Der Anfang eines Jahres ist immer als der Moment der Prognosen, der Ausblicke, der Mutmaßungen. Und dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob wir auf die verschlossene Welt der Politik, auf die bei uns darbende Wirtschaft, auf die aktuell etwas wackelnde Finanzbranche oder auf die sich ständig neuerfindende Branche der digitalen Kommunikation blicken.

  1. Wird Social Media für Menschen unter 16 Jahren (oder unter 15 Jahren oder unter 14 Jahren) verboten, wie es aktuell in Australien gelebt und in Frankreich, Großbritannien und Österreich vorbereitet wird? Oder benötigen wir dies gar nicht mehr, weil Jugendliche immer stärker die Lust an den Kanälen verlieren, wie zwei neue Studien aufzeigen? Und wandert die Werbung dann ab in Gaming- und Streaming-Portale oder ins Real Life?
  2. Sind mit KI nicht nur das Abendland und viele Jobs bedroht, sondern ist auch das endgültige Ende der Social Media-Plattformen gekommen, die künftig nur noch von KI und von Werbung gefüttert werden? Können wir uns künftig daher unsere organischen, nicht bezahlten Beiträge ersparen?
  3. Brauchen wir alle nur noch Generative Engine Optimization (GEO), also die Optimierung für KI-Suchmaschinen, nicht das Magazin 😉? Oder müssen wir die aktuellen Entwicklungen nicht eher zum Anlass nehmen, unsere bisherigen Maßnahmen für mehr Sichtbarkeit im Netz zu hinterfragen?

Genau auf diese Fragen und die dazu passenden Studien habe ich den Fokus in dieser Ausgabe meiner Gedankenspiele-Lesetipps gelegt. Verbunden stets mit Lösungsansätzen und Anregungen, wie wir den Kanälen noch etwas Positives abgewinnen bzw. wie wir sie zumindest für unsere beruflichen Aktivitäten gewinnbringend nutzen könnten.

In eigener Sache.

7 Empfehlungen für die Social-Media-Strategie 2026
Wie müssen wir strategisch reagieren, um mit unseren Inhalten noch Sichtbarkeit zu erhalten? Welches sind die Faktoren, auf die wir künftig besonders viel Wert legen sollten? Für die Marketing-Börse habe ich 7 Empfehlungen aufgeschrieben, die Organisationen im Jahre 2026 initiieren bzw. vertiefen sollten.

3 Studien.

  • JIM-Studie: Jugendliche nutzen lieber Chatbots als Social Media
    Verlieren Jugendliche die Lust an Social Media-, Messenger- und Video-Tools? Wenn es nach der aktuellen Ausgabe des österreichischen Jugend-Internet-Monitors geht, dann zeichnet sich diese Tendenz ab. So haben alle Plattformen im Vergleich zum Vorjahr deutlich an Relevanz verloren. Weniger überraschend: Der große Sieger sind die KI-Chatbots, die schon heute von 94% der 11-17-Jährigen genutzt werden.
  • Postbank-Studie: Social-Media-Plattformen verlieren junge Nutzer
    Junge Menschen scheinen die sozialen Medien immer kritischer zu sehen. Das lässt sich aus der „Jugend-Digitalstudie 2025“ der Postbank herauslesen. So haben unter den 16-18-Jährigen alle führenden Social-Media-Plattformen inkl. WhatsApp an Reichweite eingebüßt. 1/3 lehnt den Konsum über soziale Plattformen grundsätzlich ab, 3/4 haben Freunde, die sie für süchtig halten. Dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass für viele gerade TikTok, Snapchat, Instagram und YouTube fester Bestandteil ihres Alltags bleiben.
  • Metricool-Studie: Welche Plattformen versprechen Erfolg?
    „Plattformen belohnen Formate, die Verweildauer schaffen, Interaktion auslösen und Erwartungen erfüllen.“ Der Contentmanager hat sich die Social Media Studie von Metricool näher angesehen und zugeordnet. Das Fazit: Für eine Strategie 2026 muss jede Plattform noch stärker als eigenes Ökosystem mit eigenen Regeln betrachtet werden. Denn „organische Sichtbarkeit entsteht dort, wo Inhalte Menschen erreichen, nicht nur Algorithmen.“

3 Lösungsansätze.

  • Auswege: Was bedeutet ein Social-Media-Verbot für die Werbung?
    Welche Folgen hätte ein Social-Media-Verbot für Jugendliche für die Werbebranche? Würde diese dann noch stärker auf Gaming- und Streaming-Portale setzen? Und welche Einschränkungen gibt es bereits heute? Die Absatzwirtschaft hat mit Vertretern der Branche gesprochen – auch zum Real-Life-Marketing.
  • Strategien: Welche Social Media Trends auf uns zukommen
    „Technologie kann Prozesse optimieren, aber keine Beziehungen aufbauen“, schreibt Lea Sindel in einem Gastbeitrag auf AllSocial. Darin betont sie die Relevanz u.a. von Community Management als das neue Marketing, von Menschlichkeit als Differenzierungsfaktor, von Social als Discovery Engine. Gute Hinweise für eine Strategie 2026.
  • Communities: Warum sie immer relevanter werden
    Wie können Unternehmen Communities heute konkret nutzen? Gerade in einer Zeit, in der Sichtbarkeit über Vertrauen und enge Beziehungen, über Nähe, Emotionalität und Menschlichkeit erreicht wird? Marilyn Repp hat sich – mit Bezug auf mein Buch „Das Ende von Social Media“ – dieser Frage, dem kommunikativen Funnel und möglichen Formaten gewidmet. Vor allem kommt es künftig auf ein Denken an, das sich vom Werben zum vertraulichen Austausch verändern muss.

3x Generative Engine Optimization.

  • KI: Warum SEO die Voraussetzung für GEO ist
    Künstliche Intelligenz und Generative Engine Optimization haben die SEO-Branche herumgewirbelt. Manche sprechen vorschnell vom Ende und vom Beginn des reinen GEO-Zeitalters. Nur: Wie müssen Unternehmen auf die Veränderungen reagieren? Julian Dziki zeigt auf Basis der Entwicklungen auf, wie sich diese konkret aufstellen müssen. Kernaussage: „Wer für ChatGPT, Gemini & Co. optimieren will, kommt an SEO nicht vorbei.“
  • LinkedIn: Warum mein Newsletter auf KI-Sichtbarkeit einzahlt
    „LinkedIn Newsletter sind nicht nett, sie verleihen Dir Reichweite und Deutungshoheit“, schreibt Klaus Eck. Sie ermöglichen – unabhängig vom Algorithmus – eine stabile Abo-Reichweite, und sie schaffen als Longform-Content Sichtbarkeit in KI-Systemen durch Expertise, inhaltliche Tiefe und persönliche Glaubwürdigkeit. Wertvoller Beitrag samt hilfreiche Checkliste.
  • GEO: Wie Pressemitteilungen in KI-Zeiten sichtbar bleiben
    Klare Strukturen, eindeutige Sprache, übersichtliche Listen und Aufzählungen, sichtbare Expertise, multimediale Vielfalt, technische Lesbarkeit, glaubwürdige Absender: Generative Engine Optimization kann auch der Sichtbarkeit von Pressemitteilungen helfen, wie news aktuell aufzeigt – samt GEO-Checkliste.