv beschäf­ti­gen und ihre Kom­mu­ni­ka­ti­on bewusst dar­auf aus­rich­ten. Nur so wer­den sie in Zei­ten einen Con­tent Schocks zu ihren The­men sicht­bar blei­ben. Doch wie müs­sen sie dazu ihre digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­on auf­stel­len?

Ich kann mich noch gut dar­an erin­nern, als vor ein paar Jah­ren dazu die Dis­kus­sio­nen began­nen und seit­dem immer inten­si­ver wur­den: Auf der einen Sei­te inner­halb unse­rer eige­nen klei­ne­ren Stif­tung, auf der ande­ren Sei­te mit Teil­neh­mern mei­ner Coa­chings und Trai­nings: Muss ich als Stif­tung in den digi­ta­len Medi­en über­haupt prä­sent sein? Wenn ja, wie und wo? Und wie steht es gene­rell um die Prä­senz von Stif­tun­gen im Inter­net und im Soci­al Web?

Vor die­sem Hin­ter­grund habe ich zwi­schen dem 3. Quar­tal 2017 und dem 1. Quar­tal 2018 eine umfang­rei­che Stu­die durch­ge­führt, die sich über die­sen Link bestel­len lässt. Im Rah­men der Stu­die habe ich die Online-Prä­senz von ins­ge­samt 238 Stif­tun­gen anhand von rund 160 Kri­te­ri­en ana­ly­siert. Das heißt:
— Cor­po­ra­te Web­site
— Sicht­bar­keit in Such­ma­schi­nen
— Soci­al Media Akti­vi­tä­ten sowie
— wei­te­re digi­ta­le Pro­jek­te.
Dar­un­ter befan­den sich 200 Stif­tun­gen bür­ger­li­chen Rechts sowie 17 Stif­tun­gen öffent­li­chen Rechts und 21 Stif­tungs­ver­ei­ne und ‑GmbH als Bench­mark. Zudem habe ich schrift­li­che Inter­views sowie ver­trau­li­che Gesprä­che mit gut einem Dut­zend Stif­tungs­ver­ant­wort­li­chen geführt, um wei­te­re Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen bezo­gen auf Stra­te­gie, Zie­len und Res­sour­cen zu erhal­ten.

Schluss­fol­ge­run­gen aus #STIFTUNGDIGITAL
Grund­sätz­lich las­sen sich fol­gen­de Schluss­fol­ge­run­gen aus den Stu­di­en­ergeb­nis­sen zie­hen:

Schlussfolgerungen zur Studie #stiftungdigital

Fazit zur Stu­die #stif­tung­di­gi­tal

  1. Stif­tun­gen müs­sen den Wan­del anneh­men.
    Vie­len Stif­tun­gen ist bewusst, dass sie in einem wirk­li­chen Chan­ge-Pro­zess ste­cken. Aber wirk­lich ange­kom­men sind sie im digi­ta­len Kom­mu­ni­ka­ti­ons­zeit­al­ter noch nicht. Sie müs­sen drin­gend ihr Zögern auf­ge­ben und pro­ak­tiv agie­ren.
  2. Stif­tun­gen benö­ti­gen eine digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie.
    Stif­tun­gen bezeich­ne­ten sich viel­fach als auf­ge­schlos­sen gegen­über digi­ta­ler Kom­mu­ni­ka­ti­on. Nur: Vie­le ver­fü­gen bis­lang weder über ein Leit­bild, eine aus­ge­ar­bei­te­te Stif­tungs­stra­te­gie, wirk­lich mess­ba­re Zie­le. Die­se bestim­men aber ihre Zukunft ent­schei­dend mit.
  3. Stif­tun­gen brau­chen mehr Res­sour­cen.
    Die Akti­vi­tä­ten vie­ler Stif­tun­gen kran­ken an feh­len­den Res­sour­cen. Doch Zeit, Per­so­nal, Geld wer­den heu­te zum zen­tra­len Erfolgs­fak­tor. Ohne sie wer­den sie künf­tig kaum Sicht­bar­keit inner­halb des wach­sen­den Wett­be­werbs erhal­ten.
  4. Stif­tun­gen müs­sen sich fokus­sie­ren.
    Vie­le Stif­tun­gen ver­su­chen über­all mit­zu­spie­len. Doch Pro­fes­sio­na­li­tät zeigt sich auch dar­an, sich auf die Platt­for­men zu fokus­sie­ren, die sich stra­te­gisch und kon­ti­nu­ier­lich füh­ren las­sen. Manch­mal kann weni­ger mehr hei­ßen.
  5. Stif­tun­gen müs­sen ihr Schau­fens­ter moder­ni­sie­ren.
    Die Cor­po­ra­te Web­site soll­te das Schau­fens­ter jeder Stif­tung sein. Doch dies gilt bei wei­tem nicht für alle. Hier gilt es schnellst­mög­lich anzu­set­zen, um bestehen­de Sta­ke­hol­der an sich zu bin­den und neue Ziel­grup­pen zu errei­chen.
  6. Stif­tun­gen soll­ten Dia­log­an­ge­bo­te auf­bau­en.
    Online-Pres­se­be­reich und E‑Mail-News­let­ter sind zwei tra­di­tio­nel­le Dia­log­an­ge­bo­te. Doch bis­lang gehen nur weni­ge Stif­tun­gen damit pro­fes­sio­nell um. Ihnen muss bewusst sein, dass die­se Dia­log­an­ge­bo­te ohne pro­fes­sio­nel­le Pfle­ge nicht posi­tiv wir­ken kön­nen.
  7. Stif­tun­gen müs­sen Rele­vanz bie­ten.
    Die Mehr­heit der Stif­tun­gen ver­steht die Soci­al Media Platt­for­men als Ein­bahn­stra­ße, als pure Infor­ma­ti­ons­ka­nä­le. Statt­des­sen sind es aber Dia­log-Ange­bo­te. Sie machen folg­lich nur für Stif­tun­gen Sinn, die regel­mä­ßig mit ihrer Com­mu­ni­ty inter­agie­ren. Dazu müs­sen sie ihren Fans Inhal­te mit Rele­vanz bie­ten.
  8. Stif­tun­gen müs­sen ihre Kanal­stra­te­gie über­den­ken.
    Face­book ist der zen­tra­le Soci­al Media Kanal. Noch. Mit einem ver­än­der­ten Algo­rith­mus steigt der Druck, Bei­trä­ge zu bewer­ben oder ihre Com­mu­ni­ty zu akti­vie­ren. Daher soll­ten sich Stif­tun­gen ver­stärkt mit Grup­pen und eige­nen Con­tent-Platt­for­men – Cor­po­ra­te Web­site, Cor­po­ra­te Blog, Com­mu­nities etc. – beschäf­ti­gen.
  9. Stif­tun­gen soll­ten mutig sein.
    Meh­re­re Stif­tun­gen pro­bie­ren sich an inno­va­ti­ven Pro­jek­ten. Die­se Neu­gier soll­ten sie sich bewah­ren. Denn die­se bie­ten die Chan­ce, sich mit den Chan­cen wie den Gren­zen digi­ta­ler Kom­mu­ni­ka­ti­on inten­si­ver bekannt zu machen. Auch als Inves­ti­ti­on für die Zukunft.

Leit­fa­den für die Stif­tungs­kom­mu­ni­ka­ti­on
Mit die­ser Stu­die woll­te ich auf der einen Sei­te einen Stand­ort­be­stim­mung durch­füh­ren. Auf der ande­ren Sei­te möch­te ich mit den Ergeb­nis­sen Stif­tun­gen wie unse­rer Anre­gun­gen lie­fern, wie sie den kom­mu­ni­ka­ti­ven Her­aus­for­de­run­gen im digi­ta­len Zeit­al­ter bes­ser begeg­nen kön­nen.

Wei­te­re Infos gefäl­lig?
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=> Kurz­be­schrei­bung sowie Inhalts­ver­zeich­nis.

Mei­ne Gedan­ken­spie­le: 10 Lese-Tipps aus dem Sep­tem­ber 2017

Mei­ne Gedan­ken­spie­le: 10 Lese-Tipps aus dem Sep­tem­ber 2017

Gedan­ken­spie­le

Inter­view mit Domi­nik Rui­sin­ger: Über Soci­al Media Stra­te­gi­en, Copy Cats, Hypes und not­wen­di­ges Com­mu­ni­ty Manage­ment

Inter­view mit Domi­nik Rui­sin­ger: Über Soci­al Media Stra­te­gi­en, Copy Cats, Hypes und not­wen­di­ges Com­mu­ni­ty Manage­ment

Die lie­ben Blog-Kol­le­gen von Mar­ke­ting im Pott haben mit mir kürz­lich ein etwas län­ge­res Inter­view geführt: Über die Bedeu­tung einer Soci­al Media Stra­te­gie, zur Soci­al Media Nut­zung, über die Her­aus­for­de­run­gen für Unter­neh­men, sich die­sen dau­er­haf­ten Ver­än­de­run­gen anzu­pas­sen – Stich­wort Algo­rith­mus und natür­lich auch zu mei­nem Buch „Die digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie“. Auch ich darf das Inter­view hier publi­zie­ren, was ich natür­lich ger­ne tue.

Für vie­le Unter­neh­men bedeu­tet Soci­al Media-Stra­te­gie, die Pos­tings auf Face­book durch­zu­pla­nen. Was ver­ste­hen Sie dar­un­ter?

Das ist eine sehr umfas­sen­de Fra­ge, die ich aus Bera­tun­gen und Trai­nings gut ken­ne. Grund­sätz­lich liegt das Pro­blem dar­in, dass vie­le Men­schen heu­te unter dem Ober­be­griff Soci­al Media vor allem Face­book ver­ste­hen bzw. bei­de Begrif­fe prak­tisch gleich­set­zen. Wenn sie dann ihre Face­book-Sei­te erstellt und viel­leicht ers­te Erfol­ge erzielt haben, spre­chen sie von einer Soci­al Media-Stra­te­gie. Dabei hat eine Stra­te­gie eigent­lich die Auf­ga­be, erst ein­mal her­aus­zu­fin­den, ob Face­book über­haupt das rich­ti­ge Instru­ment ist. Und Face­book ist sicher­lich nicht bei allen Fra­gen die pas­sen­de Ant­wort.

Das bedeu­tet: Eine Soci­al Media Stra­te­gie beginnt erst ein­mal mit einer grund­le­gen­den Aus­gangs­ana­ly­se von Unter­neh­men, Kom­mu­ni­ka­ti­ons-akti­vi­tä­ten, Res­sour­cen, Offen­heit gegen­über Soci­al Media, Mit­be­wer­bern etc. Dabei kommt es ganz ent­schei­dend dar­auf an, dass solch eine Ana­ly­se ergeb­nis­of­fen geführt wird. Sie könn­te durch­aus auch zum Ergeb­nis füh­ren, dass ein E‑Mail-News­let­ter, eine SEO-Stra­te­gie viel ziel­füh­ren­der als der Auf­bau oder Aus­bau etwai­ger Soci­al Media-Akti­vi­tä­ten ist. Als nächs­ten Schritt sind Zie­le und Ziel­grup­pen zu defi­nie­ren, ist das Unter­neh­men mit einer kla­ren Aus­sa­ge nach innen wie nach außen zu posi­tio­nie­ren und ist auf die­ser Basis eine Con­tent Stra­te­gie zu ent­wi­ckeln, die zum Schluss wie­der zu eva­lu­ie­ren ist. Genau die­se Schrit­te beschrei­be ich ja detail­liert in mei­nem nicht mehr ganz neu­en Buch „Die digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie“.

Wie nut­zen Sie selbst die sozia­len Netz­wer­ke?

Es gibt Netz­wer­ke, die ich für per­sön­li­che The­men und zu rein pri­va­ten Zie­len nut­ze, und ande­re, in denen ich mich beruf­lich mit vie­len Freun­den, Kol­le­gen oder auch teils noch Unbe­kann­ten aus­tau­sche. Wer mir bei­spiels­wei­se auf Face­book oder Insta­gram folgt, wird – abge­se­hen von der Ver­brei­tung eige­ner Blog-Bei­trä­ge – kaum beruf­li­che The­men fin­den. Auf Twit­ter, Xing, Lin­kedIn, Goog­le+ und teils auch Pin­te­rest ste­hen dage­gen fach­li­che The­men im Vor­der­grund, wie natür­lich auch in mei­nem eige­nen Blog „Gedan­ken­spie­le“. Gleich­zei­tig beob­ach­te ich, dass sich mein Nut­zungs­ver­hal­ten in den letz­ten Jah­ren – weg vom vie­len Pos­ten, hin zum stär­ke­ren Beob­ach­ten und zur Kom­mu­ni­ka­ti­on inner­halb immer klei­ne­rer Micro-Grup­pen – geän­dert hat. Und mit die­ser Fokus-Ver­schie­bung hin zum Pri­va­ten lie­ge ich heu­te ziem­lich im Trend, wie vie­le Stu­di­en zei­gen.

Apro­pos Goog­le+: Vie­le glau­ben, wer sei­ne eige­nen Ver­öf­fent­li­chun­gen flei­ßig auf Goog­le+ pos­tet, steht dadurch in den Ergeb­nis­sen der Goog­le-Suche wei­ter oben. Was ist dran an die­sem Zusam­men­hang?

In der Ver­gan­gen­heit haben vie­le Goog­le+ vor allem genutzt – und dazu zähl­te ich auch -, um eine mög­lichst hohe Sicht­bar­keit bei Goog­le zu errei­chen. Dies lag dar­in begrün­det, dass Goog­le die Google+-Beiträge in der Suche pro­mi­nent plat­ziert und visu­ell her­vor­ge­ho­ben hat. Im Zuge des Umbaus von Goog­le+ hat Goog­le in den letz­ten Mona­ten die­sen Vor­teil schritt­wei­se deut­lich her­un­ter­ge­fah­ren. Wie stark sich über­haupt heu­te noch Akti­vi­tä­ten auf Goog­le+ auf die eige­ne Sicht­bar­keit aus­wir­ken, ist umstrit­ten und The­ma vie­ler hef­ti­ger Forums­dis­kus­sio­nen. Ich selbst habe auf jeden Fall kei­ne grö­ße­ren Vor­tei­le mehr für mei­ne Posts bemerkt, son­dern nut­ze Goog­le+ selbst heu­te stär­ker für mei­ne per­sön­li­che Com­mu­ni­ty-Pfle­ge in Fach­grup­pen.

Der Markt an Soci­al Media-Tools wirkt nahe­zu über­schwemmt. Von Buf­fer bis Hootsui­te bie­ten die Platt­for­men unter­schied­lichs­te Leis­tungs­um­fän­ge. Haben Sie eine kla­re Emp­feh­lung?

Ein­fa­che Fra­ge – kla­re Ant­wort: Nein ;-). Ich selbst nut­ze Buf­fer für die Pla­nung von Inhal­ten, HootSui­te für geord­ne­te kanal­wei­te Pos­tings und ins­be­son­de­re zum Moni­to­ring, den Soci­al­Hub für ein Com­mu­ni­ty Manage­ment und Moni­to­ring, Pocket, Refind und ins­be­son­de­re Diigo für das Mer­ken von Bei­trä­gen, die mir wich­tig erschei­nen sowie eine gan­ze Lis­te an wei­te­ren grö­ße­ren wie klei­ne­ren Tools. Die­se tau­sche ich regel­mä­ßig aus, da der Markt extrem in Bewe­gung ist. Jeder Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ver­ant­wort­li­che hat hier die Auf­ga­be, sich den Markt genau zu beob­ach­ten und die für ihn pas­sen­den Tools und Werk­zeu­ge zu fin­den. Einen gene­rel­len und all­ge­mein gül­ti­gen Tipp kann ich im Dickicht fast täg­lich neu­er Tools hier – lei­der – nicht geben. Sor­ry.

Die gro­ßen Play­er unter den Platt­for­men ändern ihre Algo­rith­men fort­lau­fend und füh­ren bei­na­he täg­lich neue Funk­tio­nen ein. Bei­spiel Insta­gram: Hier beherr­schen die „Sto­ries“ vom einen auf den ande­ren Tag plötz­lich aus Snap­chat bekann­te Fil­ter. Wie kön­nen Unter­neh­men sol­che Neue­run­gen für sich nut­zen?

Copy Cats Social Media

Soci­al Media Copy Cats: Jeder lie­fert das­sel­be.

In den letz­ten Mona­ten ist wirk­lich zu beob­ach­ten, dass alle Soci­al Media–Plattformen irgend­wie alles anbie­ten wol­len: Alle bie­ten Live-Über­tra­gun­gen, alle lie­fern Sto­ries, bei allen ver­schwin­den die Bei­trä­ge irgend­wann; und alle stär­ken zudem den Pri­va­te Messa­ging Bereich wei­ter, wie es Face­book zum Bei­spiel gera­de auch mit der Auf­wer­tung der Grup­pen macht. Eine hüb­sche Gra­fik auf der News-Sei­te recode trägt daher völ­lig berech­tigt den Titel „Copy Cats“.

Die gro­ße Her­aus­for­de­rung für Unter­neh­men in die­sem Kon­text heißt „Com­mu­ni­ty Buil­ding“. Letzt­end­lich kommt es nicht dar­auf an, ob sie auf allen Kanä­len gleich aktiv sind; oder wel­cher Kanal gera­de beson­ders stark ange­sagt ist. Ent­schei­dend ist, ob es ihnen gelingt, in den Kanä­len eine eige­ne Com­mu­ni­ty auf­zu­bau­en, die ihre Bei­trä­ge wie­der­um als Mul­ti­pli­ka­to­ren in ihre eige­nen Kanä­le wei­terträgt – und dies natür­lich stets abge­stimmt mit der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie. Ohne Com­mu­ni­ty wer­den die eige­nen Inhal­te wir­kungs­los ver­puf­fen – unab­hän­gig davon, ob wir jetzt von Insta­gram, Snap­chat, Pin­te­rest oder bei­spiels­wei­se You­Tube spre­chen. Dass die Ver­net­zung und der Auf­bau einer Com­mu­ni­ty auf Insta­gram im Ver­gleich zu Snap­chat gera­de durch die Ein­glie­de­rung ins Face­book-Uni­ver­sum deut­lich ein­fa­cher ist, hat mit Sicher­heit den Trend hin zu Insta­gram befeu­ert. Hier darf man wirk­lich gespannt sein, wie das Wett­ren­nen der Soci­al Media-Platt­form-Anbie­ter wei­ter­geht. Es bleibt auf jeden Fall span­nend.

Das Inter­net ist welt­weit erreich­bar. Wel­che Chan­cen haben loka­le und regio­nal täti­ge Fir­men, ihr(e) Produkt(e) dort zu ver­mark­ten?

Welt­wei­te Erreich­bar­keit auf der einen Sei­te und loka­le bzw. regio­na­le Unter­neh­men auf der ande­ren Sei­te – das ist für mich kei­nes­wegs ein Wider­spruch. Neh­men wir ein ganz ein­fa­ches Bei­spiel: Wenn Sie nach einem neu­en Restau­rant in Ihrer eige­nen Stadt suchen, dann ori­en­tie­ren Sie sich wahr­schein­lich an Bewer­tun­gen auf Fours­qua­re, Yelp, Tri­pad­vi­sor oder direkt auf Goog­le. Das sind alles welt­wei­te Anbie­ter. Wenn ein Restau­rant dort nicht prä­sent ist, wer­den Sie es nicht fin­den und nicht in Betracht zie­hen. Es exis­tiert in Ihrem Kopf de fac­to nicht. Das Bei­spiel lie­ße sich pro­blem­los auf vie­le ande­re Pro­duk­te über­tra­gen. Das soll zei­gen, wie stark heu­te lokal, regio­nal, inter­na­tio­nal mit­ein­an­der ver­netzt ist und war­um es gera­de für loka­le und regio­na­le Anbie­ter ent­schei­dend dar­auf ankommt, dort prä­sent und sicht­bar zu sein. Ansons­ten wer­den sie von neu­en Kun­den nicht mehr gefun­den wer­den und bei vie­len bestehen­den in Ver­ges­sen­heit gera­ten.

Ein wenig wei­ter gedacht reicht es nicht, sei­ne Akti­vi­tä­ten heut­zu­ta­ge nur auf Soci­al Media zu beschrän­ken. Sie haben ein Buch über die „Digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie“ geschrie­ben. Was kann man sich unter die­sem Begriff vor­stel­len?

Fachbuch Kommunikationsstrategie im digitalen Zeitalter

Domi­nik Rui­sin­ger: Die digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie

Der Hype um Soci­al Media hat dazu geführt, dass Unter­neh­men Soci­al Media–Kanäle teils als Heils­brin­ger gese­hen haben: Für alle Fra­gen. Für alle Her­aus­for­de­run­gen in Kom­mu­ni­ka­ti­on, Mar­ke­ting und Ver­trieb. Zur Lösung aller Pro­ble­me. Nur: So funk­tio­niert Kom­mu­ni­ka­ti­on heu­te nicht! Wir müs­sen viel stär­ker die kom­mu­ni­ka­ti­ve Her­aus­for­de­rung in den Vor­der­grund stel­len und dann – wie oben schon erwähnt – stra­te­gisch die dafür pas­sen­den Instru­men­te und die adäqua­te Vor­ge­hens­wei­se aus­wäh­len.

Mit dem Begriff „Digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie“ habe ich daher ganz bewusst dem Begriff „Soci­al Media Stra­te­gie“ einen erwei­ter­ten Begriff über­ge­stülpt. Die­ser beinhal­tet neben den Soci­al Media–Werkzeugen auch eta­blier­te wie neu auf­ge­kom­me­ne Instru­men­te wie E‑Mail-Mar­ke­ting, Online-Pres­se­ar­beit, Web­sei­te, Mes­sen­ger-Diens­te, Bots oder Apps, die pas­send zur ein­ge­schla­ge­nen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie und zur ganz­heit­li­chen Unter­neh­mens­stra­te­gie ein­zu­set­zen sind. Ich will damit auch ver­deut­li­chen, dass im Rah­men einer Digi­ta­len Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie es meist nicht aus­reicht, sich allein auf Soci­al Media zu fokus­sie­ren, bei­spiels­wei­se wenn man bedenkt, dass bei wei­tem nicht alle Men­schen in Deutsch­land über Soci­al Media-Instru­men­te zu errei­chen sind. Den Begriff „Digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie“ soll­ten Sie daher als ein Appell wahr­neh­men, sich nicht gleich auf Soci­al Media zu stür­zen, son­dern stra­te­gisch-ana­ly­tisch an die kom­mu­ni­ka­ti­ve Her­aus­for­de­rung her­an­wa­gen soll­ten und sich nicht von einem bereits im Kopf vor­han­de­nen Werk­zeug den Blick auf das Wesent­li­che ver­schlei­ern soll­ten.

Schon der Umfang so einer „Digi­ta­len Stra­te­gie“ lässt erken­nen, dass sich die­se Her­aus­for­de­rung nicht mal eben neben­bei von einem Mit­ar­bei­ter bewerk­stel­li­gen lässt. Müs­sen KMU jetzt zwin­gend neue Jobs schaf­fen, um erfolg­reich zu sein?

Die Kom­mu­ni­ka­ti­on hat sich in den letz­ten Jah­ren extrem gewan­delt. Und die­ser Wan­del ist weit davon ent­fernt, ein Ende gefun­den zu haben. Ganz im Gegen­teil. Doch ob man jetzt neue Jobs schaf­fen muss, kann ich gene­rell nicht sagen. Ich gehe aber davon aus. Was ich aber mit Sicher­heit sagen kann, ist, dass die Jobs und Job­pro­fi­le sich sehr stark ver­än­dern wer­den. Unter­neh­men müs­sen also mas­siv Geld und Zeit in die Fort­bil­dung ihrer Mit­ar­bei­ter, in erwei­ter­te Res­sour­cen finan­zi­el­ler und zeit­li­cher Art, in den Aus­bau ihrer tech­ni­schen Infra­struk­tu­ren ste­cken. Genau davor schre­cken gera­de vie­le KMU noch zurück. Sie müs­sen sich immer wie­der bewusst wer­den: Die Digi­ta­li­sie­rung samt digi­ta­ler Kom­mu­ni­ka­ti­on ist da. Und sie geht auch nicht mehr weg. In Ver­ant­wor­tung für ihre eige­nen Orga­ni­sa­ti­on müs­sen sie jetzt die durch­aus weit­rei­chen­de Ent­schei­dung tref­fen, ob sie den Weg heu­te mit­ge­hen wol­len – recht­zei­tig, stra­te­gisch, an der Spit­ze mit Blick auf die Zukunft – oder ob sie spä­ter irgend­wann die gro­ße Auf­hol­jagd ein­lei­ten müs­sen. Ob die­se dann noch für die ers­te Liga reicht, dar­an habe ich bei vie­len mei­ne Zwei­fel. Die­se Ent­schei­dung zu tref­fen – und dies recht­zei­tig -, dies ist eigent­lich die größ­te Her­aus­for­de­rung, vor der KMU in den nächs­ten Jah­ren, nein, bes­ser Wochen und Mona­ten, ste­hen.

Vie­len Dank für das Inter­view!

 

Digi­ta­les Wis­sen (15): Erfolgs­fak­to­ren einer Soci­al Busi­ness Stra­te­gie

Digi­ta­les Wis­sen (15): Erfolgs­fak­to­ren einer Soci­al Busi­ness Stra­te­gie

Zum Abschluss mei­ner klei­nen 15-tei­li­gen Serie zum “Digi­ta­len Wis­sen” möch­te ich auf ein Buch ein­ge­hen, das die bei­den Alti­me­ter-Kol­le­gen Char­le­ne Li und Bri­an Solis bereits im Jah­re 2013 publi­ziert haben und er eng in Zusam­men­hang mit mei­nem letz­ten Blog-Post zum Soci­al Busi­ness Trans­for­ma­ti­on Pro­zess steht. Bis heu­te ist es hoch span­nend zu lesen, gera­de wenn es um eine Digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons- oder Busi­ness-Stra­te­gie geht.

7 Success Factors of Social Business Strategy by Brian Solis and Charlene Li.

Abb. 7 Suc­cess Fac­tors of Soci­al Busi­ness Stra­te­gy by Bri­an Solis and Char­le­ne Li; flickr​.com/​p​h​o​t​o​s​/​b​r​i​a​n​s​o​l​i​s​/​1​7​0​4​4​0​1​1​632

The Seven Suc­cess Fac­tors of Soci­al Busi­ness Stra­te­gy“ heißt das Buch vom Mit­te 2013. Die fol­gen­de Info­gra­fik (sie­he Abb.) aus dem Buch lie­fert bis heu­te eine gute Road­map und einen Ori­en­tie­rungs­leit­fa­den bei der Stra­te­gie-Ent­wick­lung. In sei­nem Blog-Bei­trag schreibt Bri­an Solis über den „phi­lo­so­phi­schen“ Ansatz: „A soci­al busi­ness is not a mar­ke­ting stra­te­gy or a tech­no­lo­gy road­map but rather a way or phi­lo­so­phy of how busi­ness could be done dif­fer­ent­ly (…) in a much more human man­ner.

Auch wenn sich die 7 Erfolgs­fak­to­ren auf eine Soci­al Busi­ness Stra­te­gie bezie­hen, so hel­fen sie als Leit­fa­den bei der Ent­wick­lung einer ganz­heit­li­chen digi­ta­len Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie. Aus die­sem Grund macht es Sinn, einen Blick auf die in der Info­gra­fik ange­zeig­ten, im Blog beschrie­be­nen und hier über­setz­ten Fak­to­ren zu wer­fen.

  1. Defi­nie­ren Sie über­ge­ord­ne­te Busi­ness-Zie­le: Sie kön­nen kei­ne Stra­te­gie an Ihren Busi­ness-Zie­len aus­rich­ten, wenn Sie kei­ne kla­ren und damit mess- und über­prüf­ba­ren Zie­le haben.
  2. Ach­ten Sie auf eine lang­fris­ti­ge Visi­on: Sie müs­sen Ihre Visi­on klar und lei­den­schaft­lich kom­mu­ni­zie­ren, wenn Sie Ihr Team über­zeu­gen wol­len, sich voll für Ihre Soci­al Stra­te­gy ein­zu­set­zen. Und des­sen voll­stän­di­gen Sup­port wer­den Sie benö­ti­gen.
  3. Sichern Sie sich die Unter­stüt­zung der Unter­neh­mens­füh­rung: Wenn Sie wirk­lich auf Ihr Busi­ness Ein­fluss neh­men wol­len – und der Moment wird kom­men –, spä­tes­tens dann benö­ti­gen Sie die Rücken­de­ckung und die Unter­stüt­zung der wich­tigs­ten Füh­rungs­per­so­nen.
  4. Defi­nie­ren Sie die stra­te­gi­sche Road­map: Selbst wenn Sie schon Ihre Busi­ness-Zie­le ken­nen und eine kla­re Visi­on haben, müs­sen Sie Ihren Weg dort­hin genau pla­nen – was Sie errei­chen und was Sie ver­mei­den wol­len.
  5. Eta­blie­ren Sie Gover­nan­ce und Gui­de­li­nes: Wer ist für die Umset­zung der Stra­te­gie ver­ant­wort­lich? Wie wer­den die Inhal­te koor­di­niert? Wie ist das Zuhö­ren und Reagie­ren auf Kun­den­an­fra­gen orga­ni­siert? Wenn Sie die Fra­gen klar beant­wor­ten und sich dar­an hal­ten, dann hilft Ihnen dies, mehr Zeit für Ihre Wachs­tums­stra­te­gie zu ver­wen­den, ohne sich zu ver­lie­ren.
  6. Sichern Sie Mit­ar­bei­ter, Res­sour­cen und Gel­der: In einem frü­hen Sta­di­um kann die Soci­al Media Kam­pa­gne noch zu einer Agen­tur out­ge­sourct sein. Gleich­zei­tig soll­ten Sie inner­halb Ihres Unter­neh­mens inter­ne Res­sour­cen auf­bau­en und wei­ter­ent­wi­ckeln, um Ihr Unter­neh­men auf ein höhe­res Niveau zu heben, gera­de wenn der Soci­al Pro­zess und Ihr Busi­ness wächst.
  7. Inves­tie­ren Sie stra­te­gisch in Tech­no­lo­gie: Wider­ste­hen Sie der Ver­su­chung, immer nach den neu­es­ten Tech­no­lo­gi­en zu suchen, bevor Sie einen lang­fris­ti­gen Stra­te­gie­plan haben. War­ten Sie mit den grö­ße­ren tech­no­lo­gi­schen Invest­ments bis zu dem Moment, wenn Sie einen stra­te­gi­schen Plan und eine kla­re Visi­on aus­ge­ar­bei­tet haben.

Gera­de der letz­te Punkt ist mit ent­schei­dend: Kei­ne vor­schnel­le Kon­zen­tra­ti­on auf Tools und Instru­men­te oder Tech­no­lo­gi­en. Statt­des­sen muss zuerst ein Stra­te­gie-Plan ent­wi­ckelt wer­den, bevor man sich mit den Instru­men­ten beschäf­ti­gen kann, die den Gedan­ken des Pla­nes nach innen wie nach außen wei­ter­tra­gen sol­len bezie­hungs­wei­se zu imple­men­tie­ren hel­fen. So schreibt Solis abschlie­ßend in sei­nem Blog: „It’s not so much about the ter­mi­no­lo­gy as much as it’s about your inten­ti­ons, the expec­ta­ti­ons of your con­nec­ted custo­mers and employees, and how you impro­ve con­nec­tions, con­ver­sa­ti­ons, and expe­ri­en­ces to grow your busi­ness and the value of the brand.“

Ach übri­gens: Wer jetzt noch mehr Wis­sen von mir haben will, der darf sich ger­ne direkt bei mir mel­den. Also bis bald!

Bis­he­ri­ge Bei­trä­ge in der Serie „Digi­ta­les Wis­sen“

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Fachbuch "Die digitale Kommunikationsstrategie" im digitalen Zeitalter. Von Dominik Ruisinger.

Hin­weis: Die­se 15 „Aus­flü­ge“ ent­stam­men mei­nem Buch: “Die digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie. Pra­xis-Leit­fa­den für Unter­neh­men. Mit Case Stu­dys und Exper­ten­bei­trä­gen. Für eine Kom­mu­ni­ka­ti­on in digi­ta­len Zei­ten.” Wei­te­re Infos zum Buch, Hin­ter­grün­de zur Ent­ste­hung des Leit­fa­dens, Vor­stel­lung der Gast­au­toren und ver­wen­de­te Stu­di­en, Bestel­lung von Rezen­si­ons-exem­pla­ren sowie ein Link zur Buch­be­stel­lung fin­den sich hier.

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