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19 Apr 2017

Test: Wel­che Chat­bots gibt es bis­lang bei uns?

Ange­sichts der mas­siv gewach­se­nen Zahl an Unter­neh­men, die Whats­App als Info oder Ser­vice ein­set­zen, ließ sich das Jahr 2016 durch­aus als das „Whats­App-Jahr“ beschrei­ben. Das Jahr 2017 wird, so eine sicher­lich nicht ganz gewag­te Pro­gno­se, spä­ter als das „Chat­bots-Jahr“ bezeich­net wer­den. Und eini­ge wer­den auch bei uns bereits ein­ge­setzt.

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Hin­weis: Im April 2019 habe ich fast 40 Chat­bots getes­tet und eine neue und deut­lich erwei­ter­te Ver­si­on die­ses Chat­bot-Tests geschrie­ben. Die­se fin­det sich hier in mei­nem Blog!

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Seit Ende 2016/​Anfang 2017 hat die Zahl der vir­tu­el­len Assis­ten­ten kräf­tig zuge­nom­men, mit denen Unter­neh­men auf Messa­ging-Platt­for­men wie dem Face­book Mes­sen­ger Dia­lo­ge anbie­ten, Nach­rich­ten über­lie­fern und Ser­vice­leis­tun­gen über­neh­men. Oder dies zumin­dest ver­su­chen. Gera­de auf inter­na­tio­na­ler Ebe­ne gibt es bereits meh­re­re Tau­sen­de von Ange­bo­ten – von Wet­ter-Bots über News-Diens­te, per­so­na­li­sier­te Nach­rich­ten bis hin zu Mar­ken-Bots, die eCom­mer­ce-Ange­bo­te unter­stüt­zen sol­len.

Und in Deutsch­land?

Ein Blick in mei­nen täg­li­chen Feed-Reader und in mei­ne per­sön­li­chen Feeds auf Face­book, Twit­ter, Lin­kedIn & Co. machen deut­lich, dass sich kaum jemand NICHT zu den Bots äußert. Regel­mä­ßig wer­den neue Tools zur Erstel­lung von mehr oder weni­ger halb-pro­fes­sio­nel­len Chat­bots vor­stellt — ob sie jetzt Chat­fu­el, Many­Chat, Bot­si­fy, Bot­ma­ker oder – spe­zi­ell für die Finanz­bran­che – chat­bank hei­ßen.

Selbst wenn Chat­bots laut einer W3B-Stu­die bei jedem zwei­ten Deut­schen – noch – auf Ableh­nung sto­ßen, wer­den sie Schritt für Schritt vie­le Infor­ma­ti­ons- und Dienst­leis­tun­gen über­neh­men. Dies ist heu­te bereits deut­lich vor­her­seh­bar. Sol­che Mes­sen­ger Bots wer­den jedoch nur dann erfolg­reich sein kön­nen, wenn die ver­sen­de­ten Nach­rich­ten mög­lichst eng auf die indi­vi­du­el­len Inter­es­sen des Ver­sen­ders abge­stimmt sind und ihm wirk­li­chen Infor­ma­ti­ons- und Mehr­wert lie­fern.

IM ÜBERBLICK: Hie­si­ge Chat­bots

Welche Chatbots gibt es schon in Deutschland?

Blick in mei­nen Mes­sen­ger: Chat­bots im Test

Doch wel­che Unter­neh­men in Deutsch­land bzw. im DACH-Raum set­zen bereits auf Chat­bots? Die fol­gen­den vir­tu­el­len Hel­fer habe ich in den ver­gan­ge­nen Tagen alle per­sön­lich getes­tet und kurz kom­men­tiert. Dabei habe ich mich auf den Face­book Mes­sen­ger und auf Whats­App fokus­siert und damit span­nen­de exter­ne Ansät­ze wie den Nach­rich­ten-Chat­bot Resi oder inter­ne Lösun­gen via Three­ma zum Bei­spiel bei Daim­ler außen vor gelas­sen.

Die kur­ze alpha­be­ti­sche Lis­te, die auch von einer Face­book-Grup­pen­dis­kus­si­on inspi­riert ist, ist nur ein Anfang. Künf­tig wer­de ich ver­su­chen, die­se kon­ti­nu­ier­lich wei­ter­zu­füh­ren und zu erwei­tern, sobald ich einen neu­en — zumin­dest halb­wegs funk­tio­nie­ren­den — Chat­bot ent­deckt und getes­tet habe. Ach ja: Wer selbst inter­es­san­te Chat­bots ent­deckt, ein­fach kurz kom­men­tie­ren und ergän­zen – damit ich sie selbst tes­ten und inte­grie­ren kann.

ARAG: Ver­si­che­rungs-Bot
Lie­fert Infor­ma­tio­nen zum The­ma Rei­se­ver­si­che­rung

Aus­tri­an Air­lines: Flug-Bot
Fra­gen, Hil­fe­stel­lun­gen, Suchen zum Flug? Der Mes­sen­ger Ser­vice ist rich­tig gut

Bier in Akti­on: Bier-Bot
Hilft bei der Suche nach öster­rei­chi­schen Bier­mar­ken und Ange­bo­ten

BILD: Fuß­ball-Bot
Schickt regel­mä­ßig Ticker-News zum Fuß­ball-Lieb­lings­ver­ein

BMW: DTM-Motor­sport-Bot
Media Broad­cast Ser­vice mit Infos, Bil­dern, Audi­os etc. zur DTM per Whats­App für Jour­na­lis­ten

Chat­shop­per: Fashion-Bot
Emma ist der per­sön­li­che Shop­ping-Bot fürs die Mode-Fans.

cong­star: Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons-Bot
Sophie beant­wor­tet eini­ge Fra­gen, bie­tet aber expli­zit kei­ne Kun­den­dienst

FAZ: Nach­rich­ten-Bot
Ver­sen­det aus­ge­wähl­te Nach­rich­ten zu den Top-The­men des Tages

Frank­furt Air­port: Flug­ha­fen-Bot
FRAn­ky will Ser­vices rund um den Flug­ha­fen bie­ten, bis­lang jedoch sehr feh­ler­haft

FUNK: Novi Nach­rich­ten-Bot
Lie­fert 2x pro Tag News inklu­si­ve hüb­scher Gifs

GYANT: Gesund­heits-Bot
Beant­wor­tet Fra­gen bei Sym­pto­men rund um die eige­ne Gesund­heit

Jäger­meis­ter: Fun-Bot
Lässt die frei gewähl­te eige­ne Nach­richt von 2 Rap­pern in ein Rap Video ver­wan­deln

Kauf­DA: Shop­ping-Bot
Beglei­tet bei der Suche nach Shops und Pro­duk­ten, jedoch noch recht bug­gy

KAYAK: Rei­se-Bot
Hilft wirk­lich pri­ma bei Suche nach Flü­gen, Hotels, Miet­wa­gen etc.

Klar­mo­bil: Han­dy-Bot
Elvis von Klar­mo­bil berät zu Tari­fen und Ver­trags­an­ge­le­gen­hei­ten

Klick­mal: Ver­si­che­rungs-Bot
Berät in Fra­gen von KFZ-Ver­si­che­run­gen in Öster­reich

L’O­real: Fri­seur-Bot
Hilft Fri­seurs und ihren Salon­kun­den bei Fra­gen wei­ter.

Luft­han­sa: Best Pri­ce-Bot
Mild­red will bei Flug­su­che hel­fen, ver­steht aber noch recht schlecht

Mag­gi: Rezep­te-Bot
Der recht klu­ge Bot Kim beant­wor­tet Fra­gen zu Rezep­ten und lernt stän­dig hin­zu

Mr. Hoki­fy: Job-Bot
Lie­fert bei der Suche nach dem nächs­ten Job noch sehr wenig Ergeb­nis­se

Novi: News-Bot
Nach­rich­ten-Chat­bot von funk mit 2x täg­lich aktu­el­len Nach­rich­ten

Opel: Chad — Pro­be­fahrt-Assis­tenz-Bot
Pro­be­fahrt mit 5 Opel-Mar­ken? Chad führt Inter­es­sier­te zum nächs­ten Opel­haus

Spar­kas­se: Bot(e) der Spar­kas­se
Infor­miert über Kwitt, tanzt für dich oder ver­sen­det Vide­os

Swel­ly: Hel­fer-Bot
Unter­stützt spie­le­risch die Ent­schei­dungs­fin­dung, in Öster­reich

Tra­vel Homie: Rei­se-Bot
Der­zeit über­las­tet und nur sehr ein­ge­schränkt in Akti­on

TUI Crui­ses: Mein Schiff Rei­se-Bot
Ver­mit­telt Inspi­ra­tio­nen, Rei­se-Tipps, Ange­bo­te inkl. Direkt­kon­takt

Wet​ter​.com: Wet­ter-Bot
Schickt täg­lich die indi­vi­du­el­le Wet­ter­vor­her­sa­ge zum ange­ge­be­nem Ort inkl. Web­cam-Bil­der

Wet­ter Online: Wet­ter-Bot
Schickt täg­lich Infos zum Wet­ter in der eige­nen Stadt und infor­miert bei Wet­ter­über­ra­schun­gen

Wien: Stadt-Bot
Wien­Bot beant­wor­tet Fra­gen rund um die Stadt und ver­weist auf Web­site-Inhal­te

Zoom: Zoom­Bot Immo­bi­li­en-Bot
Hilft bei der Suche nach der pas­sen­den Immo­bi­lie, hat aber noch eini­ge Bugs

GETESTET: Inter­na­tio­na­le Bots

Auf inter­na­tio­na­ler Ebe­ne gibt es natür­lich bereits meh­re­re Tau­sen­de von Bots. Bis­lang habe ich mich mit den fol­gen­den Bots „unter­hal­ten“:

18 Dez 2016

Die etwas ande­ren Trends 2017

Das Ende eines Jah­res ist immer auch der Blick in die Zukunft, was so viel wie das nächs­te Jahr bedeu­tet. Was ist dort zu erwar­ten, gera­de in einer Bran­che, die mit Voll­dampf von der einen Ent­wick­lung zur nächs­ten rauscht und vie­le Markt­teil­neh­mer erstaunt, über­rascht, ungläu­big, begeis­tert bis ent­geis­tert zurück­lässt? Und das inner­halb einer Bla­se, die immer stär­ker den Blick nach drau­ßen ver­wischt und ver­liert und in der vie­le die­se bereits mit der Wirk­lich­keit irr­tüm­li­cher­wei­se ver­wech­seln? Ich habe mal einen etwas ande­ren Blick pro­biert, auch wenn ich eini­gen der Pro­gno­se nicht allei­ne daste­hen wer­de.

1) Der eiser­ne Blick der Con­trol­ler

In den ver­gan­ge­nen Mona­ten wur­de viel über Zie­le und über Moni­to­ring dis­ku­tiert. Was mir auf­fiel: Es wur­de vor allem über Soci­al Media Zie­le gespro­chen. Oder gene­rell über Zie­le in der digi­ta­len Kom­mu­ni­ka­ti­on. Nur, wenn ich ein­mal die Hal­tung eines Geschäfts­lei­ters über­neh­me: Was bringt mir eine hohe Inter­ak­ti­ons­ra­te? Ein hoher Ret­weet-Quo­ti­ent? Eine stei­gen­de Klick­ra­te oder Click-Through-Rate? Aus Unter­neh­mens­sicht erst ein­mal nichts. Gar nichts. Denn jede Erhö­hung könn­te auch mit einem Pro­blem, einem Skan­dal, einem Miss­ver­ständ­nis, mit einem kom­mu­ni­ka­ti­ven Beschleu­ni­gungs­grund zu tun haben. Und außer­dem: Wie zah­len solch stei­gen­de Zah­len auf das Unter­neh­mens­er­geb­nis ein?

Genau die Beant­wor­tung die­ser Fra­ge wird eines der Top-Trends des Jah­res 2017. Über­setzt heißt dies: Auch die digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­on wird immer stär­ker ins Auge des Con­trol­lings gera­ten, sie wird dis­ku­tiert wer­den, in Fra­ge gestellt wer­den. Sie muss bei der Erfül­lung von über­ge­ord­ne­ten stra­te­gi­scher Zie­len ver­gleich­bar sein, gera­de aus Sicht anzu­stre­ben­der ganz­heit­li­cher Erfolgs­er­geb­nis­se. Die­ser not­wen­di­ge Umden­kungs­pro­zess war übri­gens eines der Haupt­grün­de, war­um ich das Buch über „Die digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie“ geschrie­ben habe, das vor weni­gen Wochen her­aus­ge­kom­men ist.

2) Maschi­nen statt Men­schen

Mit dem Zeit­al­ter der Mes­sen­ger hat auch das Zeit­al­ter der Bots begon­nen. Dies ist kaum jemand ver­bor­gen geblie­ben. Dazu genügt es, sich nur ein paar weni­ge Aspek­te vor Augen zu füh­ren:

Messaging Social Networking Apps

Messa­ging Apps vs. Soci­al Net­wor­king Apps

Stich­wort Mes­sen­ger: Wäh­rend die App-Nut­zung gene­rell zurück­ge­gan­gen ist, hat die Nut­zung der Mes­sen­ger-Apps die Nut­zung der Soci­al Net­wor­king-Apps seit Ende 2015 bereits über­trof­fen (sie­he Abb.). Und es gibt kaum ein Grund, der gegen ein Fort­schrei­ten die­ses Trends spricht. Denn sie wer­den viel­fäl­tig ein­ge­setzt: 1‑to‑1 für Bera­tung und Ser­vice, 1‑to-many für Infor­ma­tio­nen per News­let­ter.

Stich­wort Bots: Die Face­book Mes­sen­ger Platt­form zählt bereits heu­te welt­weit über 35.000 Bots, damit Unter­neh­men auto­ma­ti­siert mit ihren Ziel­grup­pen „kom­mu­ni­zie­ren“ kön­nen. Ten­denz wei­ter wach­send. Die Ein­satz­be­rei­che der auto­ma­ti­sier­ten Tools sind dabei viel­fäl­tig: Ob zur Infor­ma­ti­on, als Ser­vice oder für den eCom­mer­ce – und natür­lich in jeg­li­cher Misch­form.

Ihr Zeit­al­ter wird in 2017 erst wirk­lich begin­nen, mit allen posi­ti­ven Chan­cen wie nega­ti­ven Aus­wir­kun­gen. Und die Fra­ge: “Ist das jetzt ein Mensch oder eine Maschi­ne” wer­den wir immer sel­te­ner beant­wor­ten ver­mö­gen.

3) Rück­zug ins Pri­va­te

Wäh­rend “pri­va­te” 1‑to-1-Tools ihren Sie­ges­zug bei den Usern fei­ern – egal ob sie jetzt Whats­App, Face­book Mes­sen­ger, WeChat oder Snap­chat hei­ßen –, ist die Bereit­schaft der Nut­zer, sich öffent­lich in den Netz­wer­ken zu äußern, spür­bar zurück­ge­gan­gen. Dies ist eine hoch inter­es­san­te Ent­wick­lung: Nutz­ten die Men­schen ursprüng­lich das Inter­net, um sich dar­zu­stel­len, schritt­wei­se an Ein­fluss zu gewin­nen und ihre Macht aus­zu­üben, wie Pro­fes­sor Peter Kru­se einst so beein­dru­ckend wie ein­fach inner­halb von 3 Minu­ten erklär­te, zie­hen sie heu­te wie­der in eine pri­va­te Öffent­lich­keit zurück. Das bedeu­tet nicht, dass die Men­schen Face­book und Co. ganz den Rücken zuge­kehrt haben – allein die knapp 30 Mio. Face­book-Mit­glie­der in Deutsch­land spre­chen dage­gen. Viel­mehr hat sich die Nut­zung ver­än­dert: Vom akti­ven Pos­ten und Mit­tei­len, zum pas­si­ven Lesen und Beob­ach­ten.

Die­ser beschrie­be­ne Rück­zug ins Pri­va­te wird durch die immer stär­ke­re Ver­brei­tung der Mes­sen­ger Diens­te wei­ter an Kraft gewin­nen, wobei der Gewin­ner gera­de in Deutsch­land ganz klar die Face­book-Pro­dukt­fa­mi­ly sein wird.

4) One Tool fits all

Eng mit den ers­ten bei­den Punk­ten ist die Fra­ge nach der künf­ti­gen Hei­mat der User, vom tech­ni­schen Blick aus. Ein Blick nach Asi­en auf den all­mäch­ti­gen WeChat Mes­sen­ger erleich­tert die Beant­wor­tung der Fra­ge, war­um benö­ti­gen wir eigent­lich noch so vie­le Apps? Genügt hier nicht ein Tool, über da sich zumin­dest die gro­ße Mehr­heit aller Akti­vi­tä­ten abwi­ckeln lässt? Ja, es scheint zu genü­gen.

Und wer sich vor Augen führt, wie stark Face­book gera­de die Ent­wick­lun­gen bei WeChat als digi­ta­len Alles­kön­ner mit Argus­au­gen ver­folgt, der weiß, wie das Duell in Deutsch­land hei­ßen wird: Face­book und sei­ne Fami­ly gegen den Rest der Welt. Und zumin­dest für 2017 heißt auch hier der ein­deu­ti­ge Gewin­ner: Face­book.

5) Digi­ta­ler Split

Wech­seln wir auf eine ande­re Ebe­ne. Die hohe Dyna­mik in der digi­ta­len Bran­che wird immer stär­ker zu einer Über­for­de­rung vie­ler Men­schen füh­ren. Schon vor vie­len Jah­ren warn­te der dama­li­ge SPD- Kanz­ler­kan­di­dat Peer Stein­brück von einer digi­ta­len Spal­tung der deut­schen Gesell­schaft. Es dro­he „eine Spal­tung in eine digi­ta­le Eli­te und ein digi­ta­les Analpha­be­ten­tum, das hoff­nungs­los abge­hängt wer­de“, so Stein­brück auf der CeBIT 2013.

Die­se Spal­tung, die­ser digi­ta­le Gap ist heu­te bereits da, wie zen­tra­le Stu­di­en wie der D21-Digi­tal-Index jedes Jahr von neu­em ver­deut­li­chen. Man­geln­de Digi­tal­kom­pe­tenz quer durch die Bevöl­ke­rung war auch die Kern­aus­sa­ge der im Novem­ber publi­zier­ten Aus­ga­be 2016. Danach lie­ge der Digi­ta­li­sie­rungs­grad der Deut­schen “wei­ter­hin bei 51 von 100 best­mög­li­chen Punk­ten und ent­spricht damit einem gera­de so Schritt-hal­ten-Kön­nen mit den wach­sen­den Anfor­de­run­gen durch die Digi­ta­li­sie­rung”.

Die­se Spal­tung in digi­tal “rea­dy” und digi­tal “lost” wird sich wei­ter ver­tie­fen, auch da vie­le Bran­chen sowie die Insti­tu­tio­nen die Fol­gen und Chan­cen ver­schla­fen und Chan­ge-Pro­zess mit Blick auf die Mög­lich­keit eines Schei­terns ver­mei­den, wie bei­spiels­wei­se der Inves­tor Frank The­len zu Recht anmahnt: „Du musst dein best­lau­fen­des Pro­dukt oder dein gewinn­brin­gends­tes Busi­ness­mo­dell jeder­zeit hin­ter­fra­gen und not­falls kil­len kön­nen. Die Bereit­schaft dazu sehe ich in Deutsch­land nicht. Und das ist unser Pro­blem.“

6) Digi­ta­ler Bur­nout

Die All­macht der Digi­ta­li­sie­rung inklu­si­ve ihrer kom­mu­ni­ka­ti­ven Instru­men­te führt schon heu­te zu einer Über­for­de­rung – und zu wirk­li­chen Opfern. Begrif­fe wie „Infor­ma­ti­on Over­load“, „Con­tent Shock“ oder „Slow Media“ sind hier nur der Anfang. Gera­de unter Men­schen, die dem Pro­zess nicht mehr fol­gen kön­nen oder wol­len, lässt sich vom Prin­zip des „Digi­ta­len Bur­nouts“ spre­chen. Weil sie dem Tem­po nicht mehr fol­gen kön­nen, weil sie auf die enor­men Ver­än­de­rungs­pro­zes­se nicht vor­be­rei­tet sind, weil sie aus einer gewohn­ten Umge­bung her­aus­ge­ris­sen wer­den, die ihnen eine – trü­ge­ri­sche – Sicher­heit ver­mit­telt hat­te, weil von ihnen Din­ge und Chan­ges gefor­dert und erwar­tet wer­den, weil sie eine inne­re Ruhe gegen neue Hori­zon­te ein­tau­schen müs­sen, was vie­le als unge­mein span­nend, ande­re als erschre­ckend und ver­stö­rend wahr­neh­men. Über die­se über­for­der­te und sich gleich­zei­tig selbst über­for­dern­de Gesell­schaft habe ich kürz­lich erst geschrie­ben.

Nur: Wo ist hier die Lösung in einer hoch ver­netz­ten und jeden Tag noch stär­ker digi­ta­li­sier­ten Welt? In einer Welt, in der nie­mand den Ste­cker zie­hen wird und kann, um vie­len wie­der etwas mehr inne­re Ruhe zu gön­nen, bevor die nächs­te Ver­än­de­rungs­wel­le kommt? Nein, die­se Über­for­de­rung wird auch 2017 wei­ter­ge­hen – und unse­re Gesell­schaft noch stär­ker spal­ten: In Men­schen, die die digi­ta­le Chan­ge-Pro­zes­se in Unter­neh­men und in der Kom­mu­ni­ka­ti­on als Chan­ce erken­nen, ver­ste­hen und auch aus­hal­ten kön­nen; sowie in Men­schen, die immer stär­ker den Ver­än­de­run­gen unter­lie­gen, die aber in unse­rer Gesell­schaft teils auch not­wen­dig sind.

Ist das jetzt ein Schrei nach dem neu­en Off­line? Nein, nicht ganz und nicht unbe­dingt. Aber das ist eine ande­re Geschich­te, die ich noch erzäh­len wer­de. Aber nicht als Trend. Und nicht heu­te.

 

10 Nov 2016

Soci­al Media als Print-Lese­stoff. Im Soci­al­Hub-Maga­zin.

Jetzt liegt — nein, lag — das Soci­al­Hub Maga­zin schon zum zwei­ten Mal zuerst in mei­nem Brief­kas­ten (und dazu gleich dop­pelt!) und dann auf mei­nem Schreib­tisch. Okay, es gibt auch „erst“ zwei Aus­ga­ben. Und falls sich das nächs­te wie­der auf mei­nen Schreib­tisch ver­ir­ren soll­te, wer­de ich wohl zum Stamm­le­ser. Und zwar zum wirk­li­chen „Leser“. Nicht Scan­ner oder gar Skim­mer. Also Leser, der prak­tisch jede Zei­le im Mag liest. Bin ich jetzt auch ein “Soci­al Media Held”, wie Soci­al­Hub das Maga­zin nennt?

Ganz ehr­lich zum Start: Die ers­te Aus­ga­be fand ich ein klein weni­ger gehalt­vol­ler und tief gehen­der. Unter ande­ren gera­de bei den Bei­trä­gen rund um Face­book. Die Titel­sto­ry über die „Urlaub­s­pi­ra­ten“ in der zwei­ten Aus­ga­be hat­te dage­gen etwas von schö­ner PR, war hübsch zu lesen, blieb aber inhalt­lich recht dünn und aus­sa­ge­los. Und wenn Sto­ries über Redak­ti­ons­pla­nung geschrie­ben wer­den – wie im Bei­trag „Zur Con­tent-Fin­dung und Redak­ti­ons­pla­nung aus Agen­tur­sicht“ –, so wür­de ich mich als Leser über die pas­sen­den Links freu­en. Und über Ver­wei­se auf Tools. Wie zum Bei­spiel auf Scomp­ler oder auf prak­ti­sche Vor­la­gen für die Redak­ti­ons­pla­nung als Down­load. Dann wür­de das Maga­zin sei­nen Info- und Ser­vice-Cha­rak­ter wei­ter heben. Und der ist schon hoch.

Mei­ne 3 High­lights
Ande­rer­seits gab es auch in die­ser Aus­ga­be wirk­li­che High­lights. The­ma­tisch waren dies für mich vor allem:

  1. Info­gra­fi­ken und Bil­der leicht gemacht
    Wel­che Pro­gram­me las­sen sich — frei — nut­zen, um Bil­der oder Info­gra­fi­ken zu erstel­len, zu bear­bei­ten, zu opti­mie­ren? Wel­che Bil­der-Daten­ban­ken sind dazu geeig­net? Und was ist dabei recht­lich zu beach­ten? Sol­che Fra­gen wer­den mir häu­fig gestellt — und im Bei­trag „So fin­dest und erstellst du Soci­al Media Bil­der“ gut beant­wor­tet. Das Schö­ne dar­an: Eini­ge der Tipps gehen über die übli­chen Quel­len und bekann­ten Tools hin­aus.
  2. Con­tent Cura­ti­on als Stra­te­gie-Bestand­teil
    Tipps, Tools, Bei­spie­le: Das Maga­zin hat dem The­ma Con­tent Cura­ti­on aus­rei­chend Platz ein­ge­räumt. Zu recht. Schließ­lich wird Con­tent Cura­ti­on zu einem immer wich­ti­ge­ren The­ma nicht nur im Con­tent Mar­ke­ting. Gera­de für Unter­neh­men, die ein The­ma für sich erkannt und es inhalt­lich beset­zen und sich dadurch als Exper­te posi­tio­nie­ren wol­len, bie­tet es sich als stra­te­gi­sche Vor­ge­hens­wei­se an.
  3. Mes­sen­ger als Kom­mu­ni­ka­ti­ons­in­stru­ment
    Das Jahr 2016 ist das Mes­sen­ger-Jahr. (Fra­ge: Was wird dann wohl 2017? Viel­leicht das Chat­bot-Jahr? Dar­um ist es nur rich­tig, im Heft gera­de Whats­App aus­rei­chend Platz ein­zu­räu­men, um Unter­neh­men auf­zu­zei­gen, wie sich Whats­App – mit sei­nen rund 40 Mil­lio­nen Nut­zern in Deutsch­land – in die Kom­mu­ni­ka­ti­on und das Mar­ke­ting ein­bin­den lässt. Da ist es dann auch nicht schlimm, dass jeder Whats­App-Exper­te die vor­ge­stell­ten Pra­xis­bei­spie­le wohl bereits ken­nen mag.

Schon die­se drei Bei­trä­ge bie­ten für mich einen hohen ROI (was für ein gro­ßes Wort!) — bezo­gen auf mei­ne erbrach­te Lese­zeit. Genau des­we­gen wer­de ich den Soci­al­Hub und das tol­le Print-Maga­zin wei­ter emp­feh­len. Schon als Beglei­ter mei­ner Semi­na­re und Coa­chings in den nächs­ten Tagen. Daher: Dan­ke für den Stoff und das wirk­lich tol­le Soci­al Media Manage­ment Tool. Wei­ter geht’s!