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09 Jan 2017

Digitales Wissen (1): Der Hype Cycle und die digitale Affinitäts-Analyse

 

Fachbuch Kommunikationsstrategie im digitalen ZeitalterIn meinem neuen Buch „Die digitale Kommunikationsstrategie“ versuche ich immer wieder, in sogenannten „Ausflügen“ kompaktes Wissen zu wichtigen Begriffen, Topics und Trends zu vermitteln. Innerhalb der kommenden Wochen und Monate werde ich einige dieser „Ausflüge“ aus dem Buch herausziehen und hier im Blog leicht adaptiert innerhalb einer wöchentlichen 15-teiligen Serie publizieren, unter dem Stichwort: „Digitales Wissen“. Der 1. Ausflug betrifft den „Hype Cycle“ und seine Relevanz für die Kommunikationsanalyse.

Waren früher technologische Veränderungsprozesse oft generationsübergreifende Vorgänge, so hat sich die Entwicklung digitaler Technologien heute deutlich beschleunigt. Von dem Experiment und der Beta-Version zum marktreifen Massenprodukt ist es oft nur eine Sache von wenigen Jahren oder gar Monaten. Dabei durchlaufen viele Technologien bei ihrer Implementierungsphase – ob Beta-Version mit eingeschränkten Nutzerzahlen oder direkter Start als Massenprodukt – verschiedene Phasen in der öffentlichen Wahrnehmung. In diesem Kontext lohnt sich ein Blick auf den sogenannten Hype Cycle.

Der Begriff „Hype Cycle“ wurde im Jahre 1999 durch Jackie Fenn vom Marktforschungsunternehmen Gartner Inc. geprägt. Er zeichnet zeitlich nach, welche Phasen der öffentlichen Aufmerksamkeit eine neue Technologie nach ihrer Einführung durchläuft. Während – siehe Abbildung – auf der Y-Achse Daten bezüglich Aufmerksamkeit und Erwartungen an eine neue Technologie aufgetragen sind, verläuft auf der X-Achse der Faktor Zeit seit erstmaliger Bekanntgabe der neuen Technologie.

Die 5 Phasen des Hype Cycle
Insgesamt sind fünf Phasen zu beobachten, deren zeitlicher Verlauf sich wie folgt charakterisieren lässt.

Gartners Hype Cycle

Abb. Gartners Hype Cycle; Von Idotter http://en.wikipedia.org/wiki/File:Gartner_Hype_Cycle.svg, CC BY-SA 3.0

Die erste Phase definiert Gartner als „technologischen Auslöser“. Sie bezeichnet den Moment, indem eine neue Technologie öffentlich sichtbar wird und nach dem Durchbruch schnell auf ein hohes Interesse stößt. Stufenweise nimmt ihre Verbreitung zu, was zu einer immer intensiveren Nutzung führt, oftmals mit übertriebenen und unrealistischen Einschätzungen. Nicht erfüllte Erwartungen an die neue Technologie führen wiederum dazu, dass die Kurve vom „Gipfel der überzogenen Erwartungen“ ins „Tal der Enttäuschungen“ abstürzt. Der Kurvenverlauf verdeutlicht, dass die Technologie so schnell sie öffentliche Sichtbarkeit erhalten hat, so rasch auch wieder an Aufmerksamkeit verliert. Als Konsequenz nehmen beispielsweise die Berichterstattung in den Medien und die Nutzung der Technologie gerade auf die Masse der Menschen bezogen wieder ab.

Am Tiefpunkt ist der Moment gekommen, so der Verlauf des Hype Cycle, dass sich die Unternehmen, die Institutionen und die einzelnen Nutzer stärker mit der neuen Technologie auseinandersetzen und die wirklichen Möglichkeiten der Neuerung zu erkennen suchen. Das Wissen verbunden mit jetzt deutlich realistischeren Erwartungen bezüglich der Vorteile wie der Grenzen der Technologie führt auf einen „Pfad der Erleuchtung“. Wird die positive Einschätzung der Vorteile und Chancen von anderen geteilt, kann die Entwicklung zu einem „Plateau der Produktivität“ gelangen. In diesem Moment hat die Technologie auf jeden Fall ihren Hype verloren. Sie ist stattdessen zu einem festen Bestandteil des Establishments geworden, wobei die finale Höhe des Plateaus stark davon abhängt, ob die Technologie sich auf dem Massenmarkt behaupten oder eher in Nischenmärkten akzeptiert und übernommen wird.

Potenzialanalyse digitaler Technologien und Medien
Der Zyklus hilft heutzutage insbesondere Unternehmens- und Technologieberatern, die Einführung einer neuen Technologie einschätzen und final bewerten zu können. Gleichzeitig lässt sich der Zyklus gut auf die digitale Kommunikation übertragen. Ohne sich von öffentlichen Hypes anstecken zu lassen, lassen sich mit seiner Hilfe die wirklichen Potenziale digitaler Technologien und Kommunikationsmedien für das eigene Umfeld erkennen.

Gerade Kommunikationsexperten dient er deshalb heute vielfach als Vorlage, um die Einführung neuer Technologien, neuer Tools, neuer Trends zu bewerten. Schließlich müssen sie in ihrer Funktion als Berater in der Lage sein, frühzeitig die Chancen neuer Plattformen, Dienste und Anwendungen zu beurteilen sowie gegebenenfalls deren kommunikatives Risikopotenzial zu identifizieren. Letztlich sollten Kommunikationsmanager die Aufgabe einer Themen-Analyse und -Bewertung – so die Professoren Thomas Pleil und Ansgar Zerfaß in ihrem „Handbuch Online-PR“ „als Teil des Issues-Managements sehen, das in diesem Fall der kontinuierlichen Anpassung und Verbesserung der Online-Kommunikation selbst dient“.

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Fachbuch Kommunikationsstrategie im digitalen Zeitalter

Hinweis: Dieser „Ausflug“ entstammt meinem neuen Buch: “Die digitale Kommunikationsstrategie. Praxis-Leitfaden für Unternehmen. Mit Case Studys und Expertenbeiträgen. Für eine Kommunikation in digitalen Zeiten.” Weitere Infos zum Buch, Hintergründe zur Entstehung des Leitfadens, Vorstellung der Gastautoren und verwendete Studien, Bestellung von Rezensions-exemplaren sowie ein Link zur Buchbestellung finden sich hier.

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30 Nov 2016

Mein neues Fachbuch: „Die digitale Kommunikationsstrategie“

Vor wenigen Tagen ist mein neues Fachbuch „Die digitale Kommunikationsstrategie“ im Schäffer-Poeschel Verlag erschienen. Es soll Unternehmen und Institutionen als Step-by-Step-Leitfaden dienen, um ihre Kommunikation in digitalen Zeiten besser verorten, integrieren und steuern zu können – immer angedockt an die Unternehmensziele. So zumindest meine Hoffnung.

Denn wie funktioniert integrierte Kommunikation in digitalen Zeiten? Wie entwickelt man eine Social Media Strategie? Gibt es weitere digitale Instrumente, die sinnvoll einzubeziehen sind? Wie geht man am besten vor? Wie machen das andere, woran man sich orientieren könnte?

Fachbuch Kommunikationsstrategie im digitalen Zeitalter

Dominik Ruisinger: Die digitale Kommunikationsstrategie

Mit Fragen wie diesen werde ich regelmäßig belagert – ob bei Beratungen, in Coachings oder während Seminaren. Selbstverständlich gibt es interessante Leitfäden zur Konzeptionslehre, Bücher über die Kommunikation in digitalen Zeiten und eine Menge Papier- und Blog-Werke zum Themenkomplex Social Media. Viele dieser Lektüren habe ich auch ins Buch integriert. Nur: Was empfehle ich Teilnehmern und Kunden, wenn sie konkret nach einem Strategiebuch fragen? Wenn sie eine eigene Strategie im digitalen Zeitalter entwickeln wollen? Oder die bisherige in Frage stellen und überarbeiten beabsichtigen? Genau solche Fragen habe ich mir gerade in den vergangenen zwei Jahren öfters gestellt. Irgendwann Anfang 2016 habe ich dann damit begonnen, solche Fragezeichen in schriftlicher Form abzuarbeiten. Das Ergebnis heute: Ein Buch über Strategien, Konzepte und die digitale Kommunikation. Als ein weiterer Leitfaden – nach meinen Büchern wie „Online Relations“ und „Public Relations“.


Tipp: Für einen ersten Blick ins Buch oder ins detaillierte Inhaltsverzeichnis: Bitte hier entlang


Ein Leitfaden, der an die Hand nimmt
Nein, mir ging es nicht darum, die Welt der Strategie neu zu finden oder gar zu revolutionieren. Das ist meiner Meinung nach gar nicht notwendig. So dockt eine digitale Kommunikationsstrategie an vieles bereits Vorhandenes an, das teils „nur“ einer kräftigen Denk-Revision unterzogen werden muss. Schließlich haben sich die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Kommunikation keineswegs grundlegend verändert. Auch die häufig vollzogene Gegenüberstellung von „klassischer“, herkömmlicher Kommunikation und „moderner“, digitaler Kommunikation bringt uns nicht weiter. Vielmehr gilt es, die Kommunikation den veränderten Chancen und Risiken im digitalen Zeitalter anzupassen und mit den bisherigen Aktivitäten in einen harmonischen Einklang zu bringen.

Darum habe ich mich in diesem Buch auch von den bereits vorhandenen vielfältigen Beiträgen – ob in Buchform, als PDF-Leitfaden oder als Blog-Post – inspirieren lassen, sie aufgenommen und eingebunden. Zusammen mit meinen eigenen Gedanken ist auf diesem Wege ein Leitfaden für Unternehmen und Institutionen entstanden, eine strategische Vorgehensweise, die Organisationen konkret an die Hand nimmt, damit sie Schritt für Schritt ihren eigenen Weg in die neue digitale Kommunikationswelt gestalten und mit ihren bisherigen Aktivitäten verknüpfen können.

Praxis, Tipps, Experten
Auf den gut 300 Seiten ging es mir weniger um Social Media, um einzelne digitale Medien oder ausgewählte Plattformen. Dafür gibt es genügend Lesenswertes. Vielmehr war es das Ziel – wie in meinen Coachings und Trainings – konkret zu helfen, anzuregen, Gedanken zu öffnen, Bestehendes in Frage zu stellen, aber auch mittels Case Studies und vielfältiger Gastbeiträge erfolgreiche Ansätze und Lösungen aufzuzeigen. So ist das Buch als praktischer Leitfaden mit How-to-Do-Charakter angelegt, das Interessierte bei der Erarbeitung ihrer Strategie an die Hand nimmt.

Dies ist bereits im Inhaltsverzeichnis ersichtlich (hier downloaden): Während ich in Teil 1 einige der Voraussetzungen, Hindernisse und Trends konkret benenne, und einen Blick auf den digitalen Wandel, auf die digitale Gesellschaft, auf die Paradigmenwechsel gerade in Zeiten des Social Web und insbesondere auf strategisch notwendige Change-Prozesse werfe, zeige ich in Teil 2 Stufe für Stufe die zentralen Schritte bei der Entwicklung einer Strategie auf.

Schritt für Schritt, Kapitel für Kapitel wird beschrieben, wie eine integrierte Kommunikationsstrategien im digitalen Zeitalter anzugehen ist. Dazu werden die Voraussetzungen und Erfolgsfaktoren benannt, die existierenden Widerstände und möglichen Hindernisse verständlich gemacht und an Beispielen unterschiedlicher Branchen und Größenordnungen aufgezeigt. Und dies auch mittels spannender Gastbeiträge von viel beschäftigten Menschen, die trotzdem die Zeit dafür gefunden haben.

Ob final mein strategischer Leitfaden als Wegweiser durch die Praxis hilft, und den Weg hin zu einer Kommunikationsstrategie in digitalen Zeiten erleichtert, das müssen wiederum die Leser und Umsetzer beurteilen. Ich werde es auf jeden Fall beobachten.


Rezensionsexemplar für Blogger und Journalisten
Wer mein neues Fachbuch gerne rezensieren möchte, der wendet sich bitte direkt an Carsten Beck von Prospero PR, der im Auftrag des Schäffer-Poeschel Verlages sich um die Buch-PR kümmert – oder auch direkt an mich.


Mein Dank an großartige Menschen
Last but not least möchte ich einigen Weggefährten meinen großen Dank ausdrücken: Den 9 Gast-Autoren, meinen 3 Fachkorrektoren, den Verlagspartnern und den unzähligen Blog-, Buch- Autoren und Kommentatoren sowie meinen Studierenden und Workshop-Teilnehmern, die mir beim Lesen, in Trainings und in Seminaren immer wieder neue Anregungen für dieses Buch verpasst haben. Ohne all sie wäre das vorliegende Buch niemals entstanden. Daher: Danke!

Und jetzt: Viel Spaß beim Lesen!