Mein #Bahntagebuch2024

Mein #Bahntagebuch2024

Es gibt kaum eine Reiseform, die so entspannend und gleichzeitig ökologisch sein kann, wie eine Fahrt mit der Deutschen Bahn. Und gibt kaum eine Marke, die so häufig und heftig in der Kritik steht, wie die Deutsche Bahn: Unpünktlich, schlecht informierend, unsauber und vieles mehr. Doch was ist davon wirklich berechtigt? Was ich wirklich wahr? Was ist nur gefühlt? Also begebe ich mich mal wieder auf die Suche nach einigen Fakten.

Als regelmäßiger Bahnfahrer und Bahn-Fan habe ich mich daher entschieden, wieder ein kleines Bahntagebuch zu führen und hier zu publizieren. Warum wieder? Weil ich dies bereits 2020 gemacht hatte – damals etwas eingeschränkt und erschwert durch Corona. Darin werde ich schön transparent in zeitlicher Reihenfolge alle meine Fahrten aufführen – sowohl die pünktlichen, die positiven, die schönen Fahrten als auch die verspäteten, belastenden, zeit- und nerven-raubenden Momente. Und auch die Gründe für die eventuellen Verspätungen werde ich hier aufzählen – zumindest so weit sie angegeben werden. Ende 2024 werde ich dann Fazit ziehen können, um wirklich herauszufinden, wie pünktlich die Bahn war. Zumindest aus meiner ganz persönlichen Sicht.

Um das Ganze noch übersichtlicher zu machen, werde ich in meinem Bahntagebuch

Apropos Verspätung: Liebe Deutsche Bahn, auch Verspätungen von drei Minuten sind bei mir Verspätungen. Nicht so wie bei Euch!

Eine möglichst gute, pünktliche und reibungslose Fahrt wünsche ich mir selbst

Dominik, der Bahnfahrer

 

Link-Tipp:
Wer selbst auch im nachhinein beobachten will, ob sein Zug pünktlich war, dem empfehle ich die prima Seite https://bahn.expert. Denn einfach Zugnummer und Fahrtdatum eingegeben, lässt sich alles Weitere einfach nachrecherchieren.

 

Meine Fahrten 2024

Datum | Fahrtstrecke | Zugnummer | geplante Abfahrtzeit (wirkliche Abfahrtszeit) – geplante Ankunftszeit (wirkliche Ankunftszeit) | Anmerkung

Monat Dezember 2024

16.12. | Berlin – Stuttgart | ICE 693 | 15.26 (15.27) – 21.08 (21.38); Grund: Verspätung vorausfahrender Zug, Warten auf Anschlussreisende

02.12. | Stuttgart – Berlin | IC 2069 | 14.09 (14.10) – 16.16 (16.22) + ICE 2902 | 17.01 (17.25) – 19.42 (20.09); Grund: verspätetes Personal aus vorheriger Fahrt; Ersatzfahrt mit geringerer Anzahl an Plätzen

Monat November 2024

27.11. | Heidelberg – Stuttgart | S3 | 15.48 (15.56) – 16.30 (16.37) + Anschluss IRE 1 in Karlsruhe (16.37-17.33) verpasst, daher schon ab Bruchsal MEX 17c 16.35 (16.36) – 18.12 (18.15); Grund: Verspätung eines vorausfahrenden Zuges

26.11. | Stuttgart – Heidelberg | ICE 2408 | 12.05 (12.07) – 12.44 (12.46)

21.11. | Aachen – Stuttgart | RE 1 | 13.51 (13.52) – 14.44 (14.46) + ICE 2408 | 14.55 (15.17) – 17.52 (17.57); Grund: Verspätung vorausfahrender Zug

20.11. | Düsseldorf – Aachen | ICE 756 | 17.54 (18.04) – 19.13 (19.28); Grund: Ärztliches Versorgung Fahrgast, witterungsbedingte Beeinträchtigung ;-(

19.11. | Dortmund – Düsseldorf | RE 11 | 17.21 (17.23) – 18.24 (18.26)

18.11. | Stuttgart – Dortmund | ICE 2408 | 12.05 (12.08) – 16.22 (16.42); Grund: Verspätung eines vorausfahrenden Zuges + verspätetes Personal

04.11. | Detmold – Stuttgart | RB 72 | 10.02 (10.04) – 10.27 (10.30) + NWB RB85 | 11.07 – 12.45 | + 12.52 (12.56) – 16.38 (16.41); Grund: Verspätung eines vorausfahrenden Zuges 

01.11. | Stuttgart – Detmold | ICE 2408 | 12.05 (12.10) – 16.22 (16.31) + RE 6 | 16.55 (17.12) – 18.07 (18.40); Anschluss wegen Verspätung in Herford (RB 72 18.33 – 18.58) verpasst, daher Ausstieg in Bielefeld und Weiterfahrt mit RE 82 | 18.35 (18.36) – 19.15 (19.21); Grund: Längere Haltezeit am Bahnhof, technische Probleme

 

Monat Oktober 2024

28.10. | Mainz – Stuttgart | ICE 373 | 16.42 (16.48) – 17.27 (17.28) + ICE 611 | 17.31 (17.32) – 18.08 (18.12)

28.10. | Stuttgart – Mainz | ICE 690 | 10.51 (10.54) – 12.15 (12.15)

25.10. | Basel – Stuttgart | ICE 4 | 20.21 (20.22) – 22.00 (22.13) + Anschluss in Karlsruhe daher verpasst (IRE 1 – 22.06-22.58), daher IRE 1 | 22.33 – 23.25 (23.31); Grund: Technisches Problem bei vorfahrendem Güterzug 

24.10. | Stuttgart – Weil am Rhein | ICE 9572 | 14.52 (14.58) – 15.31 (15.36) + RE 7 | 15.39 (15.44) – 17.57; Grund: 2x Verspätung eines vorausfahrenden Zuges

21.10. | Berlin – Stuttgart | ICE 273 | 17.26 (17.29) – 22.11. (22.15) + 22.25 (22.30) – 23.54 (23.59); Grund: Warten auf Anschlussreisende, Notarzteinsatz auf der Strecke

12.10. | Dieburg – Berlin | HLB RB75 | 16.10 – 16.27 + ICE 574 | 16.53 – 21.57 (21.35); Besonderheit: Zug fast 20min zu früh in Berlin

11.10. | Stuttgart – Dieburg | FLX10 | 07.17. (07.21) – 08.47 + HLB RB75 | 08.59 – 09.16

01.10. | Mainz – Stuttgart | ICE 1211 | 17.42 (18.10) – 19.08 (20.32); Grund: eingeschränkte Verfügbarkeit der Gleise, unbefugte Personen auf der Strecke 

 

Monat September 2024

30.09. | Berlin – Mainz | ICE 848 | 13.45 (13.48) – 15.28 + ICE 375 | 15.41 (15.55) – 18.40; Grund: Verspätung aus vorheriger Fahrt

Monat August 2024

Monat Juli 2024

Monat Juni 2024

Monat Mai 2024

Monat April 2024

Monat März 2024

Monat Februar 2024

Monat Januar 2024

Gedankenspiele: 10 Lesetipps zu KI-Content, dem „Neuen Schreiben“ und toxischen Inhalten

Gedankenspiele: 10 Lesetipps zu KI-Content, dem „Neuen Schreiben“ und toxischen Inhalten

Besser Texten mit Kopf und KI“ heißt der Leitfaden für das Neue Schreiben, den Kai Heddergott und ich kürzlich publiziert haben. Darin versuchen wir, die Menschen mit dem notwendigen Wissen auszustatten, damit sie mit Hilfe von KI erzeugte Texte bewerten können. Dazu geben wir ihnen ein Framework für das „Neue Schreiben“ an die Hand, mit dem sich alle Arten von Texten umsetzen lassen. Wer Einleitung, Leseproben & Co. sucht, bitte hier entlang.

Doch die Lesetipps in den Gedankenspielen bieten mehr: Aktuell verändert sich die Social-Media-Branche immer negativer, wie ich sie leider schon in meinem letzten Buch beschrieben habe: Weg von den Menschen, hin zu Algorithmen und vor allem zu KI-Influencern samt KI-Content, die unsere Kanäle verstopfen. Die Berliner Morgenpost hat mit mir dazu ein Gespräch geführt, was jetzt erschienen ist, Studien belegen die Veränderungen.

Auch LinkedIn bewegt sich: Vor wenigen Monaten sprachen wir von 360Brew als neuen Algorithmus. Dabei hat es dieses Konzept gar nicht gegeben. Trotzdem führt LinkedIn ein KI-gestütztes System ein, um Inhalte relevanter auszuspielen und qualitativ hochwertige Beiträge stärker zu verbreiten.

Wir sehen: Die Branche ist in Bewegung. In diesem Sinne wünsche ich viel Interesse an diesen vielfältigen Veränderungen in meinen Gedankenspiele-Lesetipps.

In eigener Sache.

  • Im Interview: Sind soziale Medien tot?
    Kürzlich durfte ich der FUNKE Mediengruppe ein Interview geben. Zu einem meiner Kernthemen bzw. zur Frage: „Sind soziale Medien tot?“. Das Ergebnis: Ein Artikel über schöne Ideen, veränderte Algorithmen, eigenständige KI-Influencer, Fernsehen 4.0, die Frage nach echt und unecht, den Fluchtort Communitys, über Bauchschmerzen und ein Buch, das heute noch relevanter ist. Leider.
  • Ein Brief an die Politik: Warum ein Social-Media-Verbot viel zu kurz greift.
    Seit vielen Monaten wird diskutiert, ob Social Media für junge Erwachsene verboten werden sollte. Dabei ist Deutschland nicht allein. Ich habe meine Zweifel, dass uns ein Verbot weiterbringt – und habe deshalb einen Brief an die Politik geschrieben: Mit Hinweisen in 5 Punkten.

3 Studien rund um Social Media.

  • BBC-Studie: Meta und TikTok pushen toxische Inhalte
    Laut BBC-Recherche und Insider-Interviews fördern Meta und TikTok problematische Inhalte bewusst, um ein Engagement zu steigern. Solche Inhalte werden deutlich häufiger geteilt bzw. mit ihnen interagiert. Der Grund, wie ich auch im Buch schreibe: Die Plattformen wollen uns möglichst lange halten, um uns Werbung einzuspielen.
  • Australien: Nicht Social Media sondern KI ist die Herausforderung
    Seit 100 Tagen ist Social Media für Jugendliche in Australien verboten – mit Folgen für junge Menschen wie für Marketer. Welches Zwischenfazit lässt sich aus diesem derzeit „größten sozialen Experiment der Digitalwirtschaft“ ziehen, wie Christian Cohrs schreibt? Dazu hat OMR mit den Stanford Forschern gesprochen, die das Gesetz mit einer Studie begleiten. Dabei wird klar: KI – neben Gaming – ist die eigentliche „aktuelle Herausforderung“.
  • Metricool: Fast jeder zweite Social-Media-Manager erlebt Burnout
    Jeder 2. Social Media Profi berichtet von (Fast)-Burnout-Erfahrungen. Dies ist das Ergebnis des „Social Media Well-Being Report“ von Metricool, wozu knapp 1.000 Personen befragt wurden. Solche Studien machen mich nachdenklich. Gerade als Trainer vieler Social-Media-Leute. Vor allem verdeutlicht sie, wie wichtig eine weitere Professionalisierung der Branche ist und dass Social Media kein Job für nebenher ist.

Strategien in digitalen Zeiten.

  • Strategie: Warum die Führung dabei sein muss
    Social-Media-Strategien sollten nicht ohne die Führungsebene entstehen, schreibt Jens Wiese. Ansonsten wird die Perspektive rein auf die Plattformen und der Fokus auf Kennzahlen wie Reichweite, Engagement oder Follower-Wachstum gelegt. Dabei muss klar werden, wie sie auf die eigentlichen Unternehmensziele einzahlen. Guter Beitrag, der sich mit meiner Denke deckt.
  • 50plus: 6 Lebensrealitäten statt 1 Zielgruppe
    Die Generation Ü50 ist größte Konsumentengruppe und zentraler Wachstumstreiber der Wirtschaft. Und doch werden die Ü50-Jährigen häufig in eine vereinheitliche Zielgruppe geworfen. Ein Fehler angesichts vielfältiger Lebensrealitäten. Ein neues Persona-System mit 6 Entscheidungslogiken könnte dies bei der nächsten Strategie vermeiden.

Corporate Influencer Mehrwert statt KI-Content.

  • Warum ein Drittel aller Corporate-Influencer-Programme scheitert
    Ich bin ein Fan von CI-Programmen. Trotzdem – und auch dies beobachte ich regelmäßig – scheitern viele Programme. Warum? Weil die Relevanz des Zugehörigkeitsgefühls zum Unternehmen als Top-Faktor unterschätzt wird. Ohne starke Unternehmenskultur funktioniert kein Programm, wie Julian Steigerwald auf Basis einer Befragung beschreibt. Stattdessen benennt er 5 Erfolgsfaktoren.
  • Mit welchen Themen Corporate Influencer Expertise sichtbar machen
    „Am Ende zählt fast immer eins: die persönliche Perspektive. Das, was Corporate Influencer sehen, erleben, entscheiden, empfehlen (und warum) ist interessant für die Leserinnen und Leser“, schreibt Juliane Howitz über wertvollen Content. Schließlich seien sie keine Echokammern für Unternehmensbotschaften, sondern Menschen mit Expertise, Haltung und Stimme. Danke für die klaren Worte.

Tiefgang für Wissenssuchende.

  • GEO: Sichtbarkeit in KI verstehen
    „GEO ist kein Ersatz für SEO, sondern eine konsequente Weiterentwicklung“, schreibt Martin Grahl. „Wer in KI-Systemen sichtbar sein will, braucht SEO als Fundament – angefangen bei einer technisch sauberen Website und gut aufbereitetem Content.“ Über 4 Säulen – Analyse, technische Optimierung, Content-Erstellung, OffPage Aktivitäten – lässt sich solch eine GEO-Strategie umsetzen.
  • E-Mail-Marketing: Neuer BVDW-Leitfaden erschienen
    Worin bestehen die Grundlagen für erfolgreiches E-Mail-Marketing? Und wie verändern der steigende Einfluss von KI und datenbasierte Kommunikation den traditionellen Kanal? Zu den Fragen hat der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) einen neuen Leitfaden für erfolgreiches E-Mail-Marketing publiziert, der sich hier herunterladen lässt.
  • Reddit Ads: Wichtige Grundlagen für Einsteiger
    Viele Marketingteams konzentrieren sich bei Social Ads auf Plattformen wie Instagram, LinkedIn oder TikTok. Dabei übersehen sie die größte Community-Plattform der Welt: Reddit. Dabei steht hier der Austausch von Wissen und Erfahrungen im Fokus – gerade über zahlreiche Communities. Was Reddit Ads sind, wie sich diese einsetzen lassen und was dabei zu beachten ist, beschreibt dieser Beitrag.
Schreiben im Umbruch – in Zeiten von KI.

Schreiben im Umbruch – in Zeiten von KI.

Anfang März 2026 erschien unser neues Buch „Besser Texten mit Kopf und KI“. Damit legen wir – Kai Heddergott und Dominik Ruisinger – einen Leitfaden für das Neue Schreiben in Zeiten von KI vor.

Dieser längere Beitrag ist die gekürzte und angepasste Version der Einleitung – als kleiner Lustmacher auf das Buch. Weitere Infos samt Leseprobe finden sich ansonsten auf der Unterseite zum Buch, aktuelle News auf der Webseite „Neues Schreiben“.

Die Einleitung zu „Besser Texten mit Kopf und KI“.

Im April 2025 wurde ein internes Memo von Shopify bekannt. Unter dem Titel „AI Usage is now a baseline expectation“ forderte CEO Tobi Lütke die Manager des Unternehmens auf, vor der Einstellung neuer Mitarbeiter die KI als Alternative zu bedenken. Sein Appell: „Bevor wir nach mehr Personal und Ressourcen fragen, müssen die Teams nachweisen, warum sie das, was sie wollen, nicht mit KI erreichen können“, schrieb Lütke in einem bald weltweit kursierenden Memo.

Das Beispiel des kanadischen E-Commerce-Unternehmens macht deutlich, wie KI zu einer kollektiven Gesamtkompetenz wird, die fast jeden Menschen und jeden Bereich betrifft. Denn Shopify ist kein Einzelfall. In immer mehr Unternehmen sollen Mitarbeitenden deutlich machen, welchen Mehrwert sie im Vergleich zu einer KI zu bieten haben.

Der Umgang mit transformativer Technologie

Schon 2023 hatte der Wirtschaftswissenschaftler Richard Baldwin auf dem World Economic Forum den Satz geprägt: „Nicht künstliche Intelligenz wird euren Job übernehmen, sondern jemand, der weiß, wie man KI nutzt.“ Dieser Satz wurde seitdem in vielen Formen weitergespielt, um die KI als zentrale Kompetenz in der privaten wie insbesondere in der Business Welt zu betonen. Baldwin selbst sah übrigens die Ängste als unbegründet, dass KI die Menschen ersetzen würde; aber nur solange die Menschen über das Wissen und die Fähigkeiten verfügten, die transformative Technologie effektiv zu nutzen.

Vor diesem Hintergrund erscheint es fast absurd, wenn einige Menschen darauf hoffen, dass die KI für sie die Arbeit macht. Diese sollten sich am besten schon heute um einen neuen Job kümmern. Schließlich liefern sie perfekte Argumente, warum man nicht auf KI, aber dafür auf den Menschen verzichten sollte. Die Kernfrage muss stattdessen lauten: Wie kann mich die KI bei meiner eigenen Arbeit unterstützen? Die Zukunft gehört also der strategischen Mischung aus menschlicher Kreativität und technologischer Innovation – in Form einer Co-Creation.

Zwischen Effizienz und Authentizität

Gerade generative KI ist längst weit mehr als ein Trendthema, sondern Bestandteil der Arbeitsrealität. Sie verändert grundlegend die Arbeit von Kommunikation, von Marketing, von Textern. Laut Canva State of Marketing & AI Report 2025 setzen in Deutschland über 90 Prozent der Marketer auf KI-Tools. Sie profitieren von mehr Effizienz, hilfreichen Impulsen und gesteigerter Kreativität – gerade in dynamischen Zeiten, in denen Texter oft unter starkem Zeit- und Ergebnisdruck stehen. Bei ihrer Arbeit müssen sie verstehen, wie sie KI-Chatbots wie Gemini, ChatGPT, Le Chat oder Claude effektiv nutzen, um gemeinsam Texte zu konzipieren, zu schreiben, zu optimieren. Wer KI dagegen ignoriert, ignoriert den sicheren Wandel.

Viele schreiben schon vom Ende des Journalismus, vom Ende der menschlichen Texter, von der einzigen Textmacht namens KI. Andere fragen sich, ob die von der KI erstellten Informationen korrekt sind? Ob die eigene Authentizität gewahrt bleibt? Welchen Mehrwert persönliche Erfahrungen in Texten überhaupt noch haben?

Textliche Co-Creation

„The key is to draw the line at getting gen AI to help with your writing, not do your writing for you“, so die Datenjournalistin und Autorin Alexandra Samuel in ihrem Beitrag in der „Harvard Business Review“. Wenn der Schlüssel darin liegt, die KI dazu zu bringen, beim Schreiben zu helfen und nicht das Schreiben zu übernehmen, wird die KI zur Helferin statt zum Ersatz des Menschen. Oder wie es in dem Beitrag weiter – hier übersetzt – heißt: „Wer die KI als Schreibwerkzeug geschickt einzusetzen weiß, wird tatsächlich ein besserer Autor und Denker, den KI nicht einfach ersetzen kann.“

Darum werden wir in diesem Buch auch nicht beschreiben, wie KI uns als Texter, Autoren oder Journalisten, Kommunikations- und Marketingleute überflüssig macht. Wir zeigen vielmehr auf, wie der Mensch mit der KI als Sparringspartnerin bessere Texte, Beiträge, Postings, Strategien entwickeln kann. Dies kann aber nur dem gelingen, der versteht,

  • wie die KI ihm als Assistentin zuarbeiten und damit unterstützen kann,
  • wie sie ihn immer besser verstehen lernen kann,
  • wie sie ihm hilfreiche Fragen stellen und Vorschläge machen kann,
  • wie sie ihm Feedback aus vielerlei Blickwinkeln geben kann,
  • und warum sie ihn aber nicht ersetzen wird.

Kapitel für Kapitel

„Schreiben ist Handwerk, keine Kunst“, schrieb 2022 der Journalist und ehemalige Leiter der Henri-Nannen-Schule Christoph Fasel in einem Beitrag für die Marketingbörse. Auch wenn er damals kaum die Entwicklungen im KI-Bereich vor Augen hatte: Dieses Handwerk gilt es heute weiterzuentwickeln oder teilweise neu zu lernen – gerade in dieser Co-Creation zwischen Kopf und KI. Genau das ist das Ziel unseres Buches.

„Besser Texten mit Kopf und KI“ ist folglich ein Leitfaden für ein neues KI-gestütztes Schreiben. Es richtet sich an Texterinnen und Texter, an Redakteurinnen und Redakteure, an Autorinnen und Autoren, an Kommunikationsexperten und Medienleute, an Content-Spezialisten und Social Media Kreative. Vor allem ist ein Buch für Menschen, die Freude haben, sich mit dem geschriebenen Wort zu beschäftigen und ihre Texte immer weiter zu optimieren.

Dazu werden wir im 2. Kapitel den Weg hin zu generativer KI kompakt nachzeichnen. Nah am Buchtitel erklären wir, wie eine künstliche Intelligenz Texte generiert und warum der Begriff „Textwahrscheinlichkeitsberechnungsmaschine“ so treffend ist. Zudem müssen wir auf unsere Verantwortung in dieser auch problematischen Partnerschaft eingehen.

In Kapitel 3 werden wir die Rollen beim neuen Schreiben definieren: Die Rolle des Menschen und die Rolle der KI als Sparringspartnerin sowie die notwendige Zusammenarbeit. Denn ein funktionierendes Tandem ist genau die Grundvoraussetzung, um gemeinsam bessere Texte zu erschaffen.

Viel wird heute über Prompten gesprochen: Ohne auf die unzähligen, sich ständig verändernden und abwechselnden Tools und Modelle einzugehen, entwickeln wir in Kapitel 4 ein sauberes Prompting-Framework. Dieses soll jedem Texter die notwendige Struktur beim Prompting geben.

Das Kapitel 5 liefert das Grundwissen zum Texten: Was machen gute Texte aus? Und wie sind diese zu strukturieren? Nur mit diesem Knowhow können wir später das gemeinsame Werk von Menschen und KI bewerten. In diesem Kontext müssen wir ebenfalls der Frage nachgehen, wie wir im aufgekommenen KI-Zeitalter noch Sichtbarkeit im Netz erhalten.

Das Framework als Buchkern

Das Framework des Neuen Schreibens in Kapitel 6 ist der Kern des Buches. Schritt für Schritt und Stufe für Stufe spielen wir die Entwicklung eines Textes durch; immer orientiert an der engen Zusammenarbeit von Kopf und KI und gesteuert von den unterschiedlichen Rollen, unserem Prompting-Framework sowie dem Textwissen.

Final setzen wir in Kapitel 7 das Text-Framework anhand von fünf Beispielen um. Damit wollen wir praxisnahe Vorlagen liefern, wie jeder Leser, jede Leserin selbst dieses Text-Framework des Neuen Schreibens für sich anwenden kann: Unabhängig davon, ob das Ergebnisprodukt ein Fachtext, ein Interview, ein Kommunikationskonzept, ein E-Mail-Newsletter, ein Social-Media-Beitrag oder ein Fachbuch sein soll.

Ein Thema im Experimentiermodus

„Man könnte meinen, es werde immer etwas einzigartig Menschliches geben, das KI einfach nicht nachbilden kann“, schreibt der Informatik-Professor David Duvenaud von der University of Toronto in seinem etwas dystopischen, aber gleichzeitig visionären Beitrag im Guardian. „Fähigkeiten, die menschlich schienen, wie der Umgang mit Mehrdeutigkeiten oder die Verwendung abstrakter Analogien, sind heute problemlos beherrschbar. (…) Mittlerweile ist klar, dass Maschinen soziale Fähigkeiten genauso erlernen können wie alle anderen.“

Wie weit sich dies auf das Schreiben von Texten ausdehnen wird, ist aus heutiger Sicht noch nicht final zu prognostizieren. Jedoch verdeutlicht dieses Zitat, dass wir uns in einem dauerhaften Experimentiermodus befinden, in einem reißenden, sich ständig weiterwindenden Fluss. Gerade das Thema Texten mit Hilfe von Kopf und KI wird sich Schritt für Schritt weiterentwickeln, auch wenn viele Entwicklungen in der Co-Creation zwischen Menschen und künstlicher Intelligenz schon sichtbar sind. Einige dieser bereits bekannten Pfähle wollen wir mit diesem Buch als Orientierung einschlagen.

Kleiner Dank an großartige Menschen

Last, but not least möchten wir uns bei den Weggefährten dieses Leitfadens für das Neue Schreiben bedanken: Bei unseren Gastautorinnen und Gastautoren Astrid Christofori, Lars Kroll, Wolfgang Reichelt und Tim Stelzer, die dem Buch wichtige Aspekte hinzugefügt haben. Bei dem Team um Frank Baumgärtner vom Schäffer-Poeschel Verlag für die wieder befruchtende und offene Atmosphäre bei Titel, Text und Struktur. Sowie bei den vielen teils erwähnten, teils unbekannten Autorinnen und Autoren, die mit ihren Beiträgen und Gedanken das Buch mitgeprägt haben.

Leseprobe zu „Besser Texten mit Kopf und KI“

Mit dem Buch „Besser Texten mit Kopf und KI“ haben Kai Heddergott und ich einen Leitfaden vorgelegt, der das Schreiben in Zeiten von KI deutlich erleichtern kann. Wir nennen es bewusst „das Neue Schreiben“.

Schließlich gehen wir davon aus, dass künftig kaum ein Text mehr ohne KI ausgekommen wird. Und dies ganz unabhängig davon, ob wir ausführliche Konzepte und Strategien planen, kompakte Social-Media- und insbesondere LinkedIn-Postings entwickeln, längere Blog- und Webseiten-Beiträge schreiben oder zielgruppengenau Interviews und Newsletter texten.

Wer sich kurz und kompakt in unser neues Buch einlesen will, für den stellen wir hier eine Leseprobe bereit.

Warum ein Social-Media-Verbot viel zu kurz greift. Ein Brief an die Politik.

Warum ein Social-Media-Verbot viel zu kurz greift. Ein Brief an die Politik.

Liebe Politik,

seit vielen Monaten diskutieren Sie jetzt, ob Social Media für die Unter 14-Jährigen oder Unter 15-Jährigen oder doch Unter 16-Jährigen verboten werden sollte. Spätestens seit dem letzten CDU-Parteitag hat das Thema deutlich an Dynamik gewonnen – sicherlich auch getrieben von den bevorstehenden Landtagswahlen in meinem Heimatland Baden-Württemberg. Nach der SPD hat sich also auch der Koalitionspartner CDU für ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren ausgesprochen sowie bzw. Einschränkungen für unter 16-Jährige.

Belastung ist offensichtlich

Damit sind Sie nicht allein. Auch andere Länder wie Italien, Spanien, Österreich, Frankreich, das Vereinigte Königreich, Griechenland oder Dänemark diskutieren die Einführung ähnlicher Schutzmaßnahmen.

Denn die gesundheitliche Bedrohung ist offensichtlich: Laut einer Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit nutzen mehr als ein Viertel aller Kinder und Jugendlichen Social Media in riskantem oder sogar krankhaftem Ausmaß. Als pathologische Nutzerinnen und Nutzer – also suchtkrank – gelten 6,6 Prozent bei Social Media und 4 Prozent bei Videos.

2.000 TikToks pro Tag im Schnitt

Um dies zu verdeutlichen, lassen Sie uns eine einfache Rechnungsaufgabe machen. Die durchschnittliche tägliche Verweildauer auf TikTok beträgt bei uns gut 100 Minuten. Bei den 16-25-Jährigen wird diese Zahl, so meine Erfahrung als Hochschuldozent, als Trainer, als Berater, deutlich höher sein. Gleichzeitig liegt die Verweildauer auf einem TikTok – also bis die Entscheidung fällt, weiter zu scrollen oder zu bleiben – nach 1-3 Sekunden.

Wenn wir einfach von 3 Sekunden ausgehen, dann nimmt ein durchschnittlicher Nutzer folglich 20×100 TikToks, also 2.000 TikTok auf. Pro Tag. Dass dies belastend für das Gehirn ist und sicherlich auch psychische Probleme, zu hohe Belastung, Burnout fördert, klingt für mich auch als Nicht-Gehirnforscher logisch. Das heißt: Die Belastung ist zweifellos extrem hoch. Darum finde ich es ja auch wichtig und richtig, dass Sie sich – endlich – dem Thema intensiver widmen.

Nur: Auch wenn so viele von Ihnen ein Social-Media-Verbot vehement nach vorne treiben wollen: Glauben Sie wirklich, dass diese Entscheidung der richtige Weg ist? Würde die Situation über ein Verbot verbessert werden? Vielleicht denken Sie nochmals über die folgenden 5 Punkte nach.

1.    Welche Plattformen betrifft es?

Beginnen wir mit den Plattformen selbst. Natürlich sind sie von Algorithmen geprägt, natürlich spielt das Thema KI immer stärker eine Rolle, natürlich machen die Feeds Menschen abhängig. Das können Sie übrigens alles in meinem Buch über „Das Ende von Social Media“ nachlesen, das ich vor knapp zwei Jahren publiziert habe.

Doch wenn wir bei den Plattformen bleiben: Welche meinen Sie eigentlich, wenn Sie von Social Media sprechen? Ich will gar nicht damit anfangen, dass sich viele Plattformen gar nicht als Social Media bezeichnen – wie TikTok oder Snapchat. Aber wahrscheinlich meinen Sie genau diese beiden – und natürlich die Meta-Plattformen Instagram, Facebook, Threads und die Musk-Plattform X. Sind das schon alle? Was ist denn mit den eher unbekannteren Plattformen wie Mastodon oder Bluesky? Nicht dass sich später einige benachteiligt fühlen. 

Was ist mit YouTube und WhatsApp?

Und was ist mit YouTube, mit Vimeo, mit WhatsApp? Wenn Sie jetzt sagen, dass dies ja gar nicht Social Media ist, dann ist dies richtig. YouTube versteht sich als Streaming-Dienst wie Disney+ oder Netflix. Aber ist YouTube nicht das aktuelle Vorbild von Instagram und TikTok? Müssten wir dann YouTube nicht auch verbieten? Also YouTube auch – wie in Australien. Und wenn wir berücksichtigen, wie stark Mark Zuckerberg gerade WhatsApp kommerzialisiert und als Netzwerk ausbaut: Müssten Sie nicht auch diesen Kanal einschränken, über den wahrscheinlich viele Kinder-Eltern-Bindungen laufen?

2.    Was ist mit den Spieleplattformen?

Gehen wir einen Schritt weiter – und sehen Sie sich mal diese Studie aus unserem Nachbarland Österreich an: Den Jugend-Internet-Monitor 2026. Sofort erkennen Sie, dass alle Social-Media-Kanäle bei den befragten 11-17-Jährigen deutlich an Relevanz verloren haben. Dies bedeutet jetzt nicht, dass ich Ihre Initiative überflüssig finde. Aber haben Sie bei Ihren Verbotsdiskussionen auch an Spieleplattformen wie Roblox bedacht?

Denn viele der Studien, die eine Social-Media-Sucht definieren, werfen Social-Media- und Online-Spiele-Sucht in einen Topf. Und wenn Sie einfach mal Jugendliche beobachten, wie diese mit gesenkten Köpfen durch die Straßen laufen, dann spielen meist dort gar keine Social-Media-, sondern Spieleplattformen die Hauptrolle. Und auch diese folgen einem Algorithmus, der den Jugendlichen immer weitere Spiele einblendet. Müssten Sie sich daher nicht – analog zu den Social-Media-Plattformen – viel stärker darum kümmern, da diese ebenfalls jugendgefährdend sind? 

3.    Was ist mit den KI-Tools?

Gehen wir nochmals zurück zu der österreichischen Jugendstudie: Wenn Sie sich die Ergebnisse ansehen, dann erkennen Sie nur einen Gewinner: Die KI-Tools. Wenn Sie also schon darüber diskutieren, wie Sie Jugendliche mit Blick auf die Zukunft schützen könnten: Müssten Sie sich nicht viel stärker mit den KI-Tools als Rising Stars der Digitalbranche beschäftigen? Damit würden Sie auch die Spielesucht etwas bekämpfen. Schließlich lassen sich mit KI-Tools eigene Spiele extrem schnell und einfach entwickeln, wie ich Ihnen als Nicht-Entwickler und Nicht-ITler gerne zeige.

Und bleiben wir beim Themas KI: Wenn ich sehe, wie OpenAI, Meta & Co. gerade neue (Social) Networks entwickeln oder planen, denken Sie beispielsweise an Vibes -, die weniger mit menschlichen Inhalten denn mit KI-Videos gefüttert werden: Müssten diese dann nicht auch in das „Social-Media-Verbot“ inkludiert werden? Denn genau diese Inhalte werden wir in den nächsten Monaten verstärkt auch bei TikTok, YouTube & Co. zu sehen bekommen.

4.    Wer ist sich den Gefahren bewusster?

Und noch eine Frage zum Thema Alter: Glauben Sie wirklich, dass eine 15-Jährige, die bereits mehrere Jahre sich mit TikTok, Instagram und YouTube beschäftigt hat, naiver im Umgang mit den Gefahren und Abhängigkeiten solcher Plattformen ist, als ein 60-Jähriger, für den viele dieser Plattformen „Teufelszeug“ ist, ohne sie wirklich zu kennen?

Ist in diesem Kontext nicht die Forderung des Satire-Kanals „Der Postillon“ durchaus berechtigt, der kürzlich auf Facebook titelte: „Die fallen auf jeden KI-Müll rein“ – Jugendliche fordern Social-Media-Verbot für Menschen über 40″. Eine im gleichen Sinne freche wie nicht unlogische Forderung.

5.    Wie reizvoll ist das Verbotene?

Und noch ein letzter Punkt, der daran anknüpft: Für wie klug oder – sagen wir besser – clever halten Sie eigentlich junge Menschen? Bedenken Sie eines: Bereits heute dürfen Plattformen wie TikTok oder Instagram erst ab einem Alter von 13 Jahren genutzt werden. Trotzdem haben viele einen Weg für sich gefunden haben.

Glauben Sie wirklich, dass dies bei einem Verbot anders wäre – gerade auch in Gesellschaften und sozialen Schichten, in denen die Eltern wenig Zeit haben, um sich um ihre Kinder wirklich zu kümmern und sich mit solchen Fragen zu beschäftigen?

Schweizer Käse made in Australia

Gerade das scheinbare Vorzeigebeispiel Australien zeigt aktuell, wie schwierig die Umsetzung eines solch pauschalen Social-Media-Verbots ist und wie sich ein Gesetzespapier in der Umsetzung so löchrig wie ein Schweizer Käse entpuppt. So schreibt das Blog BASIC thinking: „Anstatt eine sichere Medienkompetenz zu entwickeln, lernen australische Teenager bereits Umgehungstricks, etwa über VPN-Dienste oder die Altersverifikation über ältere Freunde.“

Dies müssen wir eng auch mit dem gewissen Reiz des Verbotenen sehen, den meine Generation damals bei Zigaretten, Alkohol oder nächtlichen Ausflügen verspürte. Folglich müssen wir dem Autor des Beitrages, Fabian Peters, zustimmen, wenn er schreibt, dass der Versuch, Kinder und Jugendliche allein durch ein Verbot zu schützen, die Komplexität ihres Medienalltags übersieht und die Notwendigkeit ignoriert, sie kompetent in digitalen Räumen agieren zu lassen.

Gesetze mit kurzem Verfallsdatum

Bitte verstehen Sie mich richtig: Ich sehe ebenfalls die Bedrohungen und Belastungen, die von den Plattformen ausgehen. Aber warum verbannen Sie Jugendliche aus dieser Social-Media-Welt? Warum gehen Sie stattdessen nicht viel härter gegen die Absender von Hass, Gewalt, Desinformation, Fake News, Deepfakes und tief toxischen Geschäftsmodellen vor, wie Dirk von Gehlen beklagt?

Machen Sie es sich mit Ihrem Verbot viel zu leicht?

Denn die Idee für ein pauschales Social-Media-Verbot klingt im ersten Moment zwar logisch und ehrenwert und unterstützungswert. Aber im zweiten Augenblick ist sie viel zu kurz gedacht und mit einem Verfallsdatum versehen, das schon vor der endgültigen Verabschiedung eines eventuellen Gesetzes bereits abgelaufen ist. Damit wird ein Gesetz zu einer reinen Symbolpolitik, die uns alle und vor allem die jungen Menschen nicht weiterbringen wird.

Bildung hilft mehr als Social-Media-Verbote

Wo könnte stattdessen die Lösung liegen? Der wichtigste Ansatz, der uns alle weiterbringen würde – auch mit Blick auf die sich stark veränderte Zukunft –, wäre deutlich mehr digitale Bildung und mediale Aufklärung – quer durch alle Generationen und Schichten.

Wenn Sie also wirklich etwas verändern und gerade junge Menschen hierzulande schützen wollen, dann benötigt es dringender als je zuvor eine flächendeckende Bildungsoffensive und mehr Medienkompetenz – und definitiv nicht nur für Minderjährige. Auch Eltern, Lehrkräfte und fast alle Menschen müssen befähigt werden, digitale Räume kompetent und verantwortungsvoll zu nutzen und dabei Risiken zu erkennen und einzuordnen.

Ihr Einsatz ist gefragt – für mehr Bildung!

Jeder und jede muss sich unabhängig des Alters bewusst sein, wie Algorithmen grob funktionieren, warum ihnen welche Inhalte eingeblendet werden, warum und wie sie mit ihrem eigenen Verhalten einen Feed steuern, woran sie KI-Inhalte – zumindest zum Teil – erkennen können. Diese Aufklärung wäre deutlich erfolgsversprechender als irgendein Verbot, das sich so oder so kaum oder nur halbwegs oder erst in vielen Jahren in dann weichgegarten Kompromissen umsetzen lässt.

Darum mein Appell an: Setzen Sie sich als Politikerin oder Politiker mit der gleichen Vehemenz für mehr digitale Bildung ein. Dann kommen wir der guten Sache sicherlich näher. Und damit wäre uns doch allen geholfen, oder?

Mit freundlichen Grüßen verbleibt

Dominik Ruisinger

Gedankenspiele: 10 Lesetipps zu KI-Content, dem „Neuen Schreiben“ und toxischen Inhalten

Gedankenspiele: 10 Lesetipps zu Mediennutzung, PR in KI-Zeiten und News-Junkies

Leben wir in einem Land der News-Junkies?

Wenn man die neue Studie von Stagwell in Zusammenarbeit mit dem Axel-Springer-Vermarkter Media Impact liest, dann muss man zu diesem Ergebnis kommen: 81% der deutschen Erwachsenen lesen täglich Nachrichten, 35% sind sogar Nachrichten-Junkies: Täglich informieren sich im Schnitt 7x über Nachrichten und lesen mehr als zehn Artikel.

„Deutsche lieben Nachrichten“, so die Kernaussage der Studienmacher.

Ehrlich gesagt bin ich etwas verwirrt: Steht nicht überall, dass wir Deutsche unter einer wachsenden News Fatigue lesen? Und sich immer mehr Menschen aus den täglichen Medienkonsum zurückziehen, weil für sie die Nachrichten zu negativ und zu belastend sind? Die Studie zur Mediennutzung bei uns kommt auf jeden Fall zu einem anderen Ergebnis.

Weitere Aufklärung liefern hoffentlich die 10 Lesetipps in meinen monatlichen Gedankenspielen. Ich hoffe auf gute Erkenntnisse.

In eigener Sache.

Welchen Zweck verfolgen Unternehmen mit Social Media? Kundenservice nicht.
Welchen Mehrwert bietet Unternehmen ein Engagement auf den Social-Media-Plattformen? Bzw. für wen lohnt sich Social Media noch? Ein Beitrag über Ziele und den fehlenden Kundenservice bei der Deutschen Bahn.

2 Studien rund um die Mediennutzung.

  • Wortliga: Wie verständlich berichten deutsche Online-Medien?
    Wie verständlich berichten deutsche Medien? Dazu hat Wortliga 16 führende deutsche Online-Medien analysiert. Das Ergebnis: Während bild.de, stern.de, zdfheute.de gut verständlich informieren, ist die FAZ für viele zu schwer zu lesen. Dies lässt sich u.a. auf zu lange Sätze, auf Substantivierungen und Passivkonstruktionen zurückführen – alles Aspekte, über ich in meinen Text-Workshops diskutiere.
  • VAUNET: Mediennutzung bleibt in Deutschland sehr hoch
    10 Stunden und 53 Minuten: So lange haben die Deutschen im Jahre 2025 täglich im Schnitt Medien genutzt. Dies zeigt die Analyse des Privatsenderverbands VAUNET. Im Vergleich zum Vorjahr blieben die linearen Angebote konstant und relevant. Während der TV-Konsum ganz leicht fiel, stiegen Audio-Nutzung und vor allem Streaming an.

3 Strategien gerade in Zeiten von KI.

  • Reuters-Trend-Report: Druck auf Kommunikation wächst
    Ein Weckruf an die Medienarbeit liefert der Reuters-Trend-Report 2026: „Journalism and Technology: Trends and Predictions 2026“ macht deutlich, wie stark sinkender Traffic, Glaubwürdigkeitsprobleme und KI den Journalismus immer stärker unter Druck setzen. Diese Verschiebungen, so betont Marie-Christine Schindler in ihrer Analyse, betreffen ebenfalls die Unternehmen(skommunikation), die ebenfalls um Vertrauen, Relevanz und Sichtbarkeit kämpft.
  • PR in KI-Zeiten: Wie sie Unternehmen Sichtbarkeit gibt
    „Sichtbarkeit in KI-Zeiten entsteht durch inhaltliche Substanz, technische Klarheit und digitale Präsenz“, heißt es im Agentur-Blog von AM. Vor diesem Hintergrund kommt der PR eine relevante Rolle zu. Denn KI-Systeme nennen vor allem Marken, die sie kennen, verstehen und für vertrauenswürdig halten. Der vorgestellte 5-Punkte-Plan hilft als Einstieg.

3 Hinweise für die Social Media Plattformen.

  • Nur Reels, Shorts und TikToks? „Video ist überbewertet“
    Brauchen wir im Social Media-Bereich nur noch Videos? Man hat fast den Eindruck, wenn man über die vielen TikToks, Reels, Shorts und sonstigen Videos bei der Mediennutzung stolpert. Aber ist es wirklich so? Frist Video nicht viel Energie, Ressourcen, Lebenszeit? Ein wichtiges Plädoyer, Bewegtbild einzusetzen – aber bitte bewusst und nicht als blinde, KI-gepushte Massenproduktion.
  • TikTok: 13 Tipps für mehr Reichweite
    Wie erstelle ich TikTok-Videos, die wirklich funktionieren? Die meine Zielgruppe erreichen? Justin Pohl hat dazu viele Tipps im Hubspot-Blog zusammengestellt: Vom notwendigen 3-Sekunden-Hook, der richtigen Content-Strategie, der passenden Gestaltung von Bildern bis zur Analyse. Definitiv hilfreich.
  • LinkedIn: Personal Branding benötigt Klarheit
    „Personal Branding bedeutet nicht, mehr zu senden, sondern vor allem klarer zu sprechen“, schreibt Meike Leopold. Wer keine Orientierung bietet, wird für die richtigen Zielgruppen unsichtbar. Daher sei es wichtig, das Profil, den eigenen Content und die Interaktion noch stärker am eigenen Personal Branding auszurichten. Eine Strategie, die ich in meinen Coachings ebenfalls lehre.

Daten zur Sichtbarkeit im KI-Zeitalter.

  • Sichtbarkeit: AI Overviews in Deutschland: So stark sinken die Klickraten wirklich
    Viele klagen darüber, dass ihre Klickraten durch die AI Overviews eingebrochen sind. Ist dies wirklich so? Sistrix hat 100 Millionen Keywords analysiert, um die Auswirkungen zu messen. Danach werden bei 20% der Keywords AI Overviews ausgespielt. Dabei geht die Hälfte aller organischen Klicks verloren. Dies betrifft vor allem informationale Suchanfragen, die Google selbst beantwortet.
  • Monitoring: GEO-Erfolge messen und optimieren
    Wie lässt sich der Erfolg von GEO-Maßnahmen messen? Welche Inhalte gelten für KI-Systeme als vertrauenswürdig, relevant und zitierfähig? Dass sie auf die Qualität und Inhaltstiefe der Quelle, die Erfüllung der Nutzerintention, die Erfahrung, Vertrauenswürdigkeit und fachliche Kompetenz (E-E-A-T) der Autorinnen und Autoren zurückgreifen, ist bekannt. Dieser Beitrag stellt dazu die wichtigsten GEO-KPIs vor.