Digi­ta­les Wis­sen (15): Erfolgs­fak­to­ren einer Soci­al Busi­ness Stra­te­gie

Digi­ta­les Wis­sen (15): Erfolgs­fak­to­ren einer Soci­al Busi­ness Stra­te­gie

Zum Abschluss mei­ner klei­nen 15-tei­li­gen Serie zum “Digi­ta­len Wis­sen” möch­te ich auf ein Buch ein­ge­hen, das die bei­den Alti­me­ter-Kol­le­gen Char­le­ne Li und Bri­an Solis bereits im Jah­re 2013 publi­ziert haben und er eng in Zusam­men­hang mit mei­nem letz­ten Blog-Post zum Soci­al Busi­ness Trans­for­ma­ti­on Pro­zess steht. Bis heu­te ist es hoch span­nend zu lesen, gera­de wenn es um eine Digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons- oder Busi­ness-Stra­te­gie geht.

7 Success Factors of Social Business Strategy by Brian Solis and Charlene Li.

Abb. 7 Suc­cess Fac­tors of Soci­al Busi­ness Stra­te­gy by Bri­an Solis and Char­le­ne Li; flickr​.com/​p​h​o​t​o​s​/​b​r​i​a​n​s​o​l​i​s​/​1​7​0​4​4​0​1​1​632

The Seven Suc­cess Fac­tors of Soci­al Busi­ness Stra­te­gy“ heißt das Buch vom Mit­te 2013. Die fol­gen­de Info­gra­fik (sie­he Abb.) aus dem Buch lie­fert bis heu­te eine gute Road­map und einen Ori­en­tie­rungs­leit­fa­den bei der Stra­te­gie-Ent­wick­lung. In sei­nem Blog-Bei­trag schreibt Bri­an Solis über den „phi­lo­so­phi­schen“ Ansatz: „A soci­al busi­ness is not a mar­ke­ting stra­te­gy or a tech­no­lo­gy road­map but rather a way or phi­lo­so­phy of how busi­ness could be done dif­fer­ent­ly (…) in a much more human man­ner.

Auch wenn sich die 7 Erfolgs­fak­to­ren auf eine Soci­al Busi­ness Stra­te­gie bezie­hen, so hel­fen sie als Leit­fa­den bei der Ent­wick­lung einer ganz­heit­li­chen digi­ta­len Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie. Aus die­sem Grund macht es Sinn, einen Blick auf die in der Info­gra­fik ange­zeig­ten, im Blog beschrie­be­nen und hier über­setz­ten Fak­to­ren zu wer­fen.

  1. Defi­nie­ren Sie über­ge­ord­ne­te Busi­ness-Zie­le: Sie kön­nen kei­ne Stra­te­gie an Ihren Busi­ness-Zie­len aus­rich­ten, wenn Sie kei­ne kla­ren und damit mess- und über­prüf­ba­ren Zie­le haben.
  2. Ach­ten Sie auf eine lang­fris­ti­ge Visi­on: Sie müs­sen Ihre Visi­on klar und lei­den­schaft­lich kom­mu­ni­zie­ren, wenn Sie Ihr Team über­zeu­gen wol­len, sich voll für Ihre Soci­al Stra­te­gy ein­zu­set­zen. Und des­sen voll­stän­di­gen Sup­port wer­den Sie benö­ti­gen.
  3. Sichern Sie sich die Unter­stüt­zung der Unter­neh­mens­füh­rung: Wenn Sie wirk­lich auf Ihr Busi­ness Ein­fluss neh­men wol­len – und der Moment wird kom­men –, spä­tes­tens dann benö­ti­gen Sie die Rücken­de­ckung und die Unter­stüt­zung der wich­tigs­ten Füh­rungs­per­so­nen.
  4. Defi­nie­ren Sie die stra­te­gi­sche Road­map: Selbst wenn Sie schon Ihre Busi­ness-Zie­le ken­nen und eine kla­re Visi­on haben, müs­sen Sie Ihren Weg dort­hin genau pla­nen – was Sie errei­chen und was Sie ver­mei­den wol­len.
  5. Eta­blie­ren Sie Gover­nan­ce und Gui­de­li­nes: Wer ist für die Umset­zung der Stra­te­gie ver­ant­wort­lich? Wie wer­den die Inhal­te koor­di­niert? Wie ist das Zuhö­ren und Reagie­ren auf Kun­den­an­fra­gen orga­ni­siert? Wenn Sie die Fra­gen klar beant­wor­ten und sich dar­an hal­ten, dann hilft Ihnen dies, mehr Zeit für Ihre Wachs­tums­stra­te­gie zu ver­wen­den, ohne sich zu ver­lie­ren.
  6. Sichern Sie Mit­ar­bei­ter, Res­sour­cen und Gel­der: In einem frü­hen Sta­di­um kann die Soci­al Media Kam­pa­gne noch zu einer Agen­tur out­ge­sourct sein. Gleich­zei­tig soll­ten Sie inner­halb Ihres Unter­neh­mens inter­ne Res­sour­cen auf­bau­en und wei­ter­ent­wi­ckeln, um Ihr Unter­neh­men auf ein höhe­res Niveau zu heben, gera­de wenn der Soci­al Pro­zess und Ihr Busi­ness wächst.
  7. Inves­tie­ren Sie stra­te­gisch in Tech­no­lo­gie: Wider­ste­hen Sie der Ver­su­chung, immer nach den neu­es­ten Tech­no­lo­gi­en zu suchen, bevor Sie einen lang­fris­ti­gen Stra­te­gie­plan haben. War­ten Sie mit den grö­ße­ren tech­no­lo­gi­schen Invest­ments bis zu dem Moment, wenn Sie einen stra­te­gi­schen Plan und eine kla­re Visi­on aus­ge­ar­bei­tet haben.

Gera­de der letz­te Punkt ist mit ent­schei­dend: Kei­ne vor­schnel­le Kon­zen­tra­ti­on auf Tools und Instru­men­te oder Tech­no­lo­gi­en. Statt­des­sen muss zuerst ein Stra­te­gie-Plan ent­wi­ckelt wer­den, bevor man sich mit den Instru­men­ten beschäf­ti­gen kann, die den Gedan­ken des Pla­nes nach innen wie nach außen wei­ter­tra­gen sol­len bezie­hungs­wei­se zu imple­men­tie­ren hel­fen. So schreibt Solis abschlie­ßend in sei­nem Blog: „It’s not so much about the ter­mi­no­lo­gy as much as it’s about your inten­ti­ons, the expec­ta­ti­ons of your con­nec­ted custo­mers and employees, and how you impro­ve con­nec­tions, con­ver­sa­ti­ons, and expe­ri­en­ces to grow your busi­ness and the value of the brand.“

Ach übri­gens: Wer jetzt noch mehr Wis­sen von mir haben will, der darf sich ger­ne direkt bei mir mel­den. Also bis bald!

Bis­he­ri­ge Bei­trä­ge in der Serie „Digi­ta­les Wis­sen“

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Fachbuch "Die digitale Kommunikationsstrategie" im digitalen Zeitalter. Von Dominik Ruisinger.

Hin­weis: Die­se 15 „Aus­flü­ge“ ent­stam­men mei­nem Buch: “Die digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie. Pra­xis-Leit­fa­den für Unter­neh­men. Mit Case Stu­dys und Exper­ten­bei­trä­gen. Für eine Kom­mu­ni­ka­ti­on in digi­ta­len Zei­ten.” Wei­te­re Infos zum Buch, Hin­ter­grün­de zur Ent­ste­hung des Leit­fa­dens, Vor­stel­lung der Gast­au­toren und ver­wen­de­te Stu­di­en, Bestel­lung von Rezen­si­ons-exem­pla­ren sowie ein Link zur Buch­be­stel­lung fin­den sich hier.

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Test: Wel­che Chat­bots gibt es bis­lang bei uns?

Test: Wel­che Chat­bots gibt es bis­lang bei uns?

Ange­sichts der mas­siv gewach­se­nen Zahl an Unter­neh­men, die Whats­App als Info oder Ser­vice ein­set­zen, ließ sich das Jahr 2016 durch­aus als das „Whats­App-Jahr“ beschrei­ben. Das Jahr 2017 wird, so eine sicher­lich nicht ganz gewag­te Pro­gno­se, spä­ter als das „Chat­bots-Jahr“ bezeich­net wer­den. Und eini­ge wer­den auch bei uns bereits ein­ge­setzt.

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Hin­weis: Im April 2019 habe ich fast 40 Chat­bots getes­tet und eine neue und deut­lich erwei­ter­te Ver­si­on die­ses Chat­bot-Tests geschrie­ben. Die­se fin­det sich hier in mei­nem Blog!

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Seit Ende 2016/​Anfang 2017 hat die Zahl der vir­tu­el­len Assis­ten­ten kräf­tig zuge­nom­men, mit denen Unter­neh­men auf Messa­ging-Platt­for­men wie dem Face­book Mes­sen­ger Dia­lo­ge anbie­ten, Nach­rich­ten über­lie­fern und Ser­vice­leis­tun­gen über­neh­men. Oder dies zumin­dest ver­su­chen. Gera­de auf inter­na­tio­na­ler Ebe­ne gibt es bereits meh­re­re Tau­sen­de von Ange­bo­ten – von Wet­ter-Bots über News-Diens­te, per­so­na­li­sier­te Nach­rich­ten bis hin zu Mar­ken-Bots, die eCom­mer­ce-Ange­bo­te unter­stüt­zen sol­len.

Und in Deutsch­land?

Ein Blick in mei­nen täg­li­chen Feed-Reader und in mei­ne per­sön­li­chen Feeds auf Face­book, Twit­ter, Lin­kedIn & Co. machen deut­lich, dass sich kaum jemand NICHT zu den Bots äußert. Regel­mä­ßig wer­den neue Tools zur Erstel­lung von mehr oder weni­ger halb-pro­fes­sio­nel­len Chat­bots vor­stellt — ob sie jetzt Chat­fu­el, Many­Chat, Bot­si­fy, Bot­ma­ker oder – spe­zi­ell für die Finanz­bran­che – chat­bank hei­ßen.

Selbst wenn Chat­bots laut einer W3B-Stu­die bei jedem zwei­ten Deut­schen – noch – auf Ableh­nung sto­ßen, wer­den sie Schritt für Schritt vie­le Infor­ma­ti­ons- und Dienst­leis­tun­gen über­neh­men. Dies ist heu­te bereits deut­lich vor­her­seh­bar. Sol­che Mes­sen­ger Bots wer­den jedoch nur dann erfolg­reich sein kön­nen, wenn die ver­sen­de­ten Nach­rich­ten mög­lichst eng auf die indi­vi­du­el­len Inter­es­sen des Ver­sen­ders abge­stimmt sind und ihm wirk­li­chen Infor­ma­ti­ons- und Mehr­wert lie­fern.

IM ÜBERBLICK: Hie­si­ge Chat­bots

Welche Chatbots gibt es schon in Deutschland?

Blick in mei­nen Mes­sen­ger: Chat­bots im Test

Doch wel­che Unter­neh­men in Deutsch­land bzw. im DACH-Raum set­zen bereits auf Chat­bots? Die fol­gen­den vir­tu­el­len Hel­fer habe ich in den ver­gan­ge­nen Tagen alle per­sön­lich getes­tet und kurz kom­men­tiert. Dabei habe ich mich auf den Face­book Mes­sen­ger und auf Whats­App fokus­siert und damit span­nen­de exter­ne Ansät­ze wie den Nach­rich­ten-Chat­bot Resi oder inter­ne Lösun­gen via Three­ma zum Bei­spiel bei Daim­ler außen vor gelas­sen.

Die kur­ze alpha­be­ti­sche Lis­te, die auch von einer Face­book-Grup­pen­dis­kus­si­on inspi­riert ist, ist nur ein Anfang. Künf­tig wer­de ich ver­su­chen, die­se kon­ti­nu­ier­lich wei­ter­zu­füh­ren und zu erwei­tern, sobald ich einen neu­en — zumin­dest halb­wegs funk­tio­nie­ren­den — Chat­bot ent­deckt und getes­tet habe. Ach ja: Wer selbst inter­es­san­te Chat­bots ent­deckt, ein­fach kurz kom­men­tie­ren und ergän­zen – damit ich sie selbst tes­ten und inte­grie­ren kann.

ARAG: Ver­si­che­rungs-Bot
Lie­fert Infor­ma­tio­nen zum The­ma Rei­se­ver­si­che­rung

Aus­tri­an Air­lines: Flug-Bot
Fra­gen, Hil­fe­stel­lun­gen, Suchen zum Flug? Der Mes­sen­ger Ser­vice ist rich­tig gut

Bier in Akti­on: Bier-Bot
Hilft bei der Suche nach öster­rei­chi­schen Bier­mar­ken und Ange­bo­ten

BILD: Fuß­ball-Bot
Schickt regel­mä­ßig Ticker-News zum Fuß­ball-Lieb­lings­ver­ein

BMW: DTM-Motor­sport-Bot
Media Broad­cast Ser­vice mit Infos, Bil­dern, Audi­os etc. zur DTM per Whats­App für Jour­na­lis­ten

Chat­shop­per: Fashion-Bot
Emma ist der per­sön­li­che Shop­ping-Bot fürs die Mode-Fans.

cong­star: Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons-Bot
Sophie beant­wor­tet eini­ge Fra­gen, bie­tet aber expli­zit kei­ne Kun­den­dienst

FAZ: Nach­rich­ten-Bot
Ver­sen­det aus­ge­wähl­te Nach­rich­ten zu den Top-The­men des Tages

Frank­furt Air­port: Flug­ha­fen-Bot
FRAn­ky will Ser­vices rund um den Flug­ha­fen bie­ten, bis­lang jedoch sehr feh­ler­haft

FUNK: Novi Nach­rich­ten-Bot
Lie­fert 2x pro Tag News inklu­si­ve hüb­scher Gifs

GYANT: Gesund­heits-Bot
Beant­wor­tet Fra­gen bei Sym­pto­men rund um die eige­ne Gesund­heit

Jäger­meis­ter: Fun-Bot
Lässt die frei gewähl­te eige­ne Nach­richt von 2 Rap­pern in ein Rap Video ver­wan­deln

Kauf­DA: Shop­ping-Bot
Beglei­tet bei der Suche nach Shops und Pro­duk­ten, jedoch noch recht bug­gy

KAYAK: Rei­se-Bot
Hilft wirk­lich pri­ma bei Suche nach Flü­gen, Hotels, Miet­wa­gen etc.

Klar­mo­bil: Han­dy-Bot
Elvis von Klar­mo­bil berät zu Tari­fen und Ver­trags­an­ge­le­gen­hei­ten

Klick­mal: Ver­si­che­rungs-Bot
Berät in Fra­gen von KFZ-Ver­si­che­run­gen in Öster­reich

L’O­real: Fri­seur-Bot
Hilft Fri­seurs und ihren Salon­kun­den bei Fra­gen wei­ter.

Luft­han­sa: Best Pri­ce-Bot
Mild­red will bei Flug­su­che hel­fen, ver­steht aber noch recht schlecht

Mag­gi: Rezep­te-Bot
Der recht klu­ge Bot Kim beant­wor­tet Fra­gen zu Rezep­ten und lernt stän­dig hin­zu

Mr. Hoki­fy: Job-Bot
Lie­fert bei der Suche nach dem nächs­ten Job noch sehr wenig Ergeb­nis­se

Novi: News-Bot
Nach­rich­ten-Chat­bot von funk mit 2x täg­lich aktu­el­len Nach­rich­ten

Opel: Chad — Pro­be­fahrt-Assis­tenz-Bot
Pro­be­fahrt mit 5 Opel-Mar­ken? Chad führt Inter­es­sier­te zum nächs­ten Opel­haus

Spar­kas­se: Bot(e) der Spar­kas­se
Infor­miert über Kwitt, tanzt für dich oder ver­sen­det Vide­os

Swel­ly: Hel­fer-Bot
Unter­stützt spie­le­risch die Ent­schei­dungs­fin­dung, in Öster­reich

Tra­vel Homie: Rei­se-Bot
Der­zeit über­las­tet und nur sehr ein­ge­schränkt in Akti­on

TUI Crui­ses: Mein Schiff Rei­se-Bot
Ver­mit­telt Inspi­ra­tio­nen, Rei­se-Tipps, Ange­bo­te inkl. Direkt­kon­takt

Wet​ter​.com: Wet­ter-Bot
Schickt täg­lich die indi­vi­du­el­le Wet­ter­vor­her­sa­ge zum ange­ge­be­nem Ort inkl. Web­cam-Bil­der

Wet­ter Online: Wet­ter-Bot
Schickt täg­lich Infos zum Wet­ter in der eige­nen Stadt und infor­miert bei Wet­ter­über­ra­schun­gen

Wien: Stadt-Bot
Wien­Bot beant­wor­tet Fra­gen rund um die Stadt und ver­weist auf Web­site-Inhal­te

Zoom: Zoom­Bot Immo­bi­li­en-Bot
Hilft bei der Suche nach der pas­sen­den Immo­bi­lie, hat aber noch eini­ge Bugs

GETESTET: Inter­na­tio­na­le Bots

Auf inter­na­tio­na­ler Ebe­ne gibt es natür­lich bereits meh­re­re Tau­sen­de von Bots. Bis­lang habe ich mich mit den fol­gen­den Bots „unter­hal­ten“:

Digi­ta­les Wis­sen (14): Der Busi­ness Trans­for­ma­ti­on Pro­zess

Digi­ta­les Wis­sen (14): Der Busi­ness Trans­for­ma­ti­on Pro­zess

Ende des Jah­res 2012 hat­te die Alti­me­ter Group 700 Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gen von Orga­ni­sa­tio­nen nach ihrem Stand bei der Inte­gra­ti­on von Soci­al Media in die Unter­neh­mens­pro­zes­se befragt. Auf Basis der Ergeb­nis­se erstell­te sie einen Stu­di­en­be­richt mit dem Titel „The Evo­lu­ti­on of Soci­al Busi­ness: Six Sta­ges of Soci­al Busi­ness Trans­for­ma­ti­on“. Selbst wenn er heu­te bereits ein paar Jah­re alt ist, sind die Ergeb­nis­se für jeden Busi­ness Trans­for­ma­ti­on Pro­zess noch immer durch­aus lesens­wert und nach­voll­zieh­bar. Dies ist auch vor dem Hin­ter­grund zu sehen, dass im Durch­schnitt US-ame­ri­ka­ni­sche Unter­neh­men den deut­schen bei dem Digi­ta­li­sie­rungs­pro­zess ein paar Jah­re vor­aus sind.

Six Stages of Social Business Transformation

Six Sta­ges of Soci­al Busi­ness Trans­for­ma­ti­on by Alti­me­ter Group, 2013

In dem Bericht ver­deut­li­chen die Stu­di­en­au­toren und Alti­me­ter-Group-Kol­le­gen, Char­le­ne Li und Bri­an Solis, wel­che sechs Stu­fen eine Orga­ni­sa­ti­on inner­halb des Busi­ness Trans­for­ma­ti­on Pro­zes­ses durch­lau­fen muss, um wirk­lich „soci­al“ zu wer­den. Dabei las­sen sich die im Fol­gen­den beschrie­be­nen Stu­fen durch­aus auf die gesam­te digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on sowie auf die Imple­men­tie­rung einer digi­ta­len Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie über­tra­gen.

In sei­nem Blog-Bei­trag zur Gra­fik beschreibt Bri­an Solis klar die stu­fen­wei­se Vor­ge­hens­wei­se, die hier wie­der­ge­ge­ben und inter­pre­tiert wird.

Pha­se 1: Plan­ning
Zu Anfang eines Pro­zes­ses muss her­aus­ge­fun­den wer­den, wie Kun­den und Part­ner die digi­ta­len Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nä­le nut­zen. Unter­neh­men müs­sen in die­ser „Plan­ning“-Pha­se vor allem zuhö­ren ler­nen, was ihre Kun­den, ihre Mit­ar­bei­ter, ihre sons­ti­gen Sta­ke­hol­der an Inter­es­sen, an Pro­ble­men, an für sie rele­van­ten The­men haben. Mit­tels des Ein­sat­zes von Pilot­pro­jek­ten soll­te sicher­ge­stellt wer­den, dass einer­seits die Stra­te­gie­ent­wick­lung auf einer fes­ten und mit Daten und Fak­ten abge­si­cher­ten Basis steht und dass ande­rer­seits die inter­nen Sta­ke­hol­der eben­falls eng in den Pro­zess mit­ein­ge­bun­den bzw. zumin­dest aus­führ­lich infor­miert sind.

Pha­se 2: Pre­sence
Im 2. Schritt ste­cken Unter­neh­men ver­stärkt ihre „Pre­sence“ ab; sie zei­gen sich in den digi­ta­len Medi­en. An der Stel­le soll­ten bereits die ers­ten Mess­zah­len defi­niert wer­den. Im 3. Schritt „Enga­ge­ment“ wird über einen kon­ti­nu­ier­li­chen Dia­log eine Bezie­hung zu den Sta­ke­hol­dern auf­ge­baut und durch regel­mä­ßi­ge Inter­ak­tio­nen ver­tieft. Unter­neh­men zei­gen folg­lich nach außen, dass ihnen die Bezie­hung wich­tig ist. Sie inves­tie­ren aus­rei­chen­de Res­sour­cen, um ihren Ansprü­chen gerecht zu wer­den – nach innen wie nach außen. Sie füh­ren Dia­lo­ge, lie­fern Sup­port, zei­gen Ein­satz und för­dern zudem das Enga­ge­ment der Mit­ar­bei­ter durch den Ein­satz eige­ner unter­neh­mens­wei­ter Netz­wer­ke.

Stu­fe 3: For­ma­li­zed
Die Stu­fe „For­ma­li­zed“ ist eng ver­bun­den mit dem Begriff der „Cor­po­ra­te Gover­nan­ce“. In der Pha­se sind ent­lang der eige­nen Stra­te­gie nicht nur kla­re Geschäfts­zie­le zu defi­nie­ren und stän­dig zu über­prü­fen. Auch die Lei­tung der Orga­ni­sa­ti­on soll­te fest hin­ter dem Enga­ge­ment ste­hen. Jeg­li­che Akti­vi­tät ist vor der Imple­men­tie­rung mit den wei­te­ren Unter­neh­mens- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ak­ti­vi­tä­ten eng zu ver­net­zen. Zudem muss sich die Orga­ni­sa­ti­on auf Kri­sen und Rück­schlä­ge vor­be­rei­ten, indem sie sich gut ver­ständ­li­che und stän­dig über­prüf­te Kri­sen­re­ak­ti­ons­plä­ne für den Ernst­fall zulegt.

Stu­fe 4+5: Stra­te­gic + Con­ver­ged
In der dar­auf fol­gen­den fünf­ten Stu­fe „Stra­te­gic“ wer­den die digi­ta­len Akti­vi­tä­ten ver­stärkt in die ein­zel­nen Unter­neh­mens­be­rei­che inte­griert. Sie bekom­men höhe­re Sicht­bar­keit, da sie deut­li­che Aus­wir­kun­gen auf die Geschäfts­zie­le bzw. die Geschäfts­aus­rich­tung haben. Das Unter­neh­men ist auf dem Weg, ein „Soci­al Busi­ness“ zu wer­den, was in der End­stu­fe „Con­ver­ged“ schluss­end­lich erreicht ist. Zu dem Moment haben Orga­ni­sa­tio­nen ihre Soci­al Media und sons­ti­gen digi­ta­len Akti­vi­tä­ten mit der Unter­neh­mens­stra­te­gie ver­schmol­zen, ist die digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on inklu­si­ve der diver­sen digi­ta­len Akti­vi­tä­ten nicht nur in allen Unter­neh­mens­be­rei­chen inte­griert: Sie wird auch von allen Betei­lig­ten gelebt.

Fazit: Unab­hän­gig von der Anzahl der Stu­fen stellt der Pro­zess hohe Her­aus­for­de­run­gen an die Wei­ter­ent­wick­lung der Unter­neh­mens­kul­tur. Dies lässt sich bei­spiels­wei­se aus der „2014 Sta­te of Digi­tal Trans­for­ma­ti­on Sur­vey“ der Alti­me­ter Group gut her­aus­le­sen. 63 Pro­zent der Befrag­ten bezeich­ne­ten dar­in die Ver­än­de­rung der Unter­neh­mens­kul­tur („Chan­ging com­pa­ny cul­tu­re“) als die wich­tigs­te Her­aus­for­de­rung, um den Weg der digi­ta­len Trans­for­ma­ti­on voll­zie­hen zu kön­nen.

Bis­he­ri­ge Bei­trä­ge in der Serie „Digi­ta­les Wis­sen“

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Fachbuch "Die digitale Kommunikationsstrategie" im digitalen Zeitalter. Von Dominik Ruisinger.

Hin­weis: Die­ser „Aus­flug“ ent­stammt mei­nem neu­en Buch: “Die digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie. Pra­xis-Leit­fa­den für Unter­neh­men. Mit Case Stu­dys und Exper­ten­bei­trä­gen. Für eine Kom­mu­ni­ka­ti­on in digi­ta­len Zei­ten.” Wei­te­re Infos zum Buch, Hin­ter­grün­de zur Ent­ste­hung des Leit­fa­dens, Vor­stel­lung der Gast­au­toren und ver­wen­de­te Stu­di­en, Bestel­lung von Rezen­si­ons-exem­pla­ren sowie ein Link zur Buch­be­stel­lung fin­den sich hier.

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Digi­ta­les Wis­sen (13): Bri­an Solis for­dert Busi­ness Case statt Kanal-Stra­te­gie

Digi­ta­les Wis­sen (13): Bri­an Solis for­dert Busi­ness Case statt Kanal-Stra­te­gie

In mei­nem Stra­te­gie-Work­shops oder Online-Kom­mu­ni­ka­ti­ons-Semi­na­ren erle­be ich immer wie­der, dass sich die Teil­neh­mer bei Übungs­auf­ga­ben sofort auf die Instru­men­te stür­zen und statt­des­sen die Stra­te­gie mit Ziel­for­mu­lie­rung und Ziel­grup­pen-Defi­ni­ti­on etwas in den Hin­ter­grund gerät. Dies ist ein gewal­ti­ges Pro­blem. Denn bei jeder Stra­te­gie, bei jeder Kon­zep­ti­on – ob klas­sisch, online, soci­al, inte­griert oder was auch immer – soll­te stets gel­ten: Erst die Stra­te­gie, dann die Kanä­le und Instru­men­te.

War­um jeder sei­ne Unter­neh­mens-Den­ke über die Kanal-Den­ke heben soll­te, lässt sich in dem hoch span­nen­den 4‑minütigen Video mit dem Digi­tal Busi­ness-Vor­den­ker Bri­an Solis gut nach­voll­zie­hen, selbst wenn das Video bereits eini­ge Jah­re alt ist.

Der US-Ame­ri­ka­ner macht in sei­nem State­ment deut­lich, dass Orga­ni­sa­tio­nen kei­ne Twit­ter- oder ähn­li­che Kanal-Stra­te­gie benö­ti­gen oder damit Erfolg haben könn­ten; Unter­neh­men und Insti­tu­tio­nen müs­sen dar­aus viel­mehr einen Busi­ness Case ent­wi­ckeln: Einen Busi­ness Case, der deut­lich macht, wel­che Unter­neh­mens­zie­le solch ein digi­ta­les Instru­men­ta­ri­um för­dern oder unter­stüt­zen könn­te; einen Busi­ness Case, der jedes Kom­mu­ni­ka­ti­ons­in­stru­ment immer an ein Unter­neh­mens­ziel kop­pelt; und einen Busi­ness Case, der Unter­neh­mens­lei­ter zu einem Umden­ken beim Ein­pla­nen der digi­ta­len Etats brin­gen wird.

Fazit: Bis heu­te Prä­di­kat sehens- und hörens­wert. Also anse­hen!

Bis­he­ri­ge Bei­trä­ge in der Serie „Digi­ta­les Wis­sen“

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Fachbuch "Die digitale Kommunikationsstrategie" im digitalen Zeitalter. Von Dominik Ruisinger.

Hin­weis: Die­ser kur­ze „Aus­flug“ ent­stammt mei­nem neu­en Buch: “Die digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie. Pra­xis-Leit­fa­den für Unter­neh­men. Mit Case Stu­dys und Exper­ten­bei­trä­gen. Für eine Kom­mu­ni­ka­ti­on in digi­ta­len Zei­ten.” Wei­te­re Infos zum Buch, Hin­ter­grün­de zur Ent­ste­hung des Leit­fa­dens, Vor­stel­lung der Gast­au­toren und ver­wen­de­te Stu­di­en, Bestel­lung von Rezen­si­ons-exem­pla­ren sowie ein Link zur Buch­be­stel­lung fin­den sich hier.

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