Neue Gedankenspiele: 10 Lesetipps, 2 Studien, 20 Tools, 1 Story und viel Nicht-Digitalisierung.

Neue Gedankenspiele: 10 Lesetipps, 2 Studien, 20 Tools, 1 Story und viel Nicht-Digitalisierung.

Es ist mal wieder etwas im Busch – aber darüber berichte ich beim nächsten Mal ;-). Stattdessen gibt es heute 10 lesenswerte Links rund um die Digitalisierung und ihre Miseren, es geht um zwei spannende Studien zum Kommunikationsverhalten, um viele hilfreiche Tipps zum Online-Texten, um nützliche Tools zum Schreiben und Publizieren sowie um eine beeindruckende Story.

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Der lange Weg zur Digitalisierung

  • Meinung: Dramatische digitale Inkompetenz
    Er spricht mit Sicherheit vielen aus der Seele, wenn Jörg Ehmer, CEO von Apollo Optik, unserer obersten Ebene „dramatische digitale Inkompetenz“ vorwirft. Und dies an Beispielen wie der Corona-Warn-App und vor allem der Luca App aufzeigt. Denn wie soll ich denn als Unternehmer damit umgehen?
  • Studie: European Communication Monitor 2021
    Begrenzte Reife bei der Einführung digitaler Infrastrukturen und Tools, hohe Relevanz für Video-Konferenzen auch nach Corona und immer mehr Rollen für Kommunikationsleute: Dies sind einige der Ergebnisse des European Communication Monitors 2021 (ECM), der zu den wichtigsten Studien in der PR- und Kommunikationsbranche zählt und über den das PR-Journal ausführlich berichtet.

Gut Texten und klar Kommunizieren

  • E-Mail: Hohe Relevanz bei Gen Z und Y
    Die E-Mail ist für die Young Generation unverzichtbar. Das ist das Ergebnis einer Studie von United Internet Media. Danach greifen über 90 % der Gen Z und Gen Y beruflich wie privat auf die E-Mail zurück. Nicht überraschend: Fast jeder setzt auf E-Mail beim Online-Shopping entlang der gesamten Customer Journey.
  • E-Mail: 7 ways to win the battle for inbox attention
  • Wie schaffe ich es, dass meine E-Mail wirklich geöffnet wird? Die Frage stellt sich jeder Versender. Denn passt der Versandzeitpunkt? Ist die Vorschau gut getextet? Der Verteiler angemessen? Viele nützliche Hinweise liefert dieser Beitrag.
  • Online-Texten: 5 Merkmale für gutes UX Writing
    Gute Texte sind essenzieller Bestandteil einer starken User-Experience. Doch was macht gutes UX Writing aus? Dieser Beitrag geht auf die wichtigsten Merkmale sowie auf die Abgrenzung zum Copywriting ein.
  • SEO: 18 Keyword-Tools im Überblick
    Keywords detailliert suchen und Keywords anhand von Kennzahlen auf ihre Relevanz analysieren: Hubspot beschreibt 18 hilfreiche – kostenlose wie professionelle – Tools kurz und kompakt. Tipp: Die meisten sind auch in meinem neuen Buch „Online-Texten“ enthalten.
  • LinkedIn: Post Boosting TOP oder FLOP?
    Wer auf detaillierte Targeting-Optionen verzichten kann und stattdessen recht einfach und übersichtlich LinkedIn Ads schalten will, für den lohnt sich ein Blick auf die neue Boost-Funktion. Und doch wird kaum jemand am Kampagnen Manager vorbeikommen.

Deutsche Geschichte(n) auf Instagram

  • Instagram: Sophie Scholl: Ebenso fordernd wie echt
    Spannendes Projekt von SWR+BR auf Instagram: Historisch genau wird über 1 Jahr die Geschichte der Widerstandskämpferin Sophie Scholl erzählt. Und zwar ihr letztes Jahr – in Fotos, Storys, IGTV, Reels, Wochenrückblicken etc. Tolles Projekt!

In der Welt der Digitalisierung-Tools

Meine Gedankenspiele: 10 Lesetipps aus dem Oktober 2019

Meine Gedankenspiele: 10 Lesetipps aus dem Oktober 2019

Auch im Oktober gab es wieder viele spannende Beiträge, Anregungen und auch etwas traurige Entscheidungen wie zum Beispiel das Ende des Daimler-Blogs, auch wenn da ja bald was Neues kommen soll. 10 Lesetipps rund um mein Thema Digitale, strategische und integrierte Kommunikation habe ich in meine Gedankenspiele aufgenommen.

Der Erklärbär aus den Gedankenspielen von Dominik Ruisinger
Der kleine Erklärbär hilft bei Begriffen und Zahlen.
Nein, wir sind noch nicht alle online!

Nein, wir sind noch nicht alle online!

Es gibt Phrasen, auf die ich etwas allergisch reagiere. Und die ich in meinen Trainings und Workshops regelmäßig thematisiere: Die beliebte gutgläubige Aussage, dass ganz Deutschland im Internet ist. Denn dies ist nicht wahr. Verdammt. Noch nicht. Leider, wie ich als Berater für digitale Kommunikation zugeben muss.

Vor wenigen Tagen hieß es zum Beispiel im Teaser eines Blog-Beitrags bei news aktuell: „Mittlerweile ist das World Wide Web (…) fest im Alltag nahezu aller Deutschen etabliert. Wie bereits im Vorjahr sind inzwischen 90 Prozent der Gesamtbevölkerung online. Das ist eines der zentralen Ergebnisse der diesjährigen ARD/ZDF-Onlinestudie.“ 

Von halbwahren Zahlen und Aussagen …

Naja! Diese Aussage ist gerade mal halbwahr. Denn nicht 90 Prozent der Gesamtbevölkerung sind bei uns online. Vielmehr heißt es in der erwähnten Grundlagenstudie, die im Auftrag der ARD/ZDF-Forschungskommission von KANTAR durchgeführt wurde: „2019 nutzen rund 90 Prozent der Bevölkerung das Internet zumindest gelegentlich.“ Also vielleicht ab und zu, vielleicht wöchentlich, vielleicht monatlich, über den eigenen oder einen fremden Internet-Zugang. So fest ist das WWW also doch noch nicht im Alltag der deutschen Gesamtbevölkerung etabliert.

Key Facts der ARD/ZDF-Onlinestudie 2019
Key Facts zur ARD/ZDF-Onlinestudie 2019

Im nächsten Blog-Absatz heißt es dann korrekt: „50 Millionen Menschen in Deutschland sind täglich online.“ Das bedeutet: Bezogen auf die tägliche Nutzung des Internets haben laut ARD/ZDF-Onlinestudie genau 71 Prozent der Befragten angegeben, an einem normalen Tag online gewesen zu sein. Also doch nicht ganz Deutschland – und dazu mit beträchtlichen Unterschieden zwischen den Altersstufen. Übersetzt heißt dies: 29 Prozent und damit fast ein Drittel der deutschen Bevölkerung nutzen täglich nicht das Internet, weil sie in der großen Mehrheit „generell kein Interesse am Internet / an diesem Medium“ haben, wie der D21-Digital-Index 2018/2019 konkretisiert.

… die zu falschen Schlussfolgerungen führen.

Jetzt könnte jemand die Unterscheidung als kleinlich und meine Aufregung als dünnhäutig bezeichnen. Für mich nicht. Als Kommunikator denke ich in Zielgruppen – wie dies auch Unternehmen und Institutionen tun (sollten). Und gerade solche Studien und Aussagen bestimmen die kommunikative Planung ganz vieler Organisationen entscheidend mit. Falsch interpretierte Aussagen führen dazu, dass sie ihr komplettes Budget in den digitalen Bereich umschichten, da ja heute „jeder online ist“ und ich meine Zielgruppen nur noch dort erreichen kann.

Nur: Bei 90 Prozent gelegentlicher und „nur“ 71 Prozent täglicher Nutzung: Werde ich wirklich jeden erreichen können? Wohl kaum. Nicht mal theoretisch. Denn dass eine Person, die gelegentlich online ist, zufällig auf mein Online-Angebot, meinen Social Media Kanal, meinen Blog-Beitrag treffen wird, ist nicht wirklich wahrscheinlich – trotz aller SEO-, Ads-, Content-Marketing-, Social Media- und Messenger-Anstrengungen. Es kommt also auch in heutiger Zeit noch auf den richtigen Mix, also auf eine strategisch geplante integrierte Kommunikation an, um Stakeholder passgenau mit den eigenen Inhalten zu erreichen – unabhängig ob digital oder analog.

Dazu mein Ratschlag: Jeder sollte sich solche Zahlen und Statistiken genauer anzusehen und diese auf Basis der eigenen zu erreichenden Zielgruppen detailliert für sich analysieren. Nur so wird er die adäquate Gewichtung für seine Content-, Media- und Kanalplanung finden. Und dazu stehen neben der ARD/ZDF-Onlinestudie weiteres hilfreiches Datenmaterial beispielsweise über die Markt-Media-Studie „daily digital facts“ der agof oder den erwähnten und von mir geschätzten D21-Digital-Index zur Verfügung.

Wenn wir doch etwas online affiner wären …

An einem Bahnhof in Deutschland im Jahre 2019
An einem Bahnhof irgendwo in Deutschland im Jahre 2019

Ein Zielgruppen-Allheilmittel ist das WWW mit seinen Kanälen – bis heute – definitiv nicht, und das Social Web erst recht nicht. Und wenn ich mir die langsame Entwicklung bei uns betrachte – Thema WLAN-Verbreitung, Surf-Geschwindigkeit, rechtliche Bedenken, interne Hindernisse innerhalb der Organisationen und politisches Unwissen – Stichwort „Ja, Digitalisierung ist jetzt sicher nicht mein Spezialbereich, aber ein absolutes Zukunftsthema“ der damals neuen bayrischen Digitalministerin Judith Gerlach –, dann wird dies auch so noch eine Weile bleiben. Wie gesagt, leider.

Daher: Erst lesen, dann interpretieren, dann umsetzen. Und dabei das logische Denken bitte nicht vergessen! ;-)))

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Dominik Ruisinger, Inhaber: Dominik Ruisinger (Firmensitz: Deutschland), verarbeitet zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in der Datenschutzerklärung.
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