In diesem Land funktioniert nichts mehr. Das merken wir alle. Die Katastrophen bei der Deutschen Bahn sind nur ein typisches Symbol für eine staatlich mitverursachte Misere. Im Vergleich zu den Vorjahren – dafür genügt mir Blick in mein Bahntagebuch – hat sich die Situation verschärft.
Während hier Stillstand herrscht, dreht sich die digitale Welt auf Speed weiter. Im Social Media Bereich haben die KI-gesteuerten Algorithmen die Macht übernommen und beeinflusst die digitale Kommunikation immer stärker. Getrieben vom Drang, uns möglich lange auf den Plattformen zu halten, spielen die Plattformen uns lieber Content passend zu unserem Verhalten ein, während die Inhalte unserer vernetzten Freundinnen und Freunde draußen bleiben müssen. Für wen schreiben wir also künftig?
Vielleicht müssen wir uns doch andere Orte der Zusammenkunft suchen. Nur werden diese – so schätze ich es heute ein – mit Sicherheit außerhalb der digitalen Netzwerke sein.
In eigener Sache: KI und digitale Kommunikation.
Bye-bye Social. Bye-bye People. Bye-bye Community. Schreiben wir noch für Menschen? Oder wie verändern KI-gesteuerte Algorithmen unsere digitale Kommunikation? Zum 2. Mal nach 2025 habe ich dazu meine Feeds auf LinkedIn, Facebook, Instagram, TikTok und YouTube analysiert. Ergebnis: Ein Austausch mit unserem Netzwerk findet nicht mehr statt. Die Plattformen sind rein darauf ausgerichtet, dass wir möglichst viel Zeit dort verbringen – egal mit welchem Content und egal aus welcher Quelle.
Warum Mensch und KI gemeinsam besser schreiben. Die besten Texte entstehen im Tandem aus menschlicher Expertise, Authentizität und maschineller Unterstützung – immer mit dem Menschen am Steuer und der KI als Beifahrerin. Dies schreiben Kai Heddergott und ich in unserem Buch „Besser Texten mit Kopf und KI„. Für die Marketingbörse habe ich dazu 7 Thesen für ein besseres KI-gestütztes Schreiben im Duo formuliert.
Studien & Meinungen.
Digital News Report: Wenn Menschen Menschen vertrauen. “Menschen folgen (eher) Menschen“, schreibt Simon Pycha über den Reuters Digital News Report. Und dies trotz hohem Vertrauen in traditionelle Medien. Doch welche Gefahren bestehen, wenn Menschen News Influencern oder Persönlichkeiten statt Medienmarken folgen? Wer sich darüber Gedanken macht, wird verstehen, warum immer mehr Medien Mitarbeitende als Medienmarken aufbauen.
Großbritannien: Social-Media-Verbot als Gefahr für die Demokratie. Die britischen Jugendlichen sehen im geplanten Social Media Verbot eine Gefahr für die liberale Demokratie. Es wird die Generation nicht davon abhalten, sich selbst ins Verderben zu stürzen, so Content Creator Aidan Walker. Jedoch wird es verhindern, dass sie ihre Rechte als Bürger in einer Demokratie ausüben. Dirk von Gehlen hat sein Video übersetzt, das auch meiner Meinung entspricht.
KI und ihre Partner.
Wie gut sich KI und Community Management ergänzen. KI und Community Management wirken wie zwei gegensätzliche Elemente in der digitalen Kommunikation. Doch sinnvoll kombiniert, bilden sie ein Traumpaar, schreibt Alexander Hein: „Die KI übernimmt die Routine, der Mensch das Gespräch“. Dieses klare Rollenverständnis könnte auch unserem Buch „Besser Texten mit Kopf und KI“ entspringen.
Warum die eigene Marke in KI-Suchen nicht auftaucht. Falsche Entitäten, fehlende Reputation, schlechte technische Struktur sind nur 3 von 6 Ursachen, warum das eigene Unternehmen nicht in den KI-Ergebnissen auftaucht, schreibt Jennifer Lapp im HubSpot-Blog. Was mich als PR-ler freut: Gerade der Social Proof kann durch aktive Medienarbeit und wertvolle Quellen deutlich gesteigert werden.
Über GEO und SEO.
Recherche: Themencluster statt Keyword. Keyword-Recherche spielt bei SEO und GEO weiterhin eine wichtige Rolle. Jedoch muss sie heute anders bewertet werden, zeigt Kim Schneider in einem Blog-Post auf. So spielen Themencluster statt Keywords eine wachsende Rolle. Nur wer sein Fachgebiet genau kennt, wird Begriffscluster bilden und Fragen kompetent beantworten können.
GEO-Wahrheiten: Konstanz statt Revolution. GEO ist keine Revolution. Die zentralen Elemente existieren schon seit 1998. Dies schreibt Markus Tandler über die 5 Konstanten: Autorität, Substanz, technische Hygiene, Themenkompetenz und Nutzerzentrierung. Danke für diesen unaufgeregter Beitrag über unbequeme Wahrheiten in Zeiten einer aufgeregten SEO- und GEO-Szene.
Aus den Social-Media-Plattformen
10 Phasen: Die Geschichte aller Social Networks. Von Exklusivität und Hype über die Macht von Werbung und Algorithmen bis zur Identitätskrise geschmückt mit etwas Nostalgie: Jens Wiese hat klug 10 Phasen identifiziert, die sich bei jedem Netzwerk wiederholen. Wer mein Buch „Das Ende von Social Media“ gelesen hat, wird diese Phase ähnlich kennengelernt haben. Nur: Was passiert, wenn wir vielleicht gar keine Social Networks mehr wollen?
Reddit: Warum die Plattform unverzichtbar wird. Warum entwickelt sich Reddit von der Nischen- zur Mainstream-Plattform? KI-Modelle orientieren sich an Nennungen in Online-Medien, die sie als Relevanzmarker nutzen, sagt Alexander Hein. Und genau hier spielt Reddit durch die ungefilterten, vielfältigen, menschlichen Meinungen eine wichtige Rolle. Sein Tipp: Erfolgreich werden nur diejenigen sein, die auf wirkliche Community-Arbeit statt auf pures Marketing setzen.
Instagram: Wie sich die Interaktionsrate steigern lässt. Welche Rolle spielt die Interaktion bei Instagram? Wie berechne ich die Interaktions- bzw. Engagement-Rate? Und wie kann ich diese steigern? Dieser Überblicksartikel geht tiefer darauf ein, warum die Interaktion ein verlässlicher Erfolgsfaktor für die Relevanz von Inhalten ist.
Instagram: Warum Updates eine neue Strategie erfordern. „Your Algorithm“ und ein flexibles Profil-Layout sind Anlass, die eigene Instagram-Strategie neu auszurichten: Auf die sichtbaren Themen im Profil, auf die passenden Formate und auf die Inhalte, die konstant gespielt werden sollten. Wie dies funktionieren kann, zeigt dieser Beitrag beim Contentmanager.
Schreiben wir eigentlich noch für Menschen? Oder haben KI-gesteuerte Algorithmen die Content-Macht übernommen? Im September 2025 hatte ich genau diese Frage gestellt: „Wo sind meine Friends und Follower geblieben?“, nannte ich die damalige Analyse meiner eigenen Kanäle.9 Monate später frage ich mich, ob und wie sich die Sichtbarkeit in den sozialen Medien verändert hat. Hat beispielsweise der Content Graph den Social Graph schon überall ersetzt?
Die Methode:
Für dieses Update habe ich wieder einen Blick in meine persönlichen Accounts geworfen: Also in meine Feeds auf LinkedIn, Facebook und Instagram – sowie zusätzlich auf YouTube und TikTok.
Beitrag für Beitrag bin ich per Smartphone die letzten 100 Postings durchgegangen und habe sie Schritt für Schritt sortiert – immer
verbunden mit den Fragen:
Wie viel Prozent der Inhalte stammen aus meinem Netzwerk?
Wie viele Beiträge sind heute Werbung und Empfehlungen?
Welche Strategien lassen sich aus den Ergebnissen ableiten?
Das Ergebnis:
Die Ergebnisse zeigen, dass die Macht der Plattformen weiter zugenommen hat und der ursprüngliche Social Media Gedanke (fast) vorbei ist. Einfach zusammengefasst: Bye-bye Social Graph, bye-bye Friends, hello Content Graph, hello Filterblase.
Heute werden unsere Feeds verstärkt von Ads und von Empfehlungen per KI gefüttert – immer bezogen auf unser bisheriges Verhalten. Über dieses Ende von Social in Social Media hatte ich bereits in meinem gleichnamigen Buch „Das Ende von Social Media“ geschrieben.
Doch wie weit sind wir in diesem Prozess?
Content Graph vs. Social Graph: Meine Analyse über 5 Plattformen:
Blicken wir dazu etwas detaillierter auf meine Ergebnisse und beginnen mit dem einst größten Sozialen Netzwerk: Facebook.
Facebook
Von den letzten 100 Beiträgen in meinem Feed sind 50 Prozent Werbung und Empfehlungen, gut 40 Prozent stammen von Freunden und aus Gruppen. Die Zahl 8 Prozent bei Companys ist etwas irreführend, da es sich um Medienseiten handelt. Vergleiche ich das Ergebnis mit 2025, dann ist die Zahl der Empfehlungen leicht gefallen.
Auffällig ist, dass nach ca. 30 Beiträgen die Zahl der Empfehlungen abnimmt, die Zahl der Personenbeiträge dafür steigt. Dies lässt sich wohl darauf zurückzuführen, dass Facebook nicht davon ausgeht, dass die Menschen so weit scrollen, um noch etwas Interessantes zu entdecken.
Die Strategie: Klassische Unternehmen bekommen keine Sichtbarkeit mehr auf Facebook. Dies verdeutlicht meine Analyse. So habe ich keinen Beitrag unter meinen letzten 100 Posts entdecken können, auch wenn ich sicherlich mit 50 Unternehmen vernetzt bin.
Wer Facebook nutzen will, muss sich folglich mit Gruppen auseinandersetzen und dazu eine offensive Ad-Strategie fahren. Rein organische Postings sind fast ausnahmslos Ressourcen-Verschwendung.
Instagram
Beim Blick auf den Instagram-Feed hat sich das Verhältnis im Vergleich zu 2025 verschoben. So ist die Zahl der KI-gesteuerten Empfehlungen und der Ads deutlich gestiegen. Darin spiegelt sich die Beliebtheit der Plattform wider. Wechsel ich in der Instagram-App vom Feed auf den Reels-„Für Dich“-Feed, dann finde ich unter den letzten 100 Reels gerade einmal 6 Beiträge von Unternehmen und Personen. Dabei handelt es sich um Kunden, mit denen ich viel interagiere. Alle anderen bleiben trotz regelmäßiger Videos unsichtbar.
Die Strategie: Die Beliebtheit von Instagram zeigt sich in der wachsenden Werbung. Gleichzeitig kann eine organische Strategie nach wie vor erfolgreich sein – bei einem guten Content- und Format-Mix aus Karussells und Reels. Die Voraussetzung: Die Beiträge müssen zu hoher Verweildauer und zu intensiven Interaktionen führen.
Ansonsten werden sie weder im Feed noch im Reel-Tab ausgespielt. Zudem lohnt es sich, seinen Feed regelmäßig radikal zu erziehen, um (fast) nur noch Beiträge eingeblendet zu bekommen, die zum bisherigen eigenen Verhalten passen. Das heißt: Der Aufwand für einen nützlichen Feed wächst weiter.
LinkedIn
Bei LinkedIn zieht die Zahl der Empfehlungen leicht und die der Werbung stärker an – im Vergleich zum Vorjahr. Bereits heute ist über ein Viertel meiner eingespielten Beiträge Werbung. Immerhin wird der Feed auch von Personen gefüttert, mit denen ich vernetzt bin. Unternehmensbeiträge bleiben dagegen fast unsichtbar, selbst wenn man wie ich mit zahlreichen Stiftungen und Finanzunternehmen verbunden ist.
Für die Sichtbarkeit von Beiträgen spielen Interaktionen eine große, wenn auch leicht abgeschwächte Rolle: Gut 20 Prozent meiner Beiträge – und damit weniger als noch 2025 – wurden mir eingespielt, weil die Inhalte von meinem Netzwerk gelikt, geteilt oder kommentiert wurden.
Die Strategie: Das Ergebnis verdeutlicht wieder einmal, wie wichtig für Unternehmen aktive Vorstände, aktive Mitarbeitende und ein kontinuierliches Corporate Influencer Programm sind. Doch auch deren Beiträge bekommen erst dann eine Sichtbarkeit, wenn sie wirklich zu Interaktionen führen. Die Zeit der reinen Berichterstattung ist damit ebenfalls auf LinkedIn Geschichte.
Wenn ich mir jedoch den Algorithm Report 2026 von Richard van der Blom ansehe, laut der im Jahre 2026 nur noch in 10 Prozent der Fälle die eigenen Kontakte die Inhalte als Erstes sehen – im Jahre 2024 waren es noch 70 Prozent –, werde ich nachdenklich. „Your connections don’t matter anymore“, schreibt er dazu passend.
Falls ich dies – vielleicht in der nächsten Analyse 2027 – selbst beobachten kann, dann muss ich meinen Standpunkt überdenken, LinkedIn als das letzte wirkliche Soziale Netzwerk zu bezeichnen. Dann wird der Content Graph auch bei LinkedIn den Social Graph endgültig ersetzt haben. Oder wie Richard im Beitrag schreibt: „The algorithm now asks: „What does this person stand for?“
TikTok
Mein aktueller Fokus auf die Finanz- und Versicherungsbranche spiegelt sich sofort in meinem TikTok-Feed wider – genau gesagt in dem „Für-Dich-Feed“. Dass ich in den letzten 2 Wochen mehrere Workshops für Sparkassen und Verbände gegeben habe, zeigte sich an meinem rot gefärbten TikTok-Account. Gleichzeitig bleibt mit 17 Prozent die Zahl der Beiträge gering, die mir von meinen vernetzten und auch thematisch passenden Accounts eingespielt werden.
Angesichts der Beliebtheit der Kurz-Video-Plattform hat mich nicht überrascht, dass die Zahl der Werbung deutlich angestiegen ist. Wie hoch dagegen der Anteil an KI-generierten Inhalte ist, habe ich nicht konkret gemessen, auch wenn er mir hoch erschien. Laut einer Untersuchung von Kapwing sollen knapp 60 Prozent aller Videos, die neue TikTok-User zu sehen bekommen, per KI generiert worden sein. Im Vergleich dazu sollen es bei YouTube 21 Prozent sein.
Die Strategie: Es wird wieder einmal deutlich, dass sich TikTok bis heute nicht um die eigenen Fans und Follower schert, sondern Inhalte rein auf Basis des kürzlichen Verhaltens einspielt.
Wer bei TikTok weiterhin Fans und Follower zählt, hat die Plattform damit nicht verstanden. Vielmehr geht es darum, aktuelle Themen und Trends aufzugreifen, um auf diese Weise in das Sichtfeld der TikTok-User zu kommen. Auch eine Ad-Strategie wird bei TikTok immer wichtiger, wie die gewachsenen Ad-Zahlen verdeutlichen.
YouTube
Auch YouTube hat sich noch niemals für die Zahl der Abonnenten groß interessiert. Aktuell verlieren die Follower bzw. die Abos sogar weiter an Relevanz, der Anteil von Videos aus abonnierten Kanälen auf der Startseite wird immer geringer. Zudem ist YouTube aktuell dabei, die Videoplattform zu verändern – mit neuer Startseite, Navigation, Suchfunktion und KI-Feeds.
Stattdessen spielt mir YouTube die Beiträge ein, die passend zu meinem bisherigen Verhalten sind – unabhängig davon, ob ich diese Kanäle jetzt abonniert oder nicht abonniert habe. Auch die Zahl der Werbebeiträge bleibt bei YouTube im Vergleich zu den anderen Plattformen gering, da sich YouTube vor allem auf Werbung innerhalb der Videos – als Pre-, Mid- und Post-Rolls – fokussiert.
Die Strategie: Gerade in KI-Zeiten wird YouTube als Kanal immer wichtiger. Wer jedoch den Account nur unregelmäßig mit organischen Videos bespielt, wird kaum Erfolg haben. Für eine YouTube-Strategie spielen Thumbnails, Titel, Aufbau und inhaltliche Klarheit eine große Rolle – begleitet von regelmäßigen Werbemaßnahmen.
Vor allem geht es darum, ein Thema klar, umfangreich und nachhaltig zu besetzen. Auf diese Weise wird der Algorithmus den Kanal und seine Inhalte als glaubwürdige Quelle berücksichtigen und die Videos passend zu ihrem Verhalten einspielen können.
Mein Fazit:
Diese Analyse ist natürlich alles andere als eine wissenschaftliche Studie. Es ist ein ganz persönlicher Test, den übrigens jeder und jede sehr einfach nachmachen kann. Ich gehe davon aus, dass die Ergebnisse etwas variieren werden – je nach persönlichem Engagement pro Plattform.
Eines sollten wir wissen: Der Gedanke, sich per Social Media mit seinen Freunden und Netzwerkpartnern auszutauschen, diese Zeit ist (fast) zu Ende. Schritt für Schritt haben alle Plattformen den Wechsel von einem von Interaktionen geprägten Social Graph zu einem puren Content Graph vollzogen. An dieser Entwicklung haben wir selbst unseren Anteil, da wir uns anscheinend lieber und länger mit (KI-)Content aus irgendwelchen Quellen als mit unseren Friends und Followern beschäftigen.
Die sogenannten Sozialen Netzwerke sind heute rein darauf ausgerichtet, dass wir dort möglichst viel Zeit verbringen – egal mit welchem Content wir interagieren bzw. welchen Content wir aus welcher Quelle konsumieren. Hauptsache, wir bleiben möglichst lange an die Plattform gebunden, damit uns möglichst viel Werbung eingespielt werden kann.
Verweildauer ist und bleibt die wahre Währung der Plattformen – unabhängig vom Urheber des Contents. Und daran hat sich auch 9 Monate später nichts geändert.
5 Learnings, warum die KI eine Reiseplanung nicht übernehmen sollte;
1 Beobachtung, warum Fluglinien noch nicht digitalisiert sind und mehr Usability benötigen.
So ein Blick in und auf eine andere Welt hilft einem selbst, viele Dinge hier bei uns wieder etwas anderes einzuschätzen – mit etwas Abstand, mit etwas mehr Ruhe, etwas relaxter.
Gerade wenn wir einen Blick auf die weiterhin aufgeheizte Welt rund um das Vordringen von KI in Kommunikation, in Marketing und in unsere Arbeitswelt werfen, auf die ständigen neuen Tools, die morgen schon wieder überholt und ersetzt sind, fehlt mir häufig der strategische Blick auf die digitale Kommunikation und auf das Ganze.
Genau diesen ganzheitlichen Ansatz haben wir in unserem Buch „Besser Texten mit Kopf und KI“ zu gehen versucht. Vielleicht helfen ja auch diese 10 Lesetipps wieder, etwas Klarheit in den eigenen Kopf zu bekommen.
In eigener Sache: Buchtipp für strategische Kommunikation
Wirkliche „Praxis-Keule“ mit hohem Mehrwert Als „Praxis-Keule“ für Menschen, für die Texte nicht bloß Content sind, lobt das Fachmedien PR-Journal unser neues Buch „Besser Texten mit Kopf und KI“. „Dergestalt, dass das Buch es im Laufe der dann doch „nur“ 198 Seiten vermag, Wissen so zu verdichten, dass es direkt anwendbar ist“, so der Rezensent Tobias Körner.
Strategien und Erfolge.
Social-Media-Marketing: Das Ende der oberflächlichen Kennzahlen Immer mehr Marketer hinterfragen Kennzahlen wie Likes, Views oder Reichweite. Sie setzen auf KPIs, die reale Wirkung, Kundenbindung, Conversion und Umsatz messbar machen. Die Aussage ist eindeutig: Social Media muss sich von einem Reichweitenkanal zu einer strategischen Business-Plattform entwickeln, um im Kommunikationsmix relevant zu bleiben.
Warum Social Media ohne Community-Management nicht funktioniert Erst ein effektives Community-Management offenbart, wie Inhalte angenommen, wo Erwartungen (nicht) erfüllt werden und welche Themen relevant sind. Wenn Social Media dagegen ausschließlich als Sende- und Distributionskanal verstanden wird, fehlt diese Perspektive, schreibt Jens Wiese in seinem Plädoyer.
CEO-Positionierung: Was wirklich für den Erfolg zählt „CEO-Kommunikation wirkt dann, wenn sie strategisch aufgebaut ist, konsequent umgesetzt wird und echte Persönlichkeit zeigt“, schreibt Laura Kremers bei WakeUp Communications am Beispiel von Laura Opferkuch von Hosta. Für eine nachhaltige Wirkung sei eine klare Haltung mit authentischem Storytelling zu verbinden.
Social-Media-Verbote und -Alternativen.
Social-Media-Verbot: Forscher warnen vor Schnellschuss Ein Social-Media-Verbot sei keine Lösung, mahnen Forschende, wie medienrot von der re:publica berichtet. Die politische Debatte greife viel zu kurz. So bestünde die Gefahr, dass ein pauschales Verbot die Debatte über eine Plattformregulierung ersetze und stattdessen die Verantwortung auf junge Menschen verschiebe. Worte, die meiner eigenen Feder entstammen könnten.
Alternativen: 16 Stiftungen starten Mastodon-Server Als zertifizierter Stiftungsmanager ließ mich diese Nachricht aufhorchen: 16 Stiftungen haben den Mastodon-Server „stiftungen.social“ in Betrieb genommen, um sich unabhängig von den US- bzw. chinesischen Plattformen zu machen. Angesichts der geringen Durchdringung von Mastodon bin ich gespannt, ob sich die Strategie auszahlt.
Finfluencer: Die neue Macht in der Finanzkommunikation? Welche Rolle spielen Finfluencer gerade in der Finanzkommunikation? Eine immer wichtiger, gerade wer jüngere Zielgruppe über Social Media erreichen will. Dabei sind in der Zusammenarbeit mit Finfluencern bestimmte Regeln zu beachten, um Skandale wie um „ImmoTommy“ zu vermeiden, verdeutlicht der Bank-Blog.
KI und die Frage nach der Glaubwürdigkeit.
Echt oder KI? Die Realität unter Generalverdacht KI-erzeugte Inhalte haben unseren Blick auf digitale Inhalte verschoben. Gerade bei Bildern und Videos hat sich ein Grundvertrauen in ein Grundmisstrauen verwandelt. Was davon ist noch echt? Carsten Lexa macht deutlich, dass wir mehr Medienkompetenz und Urteilsvermögen benötigen, wie ich es selbst schon seit Jahren fordere.
Marken: 4 Marketinghebel für mehr Vertrauen in KI-Zeiten Über 3/4 aller Marketer setzen KI bei der Erstellung von Content ein. Parallel wächst das Misstrauen der Verbraucher gegenüber KI. Klare Aufgabenverteilung zwischen Mensch und KI werden zum Erfolgsfaktor – mit 4 Hebeln: Authentizität, Transparenz, Expertise und Datenqualität, die auch wir in unserem Buch definieren.
Sonstige Trends in der digitalen Kommunikation.
Neues Gesicht für YouTube Abos mit weniger Relevanz, eine Ask-Funktion als Zugang, KI-Feeds für die Startseite: Google ist dabei, YouTube ein neues Gesicht zu geben. Spannend wird zu beobachten sein – wie Jens zurecht im Blog schreibt –, ob YouTube dieser Spagat gelingt: Plattform KI-gesteuert zu lassen und gleichzeitig KI-Inhalte zu brandmarken.
5 Trends für erfolgreiches E-Mail-Marketing Wie sieht erfolgreiches E-Mail-Marketing heute aus? Laut CleverReach sollten wir auf 5 Trends reagieren: Stärkung des Owned-Media-Kanals, effizienter KI-Einsatz als Sparringspartner, technische Authentifizierung, verstärkte Hyper-Personalisierung und Authentizität durch mehr interne Einblicke.
Fazit: Digitale Kommunikation braucht Strategie
Die aktuellen Trends in der digitalen Kommunikation zeigen weiterhin klar auf: Ob KI-Content, neue Social-Media-Plattformen oder klassisches E-Mail-Marketing – der Erfolg liegt im Zusammenspiel von technologischer Innovation und menschlicher Strategie. Oder wie wir in unserem Buch es einfach zusammengefasst haben: Wir brauchen Kopf und Ki.
Heute mal etwas Off-Topic, falls sich der Blick auf die Kommunikation im Ausland so beschreiben lässt. Die letzten 3 Wochen war ich in Brasilien auf Entdeckungsreise. Als Kommunikationsprofi bleiben mir von dieser Tour viele Momente sehr prägend in Erinnerung. Dazu zählen 20 ganz persönliche Beobachtungen – also meine sogenannten 20 brasilianischen Weisheiten:
Das Verhalten im Land.
Brasilien erweist sich als offenes Land. Und damit meine ich nicht nur Rio, das gerade die LGBTQ+ Community zu ihrem Hotspot auserkoren hat. Unabhängig ihres Geschlechts, ihrer Lebensideen, ihrer Hautfarbe scheinen die Menschen sich hier überall zu akzeptieren. Und genau darauf kommt es an.
Die Menschen sind hilfsbereit, aber nicht überfreundlich, eher zurückhaltend. Den stets lächelnden, umarmenden Latino-Style oder den häufig südlichen warmen Charme habe ich auf meiner Reise wenig gespürt.
Die Arm-Reich-Grenze ist enorm. Ich habe selten so viele Menschen auf den Straßen liegen, schlafen, dahinvegetieren gesehen. Meist nur auf Pappen. Gerade im Zentrum von Rio zählen sie zu den Protagonisten einer Glamour-Stadt.
Die Polizei-Präsenz ist hoch. Gerade in Großstädten. Und gerade in etwas touristischen Bereichen. Dass das Land ein Sicherheitsproblem hat, bestätigen mir hier viele Bekannte. Ich selbst hatte stets ein sehr sicheres Gefühl.
Die Küche ist lecker und etwas schwer. Neugierig habe ich alle lokalen Spezialitäten probiert. Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Bohnen, Reis, Eier, Maniok, Kartoffeln, Bananen & Co. Ich bleibe Fan der japanischen und italienischen Küche.
Ein Blick auf die Städte.
Rio ist nicht die schönste Stadt der Welt, als das sie häufig bezeichnet wird. Die Lage ist unglaublich, wie sich die Stadt entlang der Strände schlängelt. Und die Museen in Rio und Niteroi sind beeindruckt. Aber wer dahinter blickt, findet auch ein tristes, von verfallenen Häusern geprägtes, wenig romantisches Bild.
Rio de Janeiro ist der Ort, an dem die – vor allem jungen – Menschen ihre Körper stählern und dann fast nackt spazieren führen. Tag wie Nacht. Am Strand oder in der Stadt. Unübersehbar. Schön wie etwas gewöhnungsbedürftig.
Belo Horizonte ist die Stadt des Business. Touristisch gibt die Stadt nichts her. Außer als Ausgangspunkt zum Kunstpark Inhotim und zu den Barockperlen wie Ouro Preto. Und diese lohnen sich aber so was von! ❤️
Salvador de Bahia war ein Top-Ziel meiner Reise. Wegen der Schönheit der Stadt, ihrer Lebensfreude und ihrer afro-brasilianischen, schwarzen Seele. Beides trifft zu 100 Prozent zu. Nach Cartagena in Kolumbien ist Salvador meine neue Seelen-Nummer 2.
Bewegen im Land.
In Brasilien kommt man mit Spanisch nicht durch. Das Lesen hat es mir erleichtert. Aber verstehen und sprechen ist eine andere Sache. Auch versteht kaum jemand (mein) Spanisch. Bei dieser Hoffnung lag ich definitiv falsch.
Eng damit verbunden: Englisch und Spanisch werden kaum gesprochen. Nicht nur in den Städten. Selbst Museen bieten ihre Texte fast nur auf portugiesisch an. Maximal mit zusätzlichem QR-Code. Aber ohne WLAN 🤔?
Brasilien ist kein Wifi Land. Kaum ein Lokal, kaum eine Bar, kaum eine Institut bietet freies Wifi an. Nur wenige Museen und Top-Locations – und dann mit aufwändigem Registrierungsprozess. Wahrscheinlich braucht das hier niemand.
Brasilien digitalisiert sein Geld. Bargeld spielt kaum mehr eine Rolle. Selbst von der Kirchenbank aus kann per QR-Code direkt gespendet werden. Heißt auch: Ohne Kredit-/Debit-Card ist man hier aufgeschmissen.
Ohne WhatsApp geht hier gar nichts. Noch weniger als bei uns. Kaum hat man seinen Transfer, seinen Bus, seinen Flug bestätigt, läuft von diesem Moment an alles nur noch per WhatsApp.
ScreenshotScreenshot
Trends & Entwicklungen.
Tattoos spielen in Brasilien eine Rolle, doch: Während ein Tattoo bei uns unter Jüngeren fast schon zum Status gehört, sind es in Brasilien vielleicht 25%, die ihre schönen und gestählten Körper mit sichtbaren Tattoos stempeln. Das Fehlen von Tattoo-Studios belegt das. Dasselbe gilt übrigens auch für Sonnenbrillen. 😎
Video-Telefonie ist der letzte Schrei. Und zwar mit lautem Ton. Und in der prallen Öffentlichkeit. Egal ob im Bus, im Flugzeug, im feinen Restaurant, am Strand oder beim Hotel-Frühstück: Diese quäkenden Töne begleiten dich überall.
Die Brasilianer rauchen nicht. Egal was. Selbst ❤️ und Gras ist seltenst wahrzunehmen. Wenn jemand doch raucht, ist es wahrscheinlich ein Besucher, von denen es in meiner Zeit nur wenige gab.
Viele Büchereien haben ein angegliedertes Café, manche sogar Restaurant. Und nicht mit WMF-Automaten-Plörre, sondern oft in Kooperation mit lokalen Kaffee-Röstereien und Kaffee aus echten 2-Kreisern. Yummy! 😋
Vinyl lebt. Zumindest in brasilianischen Großstädten. So viele Plattenläden wie in Rio, Belo Horizonte & Co. habe ich nicht mal in ganz Deutschland zusammen entdeckt.
Der Volkswagen läuft und läuft in Brasilien. Überall. Neu und vor allem alt. In meinen 3 Wochen habe ich mehr alte Käfer und Bulli-Busse 😘 stehen und fahren gesehen, als die letzten 20 Jahre zusammen in Deutschland.
So denke ich.
Ich weiß: Ich war „nur“ 3 Wochen in Brasilien. Und das ist sehr kurz für ein derart riesiges Land, das extrem unterschiedliche Seiten hat. Darum werden viele meine 20 Punkte natürlich ganz anders sehen.
Darum spreche ich auch bewusst nicht von Fakten, sondern von meinen ganz persönlichen Beobachtungen und Erfahrungen, die ich jetzt gemacht habe. Und die sich natürlich bei einem nächsten Besuch auch ändern könnten. So wie überall. ❤️
Fluglinien brauchen weniger KI, denn dringend mehr Usability auf ihren digitalen Kanälen. Für ihre Kunden. Warum? Und warum so dringend? Wer die nächsten Zeilen dieser Geschichte liest, wird vom Glauben abfallen, dass wir im Jahre 2026 leben.
Die Kernaufgabe.
Diese Story betrifft den ganz einfachen Prozess: Wie erhalte ich digital meine Bordkarten für einen Flug? Diese Frage ist gerade in einer Zeit relevant, indem immer mehr Fluglinien das Einschalten am Schalter komplett abschaffen bzw. bald abschaffen werden.
Die Protagonisten.
Die Hauptpersonen dieser Story sind die Fluglinien Lufthansa, Swiss und LATAM sowie ich als Reisender. Dabei geht es um Fluglinien, die eigentlich zusammengehören und dann doch irgendwie nicht.
Aber gehen wir doch der Reihe nach in diesem absurden Beispiel nicht durchdachter digitaler Prozesse.
Die Reise.
Kürzlich habe ich eine Flugreise von Stuttgart nach Rio de Janeiro gebucht. Dieses Mal über Booking.com. Hin der Flug von Stuttgart über Zürich und Sao Paulo jeweils mit SWISS und dann weiter mit LATAM nach Rio. Zurück von Rio mit LATAM nach Sao Paulo und dann weiter mit Lufthansa über Frankfurt nach Stuttgart.
Eigentlich eine ganz normale Tour. Lufthansa und SWISS sind beide Teil der Lufthansa Group, LATAM ihr Codeshare-Partner in Brasilien.
Von alles easy bis wtf.
Hinflug ging einfach: Booking.com leitete mich zur SWISS App, über die ich alle Boarding-Pässe ziehen konnte. So wie wir es alle kennen. Eigentlich. Doch irgendwann begann das Drama. Und zwar genau in dem Moment, in dem ich irgendwann wieder zurück musste.
Booking.com leitete mich über die Lufthansa Seite auf die LATAM Seite. Dort konnte ich auch 20h vor Abflug keine Bordkarte ziehen, da man seinen Platz nur kostenpflichtig buchen kann, alles andere wird zugewiesen. Okay, also warten.
Was ist mit den Weiterflügen, dachte ich mir? LATAM verweist dich auf die Webseite der „operating Fluglinie“. Also Lufthansa. (Bild 1) Und dort? Dort werde ich – immer mit Hinweis, dass ich den Flug bei SWISS gebucht habe, häää? – wieder zu LATAM gelenkt, wenn ich auf Boarding-Pass klicke.
Dort erhalte ich wieder eine Übersicht zu meinen Flügen. Was mache ich also:
Ich klicke auf den ersten Flug. Ergebnis: LATAM will weitere Dokumente, die sie natürlich schon vom Hinflug haben. Gebe ich sie trotzdem ein, gibt es eine fette Fehlermeldung.
Ich klicke auf den 2. Flug – Weiterflug nach Frankfurt – und lande direkt auf der Startseite von Lufthansa, wo ich nach meiner nächstem Wunschflug gefragt werde. Ich will aber keinen neuen Flug buchen, herrje! Ich will einchecken!
Also gehe ich bei Lufthansa.com auf einchecken – und lande, genau, wieder bei LATAM.
Heißt: Solange ich auch 20h vor Abflug keinen Platz kostenpflichtig bei LATAM buche, kann ich auch keine Bordkarten bei Lufthansa ziehen. Logisch? Nicht wirklich.
Also gehe ich in die Lufthansa App. Nach der Anmeldung ist zwar der Check-In verfügbar. Nur lande ich damit wieder bei LATAM. (Bild 2) Dabei wollte ich doch die anderen beiden Bordkarten haben. Dasselbe passiert auch über die SWISS App. Damned!
Hoffnung glimmt. Aber nur kurz.
Irgendwann, Stunden später, kann ich bei LATAM plötzlich einchecken. Okay, Done. Problem: Wenn ich aber für Weiterflüge einchecken will, verweist mich LATAM auf Lufthansa. (Bild 3)
Diese verweisen mich wiederum sowohl auf der Webseite als auch in der App zurück auf LATAM für den ersten Flug, obwohl ich doch dort schon eingecheckt bin. Einen Zugriff auf meine Flüge 2 und 3 erlaubt mir die App nicht.
Was für ein App-Chaos. Leben wir nicht eigentlich in digitalen Zeiten? Und wie wäre es wohl Menschen ergangen, die weniger digital affin sind als ich? Geht der Weg zurück zur geführten Pauschalreise?
Fazit: Kunde frustriert.
Ergebnis nach 1 Stunde probieren: ich gehe zum Schalter, weil die Fluglinien es wohl so wollen. Und yes, ich träume schon jetzt vom nächsten EasyJet- oder Ryanair-Flug. Really! Was den digitalen Prozess betrifft. Nicht den Flug-Komfort.
P.S.: Und nein: ich habe keinen KI-Assistenten als Helfer bekommen. Aber der wäre mit Sicherheit ebenso überfordert gewesen wie die Fluglinien selbst.
Ich war die letzten 3 Wochen in Brasilien, auch auf persönlicher Entdeckungstour. Fast bis ins Detail habe ich die Reise mit KI geplant, mit Hilfe von Gemini, Claude und ChatGPT.
Dabei bin ich natürlich dem Prompting-Framework gefolgt, das Kai Heddergott und ich für unser aktuelles Buch „Besser Texten mit KI“ entwickelt haben. Detailliert habe ich der KI beschrieben, wer ich bin (okay, das sollte die KI langsam wissen), was ich vorhabe, was ich vermeiden will etc.
Wenn ich heute auf die aufregende Tour zurückblicke, weiß ich (wieder einmal), warum wir den Kopf und die ganz persönliche Recherche trotz aller KI-Erleichterungen weiterhin als Duo benötigen, wie wir es im Buch ebenfalls als Kernaussage ausgeben.
5 Learnings ziehe ich heute aus Planung und Realität:
Die Eingaben werden nicht immer 100% berücksichtigt. Ich habe beschrieben, dass mich vor allem das Kulturleben interessiert – weniger das Nachtleben. Warum wählt die KI für mich als 1 von 3 Haupt-Hubs Belo Horizonte aus, eine Stadt die in den 1960er Jahren auf dem Reisbrett entstanden ist und außer 3 Oscar Niemeyer-Gebäuden nur Business und Nachtleben zu bieten hat? Und lässt stattdessen Sao Paulo weg?
Die KI interpretiert Wünsche anders. Ich hatte die KI gefragt, mir einen ruhigen Ort als Abschluss zum wirklichen Relaxen und Baden vorzuschlagen, der zudem einfach mit dem Flughafen verbunden ist. Warum die KI mir mit Buzios einen – sehr schönen – Ort auswählt, der bekannt für sein lautes Nightlife, seine hunderten von Restos und Bars ist und nur extrem umständlich über private, langwierige Transport-Diensten zu erreichen ist, auch das bleibt das KI-Geheimnis.
Die gewählten Infoquellen sind nicht immer relevant. Wenn ich beispielsweise schreibe, dass ich vor allem entspannt und sicher reisen will: Warum schickt mich die KI dann in Städte, die unter den Top7 der gefährlichsten Städte der Welt stehen?
Die angegeben Daten und Fakten stimmten nur teilweise. Warum empfiehlt mir die KI Stadtspaziergänge samt Museenbesuch an einem Montag, wo doch fast weltweit alle Museen geschlossen sind?
Der Zugriff auf Kartenmaterial ist noch fehlerhaft. Warum kombiniert die KI mehrere Sehenswürdigkeiten zu einem Tagesziel, die sich aber nur mit Taxi und Blaulicht realisieren ließen? Warum schlägt sie mir Strände in 10min Laufentfernung vor, die aber erst in 35min außer Atem zu erreichen sind?
Mein Fazit.
Was heißt dies final: KI wird mich auch bei der nächsten Planung begleiten. Aber ich werde wieder am Steuerrad sitzen bleiben, um die Ergebnisse final zu überprüfen.