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17 Apr 2017

Digi­ta­les Wis­sen (14): Der Busi­ness Trans­for­ma­ti­on Pro­zess

Ende des Jah­res 2012 hat­te die Alti­me­ter Group 700 Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gen von Orga­ni­sa­tio­nen nach ihrem Stand bei der Inte­gra­ti­on von Soci­al Media in die Unter­neh­mens­pro­zes­se befragt. Auf Basis der Ergeb­nis­se erstell­te sie einen Stu­di­en­be­richt mit dem Titel „The Evo­lu­ti­on of Soci­al Busi­ness: Six Sta­ges of Soci­al Busi­ness Trans­for­ma­ti­on“. Selbst wenn er heu­te bereits ein paar Jah­re alt ist, sind die Ergeb­nis­se für jeden Busi­ness Trans­for­ma­ti­on Pro­zess noch immer durch­aus lesens­wert und nach­voll­zieh­bar. Dies ist auch vor dem Hin­ter­grund zu sehen, dass im Durch­schnitt US-ame­ri­ka­ni­sche Unter­neh­men den deut­schen bei dem Digi­ta­li­sie­rungs­pro­zess ein paar Jah­re vor­aus sind.

Six Stages of Social Business Transformation

Six Sta­ges of Soci­al Busi­ness Trans­for­ma­ti­on by Alti­me­ter Group, 2013

In dem Bericht ver­deut­li­chen die Stu­di­en­au­toren und Alti­me­ter-Group-Kol­le­gen, Char­le­ne Li und Bri­an Solis, wel­che sechs Stu­fen eine Orga­ni­sa­ti­on inner­halb des Busi­ness Trans­for­ma­ti­on Pro­zes­ses durch­lau­fen muss, um wirk­lich „soci­al“ zu wer­den. Dabei las­sen sich die im Fol­gen­den beschrie­be­nen Stu­fen durch­aus auf die gesam­te digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on sowie auf die Imple­men­tie­rung einer digi­ta­len Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie über­tra­gen.

In sei­nem Blog-Bei­trag zur Gra­fik beschreibt Bri­an Solis klar die stu­fen­wei­se Vor­ge­hens­wei­se, die hier wie­der­ge­ge­ben und inter­pre­tiert wird.

Pha­se 1: Plan­ning
Zu Anfang eines Pro­zes­ses muss her­aus­ge­fun­den wer­den, wie Kun­den und Part­ner die digi­ta­len Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nä­le nut­zen. Unter­neh­men müs­sen in die­ser „Plan­ning“-Pha­se vor allem zuhö­ren ler­nen, was ihre Kun­den, ihre Mit­ar­bei­ter, ihre sons­ti­gen Sta­ke­hol­der an Inter­es­sen, an Pro­ble­men, an für sie rele­van­ten The­men haben. Mit­tels des Ein­sat­zes von Pilot­pro­jek­ten soll­te sicher­ge­stellt wer­den, dass einer­seits die Stra­te­gie­ent­wick­lung auf einer fes­ten und mit Daten und Fak­ten abge­si­cher­ten Basis steht und dass ande­rer­seits die inter­nen Sta­ke­hol­der eben­falls eng in den Pro­zess mit­ein­ge­bun­den bzw. zumin­dest aus­führ­lich infor­miert sind.

Pha­se 2: Pre­sence
Im 2. Schritt ste­cken Unter­neh­men ver­stärkt ihre „Pre­sence“ ab; sie zei­gen sich in den digi­ta­len Medi­en. An der Stel­le soll­ten bereits die ers­ten Mess­zah­len defi­niert wer­den. Im 3. Schritt „Enga­ge­ment“ wird über einen kon­ti­nu­ier­li­chen Dia­log eine Bezie­hung zu den Sta­ke­hol­dern auf­ge­baut und durch regel­mä­ßi­ge Inter­ak­tio­nen ver­tieft. Unter­neh­men zei­gen folg­lich nach außen, dass ihnen die Bezie­hung wich­tig ist. Sie inves­tie­ren aus­rei­chen­de Res­sour­cen, um ihren Ansprü­chen gerecht zu wer­den – nach innen wie nach außen. Sie füh­ren Dia­lo­ge, lie­fern Sup­port, zei­gen Ein­satz und för­dern zudem das Enga­ge­ment der Mit­ar­bei­ter durch den Ein­satz eige­ner unter­neh­mens­wei­ter Netz­wer­ke.

Stu­fe 3: For­ma­li­zed
Die Stu­fe „For­ma­li­zed“ ist eng ver­bun­den mit dem Begriff der „Cor­po­ra­te Gover­nan­ce“. In der Pha­se sind ent­lang der eige­nen Stra­te­gie nicht nur kla­re Geschäfts­zie­le zu defi­nie­ren und stän­dig zu über­prü­fen. Auch die Lei­tung der Orga­ni­sa­ti­on soll­te fest hin­ter dem Enga­ge­ment ste­hen. Jeg­li­che Akti­vi­tät ist vor der Imple­men­tie­rung mit den wei­te­ren Unter­neh­mens- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ak­ti­vi­tä­ten eng zu ver­net­zen. Zudem muss sich die Orga­ni­sa­ti­on auf Kri­sen und Rück­schlä­ge vor­be­rei­ten, indem sie sich gut ver­ständ­li­che und stän­dig über­prüf­te Kri­sen­re­ak­ti­ons­plä­ne für den Ernst­fall zulegt.

Stu­fe 4+5: Stra­te­gic + Con­ver­ged
In der dar­auf fol­gen­den fünf­ten Stu­fe „Stra­te­gic“ wer­den die digi­ta­len Akti­vi­tä­ten ver­stärkt in die ein­zel­nen Unter­neh­mens­be­rei­che inte­griert. Sie bekom­men höhe­re Sicht­bar­keit, da sie deut­li­che Aus­wir­kun­gen auf die Geschäfts­zie­le bzw. die Geschäfts­aus­rich­tung haben. Das Unter­neh­men ist auf dem Weg, ein „Soci­al Busi­ness“ zu wer­den, was in der End­stu­fe „Con­ver­ged“ schluss­end­lich erreicht ist. Zu dem Moment haben Orga­ni­sa­tio­nen ihre Soci­al Media und sons­ti­gen digi­ta­len Akti­vi­tä­ten mit der Unter­neh­mens­stra­te­gie ver­schmol­zen, ist die digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on inklu­si­ve der diver­sen digi­ta­len Akti­vi­tä­ten nicht nur in allen Unter­neh­mens­be­rei­chen inte­griert: Sie wird auch von allen Betei­lig­ten gelebt.

Fazit: Unab­hän­gig von der Anzahl der Stu­fen stellt der Pro­zess hohe Her­aus­for­de­run­gen an die Wei­ter­ent­wick­lung der Unter­neh­mens­kul­tur. Dies lässt sich bei­spiels­wei­se aus der „2014 Sta­te of Digi­tal Trans­for­ma­ti­on Sur­vey“ der Alti­me­ter Group gut her­aus­le­sen. 63 Pro­zent der Befrag­ten bezeich­ne­ten dar­in die Ver­än­de­rung der Unter­neh­mens­kul­tur („Chan­ging com­pa­ny cul­tu­re“) als die wich­tigs­te Her­aus­for­de­rung, um den Weg der digi­ta­len Trans­for­ma­ti­on voll­zie­hen zu kön­nen.

Bis­he­ri­ge Bei­trä­ge in der Serie „Digi­ta­les Wis­sen“

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Fachbuch "Die digitale Kommunikationsstrategie" im digitalen Zeitalter. Von Dominik Ruisinger.

Hin­weis: Die­ser „Aus­flug“ ent­stammt mei­nem neu­en Buch: “Die digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie. Pra­xis-Leit­fa­den für Unter­neh­men. Mit Case Stu­dys und Exper­ten­bei­trä­gen. Für eine Kom­mu­ni­ka­ti­on in digi­ta­len Zei­ten.” Wei­te­re Infos zum Buch, Hin­ter­grün­de zur Ent­ste­hung des Leit­fa­dens, Vor­stel­lung der Gast­au­toren und ver­wen­de­te Stu­di­en, Bestel­lung von Rezen­si­ons-exem­pla­ren sowie ein Link zur Buch­be­stel­lung fin­den sich hier.

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03 Apr 2017

Digi­ta­les Wis­sen (13): Bri­an Solis for­dert Busi­ness Case statt Kanal-Stra­te­gie

In mei­nem Stra­te­gie-Work­shops oder Online-Kom­mu­ni­ka­ti­ons-Semi­na­ren erle­be ich immer wie­der, dass sich die Teil­neh­mer bei Übungs­auf­ga­ben sofort auf die Instru­men­te stür­zen und statt­des­sen die Stra­te­gie mit Ziel­for­mu­lie­rung und Ziel­grup­pen-Defi­ni­ti­on etwas in den Hin­ter­grund gerät. Dies ist ein gewal­ti­ges Pro­blem. Denn bei jeder Stra­te­gie, bei jeder Kon­zep­ti­on – ob klas­sisch, online, soci­al, inte­griert oder was auch immer – soll­te stets gel­ten: Erst die Stra­te­gie, dann die Kanä­le und Instru­men­te.

War­um jeder sei­ne Unter­neh­mens-Den­ke über die Kanal-Den­ke heben soll­te, lässt sich in dem hoch span­nen­den 4‑minütigen Video mit dem Digi­tal Busi­ness-Vor­den­ker Bri­an Solis gut nach­voll­zie­hen, selbst wenn das Video bereits eini­ge Jah­re alt ist.

Der US-Ame­ri­ka­ner macht in sei­nem State­ment deut­lich, dass Orga­ni­sa­tio­nen kei­ne Twit­ter- oder ähn­li­che Kanal-Stra­te­gie benö­ti­gen oder damit Erfolg haben könn­ten; Unter­neh­men und Insti­tu­tio­nen müs­sen dar­aus viel­mehr einen Busi­ness Case ent­wi­ckeln: Einen Busi­ness Case, der deut­lich macht, wel­che Unter­neh­mens­zie­le solch ein digi­ta­les Instru­men­ta­ri­um för­dern oder unter­stüt­zen könn­te; einen Busi­ness Case, der jedes Kom­mu­ni­ka­ti­ons­in­stru­ment immer an ein Unter­neh­mens­ziel kop­pelt; und einen Busi­ness Case, der Unter­neh­mens­lei­ter zu einem Umden­ken beim Ein­pla­nen der digi­ta­len Etats brin­gen wird.

Fazit: Bis heu­te Prä­di­kat sehens- und hörens­wert. Also anse­hen!

Bis­he­ri­ge Bei­trä­ge in der Serie „Digi­ta­les Wis­sen“

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Fachbuch "Die digitale Kommunikationsstrategie" im digitalen Zeitalter. Von Dominik Ruisinger.

Hin­weis: Die­ser kur­ze „Aus­flug“ ent­stammt mei­nem neu­en Buch: “Die digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie. Pra­xis-Leit­fa­den für Unter­neh­men. Mit Case Stu­dys und Exper­ten­bei­trä­gen. Für eine Kom­mu­ni­ka­ti­on in digi­ta­len Zei­ten.” Wei­te­re Infos zum Buch, Hin­ter­grün­de zur Ent­ste­hung des Leit­fa­dens, Vor­stel­lung der Gast­au­toren und ver­wen­de­te Stu­di­en, Bestel­lung von Rezen­si­ons-exem­pla­ren sowie ein Link zur Buch­be­stel­lung fin­den sich hier.

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28 Mrz 2017

Mei­ne Gedan­ken­spie­le: 10 Lese­tipps aus dem März

  1. Ale­xa | Wie Mar­ken und Medi­en Ama­zons Sprach­as­sis­ten­tin nut­zen 
    Ers­te gute Bei­spie­le, wie Mar­ken und Medi­en auch bei uns Ama­zons Sprach­as­sis­ten­tin Ale­xa nut­zen. Und das ist erst der Anfang.
  2. Sto­ry­tel­ling | Tesa: Der Umzug als Hel­den­rei­se 
    Die Tesa SE ver­la­ger­te ihre Zen­tra­le und schick­te 1.000 Mit­ar­bei­ter auf Hel­den­rei­se. Dabei zeigt sich, wie wich­tig es ist, Mit­ar­bei­ter mög­lichst früh gera­de in emo­tio­nal gepräg­te Chan­ge-Pro­zes­se zu inte­grie­ren.
  3. Influ­en­cer | Insta­gram Pods: So trick­sen Influ­en­cer den Algo­rith­mus aus 
    Heik­les The­ma: Was pas­siert, wenn sich Influ­en­cer zu soge­nann­ten Insta­gram Pods zusam­men­schlie­ßen, um den Algo­rith­mus aus­zu­trick­sen? Wel­che Fol­gen hat dies für Influ­en­cer Mar­ke­ting?
  4. Recht | Risi­ken der Schleich­wer­bung. Gren­zen bei Face­book und Insta­gram 
    Influ­en­cer Mar­ke­ting wird der­zeit häu­fig mit Schleich­wer­bung ver­bun­den. Was droht, wenn Unter­neh­men auf die Kenn­zeich­nung von Wer­bung ver­zich­ten? Tho­mas Schwen­ke hat ein White­pa­per für Face­book und Insta­gram ent­wi­ckelt.
  5. SEO | SEO-Audit 2017: So prüfst du die Basics einer Web­site
    Bevor eine Sei­te nach SEO-Kri­te­ri­en opti­miert wird, soll­te sie umfang­reich ana­ly­siert wer­den. Die­se 15 Punk­te eines SEO-Audits sind dabei auf jeden Fall zu berück­sich­ti­gen.
  6. Chat­bot | Wie du einen erfolg­rei­chen Chat­bot in 5 Schrit­ten ent­wirfst 
    Klu­ger Bei­trag gera­de für Vor­ei­li­ge: Wann machen Chat­bots für Unter­neh­men wirk­lich Sinn? Wel­che Fra­gen soll­ten sich die­se im Vor­feld stel­len, bevor sie eine vor­ei­li­ge Ent­schei­dung tref­fen?
  7. Chat­bots | Mit Mes­sen­ger Ban­king und Chat­bots auf neu­en Wegen zum Kun­den 
    Span­nend zu lesen nicht nur für Ban­ker: Wie wer­den Mes­sen­ger und Chat­bots das Ban­king und das Ver­hält­nis zu den Kun­den ver­än­dern?
  8. Face­book | Was Sie über den Face­book-Algo­rith­mus wis­sen müs­sen 
    Wirk­lich tol­ler Lon­gread für Face­book-Basic-Wis­sen: Wie funk­tio­niert der Face­book-Algo­rith­mus und wel­che Fak­to­ren spie­len eine Rol­le, um die eige­ne orga­ni­sche Reich­wei­te zu stär­ken?
  9. Twit­ter | Wie „lus­tig“ darf Behör­den-Kom­mu­ni­ka­ti­on in sozia­len Netz­wer­ken sein? 
    Guter Bei­trag zur Fra­ge: Wie locker darf man in behörd­li­chen Accounts schrei­ben? Was ist erlaubt? Wie hilft es auch bei der eige­nen Sicht­bar­keit? Und sind die Gren­zen von Serio­si­tät?
  10. Video | Der ulti­ma­ti­ve Soci­al Media Video Gui­de: Platt­for­men im Über­blick 
    Auf wel­cher Platt­form gel­ten wel­che Regeln und gibt’s wel­che Metri­ken? Top-Gui­de unter­sucht die wich­ti­gen Platt­for­men wie Face­book, Twit­ter, Peri­scope, You­Tube, Snap­chat.