7 Trends + 7 Strategien für das Jahr 2026.

7 Trends + 7 Strategien für das Jahr 2026.

Wir leben immer stärker in einer von KI und Algorithmen geprägten Kommunikationszeit. Welche strategischen Konsequenzen sollten wir aus dieser Entwicklung ziehen? Auf Basis von 7 Trends sehe ich 7 notwendige Strategien für 2026.

Vor gut einem Jahr habe ich das Buch »Das Ende von Social Media«, warum wir digitale Netzwerke neu denken müssen, publiziert. Und gut 1,5 Jahre später habe ich das Gefühl, dass das Buch aktueller denn je ist. Denn es mehren sich die Anzeichen, dass die »Social Media Idee«, die wir kannten, ihren Social-Charakter endgültig verloren hat. Leider.

In diesem Gedankenspiel will ich auf einige aktuelle Entwicklungen blicken, um daraus dann strategische Empfehlungen für das Jahr 2026 ableiten zu können. Also eine etwas andere Trend-Vorschau.


7 Entwicklungen aus 2025.

Blicken wir zuerst auf 7 Entwicklungen aus diesem Jahr, die die damaligen Buch-Aussagen deutlich bekräftigen:

  1. Algorithmen haben die Macht über unsere Feeds übernommen.
    Im Herbst habe ich dazu selbst eine größere Analyse publiziert, zu der ich meine Feeds auf LinkedIn, Instagram und Facebook unter die Lupe genommen habe. Das Ergebnis: Wir müssen uns von den Beiträgen unserer Freunde, Fans und Netzwerkpartner verabschieden.
  2. Die Plattformen haben sich zu Filterblasen entwickelt.
    Das erkennen wir daran, dass wir fast nur noch Beiträge zu den Themen erhalten, die uns in der Vergangenheit bereits interessiert haben. Wer dies erkennt, sollte radikal seine Feeds nach seinen Wünschen erziehen.
  3. Unterhaltung statt Gespräche, Lurker statt Producer.
    Die (Video-)Plattformen werden vor allem für passives Entertainment und etwas Infotainment genutzt, unabhängig davon, ob der Content-Produzent Mensch oder KI ist. Dies wird sich weiter verschärfen, wenn – inspiriert vom Erfolg der YouTube-TV-App – bald TikTok und Instagram eigene TV-Apps auf das Smart-TV bringen.
  4. KI hat die Social Media Branche fest im Griff.
    Automatisierter, seelenloser, generischer AI Slop füttert immer stärker Text- und Video-Kanäle. Wenn Meta & Co. ihre automatisierten Ads per KI ausrollen und uns auffordern, Kommentare und Ads doch einfach per KI zu formulieren: Wozu braucht es den Menschen noch?
  5. Social-Media-Kanäle sind heute Suchorte.
    Und dies gilt für Themen, Trends, Jobs, People. Wer also mit Social-SEO darauf nicht reagiert, bleibt unsichtbar. Und dies kann sich kaum jemand in einer Zeit erlauben, in der beispielsweise Instagram-Inhalte verstärkt in der Google-Suche findbar sind.
  6. Organisationen haben ihre organische Sichtbarkeit verloren.
    Dies belegen auch die regelmäßigen Analysen von Richard van der Blom auf LinkedIn. Einzige Auswege: Sie benötigen Ads und/oder aktive Mitarbeitenden. Daraus folgt der nächste Punkt.
  7. Digital bzw. besser Paid Media hat das organische Social ersetzt.
    Dazu genügt ein Blick auf die hohe Anzahl an Ads, an die Boosting-Option von eigenen Postings bei LinkedIn, an die geplanten Monetarisierungs-Optionen bei WhatsApp. Und das ist mit Sicherheit erst der Anfang.

7 Strategien für 2026.

All diese Entwicklungen beobachten und erleben wir täglich, ertragen sie und hinterfragen sie. Doch was bedeutet dies für die eigene Kommunikationsstrategie? Für mich gibt es 7 strategische Ansätze, die wir im Jahre 2026 verstärkt spielen müssen:

Strategie 1: Hört auf, Fans & Followers zu zählen.
Wer heute noch Fans zählt oder sich für ein Follower-Wachstum lobt, hat den Schuss nicht gehört. Die Plattformen interessieren sich nicht dafür: TikTok noch nie, YouTube fast nie und die anderen kaum mehr. Fan-Wachstum ist etwas für das eigene Ego oder den naiven Chef. Heute geht es vielmehr darum, nachweisen zu können, auf welches Unternehmensziel der Content – egal ob organisch oder paid, egal auf welcher Plattform – konkret einzahlt. Und dies können Bewerbungen, Downloads, Newsletter-Abos, Imagewandel u.v.a.m. sein.

Strategie 2: Jede (!) organische Idee benötigt eine Paid-Strategie.
Unsere Fans, Follower und mühsam aufgebauten Communitys bekommen unsere Inhalte kaum mehr zu sehen. Damit sich organische Beiträge überhaupt rechnen, müssen wir sie mit einer Paid-Strategie begleiten – und zwar bei allen Themen und Inhalten, die für uns von Relevanz sind. Und egal auf welcher Plattform. Wer auf immer mehr und auch immer teurere Ads verzichtet, verliert seine Sichtbarkeit.

Strategie 3: Authentizität ist mehr als ein Modebegriff.
Schon jetzt sehen wir immer mehr seelenlose, generisch erzeugte und teils automatisiert verbreitete Inhalte in Beiträgen und sogar in Kommentaren. Angesichts der KI-Fluten wird der überstrapazierte Begriff Authentizität eine Renaissance erleben, wie ich schon im Buch betont habe. Nur so können sich Menschen und Organisationen nach außen als attraktives Etwas zeigen, das etwas zu sagen hat. Und das Ganze gerne als Tandem von Mensch und KI – aber bitte mit dem Menschen am Steuer. (Dazu wird es bald was Neues in Buchform zu lesen geben)

Strategie 4: It’s time for Thought Leaders.
Wenn wir uns beispielsweise die aktuellen Pläne bei LinkedIn rund um das Thema 360Brew ansehen – Franziska Bluhm hat es kompakt zusammengefasst –, dann geht es künftig nicht mehr um Viralität, sondern um Relevanz und Konsistenz bei der Vermittlung von Kerninhalten. Dies eröffnet die Chance, einzelne Personen als authentische Expertinnen und Experten zu positionieren; und dies unabhängig von der Plattform und natürlich mit Ad-Unterstützung.

Strategie 5: Show your Knowledge, dear Experts.
Eng mit Punkt 4 verbunden: Wer künftig mit seinen Inhalten Sichtbarkeit erhalten will, der benötigt Expertise, Einzigartigkeit und damit eine klare Positionierung. Wer dies vermittelt, bekommt Sichtbarkeit bei Menschen wie Maschinen, gerade im KI-Zeitalter. Dies kann über einen Social Kanal, einen Newsletter, einen Blog, einen Podcast oder eine Community erfolgen. Wer dagegen den berühmten Bauchladen liefert, verliert. Denn das können andere und vor allem die KI mindestens genauso gut.

Strategie 6: Enabling ist der Sichtbarkeitsfaktor.
Organisationen benötigen dringender als je zuvor aktive Mitarbeitende. Nur so werden sie mit ihren Botschaften noch ihre Zielgruppen erreichen. Das haben viele begriffen, was sich im Wachstum der Programme, der Corporate Influencer Map und der LinkedIn-Gruppe meines geschätzten Kollegen Klaus Eck zeigt. Nur: Reicht das aus? Langfristig müssen wir dieses Enabling tiefer in die gesamte Organisation hineintreiben, wie ich kürzlich in einem anderen Gedankenspiel ausführlich diskutiert habe.

Strategie 7: Generations-Denken ist out.
Die Zeit ist vorbei, in der wir sinnieren, welche Inhalte besser zu welcher Generation passen bzw. welche Generation wir über welche Plattform erreichen. In einer heterogenen Welt spielen gemeinsame Interessen eine größere Rolle. Die Kernfrage aller Strategien lautet: An welchen aktuellen Themen, die in der jeweiligen Community bzw. auf der jeweiligen Plattform diskutiert werden, können wir inhaltlich andocken? Nur auf Interessengruppen bezogene Strategien helfen uns wirklich weiter.

One more thing.

Mitte November hat mich ein Artikel bei DWDL nachdenklich gemacht. Der Titel: »Wie viel KI verkraftet Social Media?« Denn die Frage ist nicht nur für Social Media durchaus berechtigt, wenn wir daran denken,

  • wie KI-Musik-Videos made by Suno die Billboard-Charts erklimmen;
  • wie Meta mit Vibes und bald auch OpenAI reine KI-Video-Netzwerke erstellen;
  • wie Elon Musk die alte App Vine mit reinen KI-Videos relaunchen will;
  • wie konträr die Diskussionen um echt oder falsch, reell oder nicht reell, künstlich oder menschlich verlaufen.

Letztendlich liegt es an uns, wie viel KI die Branche verträgt oder ob irgendwann nur noch die KI sich mit der KI unterhält und wir Menschen zusehen. Ist das die Lösung?

Nur eines bin ich mir sicher: Wenn ich an das Vordringen der KI, an die Einflüsse der Algorithmen, an die Macht der Werbung denke, dann sollten wir uns im Jahr 2026 endgültig vom Namen »Social Media« verabschieden. Denn um den Austausch von Menschen geht es nun wirklich schon lange nicht mehr.

Gedankenspiele: 10 Lesetipps zum Ende von Social Media, zu integrierter Kommunikation und zu Communitys

Gedankenspiele: 10 Lesetipps zum Ende von Social Media, zu integrierter Kommunikation und zu Communitys

Läutet KI das endgültige Ende von Social Media ein? Was heißt heute wirklich integrierte Kommunikation? Ersetzt Social Media Pressemitteilungen im Redaktionsalltag? Und wie und wo lassen sich Communitys erfolgreich aufbauen?

4 Fragen zu 10 Lesetipps, die ich in die September-Ausgabe meines Gedankenspiele-Newsletters gepackt haben. Vielleicht tragen sie ein klein wenig dazu bei, über unser hochgezüchtetes Medienzeitalter auf Speed etwas intensiver nachzudenken.

In eigener Sache.

  • Social Media ist tot.“
    Mein geschätzter Kollege Klaus Eck hat einen tiefen Blick in mein letztes Buch „Das Ende von Social Media“ geworfen. Es sei »kein Abgesang, sondern ein Aufruf zur strategischen Neuausrichtung der digitalen Kommunikation«, schreibt er auf LinkedIn. Gerade die daraus resultierenden Diskussionen machen deutlich, dass das Buch aktueller denn je ist. Und ja 👏: niemand will automatisierte KI-Inhalte in LinkedIn-Beiträgen und -Kommentaren 😎!

Schreiben und berichten.

  • Studie: Ersetzt Social Media Presseinfos im Redaktionsalltag?
    Nutzen Medienleute soziale Medien? Und für welchen Zweck? Oder arbeiten sie ganz klassisch mit Pressemitteilungen? Laut Medien-Trendmonitor 2025 von news aktuell ist der Abgesang auf die traditionelle Medienarbeit verfrüht. Auch wenn Instagram, LinkedIn, Facebook & Co. von über 40 % genutzt werden, Presseinfos bleiben die meistgenutzte Recherchequelle.
  • Wie schreibe ich für KI, ohne den Menschen zu verlieren?
    Heute entscheiden zumeist Maschinen darüber, welche Inhalte bei welcher Person ausgespielt werden. Doch wer Texte nur auf das ausrichtet, was Algorithmen und KI wollen, wird den Menschen aus dem Auge verlieren. Denn für wen schreiben wir die Texte denn wirklich? »KI ist ein Werkzeug – der Mensch bleibt das Ziel« heißt das Fazit dieses nachdenklich machenden Beitrages.

Integriert kommunizieren.

  • »Wir werden Lösungen nur selten in der eigenen Bubble finden.«
    Zuhören, vernetzen und über den Tellerrand auf andere Disziplinen blicken: Integrierte Kommunikation muss stärker als strategisches Managementthema verstanden werden, so Prof. Ansgar Zerfass im Interview. Dabei werden inhaltliche Abstimmung, Koordination interner Prozesse, Verzahnung von Daten und die Vernetzung von Kommunikations- mit Unternehmenszielen zu den Erfolgsfaktoren. Lesenswert!
  • 5 Mythen des Generationen-Marketings
    Ob GenZ oder Babyboomer: Generationen werden oft als monolithisch, mit einheitlichen Merkmalen beschrieben – angereichert mit vielen Mythen und Klischees. Dabei sollten Zielgruppenmodelle »auf realen Bedürfnissen, Verhaltenstypologien und Kontextebenen beruhen«, heißt es im Beitrag. Ist Generationsmarketing also tot?
  • 50plus ist zurück: Was heißt das für die Mediaplanung?
    Immer mehr Medien und Marketer haben sie (wieder)entdeckt: die Generation 50plus. Nur schade, dass sie wie in diesem Beitrag gleich 50plus und Babyboomer in einen Topf werfen. Denn bis zum Alter von 60 Jahren ist es noch die Generation X. Aber vielleicht sollten wir wirklich aufhören, Strategien nach Altersgruppen auszurichten (s.o.)

Suchen und finden.

  • Google ist jetzt dein schärfster Konkurrent
    Es ist nur eine Frage der Zeit, bis mehr und mehr Menschen die KI-Suche für sich entdecken, schreibt Jan Tißler. „Es wird vielen schon bald antiquiert vorkommen, sich durch zahllose Websites zu wühlen und dort mühsam nach den fraglichen Informationen zu suchen.“ Ein treffender Rück- und Ausblick, wie Google spätestens mit dem AI Mode zu unserem schärfsten Konkurrenten um die Aufmerksamkeit wird.
  • Bekommt das Internet ein neues Interface in Zeiten von KI?
    Das Internet ist dabei, ein neues Interface zu erhalten – durch unser Verhalten in Zeiten von KI-Chatbots und KI-Browsern. Daher müssen wir noch stärker unsere Inhalte für die Sichtbarkeit aufbereiten. Dafür sei es zwingend nötig, so Karsten Zunke, „inhaltlich nutzwertige Beiträge zu erstellen, die auch bei Zero-Click-Suchen Vertrauen und Markenbekanntheit fördern“. Die neuen Zeiten haben begonnen.

Communitys entwickeln und pflegen.

  • Why Communitys matter more than ever
    Dass Communitys in unserer Kommunikation immer relevanter werden, das beschreibe ich ausführlich in meinem letzten Buch. Doch was ist beim Aufbau besonders zu beachten: Klare Definition, die richtige Plattform und Empathie sind 3 der zentralen Elemente, die den Erfolg und die Relevanz ausmachen, wie dieser Beitrag zeigt.
  • Wo (m)eine Online-Community starten?
    Wo kann ich mich mit anderen ohne Algorithmen digital austauschen? Die Suche nach digitalen Communitys wird immer relevanter als Alternative zu klassischen Social-Media-Kanälen. Doris Schuppe beschreibt, wie und warum sie Skool dazu einsetzt und wie ideal die Plattform gerade für Coaching und Lerngruppen ist.
Gedankenspiele: 10 Lesetipps zum Ende von Social Media, zu integrierter Kommunikation und zu Communitys

Gedankenspiele: 11 Lesetipps zu Werbe-Verboten, Video-Studien und authentischen Inhalten

Auch wenn der Sommer schon im vollen Gange ist – okay, ein bei uns eher verregneter Sommer –, scheint die Anzahl der spannenden Studien und Informationen nicht nachzulassen. Darum habe ich mich entschieden, eine Sommerausgabe meiner Gedankenspiele-Lesetipps zu publizieren – mit Fokus auf diese aktuellen Studien.

Denn ob zu Content-Formaten im Social-Media-Bereich, zum Boom von Kurz-Videos auf YouTube oder zu den Erfolgsfaktoren beim E-Mail-Marketing: Die Ergebnisse regen uns auf jeden Fall zum Nachdenken über unsere eigenen Strategien an. Viel Spaß damit. Ein paar erholsame Tage und Wochen wünscht trotzdem

Dominik R.

Studien: Rund um die digitale Kommunikation.

Buffer: Diese Content-Formate bringen das meiste Engagement
Welches Format ist auf welcher Plattform am erfolgreichsten? Auch dies zählt zu den Fragen, die ich häufig in Coachings erhalte. Die Social-Media-Plattform Buffer ist dieser Frage nachgegangen und hat auf Basis von Millionen von Beiträgen deren Performance analysiert. Das Ergebnis: Wer bei Instagram nach Reichweite sucht, benötigt Reels, wer Engagement sucht, punktet mit Karussells. Der Performance-Sieger bei LinkedIn heißt eindeutig Karussells, bei Facebook überzeugen Bild-Posts, bei TikTok Videos und bei Threads Bild- und Video-Postings.

Online-Videos: YouTube dominiert bei Kurz-Videos
Der Online-Video-Markt wächst dynamisch. Laut Online-Video-Monitor 2025 der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) und der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) berichten 78 % der Anbieter über gestiegene Abrufzahlen. Dabei sind kurze, maximal 3 Minuten lange Videos besonders gefragt. Trotz TikTok-Aufmerksamkeit heißt die dominierende Plattform übrigens YouTube. Ich bin gespannt, wann dies die hiesigen Unternehmen für sich entdecken.

Inxmail: E-Mail-Marketing-Benchmarks 2025
Ungewöhnliche Versandzeiten, klare Zielgruppenrelevanz statt hoher Frequenz sowie Verteilerqualität ohne große Bounce-Rates: So lauten die zentralen Erfolgsquotienten im E-Mail-Marketing. Für den E-Mail-Marketing-Benchmark 2025 hat Inxmail 4,2 Mrd. E-Mails analysiert. Auffällig: Während Tourismus und Kultur mit hohen Öffnungs- und Klickraten glänzten, kämpfen Finanzunternehmen mit hohen Bounce-Raten und geringer Interaktion. Hier scheint noch einiges Optimierungspotenzial zu liegen.

Hubspot: 6 KI-Trend-Prognosen für 2025
Kreative Freiräume im Marketing, Tool-Tests von KI-Agenten, integrierte Strategien statt Insellösungen: Marketer blicken zuversichtlich in die KI-Zukunft. Dies geht aus dem Hubspot-Report »KI-Trends für Marketingprofis 2025« hervor, der Daten von über 1.500 Unternehmen weltweit ausgewertet hat. Er verdeutlicht, dass die größten Veränderungen in unseren Köpfen und in den Prozessen stattfinden müssen, um bei der KI-Revolution dabei zu sein.

Strategien. Integriert denken.

Customer Journey: Wo hilft Social-Media-Marketing?
Wo kann Social-Media-Marketing die Customer Journey unterstützen? Dieser Beitrag zeigt dies anhand der Phasen Awareness, Consideration und Action auf: Also Interesse an einem Produkt wecken, die Entscheidung erleichtern und den Erwerb ermöglichen – mit Unterstützung von Paid und Influencern. Nur: Wie man heute noch Social Media als „das neue Leitmedium“ ausrufen kann, das geht in meinen Kopf nicht hinein. 😤

Content Strategie: Welche Aspekte berücksichtigt LinkedIn?
Unterscheidet LinkedIn, wer den Content sich ansieht? Analysiert LinkedIn, wie tief wir in die jeweiligen Inhalte eintauchen? Berücksichtigt LinkedIn, wie gut unser Content die Menschen auf der Plattform halten? Ja, das tun sie. Einige wichtige Angaben dazu hat Sandra Elgaß in ihrem LinkedIn-Post zusammengefasst.

Bild-Kommunikation: Passt das Bild zum Text?
Menschen klicken Gesichter. Darum posten Menschen Gesichter. Nur passen diese zu den Inhalten? Annett Bergk stellt die Frage nach der Schere zwischen Bild und Text. »Was suggeriert das Bild und was erzählt der Beitrag? Stimmen diese Ebenen überein? Ergänzen sie sich? Oder widersprechen sie sich?« Sollten wir anfangen, uns auf Bilder mit wirklicher Relevanz zu fokussieren und diese Bilder auch für alle genau zu beschreiben? Ein Beitrag, der zum Nachregen über die eigene Bild-Kommunikation anregt und der Frage nach den »Relations« wieder relevant macht.

Content. Texte, KI, SEO, GEO.

KI-Content: Der strategische Wert authentischer Inhalte
Wenn KI-Modelle in Sekundenschnelle massenhaft Texte produzieren, brauchen wir dann noch den Menschen für das Content Marketing? Ja, schreibt Timo Zingsheim. Denn die menschliche Perspektive wird zum knappsten und wertvollsten Rohstoff. Künftig gewinnen nicht die lautesten Stimmen, sondern authentische Inhalte, die Persönlichkeit und Meinung transportieren und Vertrauen schaffen. Wichtiger Text gerade in einer Welt der Austauschbarkeit.

SEO: 8 kostenlose Google-Tools
Auch in KI-Zeiten können SEO-Tools sehr hilfreich sein. Gerade Google bietet kostenfreie Tools für das ganzheitliche Suchmaschinenmarketing. Auch wenn die meisten hier bekannt sein sollten: Dieser Beitrag gibt einen kompakten Überblick über 8 Tools: von der Search Console über Google Analytics und Trends bis zum Business Profil und den Pagespeed Insights.

Social-Media-Marketing.

Meta verbannt politische Werbung
Meta wird ab Oktober 2025 wegen TTPA keine politischen, sozialen oder wahlbezogenen Anzeigen mehr in der EU zulassen. Dies hat v.a. auch Auswirkungen auf NGOs und Aktivisten, die ihre Kampagnen werblich begleiten wollen. Ich bin gespannt, wie sich solche Bestimmungen dann umgehen lassen bzw. ob hier wirklich schon das letzte Wort gesprochen ist, wie ich auch in meinem LinkedIn-Beitrag dazu schreibe.

Werbeanzeigenmanager: Die Grundlagen
Der Werbeanzeigenmanager von Meta vermittelt nicht nur Glücksgefühle. Denn oft ist es nicht wirklich einfach, sich dort durchzubewegen. Für die Grundlagen hat jetzt Tamara Widmoser einen Einführungsartikel geschrieben: Von der Einrichtung des Kontos über die Erstellung einer Kampagne bis zur Schaltung und Messung der Anzeige gibt er gerade Einsteigern einen guten Überblick.

Gedankenspiele: 10 Lesetipps zum Ende von Social Media, zu integrierter Kommunikation und zu Communitys

Gedankenspiele: 10 Lesetipps zur veränderten Kommunikation

Wie stark verändert sich die Welt der digitalen Kommunikation? Wie stark unser Medienverhalten? Wie stark nähern sich die Social Media Kanäle an? Wie groß sind die Einflüsse von KI? Und wie sollten sich Unternehmen strategisch verhalten?

Zu Wie-Fragen wie diesen habe ich 10 spannende Beiträge entdeckt und sie in die Juli-Lesetipps meines Blogs „Gedankenspiele“ gepackt.

Viele positive Gedankenblicke trotz hochsommerlicher Temperaturen wünscht
Dominik R.

In eigener Sache.

  • Warum und wie KMU Social Media neu denken sollten
    Was sollen wir tun, wenn sich die Menschen immer stärker aus den Social-Media-Kanälen in private Plattformen zurückziehen? Oder sich verstärkt offline aufhalten? Wie reagieren wir in einer Zeit, in der sich Social Media in Kombination mit KI radikal wandelt? Zu dieser Frage hatte mich der DPRG-Expertenkreis Mittelstandskommunikation zu einem KMU-Talk eingeladen. Ich habe eine Strategie für KMU skizziert, das das Strategiedenken in den Fokus stellt.

End of Social Media?

  • Studie: Stagnation bei der Mediennutzung auf sozialen Plattformen
    Wie entwickelt sich die Nachrichtennutzung? Laut Digital News Report 2025 von Reuters vertrauen weiterhin hierzulande 45 Prozent den traditionellen Medien. Die starke Bindung an bekannte Medienmarken hat Auswirkung auf die Nutzung von Social-Media-Kanälen als Newsquellen, die im internationalen Vergleich deutlich geringer ist.
  • For You: Wie LinkedIn sich TikTok annähert
    Schon in meinem letzten Newsletter habe ich die Diskussion aufgegriffen, ob LinkedIn das letzte Social Network ist. Jetzt scheint der nächste Schritt zu folgen: LinkedIn testet in den USA einen neuen Feed mit 3 Tabs – aufgeteilt in den von TikTok bekannten »For You«-Feed, einem Following-Feed und News. Da ich davon ausgehe, dass »For You« der Standard-Feed ist, wird dies dazu führen, dass immer weniger Menschen sich mit ihrem Netzwerk beschäftigen, sondern einfach Inhalte konsumieren. End of Social Media?

Strategische Gedanken.

  • Zielgruppen: Warum Generations-Marketing tot ist
    Bringt die Einteilung in Kategorien wie Generation Z, Millennials & Co. noch etwas? In einer Zeit, in der sich Menschen weniger Generationen zugehörig fühlen, sondern sich über Nischenkulturen und gemeinsame Interessen definieren? Dieser Beitrag macht deutlich, warum Marken die individuellen Leidenschaften und kulturellen Zugehörigkeiten der Konsumenten in den Fokus stellen sollten.
  • Analyse: Wie LinkedIn mit neuen Daten hilft  
    Die Frage nach den wirklichen Zielen ist eine der Kernthemen jeder Strategie. Gut, dass LinkedIn die Analytics deutlich ausgebaut hat. Wer hat mein Profil nach meinem Artikel besucht? Wer ist als neuer Abonnent hinzugekommen? Dies sind hilfreiche Informationen, die ein professionelles Content-Marketing datengestützter machen.

Von SEO zu GEO.

  • Whitepaper: Wie Sprachmodelle digitale Sichtbarkeit definieren
    Was bedeutet SEO in Zeiten von KI? Verdrängt die KI-gestützte Suche bisherige SEO-Strategien? Prof. Ulrich Bihler hat auf ein Whitepaper von ERGO hingewiesen. Titel: »Wie große Sprachmodelle digitale Sichtbarkeit neu definieren«. Auch wenn das Paper für die Versicherungswirtschaft entwickelt wurde, lässt es sich auf andere Branchen übertragen.
  • GEO statt SEO: Wie KI zur Suchmaschine wird 
    Wie werde ich mit meinem Content von KI-Tools berücksichtigt? Laut einer Studie belohnt die KI die Vertrauenswürdigkeit von Inhalten sowie klar strukturierte und einfach verständliche Inhalte. Was davon aktuell bekannt ist und wie sich dies umsetzen lässt, beleuchtet diese Autorin.

Social Media: Werbliches und Rechtliches.

  • Werbemix: TikTok erreicht, Meta verkauft
    TikTok Ads oder Meta Ads? Wenn es nach der neuen Metricool Studie geht, heißt die Antwort: beides. TikTok überzeugt mit fast doppelt so hohen Klickraten glänzt , niedrigeren CPCs und generiert damit Reichweite zu geringen Kosten. Dagegen glänzt Meta mit 7x günstigeren Conversion-Kosten. Als Folge kommt es darauf an, die Werbeformate gezielt entlang der Customer Journey zu kombinieren: also emotionale TikTok Ads als Reichweiten-Booster für die Awareness-Phase und performancegetriebene Meta Ads für die Consideration-Phase.
  • Meta: Ad-Kreation mit KI bald automatisiert
    Blackbox oder Chance für Unternehmen? Bis 2026 will Meta vollautomatisierte KI-Kampagnen umsetzen. Auf Basis eines Produktbildes will die KI Ads entwickeln, Kampagnen ansetzen, passenden Usern ausspielen und die Performance bereitstellen. Dass dies für Unruhe in der Werbebranche sorgt, ist nicht überraschend.
  • WhatsApp: Werbung, Kanal-Abos, Promos
    Promoted Channel, Channel Subscriptions, Story-Ads im Status: Meta macht Ernst mit der Monetarisierung von WhatsApp. So soll WhatsApp zur Plattform für Inhalte und Marken ausgebaut werden. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich diese Werbe-Funktionen mit der versprochenen End-to-End-Verschlüsselung vereinen lassen.
  • Abmahnung: Achtung bei Musiknutzung!
    Abgemahnt wegen Nutzung von Charts? Viele Organisationen, aber auch (Corporate) Influencer scheinen sich nicht bewusst zu sein, dass die Nutzung der Musikbibliotheken in Social Media Postings auf Privatpersonen beschränkt ist. Welche Alternativen es gibt – kommerzielle Angebote, Memes, Zitate, Beiwerk -, zeigt der Datenschutz-Generator.
Gedankenspiele: 10 Lesetipps zum Ende von Social Media, zu integrierter Kommunikation und zu Communitys

Gedankenspiele: 10 Lesetipps zu Studien-Insights, KI-Sichtbarkeit und BFSG-Tipps.

Jeden Tag können wir gerade live miterleben, wie sich die Branche der digitalen Kommunikation eminent weiterentwickelt bzw. teilweise neu erfindet; wie sie gerade KI auf den Kopf dreht – und zwar hochdynamisch und jeden Tag neu. Dazu muss ich nur einen Blick in mein Testlabor werfen, in dem zahlreiche Tools und hilfreiche Tipps noch auf mich warten. Viele dieser Trends, Entwicklungen und Studien, auf die meine 10 Lesetipps hinweisen, habe ich bereits in meinem letzten Buch über das „Ende von Social Media“ angedeutet: Den Rückgang der Social-Media-Nutzung auf der einen Seite und die Machtübernahme von Algorithmen und KI quer durch alle Felder der Kommunikation.

Braucht man uns Menschen denn irgendwann überhaupt noch?

In eigener Sache.

  • Wie lange kann man Wissen glaubwürdig vermitteln?
    Wie lange bleibt man in seinem Job glaubwürdig? Wie lange sollte man beispielsweise digitales Wissen vermitteln? Und wann ist man – etwas salopper formuliert – „zu alt“ dafür? Gerade in einem Jobumfeld, das sich ständig ändert? Ein Gedankenspiel über Alter, über Erfahrungen und die Suche nach dem richtigen Moment des Rückzuges.

3 Studien zur digitalen Kommunikation.

  • Social Media Industry Report: Benchmarks 2025
    Schon in meinem Buch »Das Ende von Social Media« habe ich diese Entwicklung ausführlich beschrieben: Die Social Media Sättigung schreitet voran. So sind die Engagement-Raten auf allen Social-Media-Plattformen spürbar zurückgegangen. Dies zeigt der Social Media Industry Benchmark Report 2025. Auf Basis solcher Studien ist es höchste Zeit, Zielgruppenstrategien zu hinterfragen und Content stärker auf echte Interaktion auszurichten. Wichtig!
  • Digital 2025 Report: Wie stark KI unseren digitalen Alltag prägt
    Wie stark Künstliche Intelligenz (wachsend), Social Media (rückläufig) und mobiles Mediennutzung (dominant) unseren digitalen Alltag heute prägen, zeigt der Digital 2025 Global Overview Report. Bahnbrechende Meilensteine liefert er jedoch nicht, schreibt Marie-Christine Schindler, die sich durch den umfangreichen Studien-Satz gearbeitet hat. Danke dafür!
  • LinkedIn Algorithm Report: Insights für eine angepasste Strategie
    Deutliche Rückgänge bei Reichweite, beim Engagement, beim Follower-Wachstum, beschleunigtes Scroll-Verhalten, größerer Aufmerksamkeitsdruck auf Content: Dies sind einige der Ergebnisse, die Richard van der Blom in seinem von LinkedIn-Jüngern sehnlichst erwarteten Algorithm Insights Report jetzt publiziert hat. Und schon ein Blick auf einige Studien-Auszüge machen deutlich, dass LinkedIn-Strategien teils neu angepasst werden müssen. Lesepflicht!

Sichtbarkeit bei Google, ChatGPT & Co.

  • KI-Search: Wie ich auf ChatGPT, Gemini & Co. sichtbar werde
    Wie wird die Webseite KI-ready und damit relevant für die KI-Suchmaschinen? Viele Unternehmen stehen derzeit vor dieser Frage. Die Präsentation von Steffen Stöckel liefert eine gute Vorlage, die relevanten Maßnahmen umzusetzen – aufgeteilt in Technik, OnPage und OffPage. Kompakt auf Nutzerintention, Technik, Aktualität und Mehrwert geht auch dieser Fachbeitrag ein.

Veränderungen im Social Media Umfeld.

  • Facebook: Echte Inhalte statt Spammy Content
    Posts mit unzähligen Hashtags, irreführende Captions mit fehlendem Bezug zwischen Text und Bild, Fake-Engagement-Aufrufe, zigfache Verbreitung derselben Inhalte: All dies soll künftig eingeschränkt werden – mit geringerer Sichtbarkeit, weniger Monetarisierungsoptionen und Upvote-Optionen. Wie Facebook berichtet, sollen damit Creators stärker die Plattform nutzen. Ob dies gelingen kann?
  • YouTube: Beeindruckende Zahlen zum Geburtstag
    Zum 20. Geburtstag hat YouTube ein paar Zahlen publiziert. Und diese sind beeindruckend, auch wenn einige schon bekannt waren: 20 Mrd. Videos bisher, wozu 20 Mio. Uploads pro Tag hinzukommen; 100 Mio. Kommentare und 3,5 Mrd. Likes pro Tag sowie 70 Mrd. tägliche Shorts-Aufrufe zeigen die Interaktionen; 56 Mio. Nutzer in Deutschland, davon 10 Mio. zwischen 18 und 29 Jahren, verdeutlichen, warum YouTube in jede Strategie gehört.
  • LinkedIn: Checkliste bei Videos
    Video bleibt das Format der Stunde. Auch bei LinkedIn. So wird Video-Content schon 36 % mehr rezipiert als im Vorjahr. Kein Wunder also, dass die Business-Plattform jetzt erklärt, welche Kriterien Videos erfüllen müssen, um erfolgreich zu sein. Die Checkliste reicht dabei von Hinweisen zum Upload, Spezifikationen zur Größe sowie Hinweise auf die Safezone bei Videos.

Rechtliche Tipps zum BFSG.

  • BFSG: Großer Ratgeber und FAQ zum Barrierefreiheitsstärkungsgesetz
    Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz bleibt für viele ein Buch mit 7 Siegeln, auch wenn es Ende Juni final in Kraft tritt. Doch wer sich einmal durch das Gesetz gekämpft hat, wäre froh gewesen, hätte man die BFSG-Regeln auch auf das Gesetz selbst angewandt. Wie gut, dass Thomas Schwenke einen wirklich grandiosen und umfangreichen Ratgeber samt FAQ zum BFSG publiziert hat. Danke dafür!
  • BFSG: Barrierefreiheit auch im E-Mail-Marketing?
    Die neuen Vorgaben im BFSG müssen auch für bestimmte werbende E-Mails eingehalten werden, schreibt der Anwalt Martin Schirmbacher: „Ist eine werbende E-nach den obigen Kriterien als Dienstleistung im elektronischen Geschäftsverkehr anzusehen, unterliegt sie den Anforderungen des BFSG.“ Diese Barrierefreiheit gilt speziell für E-Mails, aus denen der Kunde einen Vertrag schließen, verlängern oder erweitern kann. Was dabei im Einzelnen zu beachten ist, lässt sich diesem ausführlichen Fachbeitrag entnehmen. Das Gute: Klassische E-Mail-Newsletter sind nicht betroffen.