Gedankenspiele: 10 Lesetipps zu Mediennutzung, PR in KI-Zeiten und News-Junkies

Gedankenspiele: 10 Lesetipps zu Mediennutzung, PR in KI-Zeiten und News-Junkies

Leben wir in einem Land der News-Junkies?

Wenn man die neue Studie von Stagwell in Zusammenarbeit mit dem Axel-Springer-Vermarkter Media Impact liest, dann muss man zu diesem Ergebnis kommen: 81% der deutschen Erwachsenen lesen täglich Nachrichten, 35% sind sogar Nachrichten-Junkies: Täglich informieren sich im Schnitt 7x über Nachrichten und lesen mehr als zehn Artikel.

„Deutsche lieben Nachrichten“, so die Kernaussage der Studienmacher.

Ehrlich gesagt bin ich etwas verwirrt: Steht nicht überall, dass wir Deutsche unter einer wachsenden News Fatigue lesen? Und sich immer mehr Menschen aus den täglichen Medienkonsum zurückziehen, weil für sie die Nachrichten zu negativ und zu belastend sind? Die Studie zur Mediennutzung bei uns kommt auf jeden Fall zu einem anderen Ergebnis.

Weitere Aufklärung liefern hoffentlich die 10 Lesetipps in meinen monatlichen Gedankenspielen. Ich hoffe auf gute Erkenntnisse.

In eigener Sache.

Welchen Zweck verfolgen Unternehmen mit Social Media? Kundenservice nicht.
Welchen Mehrwert bietet Unternehmen ein Engagement auf den Social-Media-Plattformen? Bzw. für wen lohnt sich Social Media noch? Ein Beitrag über Ziele und den fehlenden Kundenservice bei der Deutschen Bahn.

2 Studien rund um die Mediennutzung.

  • Wortliga: Wie verständlich berichten deutsche Online-Medien?
    Wie verständlich berichten deutsche Medien? Dazu hat Wortliga 16 führende deutsche Online-Medien analysiert. Das Ergebnis: Während bild.de, stern.de, zdfheute.de gut verständlich informieren, ist die FAZ für viele zu schwer zu lesen. Dies lässt sich u.a. auf zu lange Sätze, auf Substantivierungen und Passivkonstruktionen zurückführen – alles Aspekte, über ich in meinen Text-Workshops diskutiere.
  • VAUNET: Mediennutzung bleibt in Deutschland sehr hoch
    10 Stunden und 53 Minuten: So lange haben die Deutschen im Jahre 2025 täglich im Schnitt Medien genutzt. Dies zeigt die Analyse des Privatsenderverbands VAUNET. Im Vergleich zum Vorjahr blieben die linearen Angebote konstant und relevant. Während der TV-Konsum ganz leicht fiel, stiegen Audio-Nutzung und vor allem Streaming an.

3 Strategien gerade in Zeiten von KI.

  • Reuters-Trend-Report: Druck auf Kommunikation wächst
    Ein Weckruf an die Medienarbeit liefert der Reuters-Trend-Report 2026: „Journalism and Technology: Trends and Predictions 2026“ macht deutlich, wie stark sinkender Traffic, Glaubwürdigkeitsprobleme und KI den Journalismus immer stärker unter Druck setzen. Diese Verschiebungen, so betont Marie-Christine Schindler in ihrer Analyse, betreffen ebenfalls die Unternehmen(skommunikation), die ebenfalls um Vertrauen, Relevanz und Sichtbarkeit kämpft.
  • PR in KI-Zeiten: Wie sie Unternehmen Sichtbarkeit gibt
    „Sichtbarkeit in KI-Zeiten entsteht durch inhaltliche Substanz, technische Klarheit und digitale Präsenz“, heißt es im Agentur-Blog von AM. Vor diesem Hintergrund kommt der PR eine relevante Rolle zu. Denn KI-Systeme nennen vor allem Marken, die sie kennen, verstehen und für vertrauenswürdig halten. Der vorgestellte 5-Punkte-Plan hilft als Einstieg.

3 Hinweise für die Social Media Plattformen.

  • Nur Reels, Shorts und TikToks? „Video ist überbewertet“
    Brauchen wir im Social Media-Bereich nur noch Videos? Man hat fast den Eindruck, wenn man über die vielen TikToks, Reels, Shorts und sonstigen Videos bei der Mediennutzung stolpert. Aber ist es wirklich so? Frist Video nicht viel Energie, Ressourcen, Lebenszeit? Ein wichtiges Plädoyer, Bewegtbild einzusetzen – aber bitte bewusst und nicht als blinde, KI-gepushte Massenproduktion.
  • TikTok: 13 Tipps für mehr Reichweite
    Wie erstelle ich TikTok-Videos, die wirklich funktionieren? Die meine Zielgruppe erreichen? Justin Pohl hat dazu viele Tipps im Hubspot-Blog zusammengestellt: Vom notwendigen 3-Sekunden-Hook, der richtigen Content-Strategie, der passenden Gestaltung von Bildern bis zur Analyse. Definitiv hilfreich.
  • LinkedIn: Personal Branding benötigt Klarheit
    „Personal Branding bedeutet nicht, mehr zu senden, sondern vor allem klarer zu sprechen“, schreibt Meike Leopold. Wer keine Orientierung bietet, wird für die richtigen Zielgruppen unsichtbar. Daher sei es wichtig, das Profil, den eigenen Content und die Interaktion noch stärker am eigenen Personal Branding auszurichten. Eine Strategie, die ich in meinen Coachings ebenfalls lehre.

Daten zur Sichtbarkeit im KI-Zeitalter.

  • Sichtbarkeit: AI Overviews in Deutschland: So stark sinken die Klickraten wirklich
    Viele klagen darüber, dass ihre Klickraten durch die AI Overviews eingebrochen sind. Ist dies wirklich so? Sistrix hat 100 Millionen Keywords analysiert, um die Auswirkungen zu messen. Danach werden bei 20% der Keywords AI Overviews ausgespielt. Dabei geht die Hälfte aller organischen Klicks verloren. Dies betrifft vor allem informationale Suchanfragen, die Google selbst beantwortet.
  • Monitoring: GEO-Erfolge messen und optimieren
    Wie lässt sich der Erfolg von GEO-Maßnahmen messen? Welche Inhalte gelten für KI-Systeme als vertrauenswürdig, relevant und zitierfähig? Dass sie auf die Qualität und Inhaltstiefe der Quelle, die Erfüllung der Nutzerintention, die Erfahrung, Vertrauenswürdigkeit und fachliche Kompetenz (E-E-A-T) der Autorinnen und Autoren zurückgreifen, ist bekannt. Dieser Beitrag stellt dazu die wichtigsten GEO-KPIs vor.

Welchen Zweck verfolgen Unternehmen mit Social Media? Kundenservice nicht.

Welchen Zweck verfolgen Unternehmen mit Social Media? Kundenservice nicht.

Welchen Mehrwert bietet Unternehmen ein Engagement auf den Social-Media-Plattformen? Und mit Mehrwert meine ich weder Likes, Followers, Shares oder Saves noch sonstige Interaktionszahlen, sondern wirklich belegbarer Wert aus Unternehmenssicht? Oder anders gefragt: Für wen und was lohnt es sich heute noch? Gerade in Zeiten von KI, von Algorithmen, von passivem Scrolling, von (Werbe)Überdruss und dem Ende von Followern, Friends und eigenen Communities im Social Web? Warum keinen Kundenservice?

Diese Frage stellte ich mir kürzlich, als ich einen Blick in meine Datenbank warf, in dem ich meine Lieblings-Cases aus der Social Media Branche gesammelt habe. Und als mir auffiel, dass sich frühere Best Cases in heutige Worst oder No Case gewandelt haben. Nur warum?

Aber der Reihe lang.

Auf der Suche nach den wirklichen Zielen

Eigentlich sollte die Ausgangsfrage nach dem Sinn und Zweck einfach zu beantworten sein. Doch wenn man etwas tiefer nachdenkt, wird diese scheinbar einfache Sache immer komplizierter und gar nicht mehr so einfach zu beantworten.

Wenn man sich beispielsweise durch Standardwerke wie den „Social Media Manager“ von der geschätzten Vivian Pein oder durch meine eigenen Bücher wühlt, dann entdeckt man dort Ziele wie Markenbekanntheit und Reputation, Employer Branding und Social Recruiting, Vertrieb und Social Commerce, Kundenbindung und -service.

Okay, mit dem Thema Employer Branding und Recruiting kann ich mich durchaus anfreunden, da ich es teilweise auch in vielen Corporate Influencer Programmen tief verankert sehe. Und die Erhöhung der Bekanntheit gerade für neue Marken oder der Vertrieb beispielsweise von B2C-Produkten erkenne ich ebenfalls, gerade wenn ich an TikTok-Commerce & Co. denke. Und Kundenservice?

Kundenservice per Social Media?

Eigentlich müsste der Service an der Kundin bzw. am Kunden eines der Top-Themen sein, bei dem Social Media seine Möglichkeiten direkt ausspielen kann: Geringe Hemmschwelle, einfache Handhabung, schnelle Reaktionen. So war auch Kundenservice über Jahre hinweg eines der Top-Einsatzbereiche: egal ob über eigene Communitys oder insbesondere in den 2010er Jahren über das untergegangene Twitter; auch wenn damals der Zeitdruck und die oft polemischen, verletzenden Fragen das Community Management häufig belasteten.

Heute scheinen diese Zeiten und dieses Ziel untergegangen zu sein. Immer weniger Companies bieten Kundenservice über Social Media wirklich an. Liegt dies an uns, die wir teils zu unflätig damit umgegangen sind?

Der Fall der Deutschen Bahn

Nehmen wir als Beispiel die Deutsche Bahn. Über viele Jahre hinweg hat sie hervorragende Social-Media-Arbeit geleistet und auch mich über das untergegangene Twitter häufig unterstützt – bei Verspätungen, Gleiswechseln, sogar beim vorübergehenden Verlust meines Laptops. Trotz aller Kritik: Danke dafür nochmals an das Team. Ihr ward großartig!

So überrascht es nicht, dass die Deutsche Bahn und ihr Social-Media-Service in all meinen Präsentationen und Vorträgen ein Best Case war. Und es ist auch nicht überraschend, dass im Anschluss an Vorträge und Workshops viele auf mich zukamen, nur um zu sagen: „Jetzt verstehe ich, was Social Media leisten kann.“

Es war einmal Service …

Und heute: Was ist davon übriggeblieben? Auf Twitter/X ist der Bahn-Account geschlossen bzw. auf inaktiv geschaltet. Auf Bluesky dominieren Unternehmensinformationen – samt Hinweis auf die Support-Kanäle Facebook, Instagram, WhatsApp und Threads.

Sind das wirklich Support-Kanäle? Liefern sie wirklich Kundenservice?

Nehmen wir das Beispiel Threads – als eine Art „Nachfolger“ von Twitter/X. Wird hier Service, Support, Hilfestellung geboten? Nicht wirklich. Schon mehrfach habe ich Fragen gestellt, ganz sachliche, einfache, schnell zu beantwortende. Antworten? Niemals. Reaktionen? Keine. Und dies scheint nicht nur mir so zu gehen.

Entertainment statt Service

Stattdessen scheint sich die Deutsche Bahn Accounts von Carrera, Dr. Oetker Pizza oder Postillon zum Vorbild zu nehmen, anstatt die Menschen, die Kundinnen und Kunden, die Reisenden. Spielt die Bahn diesen launischen Ansatz nicht schon ausreichend auf TikTok?

Und erwarte ich von einer Bahn wirklich Entertainment? Gerade als Unternehmen,

  • das sich nicht in einfachen Zeiten befindet,
  • von dem viele gerade jetzt Top-Service erwarten,
  • das Kundinnen und Kunden pflegen sollte, damit sie nicht wieder auf die Straße und auf das eigene Auto abwandern?
  • das als staatliche Aktiengesellschaft über eine 100% Bund-Beteiligung über unsere Steuermittel mitfinanziert wird.

Was bringt dann solch ein Spaß-Kanal? Und das frage ich aus Sicht eines Kunden? Ehrlich gesagt, erwarte ich anderes.

Oder sollten wir das definierte Ziel – Service per Social Media – besser beerdigen und im Jahre 2026 zur Telefon-Hotline zurückkehren? Oder ganz modern zu Chats, von denen gerade mal die Hälfte von der KI beantwortet werden kann?

Soap als „Humorvolle Liebeserklärung“?

Anderer Kanal, gleiches Unternehmen: Auch bei der unsäglichen Mini-Soap, die jetzt eingestellt wurde, hatte ich mich nach dem Ziel gefragt: Warum diese über 7 Millionen Euro Investment? Warum eine Imagekampagne in Zeiten, in denen es – angesichts von Verspätungen, Verzögerungen und sonstigen Pannen – doch um die Beruhigung der Reisenden und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden geht?

Und wenn die Soap doch eine „humorvolle Liebeserklärung an die Mitarbeitenden“ der Bahn sein sollte, so der DB-Vorstand für den Personenfernverkehr, Michael Peterson, im Spiegel-Beitrag: Warum keine fest eingebundenen Mitarbeitenden?

Als Vielfahrer habe ich öfters Mitarbeitende in der Bahn gefragt, was sie von „Boah, Bahn“ halten. Achselzucken war mit Abstand das Positivste, das ich zu sehen und hören bekam. Wenn wenigstens diese begeistert gewesen wären, dann hätte ich das Instrument zumindest der Mitarbeitenden-Bindung, der internen Kommunikation zugerechnet. Aber warum das Ganze?

Wo bleibt die Hilfe für Kunden?

Zurück zur Frage nach dem Service: Wo bleibt die Hilfe für Kundinnen und Kunden? Warum werden die vorhandenen und bespielten Kanäle dafür nicht genutzt? Könnte nicht gerade in solch einem Service-Kanal ein zusätzlicher Mehrwert bestehen? Und ließ sich nicht auch mit solch einem Service der Wert, der Mehrwert und die Relevanz einer Social-Media-Maßnahme, einer Social-Media-Abteilung gut belegen und rechtfertigen?

Denn kommen wir auf die Ursprungsfrage zurück: Welchen Sinn hat Social Media für Unternehmen? Sind solche Kanäle dafür da, um einige Fan-Boys und -Girls intern und extern zu bespaßen? Müssten wir solche Kanäle dann nicht als eine Ressourcen-Verschwendung ansehen, die dem nächsten Rotstift zurecht zum Opfer fallen oder die nur dann bespielt werden können, wenn – zu – viele Ressourcen im Haus vorhanden sind?

Das ist kein Bashing.

Bitte mich nicht falsch verstehen. Ich will hier keineswegs irgendein Bahn-Bashing betreiben. Das ist mir fern. Ich hätte auch ein anderes Unternehmen nehmen können.

Im Gegenteil. Ich bin ein Fan der Bahn. Das habe ich häufig geschrieben. Aber ein Fan, der nicht gepflegt wird, wird seinen Fan-Schal irgendwann zuhause lassen.

Ich habe hier viele Fragen gestellt. Darum bitte helfen!

Über 60 Prozent der Züge waren verspätet: Mein #Bahntagebuch2024 zieht Bilanz.

Über 60 Prozent der Züge waren verspätet: Mein #Bahntagebuch2024 zieht Bilanz.

Ich bin ein bekennender Bahn-Liebhaber. Nicht nur in Deutschland. Weil ich das Gefühl einfach liebe, so durch die Landschaft hindurch zu gleiten, ohne etwas tun zu müssen. Und weil ich kaum einen Ort kenne, an dem ich so entspannt arbeiten kann. Es wäre doch alles so schön, wenn da nicht die vielen Zugausfällen, Verspätungen, Umleitungen, Störungen und anderen Hindernissen wären – und dies bei im internationalen Vergleich viel zu teuren Tickets. Doch ist das wirklich so? Sind diese Klagen Gefühl oder Realität?

Genau dies wollte ich im vergangenen Jahr 2024 wissen. Darum habe ich – wie schon im 1. Corona-Jahr 2020 – ganzjährig ein #Bahntagebuch2024 geschrieben. Ein Jahr lang, 12 Monate lang habe ich dazu all meine Fahrten detailliert in diesem Beitrag dokumentiert, also jeweilige Abfahrten, Ankünfte, Zugnummern, Verspätungen, Begründungen.

Jetzt, Anfang 2025, ist es folglich Zeit, Bilanz zu ziehen.

70 Bahn-Fahrten im Jahre 2024

Insgesamt bin ich im vergangenen Jahr 70-mal mit der Deutschen Bahn gefahren. Angesichts dieser Zahl ist mein Überblick nicht unbedingt repräsentativ. Trotzdem liefert er Einblicke und Erklärungen für die vielfältigen Verzögerungen im Bahnablauf.

Von meinen 70 Fahrten (siehe Abbildung) waren genau 27 Fahrten pünktlich. Sie hatten damit maximal 3 Minuten Verspätung. 21 Fahrten waren bis zu 20 Minuten verspätet und 22 Fahrten hatten mehr als 20 Minuten und bis zu 2 Stunden Verspätung. Damit waren im Jahre 2024 über 61 Prozent meiner Züge unpünktlich.

Abbildung: Meine Zug-Statistik 2024

Ganz anders sieht es aus, wenn ich aus meinen 70 Fahren die regionalen Verbindungen herauspicke. Von den 31 Regionalzügen, die ich im Verlauf meiner Reisen nahm, waren 20 pünktlich, 7 hatten eine Verspätung von 20 Minuten und nur 4 waren noch stärker verspätet. Damit waren bei den Regio-Zügen immerhin knapp 65 Prozent pünktlich. Dies zeigt, dass man sich auf die Regio-Züge eher verlassen kann als auf die Fernzüge, die in der Abfolge sicherlich deutlich komplexer sind.

Geschönte Bahn-Statistiken

Die (Un-) Pünktlichkeit meiner Züge liegt übrigens noch deutlich unter den Werten, die die Deutsche Bahn selbst für den Fernverkehr (62%) und Nahverkehr (90,2%) angibt. Dies verdeutlicht diese Grafik von Statista.

Abbildung: Pünktlichkeit laut Deutsche Bahn; Quelle: statista, 08/2024

Zu berücksichtigen ist hierbei, dass die Deutsche Bahn noch bei einer Verspätung von bis zu 6 Minuten von pünktlich spricht, ich bei meiner Berechnung aber nur bis 3 Minuten. Bei 6 Minuten Verspätung noch pünktlich? Ich nenne dies Beschönigung bzw. Schönfärbung von Statistiken – und dies nicht nur wegen meiner Japan-Erfahrungen.

Probleme bei Technik und Ablaufplanung

Die Gründe für die Verspätungen und Ausfälle in meinen Zügen gab es viele. Ich habe mal versucht, in der folgenden Tabelle die Hauptprobleme der Bahn zu clustern:

Abbildung: Gründe für Verspätungen und Ausfälle

  • Reparaturen am Zug: wie technische Störungen, technische Defekte, defekte Türen
  • Reparaturen am Gleis: wie Reparaturen an Strecken, an Weichen, an Signalen, auch eingeschränkte Verfügbarkeit durch Bauarbeiten und blockierte bzw. gesperrte Gleise
  • Probleme im Ablauf: wie v.a. Verspätung wegen vorausfahrenden Zügen, verspätete Anschlusszüge, Warten auf Anschlussreisende
  • Probleme im Personalbereich: wie verspätetes Personal oder Personalausfall
  • Nicht von der DB verschuldet: Herausforderungen wie Notarzteinsätze oder Idioten im Gleisbett
  • Sonstige Probleme: wie Ersatzfahrten, Wetter etc.

Dabei wird deutlich, dass sich die Gründe vor allem auf technische Probleme im Zug, an den Gleisen und auf die Ablaufplanung verteilen.

Die 5 »Highlights« im Jahre 2024

Abgesehen von den üblichen Verspätungen, ständigen Umleitungen, verpassten Anschlüssen, geplatzten Reservierungen hießen meine 5 High- und Low-lights:

  • 1 Zug war schon 20 Minuten zu früh in Berlin. Unglaublich!
  • 1 Zug wurde komplett fehlgeleitet. Da musste sogar das Personal lachen.
  • 1 Zug fiel ohne Kommentar einfach aus. Grrrrr.
  • 1 Zug endete außerplanmäßig weit vor meinem Ziel. Und jetzt, liebe Leut‘?
  • 1 Ausfall kostete mich eine Zusatznacht. Danke dafür!

Fazit: 7 Learnings und Empfehlungen für 2025

Was lässt sich aus meinem #Bahntagebuch2024 für die eigene Fahrt im Jahre 2025 lernen? Meine Empfehlungen lauten:

  1. Vermeide Umstiege.
    Fahre lieber deutlich länger, aber ohne Umstiege auch deutlich sicherer.

  2. Verlasse dich auf Regio-Züge.
    Denn diese sind deutlich häufiger pünktlich und damit verlässlicher.

  3. Fahre am Samstag.
    Dieser Tag erwies sich als Top-Tag: weniger Gäste, weniger Verspätung, weniger Probleme.

  4. Setze nicht auf gutes WLAN im Zug.
    Denn auch im Jahre 2025 wird es weiterhin blinde Flecken geben. Und dies sind keine Fleckchen.

  5. Misstraue den Ankündigungen in der App.
    Nicht selten ploppte der Hinweis auf die Verspätung erst wenige Minuten vor der Abfahrt auf oder aber reduzierte sich eine angebliche 30-Minuten-Verspätung plötzlich auf 15 Minuten.

  6. Buche auch über externe Portale.
    Gerade bei längeren Reisen können ausländische Bahn-Anbieter wie ÖBB, WESTbahn, SBB etc. den Geldbeutel schonen helfen.

  7. Und ganz wichtig: Rege dich nicht auf.
    Denn es bringt nix. Unterhalte dich lieber mit dem freundlichen Zugpersonal. Diesen allen gilt mein großer Dank, dass sie in diesen, auch sprachlich rauen Tagen ihren Job so gut machen.

Fazit: Link-Tipp:

Wer übrigens im Nachhinein selbst mal die Pünktlichkeit seines Zuges testen will, dem oder der ist die folgende Webseite zu empfehlen: https://bahn.expert. Einfach Zugnummer und Fahrtdatum eingegeben, schon lässt sich alles Weitere schnell und zuverlässig recherchieren.

Gedankenspiele: 1 Studie, 5 Content-Ideen, 1 Reise-Tipp und die Deutsche Bahn

Gedankenspiele: 1 Studie, 5 Content-Ideen, 1 Reise-Tipp und die Deutsche Bahn

Nein, ein großer Freund des WLAN in der Deutschen Bahn werde ich wohl nie. Vielmehr bleibt es mir bis heute ein Rätsel, wie man dies nicht in den Griff bekommen kann – im Vergleich zu Frankreich, der Schweiz und vielen anderen Ländern.

Trotzdem habe ich versucht, mich auf den verlängerten Zugfahrten mit den Blog-, News-. Studien- und LinkedIn-Beiträgen anderer zu beschäftigen und einige hier als Lesetipps in meinen Gedankenspielen zu verarbeiten. Und es wären wahrscheinlich mehr gewesen (s.o.). Ob wir dies noch erleben werden? In einem Land, in dem die Digitalisierung schon abgefahren zu sein scheint?

Viele Inspirationen mit meinen monatlichen Gedankenspielen!

  • Mein Bahntagebuch 2024: 1. Zwischenbilanz
    Anfang dieses Jahres hatte ich ein kleines Projekt gestartet: Mein Bahntagebuch 2024. Darin dokumentiere ich meine Reisen im Jahre 2024, um mich auf die Suche nach Pünktlichkeit, Verspätungen und den Gründen für Widrigkeiten zu begeben. Nach 3 Monaten lässt sich ein 1. Resümee ziehen – und das fällt zwiespältig aus. Während knapp 50 Prozent pünktlich waren, lief gut ein Drittel richtig schlecht.
  • Digital 2024: Trends für Internet & Social im DACH-Raum
    Verweildauer im Internet verzeichnet Stillstand, die Anzahl der Social Media Profile ist rückläufig, mobile Nutzung nimmt zu: Dies sind 3 Ergebnisse aus dem Digital 2024 Report für den DACH-Raum. Marie-Christine Schindler hat sich den über 900 Seiten starken Report genauer angesehen und die zentralen Ergebnisse herausgefiltert. Danke dafür!
  • YouTube: Ein Experten-Einblick in den Algorithmus
    Was spielt bei der Sichtbarkeit eines YouTube-Kanals und von YouTube-Videos wirklich eine Rolle? Dieser Einblick zeigt deutlich auf, dass es ähnlich wie bei TikTok nicht um die Performance des Kanals geht, sondern der Algorithmus allein auf jedes einzelne Video und die Wünsche der Nutzer blickt.
  • Rule of One: 5 Hinweise für einen besseren Schreibstil
    Ich gebe ja regelmäßig Workshops und Schulungen rund um das Online-Texten – wie zum Beispiel kürzlich in einem sächsischen Ministerium. Trotz SEO, KI, Tools & Co. weise ich immer auf die wirklichen Grundlagen des Textens dazu. Dazu zählen neben der »Rule of One« auch die Hinweise in diesem Agenturbeitrag.
  • SEO: Wie gestalte ich eine Keyword-Strategie?
    Keyword-Strategie, Keyword-Recherche, Keyword-Integration, Keyword-Stuffing: Dieser Beitrag ist eine gute Schritt-für-Schritt-Anleitung für Einsteiger im SEO-Bereich, die etwas mehr Struktur in ihre Vorgehensweise benötigen.
  • 5 Tipps zur strategischen Content-Erstellung
    Benötigen wir in Zeiten von KI-Tools noch Tipps zur Erstellung von Content? Dieser Beitrag beantwortet die Frage mit einem klaren „ja“. Und die erwähnten 5 Punkte sind wirklich hilfreich: sorgfältige Keyword-Research, Themen-Entwicklung, Redaktionsplan-Erstellung, Content-Kreation und Content-Vielfalt.
  • 10 KI-Tools für die Bild-Generierung
    Es gibt viele KI-Tools für die Content-Produktion. Dieser Beitrag wirft einen etwas tieferen Blick in die Welt der KI-gestützten Bildgenerierung und stellt eine Auswahl an Tools vor, die den kreativen Prozess unterstützen können.
  • Google: Wie einiges Tools die Urlaubsplanung erleichtern
    Wie plant man eigentlich am besten seinen Urlaub? Zum Beispiel per Google. Dieser Beitrag stellt wirklich hilfreiche Tools in der Suche, bei Maps und bei Google Shopping vor, von denen ich hoffe, dass sie bald auch bei uns verfügbar sein werden.
Mein #Bahntagebuch2024

Mein #Bahntagebuch2024

Es gibt kaum eine Reiseform, die so entspannend und gleichzeitig ökologisch sein kann, wie eine Fahrt mit der Deutschen Bahn. Und gibt kaum eine Marke, die so häufig und heftig in der Kritik steht, wie die Deutsche Bahn: Unpünktlich, schlecht informierend, unsauber und vieles mehr. Doch was ist davon wirklich berechtigt? Was ich wirklich wahr? Was ist nur gefühlt? Also begebe ich mich mal wieder auf die Suche nach einigen Fakten.

Als regelmäßiger Bahnfahrer und Bahn-Fan habe ich mich daher entschieden, wieder ein kleines Bahntagebuch zu führen und hier zu publizieren. Warum wieder? Weil ich dies bereits 2020 gemacht hatte – damals etwas eingeschränkt und erschwert durch Corona. Darin werde ich schön transparent in zeitlicher Reihenfolge alle meine Fahrten aufführen – sowohl die pünktlichen, die positiven, die schönen Fahrten als auch die verspäteten, belastenden, zeit- und nerven-raubenden Momente. Und auch die Gründe für die eventuellen Verspätungen werde ich hier aufzählen – zumindest so weit sie angegeben werden. Ende 2024 werde ich dann Fazit ziehen können, um wirklich herauszufinden, wie pünktlich die Bahn war. Zumindest aus meiner ganz persönlichen Sicht.

Um das Ganze noch übersichtlicher zu machen, werde ich in meinem Bahntagebuch

Apropos Verspätung: Liebe Deutsche Bahn, auch Verspätungen von drei Minuten sind bei mir Verspätungen. Nicht so wie bei Euch!

Eine möglichst gute, pünktliche und reibungslose Fahrt wünsche ich mir selbst

Dominik, der Bahnfahrer

 

Link-Tipp:
Wer selbst auch im nachhinein beobachten will, ob sein Zug pünktlich war, dem empfehle ich die prima Seite https://bahn.expert. Denn einfach Zugnummer und Fahrtdatum eingegeben, lässt sich alles Weitere einfach nachrecherchieren.

 

Meine Fahrten 2024

Datum | Fahrtstrecke | Zugnummer | geplante Abfahrtzeit (wirkliche Abfahrtszeit) – geplante Ankunftszeit (wirkliche Ankunftszeit) | Anmerkung

Monat Dezember 2024

16.12. | Berlin – Stuttgart | ICE 693 | 15.26 (15.27) – 21.08 (21.38); Grund: Verspätung vorausfahrender Zug, Warten auf Anschlussreisende

02.12. | Stuttgart – Berlin | IC 2069 | 14.09 (14.10) – 16.16 (16.22) + ICE 2902 | 17.01 (17.25) – 19.42 (20.09); Grund: verspätetes Personal aus vorheriger Fahrt; Ersatzfahrt mit geringerer Anzahl an Plätzen

Monat November 2024

27.11. | Heidelberg – Stuttgart | S3 | 15.48 (15.56) – 16.30 (16.37) + Anschluss IRE 1 in Karlsruhe (16.37-17.33) verpasst, daher schon ab Bruchsal MEX 17c 16.35 (16.36) – 18.12 (18.15); Grund: Verspätung eines vorausfahrenden Zuges

26.11. | Stuttgart – Heidelberg | ICE 2408 | 12.05 (12.07) – 12.44 (12.46)

21.11. | Aachen – Stuttgart | RE 1 | 13.51 (13.52) – 14.44 (14.46) + ICE 2408 | 14.55 (15.17) – 17.52 (17.57); Grund: Verspätung vorausfahrender Zug

20.11. | Düsseldorf – Aachen | ICE 756 | 17.54 (18.04) – 19.13 (19.28); Grund: Ärztliches Versorgung Fahrgast, witterungsbedingte Beeinträchtigung ;-(

19.11. | Dortmund – Düsseldorf | RE 11 | 17.21 (17.23) – 18.24 (18.26)

18.11. | Stuttgart – Dortmund | ICE 2408 | 12.05 (12.08) – 16.22 (16.42); Grund: Verspätung eines vorausfahrenden Zuges + verspätetes Personal

04.11. | Detmold – Stuttgart | RB 72 | 10.02 (10.04) – 10.27 (10.30) + NWB RB85 | 11.07 – 12.45 | + 12.52 (12.56) – 16.38 (16.41); Grund: Verspätung eines vorausfahrenden Zuges 

01.11. | Stuttgart – Detmold | ICE 2408 | 12.05 (12.10) – 16.22 (16.31) + RE 6 | 16.55 (17.12) – 18.07 (18.40); Anschluss wegen Verspätung in Herford (RB 72 18.33 – 18.58) verpasst, daher Ausstieg in Bielefeld und Weiterfahrt mit RE 82 | 18.35 (18.36) – 19.15 (19.21); Grund: Längere Haltezeit am Bahnhof, technische Probleme

 

Monat Oktober 2024

28.10. | Mainz – Stuttgart | ICE 373 | 16.42 (16.48) – 17.27 (17.28) + ICE 611 | 17.31 (17.32) – 18.08 (18.12)

28.10. | Stuttgart – Mainz | ICE 690 | 10.51 (10.54) – 12.15 (12.15)

25.10. | Basel – Stuttgart | ICE 4 | 20.21 (20.22) – 22.00 (22.13) + Anschluss in Karlsruhe daher verpasst (IRE 1 – 22.06-22.58), daher IRE 1 | 22.33 – 23.25 (23.31); Grund: Technisches Problem bei vorfahrendem Güterzug 

24.10. | Stuttgart – Weil am Rhein | ICE 9572 | 14.52 (14.58) – 15.31 (15.36) + RE 7 | 15.39 (15.44) – 17.57; Grund: 2x Verspätung eines vorausfahrenden Zuges

21.10. | Berlin – Stuttgart | ICE 273 | 17.26 (17.29) – 22.11. (22.15) + 22.25 (22.30) – 23.54 (23.59); Grund: Warten auf Anschlussreisende, Notarzteinsatz auf der Strecke

12.10. | Dieburg – Berlin | HLB RB75 | 16.10 – 16.27 + ICE 574 | 16.53 – 21.57 (21.35); Besonderheit: Zug fast 20min zu früh in Berlin

11.10. | Stuttgart – Dieburg | FLX10 | 07.17. (07.21) – 08.47 + HLB RB75 | 08.59 – 09.16

01.10. | Mainz – Stuttgart | ICE 1211 | 17.42 (18.10) – 19.08 (20.32); Grund: eingeschränkte Verfügbarkeit der Gleise, unbefugte Personen auf der Strecke 

 

Monat September 2024

30.09. | Berlin – Mainz | ICE 848 | 13.45 (13.48) – 15.28 + ICE 375 | 15.41 (15.55) – 18.40; Grund: Verspätung aus vorheriger Fahrt

Monat August 2024

Monat Juli 2024

Monat Juni 2024

Monat Mai 2024

Monat April 2024

Monat März 2024

Monat Februar 2024

Monat Januar 2024