Warum ein Social-Media-Verbot viel zu kurz greift. Ein Brief an die Politik.

Warum ein Social-Media-Verbot viel zu kurz greift. Ein Brief an die Politik.

Liebe Politik,

seit vielen Monaten diskutieren Sie jetzt, ob Social Media für die Unter 14-Jährigen oder Unter 15-Jährigen oder doch Unter 16-Jährigen verboten werden sollte. Spätestens seit dem letzten CDU-Parteitag hat das Thema deutlich an Dynamik gewonnen – sicherlich auch getrieben von den bevorstehenden Landtagswahlen in meinem Heimatland Baden-Württemberg. Nach der SPD hat sich also auch der Koalitionspartner CDU für ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren ausgesprochen sowie bzw. Einschränkungen für unter 16-Jährige.

Belastung ist offensichtlich

Damit sind Sie nicht allein. Auch andere Länder wie Italien, Spanien, Österreich, Frankreich, das Vereinigte Königreich, Griechenland oder Dänemark diskutieren die Einführung ähnlicher Schutzmaßnahmen.

Denn die gesundheitliche Bedrohung ist offensichtlich: Laut einer Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit nutzen mehr als ein Viertel aller Kinder und Jugendlichen Social Media in riskantem oder sogar krankhaftem Ausmaß. Als pathologische Nutzerinnen und Nutzer – also suchtkrank – gelten 6,6 Prozent bei Social Media und 4 Prozent bei Videos.

2.000 TikToks pro Tag im Schnitt

Um dies zu verdeutlichen, lassen Sie uns eine einfache Rechnungsaufgabe machen. Die durchschnittliche tägliche Verweildauer auf TikTok beträgt bei uns gut 100 Minuten. Bei den 16-25-Jährigen wird diese Zahl, so meine Erfahrung als Hochschuldozent, als Trainer, als Berater, deutlich höher sein. Gleichzeitig liegt die Verweildauer auf einem TikTok – also bis die Entscheidung fällt, weiter zu scrollen oder zu bleiben – nach 1-3 Sekunden.

Wenn wir einfach von 3 Sekunden ausgehen, dann nimmt ein durchschnittlicher Nutzer folglich 20×100 TikToks, also 2.000 TikTok auf. Pro Tag. Dass dies belastend für das Gehirn ist und sicherlich auch psychische Probleme, zu hohe Belastung, Burnout fördert, klingt für mich auch als Nicht-Gehirnforscher logisch. Das heißt: Die Belastung ist zweifellos extrem hoch. Darum finde ich es ja auch wichtig und richtig, dass Sie sich – endlich – dem Thema intensiver widmen.

Nur: Auch wenn so viele von Ihnen ein Social-Media-Verbot vehement nach vorne treiben wollen: Glauben Sie wirklich, dass diese Entscheidung der richtige Weg ist? Würde die Situation über ein Verbot verbessert werden? Vielleicht denken Sie nochmals über die folgenden 5 Punkte nach. 

1.    Welche Plattformen betrifft es?

Beginnen wir mit den Plattformen selbst. Natürlich sind sie von Algorithmen geprägt, natürlich spielt das Thema KI immer stärker eine Rolle, natürlich machen die Feeds Menschen abhängig. Das können Sie übrigens alles in meinem Buch über „Das Ende von Social Media“ nachlesen, das ich vor knapp zwei Jahren publiziert habe.

Doch wenn wir bei den Plattformen bleiben: Welche meinen Sie eigentlich, wenn Sie von Social Media sprechen? Ich will gar nicht damit anfangen, dass sich viele Plattformen gar nicht als Social Media bezeichnen – wie TikTok oder Snapchat. Aber wahrscheinlich meinen Sie genau diese beiden – und natürlich die Meta-Plattformen Instagram, Facebook, Threads und die Musk-Plattform X. Sind das schon alle? Was ist denn mit den eher unbekannteren Plattformen wie Mastodon oder Bluesky? Nicht dass sich später einige benachteiligt fühlen. 

Was ist mit YouTube und WhatsApp?

Und was ist mit YouTube, mit Vimeo, mit WhatsApp? Wenn Sie jetzt sagen, dass dies ja gar nicht Social Media ist, dann ist dies richtig. YouTube versteht sich als Streaming-Dienst wie Disney+ oder Netflix. Aber ist YouTube nicht das aktuelle Vorbild von Instagram und TikTok? Müssten wir dann YouTube nicht auch verbieten? Also YouTube auch – wie in Australien. Und wenn wir berücksichtigen, wie stark Mark Zuckerberg gerade WhatsApp kommerzialisiert und als Netzwerk ausbaut: Müssten Sie nicht auch diesen Kanal einschränken, über den wahrscheinlich viele Kinder-Eltern-Bindungen laufen?

2.    Was ist mit den Spieleplattformen?

Gehen wir einen Schritt weiter – und sehen Sie sich mal diese Studie aus unserem Nachbarland Österreich an: Den Jugend-Internet-Monitor 2026. Sofort erkennen Sie, dass alle Social-Media-Kanäle bei den befragten 11-17-Jährigen deutlich an Relevanz verloren haben. Dies bedeutet jetzt nicht, dass ich Ihre Initiative überflüssig finde. Aber haben Sie bei Ihren Verbotsdiskussionen auch an Spieleplattformen wie Roblox bedacht?

Denn viele der Studien, die eine Social-Media-Sucht definieren, werfen Social-Media- und Online-Spiele-Sucht in einen Topf. Und wenn Sie einfach mal Jugendliche beobachten, wie diese mit gesenkten Köpfen durch die Straßen laufen, dann spielen meist dort gar keine Social-Media-, sondern Spieleplattformen die Hauptrolle. Und auch diese folgen einem Algorithmus, der den Jugendlichen immer weitere Spiele einblendet. Müssten Sie sich daher nicht – analog zu den Social-Media-Plattformen – viel stärker darum kümmern, da diese ebenfalls jugendgefährdend sind? 

3.    Was ist mit den KI-Tools?

Gehen wir nochmals zurück zu der österreichischen Jugendstudie: Wenn Sie sich die Ergebnisse ansehen, dann erkennen Sie nur einen Gewinner: Die KI-Tools. Wenn Sie also schon darüber diskutieren, wie Sie Jugendliche mit Blick auf die Zukunft schützen könnten: Müssten Sie sich nicht viel stärker mit den KI-Tools als Rising Stars der Digitalbranche beschäftigen? Damit würden Sie auch die Spielesucht etwas bekämpfen. Schließlich lassen sich mit KI-Tools eigene Spiele extrem schnell und einfach entwickeln, wie ich Ihnen als Nicht-Entwickler und Nicht-ITler gerne zeige.

Und bleiben wir beim Themas KI: Wenn ich sehe, wie OpenAI, Meta & Co. gerade neue (Social) Networks entwickeln oder planen, denken Sie beispielsweise an Vibes -, die weniger mit menschlichen Inhalten denn mit KI-Videos gefüttert werden: Müssten diese dann nicht auch in das „Social-Media-Verbot“ inkludiert werden? Denn genau diese Inhalte werden wir in den nächsten Monaten verstärkt auch bei TikTok, YouTube & Co. zu sehen bekommen.

4.    Wer ist sich den Gefahren bewusster?

Und noch eine Frage zum Thema Alter: Glauben Sie wirklich, dass eine 15-Jährige, die bereits mehrere Jahre sich mit TikTok, Instagram und YouTube beschäftigt hat, naiver im Umgang mit den Gefahren und Abhängigkeiten solcher Plattformen ist, als ein 60-Jähriger, für den viele dieser Plattformen „Teufelszeug“ ist, ohne sie wirklich zu kennen?

Ist in diesem Kontext nicht die Forderung des Satire-Kanals „Der Postillon“ durchaus berechtigt, der kürzlich auf Facebook titelte: „Die fallen auf jeden KI-Müll rein“ – Jugendliche fordern Social-Media-Verbot für Menschen über 40″. Eine im gleichen Sinne freche wie nicht unlogische Forderung.

5.    Wie reizvoll ist das Verbotene?

Und noch ein letzter Punkt, der daran anknüpft: Für wie klug oder – sagen wir besser – clever halten Sie eigentlich junge Menschen? Bedenken Sie eines: Bereits heute dürfen Plattformen wie TikTok oder Instagram erst ab einem Alter von 13 Jahren genutzt werden. Trotzdem haben viele einen Weg für sich gefunden haben.

Glauben Sie wirklich, dass dies bei einem Verbot anders wäre – gerade auch in Gesellschaften und sozialen Schichten, in denen die Eltern wenig Zeit haben, um sich um ihre Kinder wirklich zu kümmern und sich mit solchen Fragen zu beschäftigen?

Schweizer Käse made in Australia

Gerade das scheinbare Vorzeigebeispiel Australien zeigt aktuell, wie schwierig die Umsetzung eines solch pauschalen Social-Media-Verbots ist und wie sich ein Gesetzespapier in der Umsetzung so löchrig wie ein Schweizer Käse entpuppt. So schreibt das Blog BASIC thinking: „Anstatt eine sichere Medienkompetenz zu entwickeln, lernen australische Teenager bereits Umgehungstricks, etwa über VPN-Dienste oder die Altersverifikation über ältere Freunde.“

Dies müssen wir eng auch mit dem gewissen Reiz des Verbotenen sehen, den meine Generation damals bei Zigaretten, Alkohol oder nächtlichen Ausflügen verspürte. Folglich müssen wir dem Autor des Beitrages, Fabian Peters, zustimmen, wenn er schreibt, dass der Versuch, Kinder und Jugendliche allein durch ein Verbot zu schützen, die Komplexität ihres Medienalltags übersieht und die Notwendigkeit ignoriert, sie kompetent in digitalen Räumen agieren zu lassen.

Gesetze mit kurzem Verfallsdatum

Bitte verstehen Sie mich richtig: Ich sehe ebenfalls die Bedrohungen und Belastungen, die von den Plattformen ausgehen. Aber warum verbannen Sie Jugendliche aus dieser Social-Media-Welt? Warum gehen Sie stattdessen nicht viel härter gegen die Absender von Hass, Gewalt, Desinformation, Fake News, Deepfakes und tief toxischen Geschäftsmodellen vor, wie Dirk von Gehlen beklagt?

Machen Sie es sich mit Ihrem Verbot viel zu leicht?

Denn die Idee für ein pauschales Social-Media-Verbot klingt im ersten Moment zwar logisch und ehrenwert und unterstützungswert. Aber im zweiten Augenblick ist sie viel zu kurz gedacht und mit einem Verfallsdatum versehen, das schon vor der endgültigen Verabschiedung eines eventuellen Gesetzes bereits abgelaufen ist. Damit wird ein Gesetz zu einer reinen Symbolpolitik, die uns alle und vor allem die jungen Menschen nicht weiterbringen wird.

Bildung hilft mehr als Social-Media-Verbote

Wo könnte stattdessen die Lösung liegen? Der wichtigste Ansatz, der uns alle weiterbringen würde – auch mit Blick auf die sich stark veränderte Zukunft –, wäre deutlich mehr digitale Bildung und mediale Aufklärung – quer durch alle Generationen und Schichten.

Wenn Sie also wirklich etwas verändern und gerade junge Menschen hierzulande schützen wollen, dann benötigt es dringender als je zuvor eine flächendeckende Bildungsoffensive und mehr Medienkompetenz – und definitiv nicht nur für Minderjährige. Auch Eltern, Lehrkräfte und fast alle Menschen müssen befähigt werden, digitale Räume kompetent und verantwortungsvoll zu nutzen und dabei Risiken zu erkennen und einzuordnen.

Ihr Einsatz ist gefragt – für mehr Bildung!

Jeder und jede muss sich unabhängig des Alters bewusst sein, wie Algorithmen grob funktionieren, warum ihnen welche Inhalte eingeblendet werden, warum und wie sie mit ihrem eigenen Verhalten einen Feed steuern, woran sie KI-Inhalte – zumindest zum Teil – erkennen können. Diese Aufklärung wäre deutlich erfolgsversprechender als irgendein Verbot, das sich so oder so kaum oder nur halbwegs oder erst in vielen Jahren in dann weichgegarten Kompromissen umsetzen lässt.

Darum mein Appell an: Setzen Sie sich als Politikerin oder Politiker mit der gleichen Vehemenz für mehr digitale Bildung ein. Dann kommen wir der guten Sache sicherlich näher. Und damit wäre uns doch allen geholfen, oder?

Mit freundlichen Grüßen verbleibt

Dominik Ruisinger

Gedankenspiele: 10 Lesetipps zu Mediennutzung, PR in KI-Zeiten und News-Junkies

Gedankenspiele: 10 Lesetipps zu Mediennutzung, PR in KI-Zeiten und News-Junkies

Leben wir in einem Land der News-Junkies?

Wenn man die neue Studie von Stagwell in Zusammenarbeit mit dem Axel-Springer-Vermarkter Media Impact liest, dann muss man zu diesem Ergebnis kommen: 81% der deutschen Erwachsenen lesen täglich Nachrichten, 35% sind sogar Nachrichten-Junkies: Täglich informieren sich im Schnitt 7x über Nachrichten und lesen mehr als zehn Artikel.

„Deutsche lieben Nachrichten“, so die Kernaussage der Studienmacher.

Ehrlich gesagt bin ich etwas verwirrt: Steht nicht überall, dass wir Deutsche unter einer wachsenden News Fatigue lesen? Und sich immer mehr Menschen aus den täglichen Medienkonsum zurückziehen, weil für sie die Nachrichten zu negativ und zu belastend sind? Die Studie zur Mediennutzung bei uns kommt auf jeden Fall zu einem anderen Ergebnis.

Weitere Aufklärung liefern hoffentlich die 10 Lesetipps in meinen monatlichen Gedankenspielen. Ich hoffe auf gute Erkenntnisse.

In eigener Sache.

Welchen Zweck verfolgen Unternehmen mit Social Media? Kundenservice nicht.
Welchen Mehrwert bietet Unternehmen ein Engagement auf den Social-Media-Plattformen? Bzw. für wen lohnt sich Social Media noch? Ein Beitrag über Ziele und den fehlenden Kundenservice bei der Deutschen Bahn.

2 Studien rund um die Mediennutzung.

  • Wortliga: Wie verständlich berichten deutsche Online-Medien?
    Wie verständlich berichten deutsche Medien? Dazu hat Wortliga 16 führende deutsche Online-Medien analysiert. Das Ergebnis: Während bild.de, stern.de, zdfheute.de gut verständlich informieren, ist die FAZ für viele zu schwer zu lesen. Dies lässt sich u.a. auf zu lange Sätze, auf Substantivierungen und Passivkonstruktionen zurückführen – alles Aspekte, über ich in meinen Text-Workshops diskutiere.
  • VAUNET: Mediennutzung bleibt in Deutschland sehr hoch
    10 Stunden und 53 Minuten: So lange haben die Deutschen im Jahre 2025 täglich im Schnitt Medien genutzt. Dies zeigt die Analyse des Privatsenderverbands VAUNET. Im Vergleich zum Vorjahr blieben die linearen Angebote konstant und relevant. Während der TV-Konsum ganz leicht fiel, stiegen Audio-Nutzung und vor allem Streaming an.

3 Strategien gerade in Zeiten von KI.

  • Reuters-Trend-Report: Druck auf Kommunikation wächst
    Ein Weckruf an die Medienarbeit liefert der Reuters-Trend-Report 2026: „Journalism and Technology: Trends and Predictions 2026“ macht deutlich, wie stark sinkender Traffic, Glaubwürdigkeitsprobleme und KI den Journalismus immer stärker unter Druck setzen. Diese Verschiebungen, so betont Marie-Christine Schindler in ihrer Analyse, betreffen ebenfalls die Unternehmen(skommunikation), die ebenfalls um Vertrauen, Relevanz und Sichtbarkeit kämpft.
  • PR in KI-Zeiten: Wie sie Unternehmen Sichtbarkeit gibt
    „Sichtbarkeit in KI-Zeiten entsteht durch inhaltliche Substanz, technische Klarheit und digitale Präsenz“, heißt es im Agentur-Blog von AM. Vor diesem Hintergrund kommt der PR eine relevante Rolle zu. Denn KI-Systeme nennen vor allem Marken, die sie kennen, verstehen und für vertrauenswürdig halten. Der vorgestellte 5-Punkte-Plan hilft als Einstieg.

3 Hinweise für die Social Media Plattformen.

  • Nur Reels, Shorts und TikToks? „Video ist überbewertet“
    Brauchen wir im Social Media-Bereich nur noch Videos? Man hat fast den Eindruck, wenn man über die vielen TikToks, Reels, Shorts und sonstigen Videos bei der Mediennutzung stolpert. Aber ist es wirklich so? Frist Video nicht viel Energie, Ressourcen, Lebenszeit? Ein wichtiges Plädoyer, Bewegtbild einzusetzen – aber bitte bewusst und nicht als blinde, KI-gepushte Massenproduktion.
  • TikTok: 13 Tipps für mehr Reichweite
    Wie erstelle ich TikTok-Videos, die wirklich funktionieren? Die meine Zielgruppe erreichen? Justin Pohl hat dazu viele Tipps im Hubspot-Blog zusammengestellt: Vom notwendigen 3-Sekunden-Hook, der richtigen Content-Strategie, der passenden Gestaltung von Bildern bis zur Analyse. Definitiv hilfreich.
  • LinkedIn: Personal Branding benötigt Klarheit
    „Personal Branding bedeutet nicht, mehr zu senden, sondern vor allem klarer zu sprechen“, schreibt Meike Leopold. Wer keine Orientierung bietet, wird für die richtigen Zielgruppen unsichtbar. Daher sei es wichtig, das Profil, den eigenen Content und die Interaktion noch stärker am eigenen Personal Branding auszurichten. Eine Strategie, die ich in meinen Coachings ebenfalls lehre.

Daten zur Sichtbarkeit im KI-Zeitalter.

  • Sichtbarkeit: AI Overviews in Deutschland: So stark sinken die Klickraten wirklich
    Viele klagen darüber, dass ihre Klickraten durch die AI Overviews eingebrochen sind. Ist dies wirklich so? Sistrix hat 100 Millionen Keywords analysiert, um die Auswirkungen zu messen. Danach werden bei 20% der Keywords AI Overviews ausgespielt. Dabei geht die Hälfte aller organischen Klicks verloren. Dies betrifft vor allem informationale Suchanfragen, die Google selbst beantwortet.
  • Monitoring: GEO-Erfolge messen und optimieren
    Wie lässt sich der Erfolg von GEO-Maßnahmen messen? Welche Inhalte gelten für KI-Systeme als vertrauenswürdig, relevant und zitierfähig? Dass sie auf die Qualität und Inhaltstiefe der Quelle, die Erfüllung der Nutzerintention, die Erfahrung, Vertrauenswürdigkeit und fachliche Kompetenz (E-E-A-T) der Autorinnen und Autoren zurückgreifen, ist bekannt. Dieser Beitrag stellt dazu die wichtigsten GEO-KPIs vor.

7 Trends + 7 Strategien für das Jahr 2026.

7 Trends + 7 Strategien für das Jahr 2026.

Wir leben immer stärker in einer von KI und Algorithmen geprägten Kommunikationszeit. Welche strategischen Konsequenzen sollten wir aus dieser Entwicklung ziehen? Auf Basis von 7 Trends sehe ich 7 notwendige Strategien für 2026.

Vor gut einem Jahr habe ich das Buch »Das Ende von Social Media«, warum wir digitale Netzwerke neu denken müssen, publiziert. Und gut 1,5 Jahre später habe ich das Gefühl, dass das Buch aktueller denn je ist. Denn es mehren sich die Anzeichen, dass die »Social Media Idee«, die wir kannten, ihren Social-Charakter endgültig verloren hat. Leider.

In diesem Gedankenspiel will ich auf einige aktuelle Entwicklungen blicken, um daraus dann strategische Empfehlungen für das Jahr 2026 ableiten zu können. Also eine etwas andere Trend-Vorschau.


7 Entwicklungen aus 2025.

Blicken wir zuerst auf 7 Entwicklungen aus diesem Jahr, die die damaligen Buch-Aussagen deutlich bekräftigen:

  1. Algorithmen haben die Macht über unsere Feeds übernommen.
    Im Herbst habe ich dazu selbst eine größere Analyse publiziert, zu der ich meine Feeds auf LinkedIn, Instagram und Facebook unter die Lupe genommen habe. Das Ergebnis: Wir müssen uns von den Beiträgen unserer Freunde, Fans und Netzwerkpartner verabschieden.
  2. Die Plattformen haben sich zu Filterblasen entwickelt.
    Das erkennen wir daran, dass wir fast nur noch Beiträge zu den Themen erhalten, die uns in der Vergangenheit bereits interessiert haben. Wer dies erkennt, sollte radikal seine Feeds nach seinen Wünschen erziehen.
  3. Unterhaltung statt Gespräche, Lurker statt Producer.
    Die (Video-)Plattformen werden vor allem für passives Entertainment und etwas Infotainment genutzt, unabhängig davon, ob der Content-Produzent Mensch oder KI ist. Dies wird sich weiter verschärfen, wenn – inspiriert vom Erfolg der YouTube-TV-App – bald TikTok und Instagram eigene TV-Apps auf das Smart-TV bringen.
  4. KI hat die Social Media Branche fest im Griff.
    Automatisierter, seelenloser, generischer AI Slop füttert immer stärker Text- und Video-Kanäle. Wenn Meta & Co. ihre automatisierten Ads per KI ausrollen und uns auffordern, Kommentare und Ads doch einfach per KI zu formulieren: Wozu braucht es den Menschen noch?
  5. Social-Media-Kanäle sind heute Suchorte.
    Und dies gilt für Themen, Trends, Jobs, People. Wer also mit Social-SEO darauf nicht reagiert, bleibt unsichtbar. Und dies kann sich kaum jemand in einer Zeit erlauben, in der beispielsweise Instagram-Inhalte verstärkt in der Google-Suche findbar sind.
  6. Organisationen haben ihre organische Sichtbarkeit verloren.
    Dies belegen auch die regelmäßigen Analysen von Richard van der Blom auf LinkedIn. Einzige Auswege: Sie benötigen Ads und/oder aktive Mitarbeitenden. Daraus folgt der nächste Punkt.
  7. Digital bzw. besser Paid Media hat das organische Social ersetzt.
    Dazu genügt ein Blick auf die hohe Anzahl an Ads, an die Boosting-Option von eigenen Postings bei LinkedIn, an die geplanten Monetarisierungs-Optionen bei WhatsApp. Und das ist mit Sicherheit erst der Anfang.

7 Strategien für 2026.

All diese Entwicklungen beobachten und erleben wir täglich, ertragen sie und hinterfragen sie. Doch was bedeutet dies für die eigene Kommunikationsstrategie? Für mich gibt es 7 strategische Ansätze, die wir im Jahre 2026 verstärkt spielen müssen:

Strategie 1: Hört auf, Fans & Followers zu zählen.
Wer heute noch Fans zählt oder sich für ein Follower-Wachstum lobt, hat den Schuss nicht gehört. Die Plattformen interessieren sich nicht dafür: TikTok noch nie, YouTube fast nie und die anderen kaum mehr. Fan-Wachstum ist etwas für das eigene Ego oder den naiven Chef. Heute geht es vielmehr darum, nachweisen zu können, auf welches Unternehmensziel der Content – egal ob organisch oder paid, egal auf welcher Plattform – konkret einzahlt. Und dies können Bewerbungen, Downloads, Newsletter-Abos, Imagewandel u.v.a.m. sein.

Strategie 2: Jede (!) organische Idee benötigt eine Paid-Strategie.
Unsere Fans, Follower und mühsam aufgebauten Communitys bekommen unsere Inhalte kaum mehr zu sehen. Damit sich organische Beiträge überhaupt rechnen, müssen wir sie mit einer Paid-Strategie begleiten – und zwar bei allen Themen und Inhalten, die für uns von Relevanz sind. Und egal auf welcher Plattform. Wer auf immer mehr und auch immer teurere Ads verzichtet, verliert seine Sichtbarkeit.

Strategie 3: Authentizität ist mehr als ein Modebegriff.
Schon jetzt sehen wir immer mehr seelenlose, generisch erzeugte und teils automatisiert verbreitete Inhalte in Beiträgen und sogar in Kommentaren. Angesichts der KI-Fluten wird der überstrapazierte Begriff Authentizität eine Renaissance erleben, wie ich schon im Buch betont habe. Nur so können sich Menschen und Organisationen nach außen als attraktives Etwas zeigen, das etwas zu sagen hat. Und das Ganze gerne als Tandem von Mensch und KI – aber bitte mit dem Menschen am Steuer. (Dazu wird es bald was Neues in Buchform zu lesen geben)

Strategie 4: It’s time for Thought Leaders.
Wenn wir uns beispielsweise die aktuellen Pläne bei LinkedIn rund um das Thema 360Brew ansehen – Franziska Bluhm hat es kompakt zusammengefasst –, dann geht es künftig nicht mehr um Viralität, sondern um Relevanz und Konsistenz bei der Vermittlung von Kerninhalten. Dies eröffnet die Chance, einzelne Personen als authentische Expertinnen und Experten zu positionieren; und dies unabhängig von der Plattform und natürlich mit Ad-Unterstützung.

Strategie 5: Show your Knowledge, dear Experts.
Eng mit Punkt 4 verbunden: Wer künftig mit seinen Inhalten Sichtbarkeit erhalten will, der benötigt Expertise, Einzigartigkeit und damit eine klare Positionierung. Wer dies vermittelt, bekommt Sichtbarkeit bei Menschen wie Maschinen, gerade im KI-Zeitalter. Dies kann über einen Social Kanal, einen Newsletter, einen Blog, einen Podcast oder eine Community erfolgen. Wer dagegen den berühmten Bauchladen liefert, verliert. Denn das können andere und vor allem die KI mindestens genauso gut.

Strategie 6: Enabling ist der Sichtbarkeitsfaktor.
Organisationen benötigen dringender als je zuvor aktive Mitarbeitende. Nur so werden sie mit ihren Botschaften noch ihre Zielgruppen erreichen. Das haben viele begriffen, was sich im Wachstum der Programme, der Corporate Influencer Map und der LinkedIn-Gruppe meines geschätzten Kollegen Klaus Eck zeigt. Nur: Reicht das aus? Langfristig müssen wir dieses Enabling tiefer in die gesamte Organisation hineintreiben, wie ich kürzlich in einem anderen Gedankenspiel ausführlich diskutiert habe.

Strategie 7: Generations-Denken ist out.
Die Zeit ist vorbei, in der wir sinnieren, welche Inhalte besser zu welcher Generation passen bzw. welche Generation wir über welche Plattform erreichen. In einer heterogenen Welt spielen gemeinsame Interessen eine größere Rolle. Die Kernfrage aller Strategien lautet: An welchen aktuellen Themen, die in der jeweiligen Community bzw. auf der jeweiligen Plattform diskutiert werden, können wir inhaltlich andocken? Nur auf Interessengruppen bezogene Strategien helfen uns wirklich weiter.

One more thing.

Mitte November hat mich ein Artikel bei DWDL nachdenklich gemacht. Der Titel: »Wie viel KI verkraftet Social Media?« Denn die Frage ist nicht nur für Social Media durchaus berechtigt, wenn wir daran denken,

  • wie KI-Musik-Videos made by Suno die Billboard-Charts erklimmen;
  • wie Meta mit Vibes und bald auch OpenAI reine KI-Video-Netzwerke erstellen;
  • wie Elon Musk die alte App Vine mit reinen KI-Videos relaunchen will;
  • wie konträr die Diskussionen um echt oder falsch, reell oder nicht reell, künstlich oder menschlich verlaufen.

Letztendlich liegt es an uns, wie viel KI die Branche verträgt oder ob irgendwann nur noch die KI sich mit der KI unterhält und wir Menschen zusehen. Ist das die Lösung?

Nur eines bin ich mir sicher: Wenn ich an das Vordringen der KI, an die Einflüsse der Algorithmen, an die Macht der Werbung denke, dann sollten wir uns im Jahr 2026 endgültig vom Namen »Social Media« verabschieden. Denn um den Austausch von Menschen geht es nun wirklich schon lange nicht mehr.

Gedankenspiele: 10 Lesetipps zu Mediennutzung, PR in KI-Zeiten und News-Junkies

Gedankenspiele: 10 Lesetipps zu aktuellen Studien, zu Entertainment First, zum Aufstieg von Paid Media und zum Umgang mit KI.

Wie entwickelt sich die Mediennutzung weiter? In den letzten Wochen sind wieder mehrere, wirklich interessante Studien erschienen. Drei davon habe ich in meine Gedankenspiele-Lesetipps integriert: die ARD/ZDF-Medienstudie, die Analyse des GWI-Instituts und Digital2026 von We are Social.

Im Kern treffen alle Studien dieselbe Aussage: Wir erleben einen deutlichen Schwenk, der von traditioneller Social-Media-Kommunikation über eine von mächtigen Algorithmen dominierte Zeit in eine Welt des KI-gepowerten Entertainments übergeht. Vieles davon habe ich letztes Jahr in meinem Buch über das Ende von Social Media vorweggenommen.

Jetzt liegt es an uns, wo wir künftig unsere Zeit verbringen wollen: ob wir uns im Netz noch mit Menschen austauschen wollen oder ob wir uns einfach nur berieseln lassen – egal ob der Content von Menschen oder von Maschinen stammt. Eine komische Welt, die da auf uns zugerollt ist.

Zu solchen Entwicklungen, zu Strategien beim Social-Media-Management und zum Umgang mit KI habe ich wieder 10 Lesetipps in meinen Gedankenspielen zusammengefügt. Gute Anregungen wünsche ich.

In eigener Sache.

  • ARD/ZDF-Medienstudie: 7 Folgerungen für eine strategische Kommunikation
    Auch im Jahre 2025 liefert die ARD/ZDF-Medienstudie essenzielle Entwicklungen zur Mediennutzung in Deutschland. Schließlich lassen sich aus den Daten wichtige strategische Implikationen ableiten. Ich habe mir 7 Entwicklungen näher angesehen, die für eine digitale Kommunikation besonders relevant sind.

Über Studien, Analysen, Zahlen.

  • GWI: Wie die Social-Media-Nutzung weltweit sinkt
    Seit 3 Jahren nimmt die Zeit, die Menschen weltweit auf Plattformen verbringen, kontinuierlich ab. Laut einer Analyse des GWI-Instituts ist die Nutzung seit 2022 im weltweiten Durchschnitt um rund 10 Prozent gesunken. Auch die Verweildauer in Deutschland ist gesunken. Diese Zahlen bestätigen die Aussagen aus meinem Buch »Das Ende von Social Media«.
  • Digital 2026: Wie TikTok unsere Verweildauer dominiert
    Laut »Digital 2026« von Meltwater und We are Social verbringen die Menschen weltweit durchschnittlich über 2,5 Stunden auf sozialen und Online-Videoplattformen – pro Tag. Mehr als 1,5 Stunden verbringen gerade Frauen davon auf TikTok. Ist TikTok mit seinem Entertainment First-Ansatz die »Social«-Media-Zukunft?
  • EBU: Wie KI keine Nachrichten kann.
    Eine Studie der Europäischen Rundfunkunion (EBU) zeigt: 45 Prozent der KI-Antworten enthalten mindestens einen erheblichen Fehler, weil die Antworten veraltet, Fakten falsch, Quellen fehlerhaft und Zitate erfunden sind. Brauchen wir strengere Regulierungen, wie Medien fordern? Oder deutlich mehr Aufklärung, wie dieser Beitrag und ich selbst fordere?

Über Strategien und modernes Social-Media-Management.

  • Entertainment first: Neue Realität im Social-Media-Management
    »Social«-Aspekt im Hintergrund, Aktivitäten im Niedergang, passives Entertainment im Fokus: »Sind Social-Media-Plattformen noch Media Plattformen?«, fragt Alexander Hein in seinem Beitrag, der meinem erwähnten Buch entstammen könnte? Dabei beschreibt er, wie stark sich das Nutzungsverhalten auf den Plattformen verändert und welche Konsequenzen dies für das heutige Social Media Management hat.
  • Barrierefreiheit: Warum es keine Fettschrift auf Social Media gibt.
    Social-Media-Plattformen folgen dem Prinzip Plain-Text statt Rich-Text – also ohne Formatierungsoption. Der Grund: Fettschrift ist nicht barrierefrei. Denn dabei handelt es sich nicht um Formatierungen, sondern um eine Umwandlung in Unicode-Symbole, die nur so aussehen, als wären sie die entsprechenden Buchstaben. Welche Konsequenzen dies hat, darüber klärt Sigi Lieb in diesem tollen Beitrag auf.
  • Google AI Mode: Was Content Creator jetzt tun sollten
    Google hat den AI Mode ausgerollt. Welche Konsequenzen hat dieser geschlossene und dialogorientierte Ansatz? Und was sollten jetzt Content Creator tun, um als Quelle zitiert zu werden und so Traffic zu erhalten? Jan Tißler beschreibt, wie eine Content-Strategie nach SEO- und GEO-Kriterien angepasst werden sollte.

Über den Aufstieg von Paid Media bei LinkedIn.

  • LinkedIn: Updated Algorithm Report gibt Orientierung.
    In Kooperation mit AuthoredUp hat Richard van der Blom den Updated Algorithm Report publiziert. Er zeigt, wie deutlich Sichtbarkeit, Interaktion und Follower-Zuwachs zurückgegangen sind – organisch. Schließlich will LinkedIn Geld verdienen. Das Update hilft bei der eigenen Content-Strategie, auch wenn eines immer gelten muss: Schreibt für eure Zielgruppe, nicht für Algorithmen, die sich so oder so ändern werden.
  • Mehr Sichtbarkeit für mehr Geld: LinkedIn lässt Beiträgen boosten.
    Dazu passend: LinkedIn hat Werbeschaltungen für Privatpersonen eingeführt. Künftig kann jeder und jede die eigenen Beiträge boosten, also finanziell pushen: Heißt die Zukunft mehr Sichtbarkeit für mehr Geld? Ob dieses Boosting LinkedIn zu einer besseren Plattform macht, daran zweifle ich … oder wie Britta Behrens schreibt: Es ist ein schmaler Grat.

Über den Umgang mit KI.

  • DRPR: Aktuelle Richtlinie zum KI-Einsatz in der PR
    Die kontinuierliche Weiterentwicklung von Künstlicher Intelligenz verändert die Arbeitsweisen in der PR-Branche tiefgreifend. Der Deutsche Rat für Public Relations (DRPR) hat daher seine Richtlinie zum Umgang mit KI in der PR überarbeitet und erweitert – mit Fokus auf Transparenz, Kennzeichnung und Verantwortung.
  • Weimatar: 1. deutscher Minister mit KI-Avatar
    Sind wir als Gesellschaft bereit für KI-Avatare? Die Bundesregierung schickt dazu seit Ende September den Weimatar ins Rennen, die digitale Fassung von Wolfram Weimer, Beauftragter für Kultur und Medien. Damit will sie ein Zeichen setzen, dass sie Künstliche Intelligenz aktiv mitgestalten will. Ich bin auf jeden Fall gespannt, welche Themen in welchen Sprachen der Weimatar noch setzen wird.
Gedankenspiele: 10 Lesetipps zu Mediennutzung, PR in KI-Zeiten und News-Junkies

Gedankenspiele: 10 Lesetipps zu Social-Media-Analysen, zu Corporate Influencer Relevanz und zur Suche nach Sichtbarkeit.

Vor gut 1 Jahr habe ich das Buch »Das Ende von Social Media« publiziert. 12 Monate später habe ich das Gefühl, dass das Buch aktueller denn je ist. Nein, das ist keine Selbst-Beweihräucherung. Vielmehr gibt es Anzeichen, die mich zu dieser Aussage verführen. Blicken wir auf 3:

  1. Im Buch habe ich über Algorithmen geschrieben, wie sie die Macht über unsere Feeds übernehmen, wie Empfehlungen und Ads die Beiträge der Friends und Follower zurückdrängen. Vor wenigen Tagen habe ich dazu eine Analyse publiziert, in der ich meine Feeds auf LinkedIn, Instagram und Facebook unter die Lupe genommen habe. Das Ergebnis: Wir müssen uns von den Beiträgen unserer Freunde, Fans und Netzwerkpartner verabschieden.

  2. Im Buch habe ich die wachsenden Einflüsse von KI aufgezeigt. Schon da habe ich geahnt, dass sich irgendwann die KI mit der KI unterhalten wird, da es den Plattformen nicht um Menschen, sondern rein um Verweildauer geht. Diesen Trend können wir gerade verstärkt auf den Plattformen beobachten – bei Posts und Kommentaren. Ein Phänomen sind in diesem Kontext die KI-Influencer.

  3. Im Buch habe ich darüber aufgeklärt, dass Unternehmen immer weniger Sichtbarkeit erhalten. Sie benötigen Ads und/oder aktive Mitarbeitende – also Corporate Influencer -, damit ihre Messages noch ihre Zielgruppen erreichen. Passend zur Aussage nimmt aktuell die Zahl an Corporate Influencer Programmen enorm zu.

Gerade zu diesen Themen habe ich 10 Lesetipps in meinen Gedankenspielen gesammelt – zu meiner eigenen Analyse, zu erfolgreichen Corporate Influencer Programmen, zu gefährlichen KI-Influencern, gemischt mit einigen aktuellen Zahlen und Daten sowie adäquaten Strategien für SEO und GEO.

Eine aufmerksame Zeit wünscht Dominik R.

In eigener Sache.

Meine Analyse: Wo sind meine Friends & Follower geblieben?
Schreiben wir eigentlich für Menschen? Und sehen wir deren Beiträge noch? Oder haben wir die Macht der Content-Distribution den Algorithmen und der KI überlassen? Dies wollte ich wissen und habe meine Accounts und Feeds analysiert – auf LinkedIn, Facebook und Instagram. Die Ergebnisse verdeutlichen das Ende des „Social“-Begriffs in Social Media.

Zahlen, Daten, Fakten.

Umfrage: Was erwarten Medien von PR-Profis?
Gute Noten für die PR: 72% der Medienleute bewerten die Zusammenarbeit positiv. Solange Informationen zeitnah, verlässlich und tief genug bereitgestellt werden. Das ist ein Ergebnis des Medien-Trendmonitor 2025 von news aktuell. Für die Zukunft heißen die Wünsche: transparente und faktenbasierte Kommunikation, Daten und Studien statt werblichen Aussagen sowie exklusive Inhalte.

Erfolgszahlen: Was sagt Traffic in Zeiten von KI noch aus?
Immer mehr Webseiten, News-Portale und Blogs begraben Traffic als zentrale KPI. Grund: Im KI-Zeitalter verlieren herkömmliche Kennzahlen wie organische Visits immer mehr an Bedeutung. Aussagekräftige Zahlen heißen Mentions & Citations in KI-Systemen sowie qualitative Signale. Dabei war Traffic schon immer eine wenig aussagekräftige Kennzahl.

Barrierefreiheit: Was behindert auf Webseiten?
Das fast unaussprechliche Wort – Barrierefreiheitsstärkungsgesetz – sollte langsam jedem bekannt sein. Schließlich verpflichtet es seit Ende Juni die Unternehmen, ihre digitalen Inhalte für alle zugänglich aufzubereiten. Doch noch immer gibt es viele Barrieren, gerade auf Webseiten. Dieser Artikel benennt 10 davon – u. a. fehlende Alt-Texte, fehlendes responsives Design, schwache Farbkontraste und nicht beschriftete Dokumente – und zeigt konkrete Lösungen auf.

Über Corporate Influencer und KI-Influencer.

Corporate Influencer: 20 Learnings aus Nürnberg
Was sind die Erfolgsfaktoren von Corporate Influencer Programmen? Verena Krones interviewt dazu Verantwortliche und stellt deren 20 wichtigsten Learnings vor. Als Auftakt hat sie mit Isabel W. von der Sparkasse Nürnberg, gesprochen. Spannend in deren Slideshow: Durch Corporate Influencer ist LinkedIn zu einem Kanal der internen Kommunikation geworden.

KI-Influencer: Wie KI-Influencer die Gesellschaft verrohen
Sie sind wunderschön, makellos, perfekt und immer verfügbar: KI-Influencer. Schon in meinem Buch habe ich sie skeptisch gesehen. Schließlich bedienen sie häufig stereotype, unrealistische Schönheitsideale und Geschlechterbilder, betrieben von einer hochprofessionellen Industrie, die Millionen verdient. Welche Gefahren die täuschend echten Bilder mit sich bringen, beschreibt dieser Beitrag.

KI-Influencer: Wo ist die Authentizität in Zeiten von KI?
Apropos KI-Influencer: Untergraben sie nicht alles, was eine vertrauensvolle Kommunikation ausmacht – also echte menschliche Verbindungen, echte Persönlichkeit, echte Haltung? Darum ist die Frage berechtigt: Brauchen Marken in Zeiten von generisch schnell erzeugten Inhalten und von AI-Sloppification, also der Verwässerung digitaler Inhalte durch KI-Müll, nicht sogar mehr Authentizität statt weniger?

Texten: über SEO und GEO.

Google: »Gutes SEO ist gutes GEO«
Ist SEO tot, wie viel behaupten? Überhaupt nicht, so Danny Sullivan, Googles Head of Search Liaison: »Good SEO is good ’GEO’«, sagte er. Solange es klar auf die Nutzerintention ausgerichtet ist. »What you’ve been doing for search engines generally (…) is still perfectly fine and is still the things that you should be doing. Especially because good SEO is largely having good content for people.«

Strukturierte Daten: Wie relevant sind sie für die (KI-)Suche?
Gerade beim Thema GEO spielen strukturierte Daten eine zentrale Rolle. Sie helfen KI-Systemen, Inhalte besser zu verstehen und einzuordnen. Dies wiederum erhöht die Wahrscheinlichkeit, in KI-Suchen und in AI Overviews sichtbar zu werden. Gleichzeitig bleiben Datenqualität, Content-Relevanz und E-E-A-T entscheidend für ein Top-Ranking bzw. eine Präsenz in den AI Overviews, wie dieser Beitrag ausführt.

LinkedIn: Tipps für Deep Diver.

Saves & Sends: Wie Zahlen Strategien beeinflussen
Saves und Sends sind 2 nagelneue Kennzahlen auf LinkedIn. Und sie sind kein nettes Add-on. Ganz im Gegenteil: Sie sind ein strategischer Hinweis, ein Qualitätsfilter, wie Content heute produziert werden – also speicher- und weiterleitbar -, damit er sich wirklich verbreiten kann. Aber dies gilt eigentlich für alle Plattformen.

Spickzettel: Welche Tipps beim Algorithmus helfen
»Derzeit erleben wir die größte Veränderung im LinkedIn-Algorithmus seit 2016«, schreibt Richard van der Blom. »Die Leute sind verärgert, einige verlassen die Plattform, da die Reichweite drastisch gesunken ist.« Damit bezieht er sich auf die letzte Ausgabe seines Algorithm Insights Report. Wie wir auf die Veränderungen reagieren sollten, hat er in einem Spickzettel festgehalten.