Die Zeiten sind düster: Kriegsbilder, die im Kopf verharren, Menschen, die leiden, russische Politik, die lügt, Hoffnungen, die zerplatzen. Ausweg fraglich. Wie soll das weitergehen? Vielleicht auch deswegen sowie wegen der langen Pandemie-Zeiten fühle ich mich vom Informationsfluss derzeit etwas überfordert. Darüber berichte ich in meinem Blog-Beitrag ausführlich. Zudem habe ich für meine monatlichen Gedankenspiele einige Studien und Zahlen zusammengestellt, die doch sehr vielfältige Blicke auf unsere zerspaltene, in diesem Fall digitale Gesellschaft werfen.
3+1 Studien zur digitalen Kommunikation
Studie | D21-Digital-Index 2021/2022: Deutsche Bevölkerung für digitalen Wandel unterschiedlich gut gerüstet Der D21-Digital-Index ist eine der wichtigsten Studien zu Digitalisierung und digitaler Kommunikation. Schließlich zeigt er auf, wie unsere Gesellschaft mit den sich stetig wandelnden Anforderungen zurechtkommt. In der neuen Ausgabe 2021/2022 wird deutlich: Auch wenn der Digital-Index leicht gestiegen ist, bescheinigt die Studie der Bevölkerung insgesamt ein mittleres Niveau an digitalen Kompetenzen. Die starke Kluft bei der digitalen Teilhabe ist eng mit Alter und Bildungsgrad verbunden. Dies macht die notwendigen Anstrengungen und den systematischen Kompetenzaufbau deutlich. Kernaussagen habe ich auch auf LinkedIn zusammengefasst.
Reportage | Offline in Corona-Zeiten: Status abgehängt Keine der Studien – aber eine Reportage, der eng mit dem D21-Digital-Index zusammenhängt. Sie beschreibt, wie viele Menschen bei uns abgehängt und ausgeschlossen sind, weil sie nicht online sind. Diese digitale Spaltung geht erst ganz langsam zurück. Bis dahin führt sie innerhalb unserer Gesellschaft zu getrennten Informationsblasen, vereinfacht gesagt: TV und Tageszeitung vs. Internet + Social Media.
Studie | Digital 2022 Report: Nutzung von Internet, Social Media und Mobile Der jährliche Digital Global Report von We are Social und Hootsuite ist eine weitere relevante Studie gerade für Social Media Strategien. Schließlich gibt er weltweit sowie auf Deutschland bezogen einen Einblick in die Internet- und Social-Media-Nutzung. Marie-Christine Schindler hat sich die Zahlen vorgenommen – für einen detaillierten Blick auf die zentralen Ergebnisse.
Studie | 2022 Social Media Industry Benchmark Report Geringeres organisches Engagement – trotz höherer Posting-Frequenz, Interaktion über Carousel-Postings und Videos: Gute Einblicke liefert der 2022 Social Media Industry Benchmark Report. Was Expertinnen und Experten schon lange sehen: Social Media wird immer stärker zu einem „Pay-to-Play-Space“ wird. Und dies quer durch die 14 untersuchten Branchen.
3x Tipps zum Community-Management
Community Management | Wie reagiere ich auf Kommentare bei Shitstorms? Wenn sich die negativen, polemischen Kommentare häufen, wird häufig nach Optionen gesucht, Kommentare einzuschränken. Und ja: Wie dieser Beitrag am Beispiel von Facebook, Instagram und Twitter aufzeigt, bieten die Plattformen diverse Möglichkeiten: manchmal beim Posten, manchmal bereits beim Planen von Beiträgen.
Community Management | Wie WhatsApp in Unternehmen eingesetzt wird Immer mehr Unternehmen setzen WhatsApp in der Kundenkommunikation ein. Aber nicht mit der „normalen“ WhatsApp App, warnt Thomas Hutter. Stattdessen schildert er, wie die WhatsApp Business App (die ich übrigens auch nutze) rechtlich sauber eingerichtet und die Nummer verifiziert wird, um automatische Nachrichten zu definieren, Schnellantworten samt Shortcuts festzulegen und Anfragen zu bearbeiten.
Community Management | Social Media bei der Deutschen Bahn Die Deutsche Bahn zählt im Social Media Bereich für mich zu den Best Cases. Angesichts einer großen Community und oftmals kritischer Stimmen kommt es auf ein schnelles Community-Management an. Wie wird in den Teams gearbeitet? Wird hier alles inhouse gelöst? Solchen Fragen geht dieser Beitrag samt Podcast nach, der ein bisschen hinter die Kulissen blicken lässt.
3x Kenn(zahlen) & Tools
Online-Texten | SEO-Tools in der Diskussion Gutes Online-Texten heißt auf keinen Fall pures SEO-Texten. Trotzdem spielen Keywords eine Rolle – spätestens, wenn es um Title, Description und Überschrift geht. Auf dem Markt gibt es viele Tools, um die passenden Keywords zu finden. Jens Polomski stellt kompakt das Keyword-Top-Tool von Seobility vor, das ich ebenfalls schätze. Weitere 10 Tools habe ich übrigens in meiner LinkedIn-Gruppe zum Thema Online-Texten aufgeführt. Wer also noch Mitglied werden bzw. mitdiskutieren will …
LinkedIn | 45 Statistics You Should Know Wer Zahlen zu LinkedIn sucht, der wird beim Management-Tool LeadDelta fündig. 45 durchaus interessante Statistiken geben Einblick in Nutzung, Altersstruktur, Verweildauer, Recruiting und Employer Branding. Meine Einschätzung: einige überraschen, einige bestätigen mich, bei einigen hängt Deutschland hinterher.
E-Mail-Marketing | 12 E-Mail-Kennzahlen Was ist der Unterschied zwischen einer Unique und einer gesamten Klickrate, zwischen Hard- und Softbounces? Kompakt werden in diesem Beitrag die wichtigsten 12 E-Mail-Kennzahlen erklärt. Schließlich lässt sich nur so später der Erfolg bestimmen.
Auch für das Jahr 2021 habe ich mir vorgenommen, wieder monatlich meine Lesetipps in den Gedankenspielen zu publizieren. Ich hoffe, dass ich da jedem und jeder etwas helfen kann, ein paar hilfreiche Anregungen, Tipps oder Tools zu entdecken, die die tägliche Arbeit im Bereich digitaler Kommunikation erleichtern. Und wenn ansonsten etwas unklar bleibt: Einfach melden!
Tipp: Wer übrigens künftig nichts mehr verpassen will: Seit diesem Monat gibt es auch den Gedankenspiele-Newsletter, der sich ganz einfach abonnieren lässt.
Mein Beitrag: Die Deutsche Bahn und die Pünktlichkeit
So pünktlich war die Deutsche Bahn 2020: Ergebnis meines Experiments. Als ich im Januar 2020 mein Experiment startete, konnte noch niemand etwas vom Coronavirus und seinen Folgen auch für die Reisenden ahnen. Meine Idee damals: Wie pünktlich ist die Deutsche Bahn wirklich? Nach 1 Jahr ist es Zeit, ein Fazit meines Bahn-Tagebuches zu ziehen.
Meine: Lesetipps: SEO, Strategie, Instagram, Newsletter
Strategie | So berechnen Sie die Engagement-Rate Wie hoch ist meine Engagement Rate? Gerade für Postings im Social Web? Diese Frage kommt häufig vor. Und ja, es gibt verschiedene Möglichkeiten, diese zu berechnen. Dieser Beitrag stellt einige davon vor.
Paid Newsletter | So steht es um den Kampf um die Inbox Twitter kauft Revue, Facebook baut an eigener Lösung, Substack wächst und weitere Paid Newsletter schießen gerade aus dem Boden: Der Kampf um die User-Inbox ist eröffnet. Wieder einmal eröffnet. Dabei haben doch so viele die E-Mail samt Newsletter als tot bezeichnet.
SEO | Google-My-Business-Profil, das Tor zur Welt Ich bin immer wieder überrascht, wie wenige Google My Business kennen. Dabei ist dieses Art Branchenbuch hoch attraktiv gerade für KMU, um auch bei Google Maps & Co. sichtbar zu sein.
SEO | Duplicate Content prüfen, finden & vermeiden Duplicate Content zählt zu den Schreckgespenstern bei SEO-Leuten. Dabei gibt es viele Tools, wie man ihn intern wie extern entdecken und vermeiden kann. Ein Blick darauf, wie Duplicate Content entsteht und wie man ihn aus der Welt schafft.
Instagram | Reels, Stories, IGTV, Live & Feed: Nutzt alle Instagram Formate Hohe Frequenz an Content, die Nutzung aller Formate und vor allem von Reels – darin liegt laut Instagram die Chance, höhere Sichtbarkeit zu erhalten. Wie man dies dann in der Realität umsetzt (Stichwort Zeit!), steht auf einem anderen Blatt.
Wie gesagt: Meine Gedankenspiele lassen sich jetzt auch als monatlichen Gedankenspiele-Newsletter abonnieren. Und natürlich würze ich diesen dann noch mit einigen hilfreichen Tools ;-).
Als ich im Januar 2020 mein Deutsche-Bahn-Experiment startete, konnte noch (kaum) jemand etwas vom Coronavirus und seinen Folgen auch für die Reisenden ahnen. Meine Idee damals: Wie pünktlich ist die Bahn wirklich? Stimmen die vielen negativen Geschichten, die wir alle zu erzählen haben? Warum schreibe ich als DB-Vielfahrer nicht einfach ein Bahn-Tagebuch und überprüfe dies aus meiner Sicht?
Zoom statt Deutsche Bahn fahren
Ein paar Wochen nach der Idee sah die Welt schon wieder ganz anders aus. Der Coronavirus schickte uns in den ersten Lockdown. Auch mein Gedanke an ein Bahn-Tagebuch bekam dies zu spüren. Bin ich normalerweise rund 100 Tage pro Jahr bei Workshops und Coachings unterwegs, hieß es auch für mich 2020 oftmals meistens Zoom, Microsoft Teams, Whereby, Webex & Co. statt Deutsche Bahn. Nicht dass dies unbedingt immer schlecht und unangenehm sein muss – keineswegs. Nur war dies natürlich für dieses Experiment – sagen wir – semi-optimal.
Trotzdem habe ich mein Bahn-Tagebuch über das ganze Jahr 2020 hindurch sorgfältig geführt – entlang von 39 Fahrten quer durch Deutschland. Natürlich gab es auch in Corona-Zeiten und – meist – unabhängig vom Virus und seinen Folgen – pünktliche und verspätete Fahrten, entspannte und verkrampfte Momente, nette und blöde Menschen, verpasste Anschlüsse und technische Macken, ausgefallene Reservierungen und Heizungen, Probleme mit Stellwerken, Gleisen und Weichen, fehlende Lokfahrer und gesperrte Bahnhöfe, aber immerhin keine überfüllten Züge. Zumindest auf meinen Fahrten. Und auch Personen im Gleis sowie Personenschäden. Leider. Detailliert lässt sich dies in meinem Tagebuch nachlesen.
Das Resümee: 39 Fahrten Deutsche Bahn
Jetzt, genau 1 Jahr später, ist es Zeit, ein kurzes Resümee zu ziehen, also abzurechnen: Wie pünktlich war sie denn jetzt, die Deutsche Bahn, im Jahre 2020? Und dies natürlich rein auf Basis meiner eigenen Fahrten und damit nur begrenzt repräsentativ?
Beginnen wir mit der zentralen Frage: Ab wann gilt ein Zug als verspätet? Laut Deutscher Bahn gelten Züge ab 6 Minuten als verspätet. Das ist der Toleranzwert. Das heißt: Jeder Zug, der mit maximal 5 Minuten und 59 Sekunden hinter dem Fahrplan in den Bahnhof einfährt, gilt noch als pünktlich. Auch wenn ich persönlich diese historische Zahl – sagen wir – sehr großzügig empfinde, habe ich sie für diesen Test als Basis genommen.
Fast 50% mit Verspätung
Werfen wir also einen Blick auf die Ergebnisse: Von 39 Einzelfahrten mit der Deutschen Bahn kamen am Endbahnhof an:
Verspätung bei der Deutschen Bahn 2020.
1x zu früh 😉
10x auf die Minute pünktlich
11x nach Maßstab der DB noch pünktlich
11x bis zu einer Stunde verspätet
3x bis zu 2 Stunden verspätet
3x über 2 Stunden verspätet
Daraus ergibt sich, dass gut 56 Prozent meiner Züge pünktlich waren – wieder orientiert am DB-Maßstab. Nicht überraschend: Die IC- und Regio-Züge schnitten im Vergleich zu den ICE deutlich besser ab.
Nicht immer hat die Deutsche Bahn Schuld
Bei der Frage nach den Gründen für die jeweilige Verspätung unterscheide ich – und zwar zwischen Gründen, die
die Bahn zu verantworten hat und den Zug selbst betreffen – wie fehlende Zugunterlagen, fehlende Lokführer, ausgefallene Reservierungen und Heizungen;
von der DB ebenfalls zu verantworten sind, die aber mehr den Ablauf der Fahrt und damit auch externe Faktoren betreffen – wie Weichenprobleme, technische Störungen, Gleissperrungen, der Ausfall eines Stellwerks oder die Sperrung eines Bahnhofs;
nicht in die Verantwortung der Deutschen Bahn fallen – wie Personen im Gleis oder gar Personenschäden, die ebenfalls zu Verspätungen führ(t)en.
Gründe für die Verspätung bei der Deutschen Bahn
Wie in meinem Tagebuch nachzulesen ist, gab es natürlich Überschneidungen, da bei vielen Fahrten gleich mehrere Probleme und damit Gründe für eine Verspätung auftraten.
Darüber hinaus zeigte sich wieder: Eines der Hauptprobleme auch meines Jahres mit der Deutschen Bahn bestand im Mangel an Informationen, die weder mich noch andere Passagiere erreichten. In vielen Fällen hatte sogar meine App bereits Informationen zu Problemen rund um unseren Zug, bevor diese Information im Zug durchgegeben wurde. Warum klappt so etwas nicht besser?
Freundlichkeit als großes Plus
Wenn ich an das Positive zurückdenke, bleibt mir vor allem die Freundlichkeit der Zug-Bediensteten im Gedächtnis – und dies gerade in einem Jahr, in dem diese „an der Front“ täglich ihren Job für uns machten und sich nicht immer und überall mit verantwortungsvollen und verständnisvollen Menschen „herumschlagen“ mussten. Auch für den Top-Service eines Frankfurter Zugbegleiters inklusive Twitter-Service muss ich mich für die Hilfe bedanken. Naja, ich war so dämlich, beim Umstieg meinen Laptop im Zug stehen zu lassen. #glückgehabt
Von Japan träumen …
Vielleicht werde ich den Test wiederholen, wenn wir wieder normaler und regelmäßiger auf Reisen gehen können. Und vielleicht verstehe ich bis dahin auch, warum die Deutsche Bahn so starken Wert darauf legt, möglichst immer schneller die Menschen von A nach B zu bringen und stattdessen nicht stärkeren Wert auf Pünktlichkeit und Organisation der bestehenden Züge und Strecken legt. Aber vielleicht bin ich bei dieser Frage einfach von meinen Japan-Erfahrungen zu sehr beeinflusst, die ich schon vor einigen Jahren in meinem Wunschzettel an die Deutsche Bahn fixiert hatte.
Trotzdem: Danke für das Jahr, liebe Deutsche Bahn. Ich bleibe ein Fan von dir!
Experiment: Mein DB-Tagebuch 2020 | dominikruisinger.com Ich bin DB-Vielfahrer mit allen Vor- und Nachteilen, die die Bahn täglich so liefert. Nur was überwiegt? Also mache ich das ganze Jahr 2020 einen Selbst-Test – und führe diesen Blog-Beitrag als eine Art Tagebuch mit Hashtag #DominiksDB
Wichtige weitere Gedanken:
SEO | E-A-T SEO Faktor Die letzten Google Updates haben deutlich gemacht, dass die E-A-T Faktoren weiter an Bedeutung gewonnen haben. Doch was versteckt sich hinter Expertise, Authority und Trustworthy?
SEO | SEO 2020: Google wird dein Wettbewerber SEO wird 2020 komplexer, weil Google in den SERP sein Hausrecht ausgebaut hat und Fragen immer häufiger direkt beantwortet. Die Kernfrage muss also lauten: Braucht Google deine Webseite? Und welche Strategie entwickele ich dazu?
SEO | Die beiden SEO Trends 2020, die du kennen musst Über die richtige SEO-Strategie 2020 wird viel geschrieben. Doch wie reagiere ich auf die immer mehr verbreiteten Zero-Click-Searches? Denn mittlerweile führen über 50% aller Suchen nicht zum Klick, sondern bleiben bei Google? So könnte die Strategie aussehen.
E-Mail-Marketing | Adressverlust durch Double-Opt-in bremsen Ein altes Problem: Bis zu 50% hinterlassen zwar ihre E-Mail-Adresse, klicken aber nicht den Bestätigungslink in der Double-Opt-in-Mail an. Über folgende Maßnahmen lässt sich diese hohe Zahl reduzieren.
Ich bin DB-Vielfahrer. Nicht mit Schwarzer BahnCard, aber immerhin BC50. Warum Vielfahrer: Durch meine Jobs als Consultant und Trainer bin ich jährlich rund 100 Tage unterwegs – meist irgendwo in Deutschland 🇩🇪 und fast immer mit der Deutschen Bahn. Innerdeutsche Flüge habe ich schon in Zeiten vor Greta und FFF gestrichen, wenn auch – und das sage ich ehrlich – mit Ausnahmen.
Bei 100 Tagen Bahnfahrten erlebt man so einiges – an verschüttetem Kaffee, extrem freundlichen Servicepersonal, gut gelaunten Durchsagen und netten Gesprächen. Aber natürlich auch zahllose Verspätungen, verpasste Anschlüsse, gestrichene Züge, fehlende Waggons oder erlischte Platzreservierungen.
Meine Frage: Doch ist die Bahn wirklich so pünktlich wie sie behauptet oder so unpünktlich wie ich es empfinde? Mache ich also den Test. Und zwar werde ich diesen Blog-Beitrag 12 Monate als mein persönliches Bahn-Tagebuch führen und alle Fahrten samt Zeiten und Zügen transparent eingeben – Hashtag #DominiksDB. Ende 2020 wird dann „abgerechnet“. Ich bin gespannt!